Berichte aus dem Felde, an der deutschen Front in Flandern


Essay, 2012

34 Seiten, Note: 1


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis:

1. EINLEITUNG

2. THEORIETEIL
2.1. Ausbruch des ersten Weltkrieges
2.2. Kriegsberichterstattung
2.3. Besonderheiten der Schweiz und Stellung im 1. Weltkrieg
2.4. Forschungsfrage
2.5. Anforderungen an die Kriegsberichterstattung
2.6. Analysekriterium Propaganda

3. FORSCHUNGSTEIL
3.1. Analyseobjekt „Berichte aus dem Felde“
3.2. Inhalt „Berichte aus dem Felde“
3.3. Methode
3.4. Analyse
3.5 Beantwortung der Forschungsfrage
3.6 Schlussfolgerungen

4. LITERATURVERZEICHNIS

5. ABBILDUNGSVERZEICHNIS

1. EINLEITUNG:

Die vorliegende Forschungsarbeit beschäftigt sich mit der Analyse des dritten Teiles von „Berichte aus dem Felde“ des Oberst Karl Egli aus der Schweiz. Der dritte Teil hat den Titel „An der deutschen Front in Flandern“ und beschäftigt sich mit der Berichterstattung über den deutschen Krieg in Flandern. Das Augenmerk der Forschungsarbeit soll auf den Inhalt dieses dritten Teiles sowie auf dessen Analyse gerichtet werden.

In der Forschungsarbeit soll zunächst ein kurzer Überblick über den 1. Weltkrieg gegeben werden und im Folgenden soll der Leser an das Thema Kriegsberichterstattung und die Stellung der Schweiz im 1. Weltkrieg herangeführt werden. Nach der Erläuterung der Forschungsfrage widmet sich die Forschungsarbeit den für die Analyse wichtigen Analysekriterien. Es wird zunächst auf die Basisprinzipien Staigers zur Kriegsberichterstattung und anschließend auf das forschungsrelevante Kriterium der Propaganda eingegangen werden.

Anschließend erfolgen die Vorstellung des Analyseobjektes sowie eine ausführliche Darstellung der Inhalte aus „An der deutschen Front in Flandern“. In Folge wird der Bericht Karl Eglis anhand der aus der Literatur abgeleiteten Kriterien analysiert, die Forschungsfrage beantwortet sowie Schlussfolgerungen gezogen.

2. THEORIETEIL:

2.1 Ausbruch des ersten Weltkriegs:

Auslöser für den Kriegsbeginn im Jahre 1914 war die Ermordung des österreichischungarischen Thronfolgers Franz Ferdinand und seiner Frau am 28.Juni 1914 in Sarajevo. Ermordet wurde er von einem serbischen Nationalisten, der aber österreichisch-ungarischer Staatsbürger war.1 Es kam zu der sogenannten Julikrise am 23. Juli in der Österreich-Ungarn ein Ultimatum an Serbien richtete und letztendlich am 28.Juli 1914 den Weltkrieg ausrief.2

„ Dieser Krieg wird sich zu einem Weltkriege auswachsen, in den auch England eingreifen wird. Nur Wenige können sich eine Vorstellungüber den Umfang, die Dauer und das Ende dieses Krieges machen. Wie das alles enden soll, ahnt heute niemand. “ (Generalstabschef Helmuth von Moltke, 31.Juli 1914) Die Grafik zeigt, wie in einem Zeitungsartikel über das Attentat in einer Berliner Zeitung erschien.

Zur Illustration soll die nachfolgende Grafik einen Überblick über die

Ausgangssituation des ersten Weltkrieges geben. Die Grafik illustriert die Bündnisse und Kräfteverhältnisse.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten4

2.2 Kriegsberichterstattung:

Kriegsberichterstattung gibt es schon seit es Kriege gibt. Für das Volk ist es wichtig zu erfahren, was an der Front vor sich geht. Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit der Kriegsberichterstattung von Karl Egli, einem Schweizer Generalstabsoffizier und Militärwissenschaftler an der Universität Basel.

Der Begriff embedded journalists stellt die aktuellste Entwicklung in der Tradition der Kriegsberichterstattung dar. Während des Irak Krieges 2003 waren Journalisten dauerhaft in die britische und amerikanische Armee eingebettet. Der Journalist gibt somit sein Bild des Krieges durch die Medien an die Rezipienten weiter.

Zu Zeiten des ersten Weltkrieges konnte man noch nicht von embedded journalists sprechen. Oft war Kriegsberichterstattung Teil von gezielter Propaganda um dem Volk ein bestimmtes Bild des Krieges zu vermitteln.5

Doch auch im ersten Weltkrieg gab es Kriegsberichterstatter, die an die Front reisten um von dort zu berichten, als Beispiel kann Karl Egli und die „Berichte aus dem Felde“ gesehen werden.

2.3 Besonderheiten der Schweiz und Stellung im 1. Weltkrieg:

Die Schweiz hatte eine besondere Stellung im ersten Weltkrieg. Sie galt als neutral und war Zulieferer für die kriegstreibenden Länder auf beiden Seiten. Deutschland betrieb während des ersten Weltkrieges auch Propaganda in der Schweiz. Die Zielgruppe dieser Propaganda waren meinungsführende Besucher der Schweizer Kurorte. Des Weiteren wurde Propaganda in Hotels betrieben um meinungsführenden Hotelgästen ein vorgefertigtes Bild des Krieges zu präsentieren.6

Die Schweiz spielt in Kriegen stets eine neutrale Rolle und hatte keine Abmachungen mit europäischen Groβmächten. Sie kann verglichen werden mit Belgien. Auch für Belgien ist die Neutralität ein hohes Gut.7

Die Schweiz beruft sich auf eine immerwährende Neutralität, so ist sie bis heute nicht der UNO beigetreten und auch von der europäischen Union hält sie sich fern. „ Einmischungsversuche abzuwehren und dabei den eigenen Willen zur absoluten Neutralit ä t zu demonstrieren, das war der Sinn der Aussenpolitik des Bundesrates8 in der Schweiz zur Zeit des 1. Weltkrieges.

Am 29. Juli 1914 erklärte der Bundesrat, dass sich die Schweiz im Krieg zwischen Österreich-Ungarn und Serbien neutral verhalten werde. Jeder Eingriff von außen sollte mit voller Wucht zurückgeschlagen werden und so machte die Schweiz mobil um das Land zu verteidigen. Am 4. August schickte der Bundesrat eine Neutralitätserklärung an alle Signatarmächte der Verträge von 1815. In Kriegszeiten ist die Neutralität der Schweiz eine bewaffnete Neutralität. So gab es auch in der Schweiz einen Zustand des Krieges. Die Schweizer Wirtschaft war durch diese Blockade des Militärs beeinträchtigt. Die Schweizer Armee war sich bewusst, dass sie einem deutschen oder französischen Umgehungsmanöver über Schweizer Gebiet wenig entgegensetzen konnte. Nachdem Deutschland den Angriff auf Frankreich jedoch über Belgien vornahm, beruhigte sich die Lage wieder. Die Metall- und Maschinenindustrie exportierte ihre Erzeugnisse zu einem Großteil in die kriegsführenden Staaten. Um auch im Handel neutral zu agieren galt der Grundsatz, dass keine der Kriegsparteien privilegiert zu behandeln sei. Die Bevölkerung hatte jedoch ihre eigene Meinung zu den kriegsführenden Ländern. Die Welschen waren den Entente Mächten gegenüber positiv eingestellt wohingegen die Deutschschweizer mit dem Deutschen Reich sympathisierten.9

Es tat sich ein Graben auf zwischen Welscher und Deutschschweizern, die einen verurteilten den Einmarsch deutscher Truppen in Belgien, die anderen bewunderten diesen. In der Westschweiz hielt man es für legitim deutsche Staatsangehörige anzurempeln, selbst wenn diese mit dem Krieg nichts zu tun hatten. Im Dezember 1915 wurde bekannt, dass Oberst Egli, der für die Nachrichtensektion des Armeestabes tätig war, seine Informationen auch dem Militär Deutschlands und Österreich-Ungarns zukommen ließ. Eine Westschweizer Zeitung hielt dies für einen Verstoß gegen die Neutralität der Schweiz.10

2.4 Forschungsfrage:

1. Auf welche Art und Weise findet die Kriegsberichterstattung Karl Eglis in „Berichte aus dem Felde statt“?
1.1 Inwiefern sind Faktoren der Kriegsberichterstattung auf Eglis Berichte anzuwenden?
1.2 Inwiefern können Eglis Schriften als Propagandamaterial gesehen werden?

2.5 Anforderungen an die Kriegsberichterstattung:

Die moderne Kriegsberichterstattung orientiert sich an spezifischen Merkmalen. Nach Staiger lässt sich Kriegsberichterstattung anhand von sechs Basisprinzipien unterscheiden.

1) Beobachterabhängigkeit

Die gesamte Umwelt kann dem Kriegsberichterstatter nie ganz zugänglich sein. Der Beobachter ist abhängig von seiner direkten Umwelt und deren Einflüsse. Des Weiteren ist die menschliche Wahrnehmung selektiv. Der Kriegsberichterstatter als Mensch selektiert das Wahrgenommene und rekonstruiert dieses für seine Berichte. Keinem der Kriegsberichterstatter ist es demzufolge möglich ein unabhängiges und objektives Bild des Krieges wiederzugeben. Tendenziell hat Kriegsberichterstattung jedoch den Anschein ein unabhängiges und wahrhaftiges Bild des Krieges darzustellen.11

2) Selbstbezüglichkeit

Das Prinzip der Selbstbezüglichkeit besagt, dass sich das journalistische System immer auf sich selbst bezieht. Entscheidungen von Kriegsberichterstattern beziehen sich auf vorhergehende Entscheidungen von Kriegsberichterstattern. Staiger meint, dass der Journalismus ¨über Kriegsberichterstattung vor allem Kriegsberichterstattung beobachtet und nicht das Ereignis selbst. Anders ausgedrückt würde dies zur Folge haben, dass der Kriegsberichterstatter mehr über die Art und Weise der Kriegsberichterstattung an sich, als über die tatsächlichen Geschehnisse berichtet.12

3) Selbstorganisation

Das System der Selbstorganisation besagt, dass Merkmale verstärkt werden, die der kriegsjournalistischen Gesamtsituation am ehesten entsprechen. Durch die journalistische Berichterstattung wird im Heimatland ein gewisses Bild des Krieges aufgebaut. Laut der Selbstorganisation werden Merkmale, die diesem aufgebauten Kriegsbild entsprechen weiterhin verstärkt. Widersprechende Kriegsmerkmale werden eher gedämpft.13

4) Nicht-Linearität

Kriegsjournalismus ist in seinen Strukturen, Zuständen und Abläufen niemals mit absoluter Sicherheit vorhersehbar. Bei einem nicht-linearen System besteht zwischen Ursache und Auswirkung kein geradliniger Zusammenhang.

Kriegsjournalismus ist jedoch bemüht ein weitgehend lineares Bild zu erstellen. Aus der hohen Komplexität der Kriegsgeschehnisse werden Medienereignisse von geringer, konsumierbarer Komplexität inklusive klarer Kausalitäten erzeugt.14

5) Viabilität

Der Faktor Viabilität verlangt von Kriegsjournalisten eine Eingliederung in das herrschende System und deren Umwelt. Die Berichterstattung muss sich diesem System anpassen. Eine Kriegsberichterstattung, welche die Existenz des bestehenden Systems gefährdet ist keine Option. Die Kriegsberichterstattung sollte sich an den Erwartungen der Rezipienten bzw. dem finanzierenden System orientieren.

6) Wirklichkeitsfaktoren

Staiger unterscheidet mehrere Wirklichkeitsfaktoren, die einem journalistischen System helfen, die Kriegswirklichkeit als „wirklich“ wahrzunehmen. Nach dem Faktor Viabilität erscheint ein Kriegsgeschehen umso wirklicher, je besser es in die Umwelt des existierenden Systems passt. Intersystemizität besagt, dass der „Wirklichkeitsgrad“ steigt, sofern andere journalistische Systeme diese Wirklichkeit teilen. Existieren in der Kriegswirklichkeit Kriterien wie Sachlichkeit oder Unparteilichkeit, so kommt das Kriterium der Objektivität zum Einsatz. Das Kriterium der Konsonanz besagt, dass die Wirklichkeit mit zuvor entwickelten Wirklichkeiten des journalistischen Systems übereinstimmt. Laut der Invarianz erhöht sich die „Wirklichkeit“ je öfter die Wirklichkeit in gleicher oder ähnlicher Weise konstruiert wurde.15

Anhand dieser Kriterien nach Staiger soll in der Analyse die Berichterstattung von Karl Egli über die Kämpfe in Flandern untersucht werden.

2.6 Analysekriterium Propaganda:

Der folgende Abschnitt soll sich mit dem Thema Propaganda im ersten Weltkrieg beschäftigen. Der Begriff Propaganda wird vor allem gebraucht um Kommunikationspolitik während des Nationalsozialismus zu beschreiben, aber auch im ersten Weltkrieg kann von Propaganda gesprochen werden.

Der Sinn dieses Kapitels soll sich vor allem mit möglichen Arten der Kriegspropaganda während des ersten Weltkrieges beschäftigen. Die folgende Analyse zu „Berichte aus dem Felde“ soll sich ebenfalls mit einer möglichen Propagandafunktion der Schriften von Karl Egli befassen.

[...]


1 Vgl. Hirschfeld/Krumeich/Renz 2003, 64

2 Vgl Kruse 2009, 11

3

3 Seltmann 1996, 258

4 Seltmann 1996, 259

5 Vgl. Schwarte 2007, 7

6 Vgl. Wilke 1995, 122ff

7 Vgl. Schaffner 1915, 19

8 Kaestli 2005, 39

9 Kaestli, 2005, 44f

10 Kaestli, 2005, 46ff

11 Vgl. Staiger In: Löffelholz 2004, 152

12 Vgl. Staiger In: Löffelholz 2004, 155

13 Vgl. Staiger In: Löffelholz 2004, 155ff

14 Vgl. Staiger In: Löffelholz 2004, 158

15 Ebd.

Ende der Leseprobe aus 34 Seiten

Details

Titel
Berichte aus dem Felde, an der deutschen Front in Flandern
Hochschule
Universität Wien
Note
1
Autor
Jahr
2012
Seiten
34
Katalognummer
V269722
ISBN (eBook)
9783656609230
ISBN (Buch)
9783656609032
Dateigröße
9489 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Berichte aus dem Felde, Karl Egli, Aus der Front in Flandern, 1. Weltkrieg
Arbeit zitieren
Christoph Peter (Autor), 2012, Berichte aus dem Felde, an der deutschen Front in Flandern, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/269722

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