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Die wissenschaftliche Weltauffassung des Wiener Kreises und ihre Anwendung auf die Bereiche der Philosophie

Title: Die wissenschaftliche Weltauffassung des Wiener Kreises und ihre Anwendung auf die Bereiche der Philosophie

Seminar Paper , 2001 , 18 Pages , Grade: Sehr Gut

Autor:in: Gerald Buttinger (Author)

Philosophy - Philosophy of the 20th century
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Der „Wiener Kreis“ begründete eine der interessantesten philosophischen Strömungen des 20. Jahrhunderts. Die Gruppe wurde von Moritz Schlick in den dreißiger Jahren gegründet. Mitglieder waren unter anderem Otto Neurath, Hans Hahn, Rudolf Carnap und Hans Reichenbach. Diese Gruppe von Philosophen setzte es sich zum Ziel, eine wissenschaftliche Weltauffassung durchzusetzen, die die von Frege begründete „neue“ Logik als Grundlage haben sollte. Weitere Einflüsse kamen auch von Wittgenstein, Russel und Whitehead und auch von David Hume. Bald schlossen sich auch ausländische Philosophen der neuen empiristischen Strömung an. Besonders A.J. Ayer führte später die Arbeit des Wiener Kreises fort.

Sprachrohr der Gruppe war die von Ihnen herausgegebene Zeitschrift „Erkenntnis“, die Anfang der vierziger Jahre die Philosophiegemeinde in Aufruhr versetzte. Der Wiener Kreis forderte eine völlig radikale Durchsetzung der wissenschaftlichen Weltauffassung und hatte es sich zum Ziel gesetzt die Philosophie von sämtlichen unwissenschaftlichen Bereichen zu reinigen. Haupangriffsziel war natürlich die Metaphysik, die mit Heidegger und anderen zu dieser Zeit sozusagen eine Renaissance erlebte. Aber auch andere Bereiche wie die Ethik und Ästhetik sowie die erkenntnistheoretische Realismus-Idealismusdebatte waren davon betroffen.

Das Mittel für diese „Säuberung“ der Philosophie war das von Carnap entwickelte Sinnkriterium. Durch dieses Kriterium wurden die betroffenen philosophischen Richtungen sogar als sinnlos überführt und somit jeder Berechtigungsgrundlage beraubt. Diese Radikalität zieht sich durch fast sämtliche Publikationen des Wiener Kreises. Zentraler Punkt ihrer Philosophie war die völlige Ablehnung von metaphysischen Elementen in der Philosophie. Metaphysik wurde sogar als schädlich bezeichnet. Einzig und allein die empirische Wahrnehmung war für die Mitglieder des Wiener Kreises ein geeignetes Mittel zur Verifikation einer These. Alle Thesen, die dieses Kriterium nicht erfüllen, müssen nach der wissenschaftlichen Weltauffassung als sinnlos angesehen werden.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die wissenschaftliche Weltauffassung des Wiener Kreises

2.1 Der logische Aufbau der Welt

2.2 Das Sinnkriterium

3. Anwendung des Sinnkriteriums auf die Bereiche der klassischen Philosophie

3.1 Kritik an der Metaphysik

3.1.1 Metaphysische Scheinbegriffe

3.1.2 Metaphysische Scheinsätze

3.2 Kritik an der Ethik und der Ästhetik

3.3 Kritik an der metaphysischen Erkenntnistheorie

4. Schlussbemerkungen

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht die Voraussetzungen und Methoden, mit denen der Wiener Kreis eine wissenschaftliche Weltauffassung zu etablieren suchte, und analysiert deren konsequente Anwendung zur Entlarvung metaphysischer sowie normativer philosophischer Konzepte als sinnlos.

  • Die wissenschaftliche Weltauffassung und ihre empiristischen Grundlagen
  • Das Sinnkriterium nach Carnap und Wittgenstein als Mittel der philosophischen Säuberung
  • Die logische Analyse von Sprache zur Identifikation metaphysischer Scheinbegriffe und Scheinsätze
  • Die Kritik an klassischer Metaphysik, normativer Ethik und Ästhetik
  • Die Rolle der Logik als Werkzeug der Erkenntnisgewinnung

Auszug aus dem Buch

3.1.1 Metaphysische Scheinbegriffe

Einige der in der Metaphysik oft verwendeten transzendentalen Begriffe möchte ich nun im Hinblick auf das Sinnkriterium näher beleuchten.

Ein sehr oft verwendeter (Schein)Begriff der Metaphysik ist „Prinzip“. Viele Metaphysiker beschäftigten sich mit der Frage nach einem obersten „Prinzip der Welt“. Der Terminus wird hierbei oftmals in der Form „x ist das Prinzip von y“ verwendet, was soviel bedeutet wie „y geht aus x hervor“, oder „y beruht auf x“. Diese Definitionen sind aber äußerst vage und lassen sich streng wissenschaftlich nicht verankern. Der Vorgang des „hervorgehen aus“ deutet zwar auf ein Kausalverhältnis hin, aber ein solches ist empirisch nicht beobachtbar. Metaphysiker berufen sich darauf, dass diese Vorgänge hinter dem Erfahrbaren liegen und sich unserer Wahrnehmung entziehen. Dadurch ist es natürlich unmöglich das Sinnkriterium zu erfüllen.

Wie schon erwähnt geht Carnap aber davon aus, dass viele metaphysische Begriffe einst eine Bedeutung hatten. So ist es auch beim Begriff „Prinzip“, das vom römischen „principium“ kommt, das wiederum vom griechischen Wort „arche“ kommt. Dessen ursprüngliche Bedeutung war „der Anfang“ (in zeitlichem Sinne), also ein herkömmlich verwendetes Wort ohne metaphysischen „Beigeschmack“. Doch diese ursprüngliche Bedeutung ist ihm im Laufe der Jahrhunderte genommen worden. Es wurde nicht mehr „das zeitlich Erste“ gemeint, sondern „das Erste“ in metaphysischer Hinsicht. Kriterien für diese neue Bedeutung wurden aber nicht angegeben. Für die Mitglieder des Wiener Kreises verlor es seine ursprüngliche Bedeutung und bekam keine legitime Neue mehr. Es wurde zu einem „Scheinbegriff“. Dem Wort haften zwar verschiedene Vorstellungen und Gefühle an, aber eine Bedeutung hat das Wort dadurch nicht.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in die historische Entstehung des Wiener Kreises und die Intention, eine wissenschaftliche Philosophie durch die radikale Ablehnung metaphysischer Elemente zu begründen.

2. Die wissenschaftliche Weltauffassung des Wiener Kreises: Erläuterung der Grundlagen der wissenschaftlichen Weltauffassung, welche sich primär auf die logische Analyse und die empirische Verifikation stützt.

3. Anwendung des Sinnkriteriums auf die Bereiche der klassischen Philosophie: Untersuchung der Auswirkungen des Sinnkriteriums auf klassische Disziplinen wie Metaphysik, Ethik und Erkenntnistheorie.

4. Schlussbemerkungen: Zusammenfassende Betrachtung der philosophischen Auswirkungen des radikalen Empirismus und eine kritische Würdigung des Einflusses des Wiener Kreises auf das moderne philosophische Denken.

Schlüsselwörter

Wiener Kreis, wissenschaftliche Weltauffassung, Sinnkriterium, Metaphysik, logische Analyse, Verifikation, Scheinbegriffe, Scheinsätze, Empirismus, Ethik, Erkenntnistheorie, Logik, Einheitswissenschaft, Konstitutionssystem

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die philosophischen Strömungen und Zielsetzungen des Wiener Kreises, insbesondere den Anspruch, Philosophie auf eine strikt wissenschaftliche Basis zu stellen.

Welche zentralen Themenfelder behandelt die Arbeit?

Im Zentrum stehen die wissenschaftliche Weltauffassung, das logische Sinnkriterium, die methodische Kritik an der Metaphysik sowie die Einstufung von Ethik und Ästhetik als sinnlose Aussagen.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Ziel ist es aufzuzeigen, wie der Wiener Kreis durch das Sinnkriterium eine "Säuberung" der Philosophie von unwissenschaftlichen Elementen anstrebte und welche Konsequenzen dies für die traditionelle Philosophie hatte.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt die Methode der logischen Analyse und der empirischen Verifikation, wie sie von Vertretern des Wiener Kreises (insbesondere Rudolf Carnap) formuliert wurde.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil widmet sich der detaillierten Anwendung des Sinnkriteriums: von der Konstituierung wissenschaftlicher Begriffe bis hin zur Dekonstruktion metaphysischer Begriffe und Sätze sowie der Einordnung moralischer Aussagen in den Emotivismus.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem das Sinnkriterium, die Einheitswissenschaft, metaphysische Scheinbegriffe, die neue Logik und die Verifikationsprinzipien.

Was bedeutet der Begriff "Scheinbegriff" in diesem Kontext?

Ein Scheinbegriff bezeichnet laut dem Wiener Kreis ein Wort oder eine Konstruktion, die keine empirische Bedeutung hat und daher wissenschaftlich gesehen sinnlos ist, auch wenn sie emotionale Reaktionen hervorrufen kann.

Warum wird die Metaphysik als schädlich bezeichnet?

Sie wird als schädlich eingestuft, da sie den Anschein erweckt, Theorien zu formulieren, die wissenschaftlich diskutiert werden könnten, obwohl sie mangels empirischer Überprüfbarkeit lediglich subjektive Gefühle oder Dichtungen darstellen.

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Details

Title
Die wissenschaftliche Weltauffassung des Wiener Kreises und ihre Anwendung auf die Bereiche der Philosophie
College
University of Salzburg  (Institut für Philosophie)
Course
Geschichte der Philosophie: Der Wiener Kreis
Grade
Sehr Gut
Author
Gerald Buttinger (Author)
Publication Year
2001
Pages
18
Catalog Number
V27009
ISBN (eBook)
9783638291613
Language
German
Tags
Weltauffassung Wiener Kreises Anwendung Bereiche Philosophie Geschichte Philosophie Wiener Kreis
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Gerald Buttinger (Author), 2001, Die wissenschaftliche Weltauffassung des Wiener Kreises und ihre Anwendung auf die Bereiche der Philosophie, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/27009
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