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Der Mythos der Brüderlichkeit des russischen und ukrainischen Volkes

Título: Der Mythos der Brüderlichkeit des russischen und ukrainischen Volkes

Trabajo Escrito , 2005 , 29 Páginas , Calificación: 1,3

Autor:in: Maryna Zühlke (Autor)

Ruso / Lenguas eslavas
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In der Seminararbeit wird die These vertreten, der Mythos der Brüderlichkeit des russischen und ukrainischen Volkes diente der vom Moskauer Zentrum aus angestrebten Staatskonsolidierung Russlands in den Grenzen des Reiches durch Annäherung der Ähnlichkeiten und Beseitigung der Unterschiede mit dem endgültigen Ziel, das ukrainische Volk im sowjetischen Volk aufgehen zu lassen. Im Verlauf der Arbeit werden Konstrukte wie Familie, Einstellung zum Land und zur Sprache sowie die Poetisierung des Mythos analysiert.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Sowjetische Tradition

3 Der Mythos und seine Sprache

3.1 Die „Wiedervereinigung“ der Ukraine und Russland

3.2 Zu den Bezeichnungen „Ukraine“ und „Russland

3.3 Ähnlichkeiten und Unterschiede der beiden Brüder: des großen und des kleinen

3.3.1 Familie

3.3.2 Sprache

3.3.3 Land

3.3.4 Unterschiede nach Gačev

4 Sowjetisch-ukrainische Kunst

5 Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht den historisch gewachsenen Mythos der Brüderlichkeit zwischen dem russischen und dem ukrainischen Volk, welcher insbesondere in der Sowjetunion als Instrument der Staatskonsolidierung und Russifizierung instrumentalisiert wurde, um nationale Unterschiede zu nivellieren und eine einheitliche sowjetische Identität zu forcieren.

  • Analyse des sowjetischen Propagandabegriffs der „Wiedervereinigung“
  • Untersuchung sprachlicher und identitätsstiftender Konstrukte
  • Gegenüberstellung von russischen und ukrainischen Wahrnehmungen
  • Rolle von Familie, Sprache und Land in der Mythenbildung
  • Auswertung zeitgenössischer sowjetisch-ukrainischer Lyrik als ideologisches Sprachrohr

Auszug aus dem Buch

3.3.1 Familie

Die Familie spielt in den beiden ostslawischen Ethnien eine sehr große Rolle. Besonders in den schweren Zeiten wird gerade die Familie zum Stabilisationsfaktor. Deswegen begann Stalin seine Rede an die Bürger und Bürgerinnen der Sowjetunion mit den Worten „Brüder und Schwestern“, als er verkündete, dass das Land vom faschistischen Deutschland angegriffen wurde. Neue Länder, die sich zum Sozialismus und Kommunismus bekennen wollten, wurden zu „Brüdern“.

Für Ostslawen scheint auch das Alter eine große Rolle zu spielen. Die alten Leute werden respektiert. „Staršinstvo“ erlangt eine zusätzliche Bedeutung. Darum nahm auch der Mythos der Brüderlichkeit der beiden Völker die zusätzlichen Konnotationen des großen und des kleinen Bruders an. Der entwickelte ältere Bruder beschützt und erzieht den jüngeren. Er hat auf ihn einen positiven Einfluss, er ist das Vorbild. Der jüngere bleibt unreif, ahmt den großen nach, bittet ihn um Hilfe... (Paradoxerweise ist es aber der jüngere, dumme Bruder, der es in den ostslawischen Märchen schafft). Andererseits stehen die beiden Brüder so nah zueinander und sind in vielem so ähnlich, dass jedes falsch gesagte Wort hundertfach kränkt, und gerade das brüderliche familiäre Lachen kann sehr schmerzhaft empfunden werden.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Arbeit führt in die aktuelle Identitätsproblematik nach dem Zerfall der Sowjetunion ein und postuliert den Mythos der Brüderlichkeit als zentrales ideologisches Konstrukt, das die russisch-ukrainische Geschichte prägte.

2 Sowjetische Tradition: Dieses Kapitel analysiert die offizielle sowjetische Geschichtsschreibung, insbesondere die Verordnungen aus dem Jahr 1953, die den Vertrag von Perejaslav als historische Notwendigkeit für eine ewige Einheit stilisieren.

3 Der Mythos und seine Sprache: Hier werden die verschiedenen Mytheme untersucht, wobei der Fokus auf der semantischen Aufladung von Begriffen wie „Wiedervereinigung“, „Ukraine“ und „Russland“ sowie auf der komparativen Analyse der nationalen Charakteristika liegt.

4 Sowjetisch-ukrainische Kunst: Der Abschnitt verdeutlicht anhand literarischer Primärquellen, wie Dichter den Mythos der Brüderlichkeit als ideologisches Instrument nutzten, um die Überlegenheit Moskaus und die Verschmelzung der Völker lyrisch zu zementieren.

5 Zusammenfassung: Die Arbeit resümiert, dass der Mythos der Brüderlichkeit trotz des Zerfalls der Sowjetunion weiterhin die politische und psychologische Landschaft prägt und die Frage nach der ukrainischen Eigenständigkeit in einem Spannungsfeld zwischen russischer Dominanz und demokratischer Orientierung offenhält.

Schlüsselwörter

Brüderlichkeitsmythos, Sowjetunion, Identitätsfindung, Ukraine, Russland, Staatskonsolidierung, Geschichtsschreibung, Vertrag von Perejaslav, Russifizierung, sowjetische Ideologie, nationale Identität, Literaturwissenschaft, Osteuropa, Transformation, Sozialismus.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert den sowjetisch geprägten Mythos der Brüderlichkeit zwischen Russen und Ukrainern als politisches Instrument zur Konsolidierung der Sowjetmacht und zur Unterdrückung nationaler Eigenheiten.

Welches sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die zentralen Themen umfassen die Rolle der Familie als identitätsstiftendes Symbol, die Bedeutung der Sprache als Machtinstrument und die Wahrnehmung von Territorium und Land in der russisch-ukrainischen Geschichte.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Ziel ist es aufzuzeigen, wie durch die Konstruktion einer gemeinsamen „brüderlichen“ Vergangenheit das ukrainische Volk in das sowjetische Modell integriert und sprachlich sowie kulturell assimiliert werden sollte.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin nutzt eine vergleichende Methode, um sowohl primäre als auch sekundäre russisch- und ukrainischsprachige Quellen zu analysieren und diskursive Muster der sowjetischen Propaganda aufzudecken.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine historisch-politische Einordnung der „Wiedervereinigung“, eine sprachwissenschaftliche Definition von Bezeichnungen sowie die Untersuchung sowjetischer Kunst und Lyrik als Mittel der Identitätssteuerung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Begriffe sind Brüderlichkeitsmythos, Sowjetunion, Identitätsfindung, Russifizierung, Ideologie und die russisch-ukrainische Interaktion nach 1991.

Wie unterscheidet sich laut der Autorin der russische vom ukrainischen Nationalcharakter?

Unter Bezugnahme auf Gačev wird der Ukrainer als elastisch und pragmatisch in begrenzten Räumen beschrieben, während der Russe durch das Streben nach Größe, Ferne und imperialer Zentralisierung charakterisiert wird.

Welche Rolle spielt die „Orangene Revolution“ für die Schlussfolgerungen der Arbeit?

Die Ereignisse von 2004 werden als Zäsur bewertet, die die Frage aufwirft, ob die Ukraine sich künftig eher an westlichen demokratischen Werten orientiert oder in ein Abhängigkeitsverhältnis zum „großen Bruder“ zurückfällt.

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Detalles

Título
Der Mythos der Brüderlichkeit des russischen und ukrainischen Volkes
Universidad
Humboldt-University of Berlin
Curso
Proseminar "Mythenbildung und Identifikation"
Calificación
1,3
Autor
Maryna Zühlke (Autor)
Año de publicación
2005
Páginas
29
No. de catálogo
V270009
ISBN (Ebook)
9783656611165
ISBN (Libro)
9783656610854
Idioma
Alemán
Etiqueta
mythos brüderlichkeit volkes
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Maryna Zühlke (Autor), 2005, Der Mythos der Brüderlichkeit des russischen und ukrainischen Volkes, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/270009
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