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Die Justinianische Pest 541–544

Title: Die Justinianische Pest 541–544

Seminar Paper , 2011 , 37 Pages

Autor:in: Ariadne Engelbrecht (Author)

History of Europe - Middle Ages, Early Modern Age
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Summary Excerpt Details

In dieser Hausarbeit wird der Versuch unternommen zu rekonstruieren, ob es sich bei der
justinianischen Pest tatsächlich um die Pest als die durch das Bakterium Yersinia Pestis hervorgerufene, hochgradig ansteckende Infektionskrankheit gehandelt hat. Natürlich wäre die Diagnosestellung Pest „einfach“, wenn man auf paläopathologische Untersuchungen zurückgreifen würde. Man sollte jedoch bedenken, dass dies keine historische (auf Quellen gestützte) Diagnose wäre, sondern eine molekularbiologisch auf menschliche
ancient DNA (aDNA) gestützte Diagnose, die ihre eigenen Schwierigkeiten mit sich brächte. In dieser Arbeit wird eine historische Ferndiagnose auf der Basis literarischer Quellen versucht. [...] Die Auswirkungen der Justinianischen Pest können in dieser Arbeit nicht analysiert
werden, da sie zu komplex und vielfältig in ihren sozialen, religiösen, kulturellen und
politischen Komponenten sind. Auch sind sie gleichzeitig sehr eng mit den Auswirkungen
anderer Ereignisse und Katastrophen8 dieser Zeit verwoben.
Zu Beginn der Arbeit wird ein medizinischer Abriss des aktuellen Forschungsstandes
bezüglich der Pest als Infektionskrankheit gegeben, um einen Vergleich der Pestbeschreibungen
aus den literarischen Quellen mit dem heute ausführlich erforschten Krankheitsbild
zu ermöglichen. Abschließend werden die Ergebnisse der diagnostischen Prüfung
der Justinianischen Pest auf Basis literarischer Quellen zusammengefasst. Obwohl die
Quellen ein Werkzeug des Historikers sind, um Kenntnis der Vergangenheit zu erlangen,
wird im Schlussteil dieser Arbeit dennoch ein kurzer Ausblick auf die Möglichkeiten der
paläopathologischen Forschungen in Bezug auf die Justinianische Pest gegeben.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

II. Hauptteil

1. Die Infektionskrankheit Pest

a. Übertragungsweise, Verlauf und Symptomatik

b. Inkubationszeit, Sterbedauer und Mortalitätsrate

2. Quellenkritische Diagnose aus heutiger Sicht

a. Die Quellen

b. Die Bezeichnung „Pest“

3. Zeitgenössische Krankheitsbeschreibungen

a. Diagnostische Begleiterscheinungen

b. Symptomatik

4. Die Dimension der Justinianischen Pest

a. Die Pest in Zahlen

b. Die chronologisch-örtliche Verbreitung

5. Zeitgenössische Rezeption der Pest

a. Wahrnehmung der Krankheit und zeitgenössische Ätiologie

b. Reaktionen auf das Massensterben und Umgang mit Kranken bzw. Toten

III. Schlussbetrachtung

IV. Bibliographie

a. Quellen

b. Wörterbücher und Lexika

c. Sekundärliteratur

d. Internet

e. Abbildungen

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit verfolgt das Ziel, durch eine historische Ferndiagnose auf Basis zeitgenössischer literarischer Quellen zu rekonstruieren, ob es sich bei der Justinianischen Pest (541–544) tatsächlich um die durch das Bakterium Yersinia Pestis verursachte Infektionskrankheit gehandelt hat.

  • Medizinischer Abriss der Pest-Ausprägungen und heutiger Forschungsstand.
  • Quellenkritische Untersuchung antiker Autoren (Prokop, Euagrios, u.a.) hinsichtlich ihrer Verlässlichkeit.
  • Analyse der zeitgenössischen Krankheitsbeschreibungen und Symptomatik.
  • Rekonstruktion der Dimension und chronologisch-örtlichen Verbreitung der Epidemie.
  • Erforschung der zeitgenössischen Rezeption, Ätiologie und des Umgangs mit der Sterbesituation.

Auszug aus dem Buch

Die Infektionskrankheit Pest

Es gibt vier Hauptmanifestationen der Pest, die alle auf den selben Erreger zurückgehen: Die Bubonische Pest, die Pestsepsis, die Lungenpest und die Abortive Pest. Im Folgenden werden diese Ausprägungen analysiert. Bei einer Pestepidemie können die verschiedenen Ausprägungen parallel vorkommen oder sich als Stadien nacheinander entwickeln. Beispielsweise kann sich aus einer Beulenpest eine Lungenpest entwickeln.

Die Pest besitzt zoonotischen Charakter, d.h. die Übertragung findet sowohl von Mensch auf Tier, als auch von Tier auf Mensch statt. Bei der Beulenpest findet die Infektion entweder über Stiche infizierter Flöhe oder über Kontakt mit Zwischenwirten wie Ratten statt.

Wie in Abb. 2 zu sehen ist, schwellen die den Flohstichstellen nähesten Lymphknoten als Immunreaktion auf Yersinia Pestis beulenartig, meist eiterig und sehr schmerzhaft an. Man spricht von so genannten Pestbubonen und daher von der Bubonischen Pest oder auch Beulenpest. Die Bubonen treten in der Regel bereits am ersten oder zweiten Tag nach Ausbruch auf und ihre Größe ist variabel, d.h. sehr gering (Haselnussgröße) bis deutlich sichtbar (faustgroß). Die Lymphknoten können geschwürig zerfallen.

Zusammenfassung der Kapitel

I. Einleitung: Die Einleitung stellt die Forschungsfrage nach der Identität der Justinianischen Pest und legt dar, dass eine historische Ferndiagnose auf Basis literarischer Quellen angestrebt wird.

II. Hauptteil: Der Hauptteil analysiert die medizinischen Grundlagen der Pest, prüft kritisch die historischen Quellen, beschreibt Symptomatik und Verbreitung der Justinianischen Pest und untersucht die gesellschaftliche Rezeption sowie den Umgang mit der Sterbewelle.

III. Schlussbetrachtung: Das Fazit kommt zu dem Schluss, dass die Identifikation der Seuche als Pest mit hoher Wahrscheinlichkeit zutrifft, jedoch nur durch die Verknüpfung aller untersuchten Aspekte und nicht durch einzelne Belege zweifelsfrei zu stützen ist.

IV. Bibliographie: Das Verzeichnis listet sämtliche herangezogenen Quellen, Wörterbücher, Sekundärliteratur sowie Internetressourcen und Abbildungsnachweise auf.

Schlüsselwörter

Justinianische Pest, Yersinia Pestis, Prokop, Euagrios, Beulenpest, Lungenpest, Pandemie, historische Ferndiagnose, Seuchennomenklatur, Symptomatik, Quellenkritik, Mortalitätsrate, Konstantinopel, Mittelalter, Epoche.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit befasst sich mit der Justinianischen Pest (541–544 n. Chr.) und untersucht die Frage, ob diese historische Epidemie identisch mit der uns heute bekannten Krankheit Pest ist, die durch das Bakterium Yersinia Pestis hervorgerufen wird.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Die zentralen Themen umfassen die medizinische Pathologie der Pest, die kritische Analyse antiker Geschichtsschreiber als Quellen, die Dimension der Epidemie in Bezug auf Opferzahlen sowie die gesellschaftlichen Reaktionen und Deutungsmuster der Zeitgenossen.

Was ist das primäre Ziel oder die zentrale Forschungsfrage?

Das primäre Ziel ist eine historische Ferndiagnose, bei der die in antiken Texten überlieferten Symptome und Begleiterscheinungen der Seuche mit dem modernen medizinischen Verständnis der Pest abgeglichen werden.

Welche wissenschaftliche Methode wird für die Untersuchung verwendet?

Die Autorin verwendet eine quellenkritische Methode, bei der literarische Berichte (z.B. von Prokop oder Euagrios) auf ihren Informationswert, ihre Abhängigkeiten und ihre Intention hin untersucht werden, ergänzt durch einen Vergleich mit medizinischen Standards der aktuellen Forschung.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die medizinischen Charakteristika der Pest, die quellenkritische Einordnung der Autoren, die detaillierte Beschreibung der Symptome und deren zeitgenössische Wahrnehmung sowie eine Untersuchung der räumlichen und zahlenmäßigen Ausbreitung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung am besten?

Wichtige Begriffe sind Justinianische Pest, Yersinia Pestis, historische Quellenanalyse, antike Seuchengeschichte, Symptomatik, Mortalität und medizinische Ferndiagnose.

Wie bewertet die Autorin die Glaubwürdigkeit der antiken Zahlenangaben zu den Todesopfern?

Die Autorin stellt fest, dass die Zahlen, wie sie etwa bei Prokop genannt werden, eher "impressionistisch" wirken und kaum auf verlässlichen Sterbeverzeichnissen beruhen können, betont aber, dass die Dimension der Katastrophe dennoch im Rahmen des historisch Möglichen liegt.

Welche Rolle spielt die Religion bei der Interpretation der Pest durch die Zeitgenossen?

Die Religion diente vielen Zeitgenossen als primäres Deutungsmuster: Die Pest wurde als Gottes Zorn über die Sünden der Menschen verstanden, was zu einer Endzeitstimmung und kurzfristiger, meist furchtbedingter religiöser Bekehrung führte.

Warum schließt die Autorin eine "eindeutige" Diagnose aus?

Da keine modernen Laboruntersuchungen (aDNA-Analysen) aus der Zeit der Epidemie vorliegen und die antiken Autoren keine medizinische Ausbildung hatten, bleibt die Identifikation stets eine Wahrscheinlichkeitsaussage, die auf der Gesamtschau verschiedener Indizien beruht.

Excerpt out of 37 pages  - scroll top

Details

Title
Die Justinianische Pest 541–544
Author
Ariadne Engelbrecht (Author)
Publication Year
2011
Pages
37
Catalog Number
V269924
ISBN (eBook)
9783656612520
ISBN (Book)
9783656612537
Language
German
Tags
justinianische pest
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Ariadne Engelbrecht (Author), 2011, Die Justinianische Pest 541–544, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/269924
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