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Die Digitale Spaltung als neue Dimension sozialer Ungleichheit

Titel: Die Digitale Spaltung als neue Dimension  sozialer Ungleichheit

Hausarbeit , 2011 , 19 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Thomas Hohn (Autor:in)

Medien / Kommunikation - Forschung und Studien
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Eine deutsche Gesellschaft im Jahr 2010 ohne digitale Medien, allen voran das Internet, ist für
die meisten Menschen wohl kaum noch denkbar. Meister (2010, S.7) betont, dass in gegenwärtigen Gesellschaftsdiagnosen immer wieder auf den hohen gesellschaftlichen und kulturellen Einfluss von Informations- und Kommunikationstechnologien hingewiesen wird. Experten gehen aktuell davon aus, dass in spätestens zehn Jahren 95 Prozent der erwachsenen Bevölkerung in Deutschland, Europa und den USA das Internet und seine Dienste aktiv und regelmäßig nutzen (Münchener Kreis e.V., 2009, S. 14). Wenn man Medien wie Fernsehen, Radio oder Zeitschriften aufmerksam verfolgt, gibt es wohl keines, das nicht auf das Internet verweist, und plakative Werbekampagnen thematisieren kostengünstige Internet-Flatrates.

Auf Basis dieser beispielhaft thematisierten Alltagswahrnehmungen könnte man den Schluss ziehen, dass heute eigentlich jeder "online" sein könnte, müsste und eigentlich auch sollte. Recherchiert man etwas intensiver, findet man aber u.a. die Initiative "geteilt.de", die sich als Interessenvertretung für Bürgerinnen
und Bürger versteht, die "(...) über einen unzureichenden Zugang zum Internet verfügen und so
vom gesellschaftlichen Leben zunehmend ausgeschlossen sind." (Initiative gegen digitale Spaltung, 2008, S.1) und die Überwindung der digitalen Spaltung fordert.

Um gesellschaftliche Benachteiligungen in einem viel weiteren Sinne geht es in diversen empirischen Befunden der Sozialstrukturanalyse, die unabhängig vom Thema Internetzugang - zum Teil erhebliche soziale Ungleichheiten zwischen verschiedenen Bevölkerungsgruppen in Deutschland konstatieren. Es zwingen sich Fragen auf: Gibt es Zusammenhänge zwischen der sozialen Ungleichheit im Allgemeinen und der sog. "digitalen Spaltung" im Speziellen? Was
genau ist überhaupt mit "digitaler Spaltung" gemeint? Und: Welche Fragestellungen könnten hier
insbesondere für BildungswissenschaftlerInnen von Relevanz sein?

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Strukturierte soziale Ungleichheit

2.1 Definition und Eingrenzung

2.2 Empirische Befunde

2.3 Zwischenfazit

3 Digitale Spaltung

3.1. Die These der Digitalen Spaltung – Begriffsherleitung und Dimensionen

3.2. Empirische Befunde

3.3. Zwischenfazit

4. Die digitale Spaltung und ihre gesellschaftlichen Auswirkung im wissenschaftlichen Diskurs

4.1. Ausgangssituation

4.2. Die Überwindung der digitalen Spaltung

4.3. Der blinde Fleck der Forschung zur digitalen Spaltung

5. Fazit und Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die Hausarbeit untersucht aus bildungswissenschaftlicher Perspektive, inwieweit die digitale Spaltung eine neue Dimension sozialer Ungleichheit in Deutschland darstellt und wie der wissenschaftliche Diskurs dieses Phänomen interpretiert. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, ob der Zugang zum Internet als Ressource wirkt und ob bestehende Bildungsungleichheiten durch die digitale Kluft weiter verstärkt werden.

  • Soziale Ungleichheit und Bildungsressourcen
  • Theorien zur digitalen Spaltung (Wissenskluft-These)
  • Empirische Analyse der Internetnutzung in Deutschland
  • Paradigmata der Überwindung versus der kritischen Nichtnutzerforschung

Auszug aus dem Buch

4.3. Der Blinde Fleck der Forschung zur digitalen Spaltung

Als „Blinder Fleck der Forschung“ wird hier eine dem in 4.2. vorgestellten Paradigma diametral gegenüber stehende Position bezeichnet: Die Anerkennung der Nicht-Nutzung des Internets als gesellschaftliche Realität und die Abkehr von der Vorstellung, dass es keine Alternativen zu den digitalen Medien, speziell zum Internet, gibt. Dieses Paradigma basiert auf der festen Überzeugung, dass es auch zukünftig eine digitale Spaltung der Gesellschaft gibt, diese womöglich niemals überwunden werden kann und der wissenschaftliche Diskurs zur digitalen Spaltung wesentlich differenzierter geführt werden müsste als heute, um gesellschaftliche Zugangs- und Teilhabemöglichkeiten im Digitalen Zeitalter zu erweitern.

Ein Vertreter dieses Paradigmas ist der schon weiter vorn erwähnte Marr (2005, S. 38 - 41), der die empirischen Befunde zur sozial segregierten Internetnutzung anerkennt, jedoch argumentiert, dass man nicht automatisch davon ausgehen darf, dass die Nichtnutzung des Internets zu sozialen Benachteiligungen führt und somit automatisch als soziale Bedrohung zu werten ist. Insbesondere mahnt Marr die noch ausstehende empirische Absicherung dieser Annahmen an: „So sinnvoll es ist, davon auszugehen, dass weniger der Internetzugang an sich, sondern vielmehr seine technische Qualität, seine sozialen Voraussetzungen und die Art und Weise seiner Inanspruchnahme jene Faktoren sind, die einen Unterschied machen, so ist damit noch nicht bewiesen, dass dies tatsächlich zutrifft.“ Anschließend schlägt er für den wissenschaftlichen Diskurs eine Erweiterung des Problemverständnisses vor: „Der Kerngedanke dieser Erweiterung besteht in der Entscheidung, erst dann von einer digitalen Spaltung zu sprechen, wenn sich der Nachweis einer Privilegierung durch das Internet erbringen lässt.“

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Allgegenwart digitaler Medien in der Gesellschaft und leitet die Forschungsfrage hinsichtlich des Zusammenhangs von sozialer Ungleichheit und der „digitalen Spaltung“ ab.

2 Strukturierte soziale Ungleichheit: Dieses Kapitel definiert soziale Ungleichheit als ungleiche Verteilung von Handlungsressourcen und analysiert empirische Befunde, die einen starken Zusammenhang zwischen sozialer Herkunft und Bildungschancen belegen.

3 Digitale Spaltung: Hier werden theoretische Grundlagen wie die Wissenskluft-These diskutiert und empirische Studien vorgestellt, die zeigen, dass Bildung ein zentraler Faktor für die Internetnutzung ist.

4. Die digitale Spaltung und ihre gesellschaftlichen Auswirkung im wissenschaftlichen Diskurs: Das Kapitel kontrastiert zwei wissenschaftliche Paradigmen: die Forderung nach der Überwindung der digitalen Kluft versus die kritische Perspektive des „blinden Flecks“, welche die Nichtnutzung als legitime Realität betrachtet.

5. Fazit und Ausblick: Der Autor resümiert, dass die digitale Spaltung zwar empirisch belegt ist, ihre Interpretation als soziale Bedrohung jedoch eine differenziertere, zukunftsorientierte Forschung erfordert.

Schlüsselwörter

Digitale Spaltung, soziale Ungleichheit, Bildungschancen, Internetnutzung, Medienkompetenz, Offliner, Wissensgesellschaft, Bildungsforschung, Sozialstrukturanalyse, Ressourcenverteilung, Matthäuseffekt, Nichtnutzerforschung, gesellschaftliche Teilhabe.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Hausarbeit untersucht die digitale Spaltung in der deutschen Gesellschaft als neue Dimension der sozialen Ungleichheit unter bildungswissenschaftlicher Perspektive.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Zentral sind die soziale Herkunft, die formale Bildung der Akteure sowie die ungleiche Verfügbarkeit und Nutzung von Internet-Ressourcen.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist die Beleuchtung des aktuellen Forschungsstandes zur digitalen Spaltung und die kritische Analyse der wissenschaftlichen Diskurse darüber.

Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse und der Auswertung bestehender empirischer Studien (Sekundäranalyse), um wissenschaftliche Paradigmen gegenüberzustellen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Es werden der Begriff der strukturierten sozialen Ungleichheit, empirische Befunde zur Internetnutzung sowie zwei gegensätzliche Paradigmen des wissenschaftlichen Diskurses erörtert.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Digitale Spaltung, soziale Ungleichheit, Bildungschancen, Offliner, Internetnutzung und gesellschaftliche Teilhabe.

Was versteht der Autor unter dem „blinden Fleck“ der Forschung?

Der Autor bezeichnet damit die einseitige Fixierung der Forschung auf die Überwindung der digitalen Spaltung, welche die Nichtnutzung des Internets oft nur als negatives Defizit betrachtet.

Welche Schlussfolgerung zieht der Autor zur Rolle der Bildungswissenschaft?

Bildungswissenschaftler sollten nicht nur die Internetnutzung fördern, sondern auch die Lebensumstände und potenziellen medialen Alternativen der Nichtnutzer differenzierter betrachten.

Ende der Leseprobe aus 19 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Die Digitale Spaltung als neue Dimension sozialer Ungleichheit
Hochschule
FernUniversität Hagen  (Fakultät für Kultur- und Sozialwissenschaften)
Note
1,3
Autor
Thomas Hohn (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2011
Seiten
19
Katalognummer
V269973
ISBN (eBook)
9783656612513
ISBN (Buch)
9783656612506
Sprache
Deutsch
Schlagworte
digitale spaltung dimension ungleichheit
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Thomas Hohn (Autor:in), 2011, Die Digitale Spaltung als neue Dimension sozialer Ungleichheit, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/269973
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  19  Seiten
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