Die Preise für Arzneimittel sind in keinem anderen europäischen Land so hoch wie in der Bundesrepublik. Hierzulande kosten einzelne Präparate bis zu 424% (siehe 3.3.) mehr als bei europäischen Nachbarn. Medikamente stellen gleichzeitig für immer mehr Deutsche ein Gut des täglichen Bedarfs dar (Welt online, Berliner verbrauchen mehr Medikamente). Mit zunehmendem Alter und mit zunehmenden Krankheitsbildern bzw. Allergikern werden Medikamente für immer mehr Bundesbürger notwendig (Ärzteblatt, Zahl der Allergiker in Deutschland steigt). Interesse an niedrigen Arzneipreisen haben somit über 80 Millionen Deutsche und Europaweit mehr als 500 Millionen Menschen (2010) (Bundeszentrale für politische Bildung, Bevölkerungsstand und -entwicklung). Schon heute gibt es zahlreiche politische und wirtschaftliche Maßnahmen und viele Organisationen die ein berechtigtes Interesse haben, Preise dauerhaft zu senken. Allerdings gibt es auch zahlreiche Vertreter von Konzernen, welche ein Anliegen an hohen Renditen bei Medikamenten haben. Zwischen diesen beiden Grundeinstellungen muss die Politik, allen voran die Europapolitik, einen geeigneten Mittelweg finden.
Nachfolgend wird die Seminararbeit zum Thema „Medikamentenpreise in der EU - Welche Maßnahmen müssen ergriffen werden, um die Preise bis 2042 zu homogenisieren?“ einen differenzierten Einblick in diese komplexe Problematik bieten. Ziel ist es die Leser und Leserinnen1 für ein Thema zu sensibilisieren von dem jeder betroffen ist und einen Einblick in verschiedene Bereiche der Marktpreisentwicklung von Pharmazeutika zu verschaffen.
Inhaltsverzeichnis
I. Abkürzungsverzeichnis
1. Einleitung
2. Medikamentenpreise
2.1. Veränderung der Abgabepreise seit
2.2. Einflüsse auf die Entstehung des Marktpreises
2.3. Vergleich der Arzneimittelpreise mit dem EU-Ausland
3. Rechtsprechung/ Initiativen zur Regulierung von Preisen
3.1. Urteile
3.1.1. Festbeträge als kartellrechtliche Absprache
3.1.2. Bindung von Onlineapotheken aus dem EU-Ausland an deutsche Festbeträge
3.1.3. Absprachen zwischen Hersteller und I mporteur über unterschiedliche Preise (Export und Vertrieb im Heimatland) für das gleiche Produkt
3.1.4. Beschaffung von preisgünstigen Medikamenten, durch deutsche Apotheken, im europäischen Ausland
3.2. Verband der Arzneimittel-Importeure Deutschland
4. Probleme bei der Homogenisierung
4.1. Pharma-Lobby
4.2. Kompetenzverteilung innerhalb der EU
4.3. Interessenverbände der Verbraucher
5. Welche Veränderungen sind notwendig um den Preis am Markt zu homogenisieren?
6. Fazit
II. Quellenverzeichnis
Häufig gestellte Fragen
Warum sind Medikamentenpreise in Deutschland im EU-Vergleich so hoch?
In Deutschland kosten einzelne Präparate bis zu 424% mehr als in Nachbarländern. Dies liegt an unterschiedlichen Regulierungen, Steuersätzen und der starken Position der Pharma-Lobby auf dem deutschen Markt.
Dürfen deutsche Apotheken günstigere Medikamente im EU-Ausland beschaffen?
Ja, die Rechtsprechung erlaubt den Import preisgünstiger Medikamente aus dem europäischen Ausland, was ein wichtiger Mechanismus zur Kostensenkung im Gesundheitssystem ist.
Was verhindert eine Homogenisierung der Preise in der EU?
Hürden sind die komplexe Kompetenzverteilung innerhalb der EU, die unterschiedlichen wirtschaftlichen Interessen der Mitgliedsstaaten und der Einfluss von Pharma-Konzernen, die hohe Renditen anstreben.
Welche Rolle spielen Onlineapotheken aus dem EU-Ausland?
Es gibt juristische Auseinandersetzungen darüber, ob ausländische Onlineapotheken an deutsche Festbeträge gebunden sind oder ob sie durch günstigere Preise den Wettbewerb fördern dürfen.
Was ist das Ziel für das Jahr 2042 in Bezug auf Arzneipreise?
Die Seminararbeit untersucht Maßnahmen, die notwendig sind, um bis zum Jahr 2042 eine EU-weite Homogenisierung der Preise zu erreichen und so den Zugang zu Medikamenten für alle 500 Millionen EU-Bürger fairer zu gestalten.
- Quote paper
- Malte Wilhelm (Author), 2013, Medikamentenpreise in der EU, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/269950