Die Welt nach der industriellen Revolution zur moderne Technik und Techniksoziologie


Hausarbeit (Hauptseminar), 2008

21 Seiten, Note: 2.0


Leseprobe

INHALTSVERZEICHNIS

1. Einleitung

2. Moderne Technik und die Industriegesellschaft
2.1 Was ist Technik? Was ist die moderne Technik?
2.2 Leistungen und Grenzen der modernen Technik

3. Techniksoziologie als Gesellschaftstheorie
3.1 Technokratiedebatte
3.2 Theorie der reflexiven Modernisierung / Risikogesellschaft
3.3 Akteur- Netzwerk- Theorie (ANT)

4. Beispiel: Technik in der SARS - Krise
4.1 Schweres Akutes Atemwegssyndrom
4.2 Erreger und Übertragung
4.3 Sieg über die SARS-Pandemie
4.4 Unterschiedliche Perspektiven nach verschiedenen Theorien

5. Fazit

Literaturverzeichnis

Erklärung

1. Einleitung

Seit dem späten 18. Jahrhundert, in dem die Industrielle Revolution und moderne Technik entstand, ist die Technik immer enger mit dem menschlichen Leben verbunden. In unserem Alltagsleben taucht die Technik überall auf. Wir benutzen den Fernseher, das Radio, die Waschmaschine, etc., was als Konsumtechnik bezeichnet wird, um unser Leben angenehmer zu machen. Auch An unserem Arbeitsplatz ist die Technik auch unverzichtbar, wie zum Beispiel Produktionsmaschinen und Bürocomputer. Wir können auch Nachbar der Technik sein, wir können nämlich diese Technik nur wegen der Toleranz unserer Nachbar akzeptieren, eine positive Einstellung haben wir dazu nicht unbedingt (vgl. Renn, 2005a), z.B. chemische Düngemittel, Atomkraftwerk, Müllverbrennungsanlage, Gentechnik, etc. Unsere Bedürfnisse, wie z.B. Licht am Abend, werden durch die Technik effektiver und komfortabler gelöst als durch die natürliche Ausstattung. Die Erfindung der elektrischen Lampe ermöglicht es dem Menschen, am Abend weiter zu arbeiten oder sich zu amüsieren. Aber diese Erfindung führt gleichzeitig zu verkürzter Schlafzeit, erhöhtem Energieverbrauch und Lichtverschmutzung durch die Neonlampen. Deshalb wirkt jeder technische Fortschritt auch wieder auf den Menschen und die Gesellschaft zurück. Die Auswirkungen der Technik auf unser Leben, sowie den Einfluss der menschlichen Aktivitäten auf die uns umgebende Natur zu beschreiben und die Ursachen und Wirkungen zu analysieren, ist eine Aufgabe der Technik- und Umweltsoziologie (vgl. Renn, 2005b). Es handelt sich also um eine Erfassung der Wechselwirkungen zwischen Mensch, Technik und Umwelt, sei es in der Form der Technikfolgenabschätzung, sei es in eher philosophisch- anthropologischer Weise. Die Techniksoziologie versucht, interdisziplinäre allgemeine Soziologie mit Ingenieur- und Naturwissenschaften zu verbinden, um Erkenntnisse darüber zu gewinnen, wie wir Technikentwicklung in Zukunft gestalten wollen.

In vorliegender Arbeit werde ich zuerst das Dilemma der technischen Entwicklung in der Gegenwart erklären. Dann stelle ich drei wichtige Änsätze der Techniksoziologie vor: die Technokratie, die Theorie der reflexiven Modernisierung /Risikogesellschaft und die Akteur- Netzwerk- Theorie. Ich werde ihre unterschiedlichen Perspektiven über die moderne Technik untersuchen. Schließlich analysiere ich die SARS- Krise als Beispiel der Risiken in der heutigen Gesellschaft. Welche Rolle hat die Technik in der SARS- Krise gespielt? Welche Anregungen kann man aus der SARS- Krise dafür ziehen, wie man sich gegenüber dem Umweltproblem verhalten soll?

2. Moderne Technik und die Industriegesellschaft

2.1 Was ist Technik? Was ist die moderne Techik?

Zuerst einige Bemerkungen zur begrifflichen Annäherung: Was ist mit „Technik“ eigentlich gemeint? Nach Rammert (1988, S.725) sind unter Technik „alle künstlich hervorgebrachten Verfahren und Gebilde zu verstehen, die in soziale Handlungszusammenhänge zur Steigerung ausgewählter Wirkungen eingebaut werden“. Rudi Volti (1995, S.6) ist der ähnlichen Meinung, dass es sich bei der Technik um „a system based on the application of knowledge, manifested in physical objects and organizational forms, for the attainment of specific goals” handelt. Nina Degele (vgl. 2002. S. 19) erfasst Technik als Artefakt: die spürbare Materialität von Technik; als Handeln: Praxis des Machens; sowie als Wissen: nicht nur das ingenieur- und naturwissenschaftliche Wissen, sondern auch Know- how, das hinter der Entwicklung oder Nutzung von jeglichen Artefakten oder Handlungsweisen steckt.

Die menschliche Geschichte kann man als eine Geschichte des technischen Fortschritts betrachten. Etwa 2.500.000 bis 8.000 v. Chr. gebrauchte der Menschen zum ersten Mal Werkzeugen aus dem Material Stein, Holz und (in den späten Phasen) Knochen von Beutetieren. In diesem Zeitraum: „die Altsteinzeit“ lebten die Vor-Menschen und frühen Menschen als Jäger und Sammler. Etwa 10.000 bis 5.500 v. Chr. entstand die Landwirtschaft, die die Altsteinzeit beendete. Bodenbau und Tierhaltung wurden von diesem Zeitpunkt an und bis 1.800 n. Chr. die Hauptmittel, durch die sich die Menschen ernährten. Im Zeitraum der Agrargesellschaft entwickelten die Menschen neben der Agrartechnik viele andere Wissenschaften und Techniken. z.B. Metallbearbeitung: Die Erfindungen der Bronze um 3.300 v. Chr. und des Eisens um 1.500 v. Chr. verbesserten die Qualität der menschlichen Werkzeuge ziemlich stark. Die Erfindungen der Schrift- Systeme um 3.500 v. Chr., des Papiers um 105 n. Chr. (in China) sowie des Buchdrucks um 1.040 n. Chr. (in China) trugen zur Anhäufung und Verbreitung des menschlichen Wissens und der Erfahrungen bei. Um 900 n. Chr übersetzten die Araber viele Werke des antiken Griechenlands, Perserreichs und Indiens. Sie verbeiteten die Ziffer Null Indiens, die vier großen Erfindungen Chinas[1] sowie eigenes hervorragendes Wissen über Astronomie und Medizin, und schafften die Voraussetzungen der Wiederentdeckung der antiken griechischen Philosophie und Wissenschaft. Durch stetige Anhäufung des Wissens und der Schöpferkraft von allen Kulturen empfing der Mensch um 1.800 n. Chr. eine neue Epoche. 1769 wurde die Dampfmaschine in England erfunden. Die Dampfkraft ist leistungsfähiger als die menschliche oder tierische Kraft, und sie ist flexibler einzusetzen als die Windkraft und Wasserkraft. Die Dampfmaschine sammelte in kurzer Zeit viele Energie durch Verbrennung der Brennstoffe z.B. Steinkohle, dann gab sie die Energie schnell aus, um den Kolben und damit auch Pumpen, Hämmer, Gebläse und Walzen anzutreiben. Ihre Einführung führte zu einer starken Intensivierung der effektiven Produktion, und sie wurde innerhalb kurzer Zeit zur wichtigsten Arbeismaschine in verschiedenen Bereichen. Von da an verwendten die Menschen beim Produzieren nicht mehr hauptsächlich die natürliche Kraft (von Menschen, Tier, Wind oder Wasser), sondern die Kraft der Maschinen. Die Hauptprodukte der Menschen sind nicht mehr Agrarprodukte, sondern Maschinen. Die Agrargesellschaft wird nämlich zur Industriegesellschaft. Da wir heute noch in der Industriegesellschaft leben, bezeiche ich die Technik seit der Industriellen Revolution also seit dem 18. Jahrhundert als moderne Technik. Der Gegenstand dieser Hausarbeit bezieht sich hauptsächlich auf die moderne Technik.

2.2 Leistungen und Grenzen der modernen Technik

Die Ansichten über die moderne Technik sind seit langem nicht mehr einseitig. Vor 150 Jahren betrachteten die Menschen die Technik als absoluten Fortschritt, als Verbesserung des Lebens. Erstmals konnten die Menschen viele Krankheiten ausrotten oder wenigstens heilen. Erstmals konnten sie rund um die Welt in Realzeit kommunizieren. Sie schwebten und flogen erstmals wie die Vögel in der Luft, und erreichten dadurch ihr Reiseziel viel schneller. Ihre Herzen waren voller Freude, weil sie mit weniger körperlichen Anstrengungen viele Arbeiten erledigen und mehr Waren produzieren konnten. Die optimistische Sicht der schönen neuen Welt war bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts die Grundstimmung der Gesellschaft. Heute erwachen die Menschen aus dieser Euphorie allmählich. Sie bemerkten, dass die Flüsse und Meere noch nie so lebensfeindlich waren, der Boden von den Chemikalien ausgelaugt und vergiftet, und sogar die Atemluft voller Schadstoffe ist. In Fauna und Flora verschwinden ganze Spezies. Die Menschen bekommen chronische Krankheiten und neue Krankheiten, z.B. Aids, die man noch nicht heilen kann. Antibiotika, die früher so erfolgreich für die Heilung der Krankheiten waren, verlieren jetzt allmählich ihre Wirkungen wegen der Antibiotikaresistenz von Bakterien. Früher blieben die Umweltschäden lokal begrenzt, weite Bereiche des Ökosystems waren nicht betroffen, während heute die Umweltschäden weitgehend flächendeckend sind, wie z.B. der Treibhauseffekt. Früher erholte sich ein Bach in recht kurzer Zeit, wenn nicht länger Abwässer etwa aus einer Gerberei in ihn gelangten; heute ist die Anreicherung der Böden mit Schwermetallen wenig umkehrbar. Früher traten die Schadstoffe in Form von Rauch, Staub, Ruß, Gestank, und fauligem Wasser auf, heute dagegen sind sie in Form von nicht wahrnehmbaren Gasen, Schwermetallen und radioaktiven Strahlen vorhanden. Früher waren die Vegetationsschäden auf eine bestimmte Ursache zurückzuführen, z.B. wegen des Rauchschadens in der Nähe eines Meilers, heute sind sie aber nicht mehr eindeutig identifizierbar. Tatsächlich ist nicht jede Erfindung ein Fortschritt. Plastiktüten sind zwar leicht und angenehm zu benutzen, weil sie billig hergestellt und nach einmaliger Verwendung weggeworfen werden können. Sie sind aber nicht biologisch abbaubar und lassen giftige Gase frei, wenn sie verbrannt werden. Es ist verständlich, dass die Ärzte mit Plastikhandschuhen arbeiten müssen. Aber Plastiktüten massenhaft zu verwenden, verursacht nur eine Umweltbelastung. Die Menschen konnten sich vor 150 Jahren überhaupt nicht vorstellen, unter welchen Umständen wir heute leben. Sie würden es auch erschreckend finden, dass die Menschheit über genug nukleare Kraft verfügt, um alles Leben sowie sich selbst auszurotten. Es ist unklar, wie sich die Menschen heute gegenüber der modernen Technik fühlen. Aber eine Sache ist jetzt klar: der Mensch kann sich zwar in mancher Hinsicht durch Technik von der Natur und ihren Risiken unabhängig manchen und dadurch seine Lebensqualität verbessern, allerdings kann er die Natur nicht „abschalten“. Jeder Eingriff in die Natur hat Folgen, jede Technik hat positive und negative Auswirkungen. Wie der Mensch auf Nebenwirkungen, nicht- intendierte Wirkungen und externe Effekte der moderne Technik reagieren und seine Beziehung mit der Natur behandeln sollte, ist eine Aufgabe der Philosophie. Die Techniksoziologie beschäftigt sich auch damit, ich werde im folgenden Abschnitt manche ihrer Gedanken erläutern: die Technokratiedebatte, Theorie der Risikogesellschaft und die Aktor- Netzwerk- Theorie.

[...]


[1] Die vier großen Erfindungen Chinas sind das Papier, der Buchdruck, das Schwarzpulver und der Kompass.

Ende der Leseprobe aus 21 Seiten

Details

Titel
Die Welt nach der industriellen Revolution zur moderne Technik und Techniksoziologie
Hochschule
Ludwig-Maximilians-Universität München  (Institut für Soziologie)
Veranstaltung
Hauptseminar: Unsicherheiten des Sozialen: Wissenschaft, Neue Technologien und Risiko
Note
2.0
Autor
Jahr
2008
Seiten
21
Katalognummer
V269868
ISBN (eBook)
9783656608349
ISBN (Buch)
9783656608363
Dateigröße
510 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Techniksoziologie, Technokratie, Risikogesellschaft, Akteur-Netzwerk-Theorie
Arbeit zitieren
Diplom-Soziologin Univ. Henghui Huang (Autor), 2008, Die Welt nach der industriellen Revolution zur moderne Technik und Techniksoziologie, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/269868

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