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Cash-flow-basierte Finanzierungsstrukturen in der Filmindustrie - Einsatzvoraussetzungen, Bedeutung, Potentiale

Title: Cash-flow-basierte Finanzierungsstrukturen in der Filmindustrie - Einsatzvoraussetzungen, Bedeutung, Potentiale

Diploma Thesis , 2003 , 76 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Stefanie Wolring (Author)

Business economics - Investment and Finance
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Summary Excerpt Details

Cash-Flow-basierte Finanzierungen zeichnen sich dadurch aus, dass ein zu
finanzierendes Projekt und dessen finanzielle Leistungsfähigkeit (Cash Flows)
die wesentliche Grundlage der gesamten Finanzierung darstellen.1 Dieses Charakteristikum
wird Cash Flow Related Lending genannt und ist ein prägendes
Merkmal der Projektfinanzierung. Aus diesem Grund werden die Begriffe Projektfinanzierung
und Cash-Flow-basierte Finanzierung in der Literatur auch oft
synonym verwendet.2 Die Projektfinanzierung ist eine Finanzierungsmethode
für in sich geschlossene und meist einmalige Investitionsvorhaben, die sowohl
die Finanzkraft als auch die Bilanzierungs- und Risikobereitschaft einzelner
Unternehmen übersteigen.3 Obwohl bereits in der Antike ertragsorientierte
Kreditvergaben existierten, wird der Ursprung der Entwicklung der Projektfinanzierung
in den Explorationsfinanzierungen neuer Erdölvorkommen in den
USA in den dreißiger Jahren gesehen.4 Heutzutage finden Projektfinanzierungen
in vielen Bereichen Anwendung (vgl. Abb.1). [...]
Abbildung 1 zeigt drei Anwendungsgebiete der Projektfinanzierung, die „klassische“
Projektfinanzierung, die private Finanzierung von Infrastrukturinvestitionen
(Public Private Partnership)5 und den Bereich der sog. „neuen“ Projektfinanzierungsbranchen.
Projektfinanzierungen des letztgenannten Anwendungsgebietes finden bereits vereinzelt praktische Anwendung, wie z.B. im
Telekommunikationsbereich, werden jedoch in der Literatur bislang selten ausführlich
dargestellt.6 [...]
1 Vgl. Heintzeler (1983), S. 600; Backhaus/Köhl/Hong (1998), S.4; Tytko (2003), S. 14 f.;
Frank/Moser (1987), S. 35.
2 Vgl. Tytko (2003), S. 14 f.; Uekermann (1993), S. 11 f.
3 Vgl. Reuter/Wecker (1999), S. 1.
4 Vgl. Schulte-Althoff (1992), S. 45; Hupe (1995), S. 8; Tytko (1999a), S. 3.
5 Public Private Partnership (PPP) entstehen durch eine gemeinsame Beteiligung von öffentlicher
Hand und Privatwirtschaft an einem Projektträger. Vgl. Lenz/Zinell (2001), S. 78.
6 Vgl. Klemm/Röver (2001), S. 32 f.; Pratt/Siderman (2001) S, 52-57; Seibert (1999), S. 164.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Projektfinanzierung

2.1 Grundlagen

2.1.1 Begriff der Projektfinanzierung und Charakteristika

2.1.2 Beteiligte

2.1.3 Risiken und vertragliche Gestaltung

2.2 Einsatzvoraussetzungen und Erfolgsfaktoren

2.2.1 Abgrenzbarkeit eines Projektes

2.2.2 Risikomanagement

2.2.3 Finanzierungsstrukturen

3 Filmindustrie

3.1 Betrachtungsgegenstand und Besonderheiten

3.1.1 Das Produkt „Spielfilm“

3.1.2 Nachfrage nach dem Produkt Spielfilm

3.1.3 Produktionsstandort Deutschland

3.2 Beteiligte und Wertschöpfungskette einer Spielfilmproduktion

3.3 Das System Spielfilm

3.4 Risiken der Spielfilmproduktion

3.5 Filmfinanzierung

3.5.1 Finanzierungsrelevante Besonderheiten der Spielfilmproduktion

3.5.2 Traditionelle Finanzierungsinstrumente der Spielfilmproduktion

3.5.2.1 Fremdfinanzierung

3.5.2.2 Eigenfinanzierung

3.5.2.3 Weitere Finanzierungsinstrumente

3.5.3 Status Quo der deutschen Filmfinanzierung

4 Einsatzmöglichkeiten der Projektfinanzierung als Finanzierungsmethode in der deutschen Filmindustrie

4.1 Prüfung der Einsatzvoraussetzungen und Erfolgsfaktoren

4.1.1 Abgrenzbarkeit des Projektes „Spielfilmproduktion“

4.1.2 Risikomanagement

4.1.3 Finanzierungsstrukturen

4.1.3.1 Traditionelle Finanzierungsinstrumente

4.1.3.2 Innovative Finanzierungsinstrumente

4.2 Bedeutung und Potenziale der Projektfinanzierung für die deutsche Filmindustrie

5 Zusammenfassung und Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht, inwieweit sich die Projektfinanzierung als spezifische Methode zur Finanzierung von Spielfilmproduktionen in Deutschland eignet. Hierzu werden die theoretischen Grundlagen der Projektfinanzierung erarbeitet und deren Einsatzvoraussetzungen und Erfolgsfaktoren an die Gegebenheiten der Filmindustrie angepasst.

  • Grundlagen der klassischen Projektfinanzierung und deren Übertragbarkeit auf Filmprojekte.
  • Analyse der Wertschöpfungskette und spezifischen Risiken der deutschen Spielfilmproduktion.
  • Bewertung von traditionellen und innovativen Finanzierungsinstrumenten (z. B. Filmfonds, Obligationen).
  • Eignungsprüfung des Risikomanagements und der Finanzierungsstrukturen für die Filmbranche.

Auszug aus dem Buch

3.1.1 Das Produkt „Spielfilm“

Spielfilme werden in einem künstlerisch-technischen Herstellungsprozess erzeugt66 und zur Erstausstrahlung im Kino gegen Entgelt vorgeführt. Ein Teil des Entgeltes verbleibt beim Betreiber des Filmtheaters, der andere Teil fließt an den Produzenten oder die Produktionsgesellschaft zurück. Daraus ergibt sich, dass Spielfilme wirtschaftlich gesehen ein Produkt darstellt, das nach bestimmten Gesetzmäßigkeiten gehandelt wird. Der Handel mit dem Produkt Spielfilm beinhaltet allerdings weniger das physische Produkt (Filmrolle/Filmnegativ), sondern in erster Linie die immaterielle, schöpferische Leistung in Form der an Spielfilmen erwachsenen Rechte.67

Spielfilme können außer als Produkt auch als Kollektivgut angesehen werden.68 Wesentliche Merkmale eines Kollektivgutes sind die Nicht-Rivalität des Konsums innerhalb der Kapazitätsgrenzen und die Nichtanwendbarkeit des Ausschlussprinzips. Ersteres bedeutet, dass der Konsum eines Individuums und dessen individueller Nutzen durch den Konsum anderer Individuen nicht ausgeschlossen bzw. verringert wird. Letzteres bedeutet, dass die Nutzung des Kollektivgutes nicht von der Zahlung eines Entgeltes abhängig gemacht werden kann, da eben dieser Nutzungsausschluss aus verschiedenen Gründen nicht durchsetzbar ist.69 Der Inhalt von Spielfilmen kann nur genutzt, jedoch nicht verbraucht werden und die Immaterialität des Konsums eines Spielfilms korrespondiert mit der Nichtrivalität des Konsums.70 Die Nichtanwendbarkeit des Ausschlussprinzips kommt bei Spielfilmen nur innerhalb der letzten Verwertungsstufen (Video, TV) zum Tragen.71 Somit können Spielfilme je nach Verwertungsstufe als Kollektiv- bzw. als Mischgut eingeordnet werden. Auf Grund des Charakters eines Kollektivgutes könnte der Eindruck entstehen, Spielfilme seien ein Massenprodukt. Hingegen handelt sich um ein originäres Produkt, das als industriell erzeugtes Gut einen Prototyp darstellt, der in Inhalt und Gestaltung stets individuell ist und daher als jeweiliges Einzelprodukt (Unikat) zu sehen ist.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Darstellung der Problemstellung und Zielsetzung der Arbeit, die sich auf die Anwendbarkeit der Projektfinanzierung im Bereich der deutschen Spielfilmproduktion konzentriert.

2 Projektfinanzierung: Erläuterung der konzeptionellen Grundlagen der Projektfinanzierung, insbesondere der Merkmale Cash Flow Related Lending, Off Balance Sheet Financing und Risk Sharing.

3 Filmindustrie: Detaillierte Betrachtung der Besonderheiten des Spielfilms als Produkt, der Wertschöpfungskette, der typischen Risiken und der bestehenden Finanzierungspraxis in der deutschen Filmbranche.

4 Einsatzmöglichkeiten der Projektfinanzierung als Finanzierungsmethode in der deutschen Filmindustrie: Systematische Prüfung der theoretischen Voraussetzungen der Projektfinanzierung anhand der spezifischen Bedingungen der deutschen Filmindustrie und Analyse innovativer Finanzierungsansätze.

5 Zusammenfassung und Ausblick: Synthese der Forschungsergebnisse und Identifikation von Ansatzpunkten für weiterführende betriebswirtschaftliche Untersuchungen in der Filmfinanzierung.

Schlüsselwörter

Projektfinanzierung, Spielfilmproduktion, Filmfinanzierung, Cash Flow Related Lending, Risikoallokation, Risikomanagement, Medienfonds, Slate-Finanzierung, Wertschöpfungskette, Filmförderung, Eigenkapitalbasis, Produktionsrisiko, Marktrisiko, Finanzierungsstruktur, Vertragskonstruktion.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, ob die Methode der Projektfinanzierung ein geeignetes und effizientes Instrument darstellt, um die spezifischen Finanzierungsbedarfe und Risiken der deutschen Spielfilmproduktion zu decken.

Welches sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Im Zentrum stehen die Grundlagen der Projektfinanzierung, die spezifischen wirtschaftlichen und rechtlichen Merkmale der Filmindustrie sowie die Möglichkeiten und Grenzen bei der Kombination verschiedener Finanzierungsinstrumente.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage dieser Arbeit?

Das primäre Ziel ist es, zu analysieren, inwieweit die Projektfinanzierung als spezifische Finanzierungsmethode für deutsche Filmprojekte geeignet ist, um bestehende Kapitalmängel auszugleichen und Risiken optimal zu verteilen.

Welche wissenschaftliche Methode wird zur Analyse verwendet?

Die Arbeit kombiniert theoretische Erörterungen der Projektfinanzierung mit einer angewandten Analyse der Strukturen, Risiken und Finanzierungsinstrumente der deutschen Filmindustrie sowie der Auswertung von Expertengesprächen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der klassischen Projektfinanzierung, eine Analyse der Filmindustrie (Wertschöpfungskette, Risiken) sowie eine systematische Prüfung der Einsatzmöglichkeiten von Projektfinanzierung und innovativen Instrumenten wie Filmfonds in diesem Bereich.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit?

Die zentralen Begriffe sind Projektfinanzierung, Spielfilmproduktion, Filmfinanzierung, Risikomanagement und Filmfonds.

Inwiefern beeinflusst der Produktionsstandort Deutschland die Filmfinanzierung?

Der deutsche Filmmarkt ist durch eine Vielzahl kleiner Produzenten und eine starke Abhängigkeit von staatlicher Filmförderung sowie TV-Geldern geprägt, was die Anwendung großskaliger, marktorientierter Projektfinanzierungen aufgrund mangelnder Marktausrichtung und hoher Komplexität erschwert.

Was genau ist das Problem mit der "Slate-Finanzierung" in Deutschland?

Obwohl die Slate-Finanzierung durch Portfolioseffekte das Risiko streuen könnte, scheitert sie in Deutschland häufig daran, dass die meisten Produzenten zu klein sind und die dringend benötigten Erlöse aus einem ersten Projekt sofort zur Finanzierung weiterer Produktionen benötigen, anstatt sie über mehrere Jahre hinweg zu "crossen".

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Details

Title
Cash-flow-basierte Finanzierungsstrukturen in der Filmindustrie - Einsatzvoraussetzungen, Bedeutung, Potentiale
College
University of Münster  (Institut für Anlagen und Systemtechnologie)
Grade
2,0
Author
Stefanie Wolring (Author)
Publication Year
2003
Pages
76
Catalog Number
V26977
ISBN (eBook)
9783638291453
Language
German
Tags
Cash-flow-basierte Finanzierungsstrukturen Filmindustrie Einsatzvoraussetzungen Bedeutung Potentiale
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Stefanie Wolring (Author), 2003, Cash-flow-basierte Finanzierungsstrukturen in der Filmindustrie - Einsatzvoraussetzungen, Bedeutung, Potentiale, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/26977
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