Varian/Shapiro haben bereits im Jahre 1999 in ihrem Buch „Online zum Erfolg“ Strategien entwickelt, die Unternehmen der Informationsbranche zum Erfolg führen sollen. Darin heben sie das Management von Lock-In-Effekten als strategischen Wettbewerbsvorteil hervor.
Zurzeit befindet sich das Fernsehen in einer grundlegenden Transformation. Sinkende Produktions- und Verbreitungskosten aufgrund der Digitalisierung lassen bisherige Markteintrittsbarrieren verschwinden und sorgen für einen verstärkten Wettbewerb. Außerdem sieht sich die klassische Fernsehindustrie mit mächtigen Marken wie Apple oder Google konfrontiert und muss sich darüber hinaus an das veränderte Nutzungsverhalten der Kunden anpassen.
Vor diesem Hintergrund wird in diesem Essay analysiert, inwieweit Lock-In-Effekte in der TV-Industrie auch heute noch Wettbewerbsvorteile generieren können.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Lock-In-Effekte in der Fernsehindustrie
2.1 Definition und Grundlagen
2.2 Käufer Lock-In in der Beziehung zu Providern
3. Strategien des Lock-In-Managements nach Varian/Shapiro
3.1 Investieren und Kundenbindung
3.2 Verschanzen durch Angebote und Treueprogramme
3.3 Hebelwirkungen durch Marktposition
4. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht, inwiefern die 1999 von Varian und Shapiro formulierten Strategien zum Management von Lock-In-Effekten im Kontext der heutigen, durch Digitalisierung und Transformation geprägten Fernsehindustrie noch als maßgebliche Erfolgsfaktoren gelten können.
- Transformation der Fernsehindustrie durch Digitalisierung
- Anwendung von Lock-In-Strategien (Investieren, Verschanzen, Hebelwirkungen)
- Die Rolle von Crossmedialität und Second-Screen-Phänomenen
- Bedeutung von Komplementärprodukten und Suchkostenmanagement
Auszug aus dem Buch
Die Bedeutung von „Lock-In managen“ nach Varian/Shapiro 1999 in der heutigen Fernsehindustrie
Das Fernsehen befindet sich momentan in einer grundlegenden Transformation. Sinkende Produktions- und Verbreitungskosten aufgrund der Digitalisierung lassen bisherige Markteintrittsbarrieren verschwinden und sorgen für einen verstärkten Wettbewerb. Die herkömmliche Fernsehindustrie sieht sich mit mächtigen Marken wie Apple oder Google konfrontiert und muss sich darüber hinaus an das veränderte Nutzungsverhalten der Kunden anpassen. Varian/Shapiro haben bereits im Jahre 1999 in ihrem Buch „Online zum Erfolg“ Strategien entwickelt, die Unternehmen der Informationsbranche zum Erfolg führen sollen. Das Management von Lock-In-Effekten heben sie darin als strategischen Wettbewerbsvorteil hervor. Im Folgenden wird in Bezug auf die Fernsehindustrie erörtert, inwieweit das Managen von „Lock-In-Effekten“ auch heute noch einen Schlüssel zum Erfolg darstellt.
Unter Lock-In-Effekten (Einsperreffekte) versteht man die enge Bindung von Nutzern an ein bestimmtes System oder einen Anbieter bei gleichzeitiger Erschwerung des Anbieterwechsels. Möchte der Kunde sich aus dieser Verbindung lösen, fallen hohe Umstellungskosten an, da er beim alten Anbieter angesammelte Leistungen verliert. Sowohl Anbieter als auch Nachfrager können Vorteile aus diesem Effekt erzielen, indem sie entweder versuchen, die Einsperreffekte und die Umstellungskosten zu verstärken oder abzuschwächen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die aktuelle Transformation der Fernsehindustrie durch die Digitalisierung und definiert die Forschungsrelevanz von Lock-In-Strategien im heutigen Wettbewerbsumfeld.
2. Lock-In-Effekte in der Fernsehindustrie: Dieses Kapitel definiert den Begriff des Lock-In und analysiert die spezifischen Einsperreffekte innerhalb der Beziehungen zwischen Fernsehsendern und Netzprovidern.
3. Strategien des Lock-In-Managements nach Varian/Shapiro: Hier werden die drei Kernprinzipien von Varian und Shapiro – Investieren, Verschanzen und Hebelwirkungen nutzen – detailliert auf die heutige TV-Landschaft angewandt.
4. Fazit: Das abschließende Kapitel resümiert die Anwendbarkeit der Strategien und hebt die steigende Bedeutung von Crossmedialität und Systembindung hervor.
Schlüsselwörter
Lock-In-Effekt, Fernsehindustrie, Digitalisierung, Varian und Shapiro, Kundenbindung, Umstellungskosten, Crossmedialität, Second Screen, Social TV, Strategisches Management, Plattformökonomie, Komplementärprodukte, Suchkosten, Wettbewerbsvorteil, Markttransformation.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die Relevanz klassischer Lock-In-Strategien von Varian und Shapiro für die heutige, sich durch Digitalisierung verändernde Fernsehindustrie.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Im Fokus stehen Kundenbindung, Umstellungskosten, die Rolle von hybriden TV-Geräten, Crossmedialität und das Management von Suchkosten im Wettbewerb mit Internetgiganten.
Was ist die primäre Forschungsfrage?
Die Arbeit untersucht, ob das strategische Management von Lock-In-Effekten, wie 1999 von Varian und Shapiro definiert, heute noch ein Schlüssel zum Erfolg für Fernsehsender darstellt.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische Analyse, bei der existierende Management-Konzepte auf aktuelle Marktentwicklungen und Fallbeispiele der Medienbranche übertragen werden.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Definition von Lock-In im TV-Sektor und die detaillierte Anwendung der drei Prinzipien „Investieren“, „Verschanzen“ und „Hebelwirkungen nutzen“.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Lock-In-Effekt, Digitalisierung, Kundenbindung und Strategisches Medienmanagement geprägt.
Wie beeinflusst die Digitalisierung die Umstellungskosten für TV-Kunden?
Durch sinkende Hardwarekosten und neue technische Möglichkeiten wie hybride Endgeräte verändern sich die Barrieren für Kunden, was die traditionelle Kundenbindung erschwert.
Warum ist das „Second-Screen-Phänomen“ für Fernsehsender so wichtig?
Das parallele Nutzen von Internet während des Fernsehkonsums bietet Sendern Chancen zur Cross-Promotion, erfordert aber neue Strategien, um die Nutzer auf der eigenen Plattform zu halten.
Welche Rolle spielt Apple in der Argumentation der Autorin?
Apple dient als Paradebeispiel für ein erfolgreiches System aus eng gekoppelten Komplementärprodukten, das die Fernsehindustrie unter Druck setzt.
- Arbeit zitieren
- Sarah Uhrhan (Autor:in), 2012, Lock-In-Effekte als Schlüssel zum Erfolg in der Fernsehindustrie, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/269907