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Parmenides und Zenon

Title: Parmenides und Zenon

Seminar Paper , 1999 , 13 Pages , Grade: Sehr Gut

Autor:in: Gerald Buttinger (Author)

Philosophy - Philosophy of the Ancient World
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Elea befand sich in Unteritalien und wurde in den Jahren 540/539 v. Chr. von ionischen Emigranten aus Phokaia gegründet, die der Perserherrschaft in Kleinasien entgehen wollten. Anfangs eher unbedeutend erlangte die Stadt durch die Gründung mehrerer Philosophieschulen großes Ansehen. 89 v. Chr. wurde die Stadt zum römischen Municipium. Heute sind von Elea nur noch Reste von Terassenanlagen und Stadtmauern zu sehen. (vgl. Brockhaus 1991, S. 600f)

1.2. Die Eleaten

Der erste Vertreter der Eleatischen Schule war Xenophanes (ca. 570-477 v. Chr.). Er war hauptsächlich Religions- und Kulturkritiker und kämpfte vehement gegen die von Hesiod und Homer geschilderten Gottheiten. Den vielen Göttern der Mythologie stellte er eine höchste Gottheit gegenüber, die als eine Einheit alles umfaßt: „Das Eine ist Alles.“ (vgl. Vorländer 1963, S. 24f)

Seine Thesen waren auch zentraler Kern der Philosophie von Parmenides und dessen Schüler Zenon, von denen diese Arbeit handelt. In der Art des Philosophierens unterschieden sich die beiden aber sehr von ihrem Vorgänger. Sie versuchten analytisch und logisch durch Beweise und Gegenbeweise ein ontologisches Weltbild aufzustellen, während Xenophanes in erster Linie Dichter und Künstler war. Parmenides und Zenon führten neue Gedanken in die antike Philosophie ein. Sie gelten als Begründer der Didaktik und der Ontologie. Ihre Beweisführung sorgte für großes Aufsehen bei ihren Philosophenkollegen. Die fast unantastbaren Theorien und besonders die faszinierenden und damals unumstößlichen Paradoxien Zenons forderten die anderen Philosophen besonders heraus, fanden aber auch viele Anhänger. Parmenides‘ Philosophie hat besonders Aristoteles und Platon beeinflußt. Letzterer hat ihm sogar den Dialog „Parmenides“ gewidmet.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

1.1. Die Stadt Elea

1.2. Die Eleaten

2. Parmenides

2.1. Biographisches

2.2. Das Sein

2.3. Der Schein

2.4. Erkenntnislehre

3. Zenon

3.1. Biographisches

3.2. Argumente gegen die Vielheit und für die Einzigkeit des Seienden

3.3.Argumente gegen die Bewegung und zugunsten der Unbewegtheit des Seienden

4. Zusammenfassung

Zielsetzung und Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die philosophischen Lehren von Parmenides und Zenon von Elea. Ziel ist es, deren ontologische Konzepte, die methodische Anwendung indirekter Beweise sowie die Auswirkungen dieser Ansätze auf die antike Philosophiegeschichte zu analysieren.

  • Die Ontologie des Seins bei Parmenides
  • Struktur und Inhalt des Lehrgedichts „Von der Natur“
  • Die dialektische Methode und Paradoxien von Zenon
  • Die Widerlegung von Vielheit und Bewegung
  • Rezeption und Einfluss auf spätere Philosophen wie Platon und Aristoteles

Auszug aus dem Buch

2.2. Das Sein

Zentraler Aspekt der Parmenidischen Philosophie ist die Ontologie, also die Lehre vom Seienden. Dieses Sein wird durch die berühmten sieben Sätze des Parmenides charakterisiert: (vgl. Brentano 1988, S. 120)

1) Nur das Seiende ist, das Nichtseiende ist nicht.

Daß es Seiendes gibt ist für Parmenides unbestreitbar, da es nicht denkbar ist, daß Seiendes nicht vorhanden wäre. Das Seiende kann nicht nicht-sein, da es sonst kein Seiendes wäre. Ausgeschlossen ist für Parmenides, daß es außer dem Seienden ein Nicht-Seiendes gibt. Die Argumentation hierfür ist ähnlich; gäbe es nämlich das Nicht Seiende, wäre es seiend, was offensichtlich nicht möglich ist. (vgl. Guthrie 1963, S. 38f)

Für Parmenides ist das Nicht-Sein deshalb undenkbar, da Sein und Denken zusammengehören, ja sogar identisch sind. „Dasselbe kann gedacht werden und sein.“ (Fragment 3) heißt, daß alles gedachte auch ist, und das Nicht-Seiende nicht gedacht werden kann. (vgl. Gigon 1968, S. 250ff)1

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Dieses Kapitel gibt einen historischen Überblick über die Stadt Elea und die Entstehung der Eleatischen Schule unter Xenophanes als Ausgangspunkt für die Philosophie von Parmenides und Zenon.

2. Parmenides: Hier werden die biografischen Hintergründe des Philosophen sowie die sieben zentralen Sätze seiner Ontologie und seine Lehre vom Schein sowie seine Erkenntnistheorie detailliert erläutert.

3. Zenon: Dieses Kapitel widmet sich den Paradoxien Zenons, wobei seine dialektischen Beweisführungen gegen die Existenz von Vielheit und Bewegung im Zentrum der Betrachtung stehen.

4. Zusammenfassung: Abschließend wird der maßgebliche Einfluss der eleatischen Lehren auf die abendländische Philosophiegeschichte und die bleibende Relevanz der offenen Interpretationsfragen resümiert.

Schlüsselwörter

Parmenides, Zenon, Eleaten, Ontologie, Sein, Nicht-Sein, Paradoxon, Dialektik, Vielheit, Bewegung, Lehrgedicht, Vorsokratiker, Philosophiegeschichte, Metaphysik, Wahrnehmung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit primär?

Die Arbeit befasst sich mit den philosophischen Grundpositionen von Parmenides und Zenon von Elea, insbesondere ihrer Begründung der Ontologie und der Dialektik.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Zentrum stehen die Lehre vom Sein, die Ablehnung von Vielheit und Bewegung sowie die Unterscheidung zwischen absoluter Wahrheit und menschlichem Schein.

Welches Ziel verfolgt der Autor?

Das Ziel ist die systematische Rekonstruktion der eleatischen Philosophie und die Darlegung ihrer methodischen Innovationen, insbesondere der indirekten Beweisführung.

Welche wissenschaftliche Methode wird angewandt?

Die Arbeit nutzt die historische Analyse und die Untersuchung logischer Argumentationsstrukturen (Dialektik), wie sie von den Eleaten praktiziert wurden.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die ontologischen Sätze des Parmenides, seine Erkenntnislehre sowie Zenons Paradoxien gegen Vielheit und Bewegung.

Welche Keywords kennzeichnen die Arbeit?

Die wichtigsten Begriffe umfassen Ontologie, Dialektik, das Sein, Paradoxien, Wahrheit, Schein und die Vorsokratik.

Wie begründet Parmenides die Identität von Sein und Denken?

Parmenides argumentiert, dass Nicht-Seiendes undenkbar ist, da Denken und Sein eine unauflösliche Einheit bilden – alles, was gedacht werden kann, muss auch sein.

Warum gilt Zenon als Begründer der Dialektik?

Zenon gilt als Begründer, weil er erstmals systematisch indirekte Beweise nutzte, indem er die Grundannahmen seiner Gegner durch die Aufdeckung von Paradoxien (Widersprüchen) entkräftete.

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Details

Title
Parmenides und Zenon
College
University of Salzburg  (Institut für Philosophie)
Course
Geschichte der Philosophie: Die vorplatonische Philosophie
Grade
Sehr Gut
Author
Gerald Buttinger (Author)
Publication Year
1999
Pages
13
Catalog Number
V27011
ISBN (eBook)
9783638291620
Language
German
Tags
Parmenides Zenon Geschichte Philosophie
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Gerald Buttinger (Author), 1999, Parmenides und Zenon, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/27011
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