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Beobachtung und Medien

Beobachtungspositionen und die Rolle der Paradoxie in den medienkulturellen Konzepten von Konstruktivismus und Systemtheorie

Title: Beobachtung und Medien

Thesis (M.A.) , 2011 , 115 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Sabrina Berger (Author)

Philosophy - Miscellaneous
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Summary Excerpt Details

Wer ist der Beobachter?
Diese Frage stellt sich Niklas Luhmann in seiner systemtheoretischen Konzeption und findet sich auch in konstruktivistischen Theorien, beginnend mit naturwissenschaftlichen Theorien, wie dem Werk von Humberto R. Maturana und Francisco L. Varela.
Niklas Luhmann mit seiner systemtheoretischen Konzeption und Siegfried J. Schmidt mit einer konstruktivistischen Position gehen vor allem auf kulturelle Phänomene sowie die Rolle der Medien ein. Die Frage nach dem Beobachter und seinen Bedingungen wird universell gestellt und sowohl auf das beobachtende als auch das beobachtete System angewendet. Eine entscheidende Rolle übernimmt hierbei die Selbstreflexion. In Form einer Beobachtung der Beobachtung soll der Beobachter eigene Bedingungen reflektieren. Diese findet sich auch in Luhmanns systemtheoretischer Konzeption wieder, jedoch mit
Kritik der konstruktivistischen Definition und Erweiterung. Laut ihm würde Beobachtung zweiter Ordnung den blinden Fleck des Beobachtens in einem infinitiven Regress vor sich her schieben. Er strebt eine Reflexion mit Abschlussfigur an. Eine entscheidende Rolle nimmt hier die Paradoxie als Denkanstoß ein.
In den Medien finden sich Paradoxien und damit zusammenhängend auch Selbstreferentialität als Teil der Filmkonstruktion meist in Filmen des Bereiches der
Postmoderne. Als Untersuchungsgenstand zur Verdeutlichung der Paradoxie wird daher der Film „Mullholland Drive“ (USA, David Lynch, 2001) erörtert, ebenso wie der Begriff des Beobachters in Form des Rezipienten des Filmes.
Ziel der Arbeit ist es, die aus der wissenschaftlichen und filmischen Analyse gewonnenen Ergebnisse im Hinblick auf das Potential von Konstruktivismus und Systemtheorie als auf den Beobachter fokussierte Medientheorien auszuwerten und Hypothesen hinsichtlich der Rolle von Paradoxie zur Anregung des Standpunktwechsels hin zu Beobachtung und Kybernetik zweiter Ordnung abzuleiten.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Konstruktivismus

2.1 Konstruktivismus nach Humberto R. Maturana und Francisco J. Varela

2.2 Konstruktivismus nach Siegfried. J. Schmidt

2.3 Exkurs: Interaktionistischer Medienkonstruktivismus

3 Systemtheorie

3.1. Konzeption von Niklas Luhmann

3.1.1 System und Umwelt

3.1.2 Beobachtung und Beobachtung zweiter Ordnung

3.1.3 Selbstreferentialität

3.1.4 Kommunikation und Information

3.2 Die Realität der Massenmedien

3.3 Kybernetik zweiter Ordnung und Paradoxie

4 Paradoxie

4.1 Typologie von Paradoxien

4.2 Paradoxien in systemtheoretischer Auffassung

4.3 Zusammenfassung und Entparadoxierung

5 Postmoderner Film

5.1 Postmoderne Erzählstrategien

5.2 Beobachtung und Paradoxien im postmodernen Film

6 Untersuchungsgegenstand

6.1 David Lynch

6.2 Inhalt

6.2.1 Part A

6.2.2 Part B

6.3 Offene Filmanalyse

6.3.1 Aufbau

6.3.2 Rolle des Erzählers und Personenkonstellationen

6.3.3 Zeitstruktur

6.3.4 Codierung

6.3.5 Decodierung

6.4 Filmdiskurs

7 Zusammenfassung

8 Conclusio

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht das medienkulturelle Verständnis von Beobachtung und Paradoxie im Rahmen der systemtheoretischen und konstruktivistischen Medientheorien, um deren Anwendung auf den Spielfilm zu verdeutlichen und die Rolle des Rezipienten als Beobachter zweiter Ordnung zu analysieren.

  • Konstruktivistische und systemtheoretische Grundlagen der Erkenntnis
  • Die Rolle der Paradoxie als Denkanstoß in der Kommunikation
  • Strategien des postmodernen Films zur Irritation des Beobachters
  • Fallstudie: Analyse von David Lynchs "Mulholland Drive"
  • Reflexion des Beobachterstandpunkts durch den Rezipienten

Auszug aus dem Buch

Die Rolle des Beobachters

Diese Frage stellt sich Niklas Luhmann in seiner systemtheoretischen Konzeption. Er untersucht, wie ein beobachtendes System beobachtet und dadurch seine eigenen Bedingungen reflektiert. Die Fragestellung findet sich auch in konstruktivistischen Vorstellungen. Beginnend mit naturwissenschaftlichen Theorien, wie dem Werk von Humberto R. Maturana und Francisco L. Varela, wurden die Bedingungen aktiver Wirklichkeitskonstruktion erforscht. Weitere konstruktivistische Vorstellungen finden sich in vielen wissenschaftlichen Disziplinen.

Niklas Luhmann mit seiner systemtheoretischen Konzeption und Siegfried J. Schmidt mit einer konstruktivistischen Position gehen vor allem auf kulturelle Phänomene sowie die Rolle der Medien ein. Die Frage nach dem Beobachter und seinen Bedingungen wird universell gestellt und sowohl auf das beobachtende als auch das beobachtete System angewendet. Eine entscheidende Rolle übernimmt hierbei die Selbstreflexion. In Form einer Beobachtung der Beobachtung soll der Beobachter eigene Bedingungen reflektieren. Diese findet sich auch in Luhmanns systemtheoretischer Konzeption, jedoch mit Kritik der konstruktivistischen Definition und Erweiterung. Nach Luhmann würde Beobachtung zweiter Ordnung den blinden Fleck des Beobachtens in einem infinitiven Regress vor sich her schieben. Er strebt eine Reflexion mit Abschlussfigur an. Eine entscheidende Rolle nimmt hier die Paradoxie als Denkanstoß ein.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die systemtheoretische und konstruktivistische Problematik des Beobachters ein und setzt den Rahmen für die Analyse der Paradoxie in den Medien.

2 Konstruktivismus: Dieses Kapitel erläutert die Grundthesen des Radikalen Konstruktivismus sowie die zentralen Positionen von Maturana/Varela und Siegfried J. Schmidt zur aktiven Wirklichkeitskonstruktion.

3 Systemtheorie: Das Kapitel bietet eine tiefgehende Einführung in die systemtheoretische Begrifflichkeit von Niklas Luhmann, insbesondere die Konzepte der System-Umwelt-Differenz, Beobachtung zweiter Ordnung und Massenmedien.

4 Paradoxie: Es erfolgt eine detaillierte Auseinandersetzung mit der Typologie von Paradoxien, sowohl aus rhetorischer und logischer Perspektive als auch in ihrer systemtheoretischen Relevanz als "Abschlussfigur".

5 Postmoderner Film: Dieses Kapitel verknüpft die theoretischen Erkenntnisse mit dem Genre des postmodernen Films, wobei insbesondere narrative Strategien zur Irritation des Zuschauers beleuchtet werden.

6 Untersuchungsgegenstand: In diesem Kapitel wird David Lynchs "Mulholland Drive" als Fallbeispiel einer offenen Filmanalyse mit besonderem Fokus auf die Rekursivität der Narration und die Rolle der Paradoxie untersucht.

7 Zusammenfassung: Hier werden die zentralen theoretischen Erkenntnisse aus den Konzeptionen von Maturana/Varela, Schmidt und Luhmann tabellarisch gegenübergestellt und synthetisiert.

8 Conclusio: Abschließend werden die Ergebnisse der Arbeit bewertet und die Bedeutung von Medienkompetenz und Beobachtungsreflexion in einer von Massenmedien geprägten Gesellschaft herausgestellt.

Schlüsselwörter

Beobachtung, Konstruktivismus, Systemtheorie, Paradoxie, Postmoderne, Mulholland Drive, David Lynch, Selbstreferenz, Beobachtung zweiter Ordnung, Massenmedien, Wirklichkeitskonstruktion, Kybernetik, Rekursivität, Filmtheorie, Rezipient

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das Phänomen der Beobachtung und der Paradoxie innerhalb konstruktivistischer und systemtheoretischer Theorien und deren Anwendung auf den postmodernen Film.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die operative Geschlossenheit von Systemen, die Rolle des Beobachters, der Umgang mit Paradoxien als "Denkanstößen" und die Konstruktion von Wirklichkeit durch audiovisuelle Medien.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Ziel ist es, die theoretischen Erkenntnisse von Maturana/Varela, Schmidt und Luhmann zu evaluieren und Hypothesen zur Rolle der Paradoxie bei der Anregung eines Standpunktwechsels hin zu einer Beobachtung zweiter Ordnung im Film abzuleiten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine wissenschaftliche Filmanalyse, gestützt durch ein detailliertes Sequenzprotokoll und den Vergleich mit den theoretischen Modellen der Systemtheorie und des Konstruktivismus.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Ausarbeitung der Konzepte (Konstruktivismus, Systemtheorie, Paradoxie), die Diskussion postmoderner Erzählstrategien und die detaillierte filmische Analyse von "Mulholland Drive".

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Beobachtung, Paradoxie, Systemtheorie, Radikaler Konstruktivismus und postmoderner Film charakterisiert.

Warum wird "Mulholland Drive" als Beispiel gewählt?

Der Film wird gewählt, da er sich durch eine hohe Komplexität und die bewusste Verwendung von Paradoxien auszeichnet, was ihn zu einem idealen Untersuchungsobjekt für die medientheoretische Reflexion über den Zuschauer als Beobachter macht.

Welche Rolle spielt die Paradoxie für den Zuschauer?

Paradoxien dienen im Film als Störung, die den Zuschauer zwingen, seine Beobachterposition reflexiv zu hinterfragen, anstatt sich auf eine lineare, "natürliche" Interpretation der Handlung zu verlassen.

Ist der Film eine objektive Abbildung der Realität?

Nein, der Film wird als ein Instrument der Wirklichkeitskonstruktion betrachtet. Er bietet dem Rezipienten ein "Angebot", das aktiv verarbeitet werden muss, wobei die Trennung von Realität und Fiktion bewusst durchbrochen wird.

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Details

Title
Beobachtung und Medien
Subtitle
Beobachtungspositionen und die Rolle der Paradoxie in den medienkulturellen Konzepten von Konstruktivismus und Systemtheorie
College
University of Kassel  (Philosophie)
Grade
1,3
Author
Sabrina Berger (Author)
Publication Year
2011
Pages
115
Catalog Number
V269727
ISBN (eBook)
9783656604532
ISBN (Book)
9783656604549
Language
German
Tags
David Lynch Medien Beobachter Systemtheorie Konstruktivismus Niklas Luhmann Paradoxie Postmoderne
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Sabrina Berger (Author), 2011, Beobachtung und Medien, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/269727
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