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Die Stärkung der Vereinten Nationen durch strukturelle Reformen

Titel: Die Stärkung der Vereinten Nationen durch strukturelle Reformen

Magisterarbeit , 2009 , 103 Seiten , Note: 1.3

Autor:in: Deniz Tekmen (Autor:in)

Politik - Thema: Internationale Organisationen
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die Rolle der Vereinten Nationen ist in der internationalen Politik nicht hoch genug einzuschätzen. Zur Förderung multilateraler Problemlösungen besitzt die über 60 Jahre alte Organisation vielfaItige, von ihr entwickelte Mechanismen. Blickt man auf die Funktionen der Organisation, stellt man fest, dass sie sowohl als Gestalter des Völkerrechts als auch dessen Garant zu klassifizieren ist. Die Vereinten Nationen können auf zahlreiche Errungenschaften verweisen. Dies wird insbesondere im Bereich der Menschenrechte sehr deutlich. Hier kann die Organisation auf der Ebene der Normsetzung, der Verbürgung und der Verbreitung der Idee der Menschenrechte eine positive Bilanz ziehen. Zahlreiche Konventionen und Pakte, die grundlegende Menschenrechte bestimmen, haben ihren Ursprung im modemen Völkerrecht und damit auch in den Vereinten Nationen. So ist die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte aus dem Jahre 1948 als eine wegweisende Normsetzung anzusehen, um die sich mit den Jahren eine Reihe von Konventionen und Pakte gesammelt haben und zur sektoralen Ausgestaltung menschenrechtlicher Teilaspekte beitrugen. Doch kann keine positive Rechtsordnung sich alleine auf die Nonnsetzung beschränken, will man die Normen auch universell durchsetzen. Im Bereich der Verbürgung von Normen kann die Organisation im Feld der Menschenrechte auf von ihr entwickelte Instrumente, wie z.B. die Berichterstattungspflicht der Länder, verweisen, um so die Universalität und den bindenden Charakter völkerrechtlicher Verträge zu unterstreichen. Am Beispiel der Menschenrechte ist ersichtlich, dass die Vereinten Nationen in den internationalen Beziehungen entscheidende Funktionen einnehmen, auf die nicht mehr verzichtet werden kann. Im Hinblick auf die Weltkonferenzen, mit dem Ziel, eine gemeinsame internationale Agenda zu formen, können die Vereinten Nationen als Weltforum betitelt werden, dessen Funktion unerlässlich für multilaterale Problemlösungen ist. Die zweite wichtige Funktion klassifiziert die Vereinten Nationen als Koordinator bereitgestellter Ressourcen zur Lösung internationaler Probleme. Die dritte wichtige Funktion ist die der Vereinten Nationen als Gestalter des Völkerrechts, wie am Beispiel der Menschenrechte bereits erwähnt wurde.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Charta der Vereinten Nationen

2.1 Die Ziele der Vereinten Nationen anhand der Charta

2.2 Die Grundsätze der Vereinten Nationen anhand der Charta

2.3 Die Bedeutung der Vereinten Nationen für die internationale Politik am Beispiel des internationalen Terrorismus

3. Der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen

3.1 Die Zusammensetzung

3.2 Arbeitsweise und Entscheidungsverfahren

3.3 Die Kompetenzen

3.4 Der Funktionswandel

3.5 Die Reformbemühungen rund um den Sicherheitsrates

4. Die Generalversammlung der Vereinten Nationen

4.1 Die Zusammensetzung

4.2 Die Beratungsformen

4.3 Die Aufgaben und Kompetenzen

4.4 Die Arbeitsweise und Entscheidungsfindung

4.5 Die Reformansätze für die Generalversammlung

5. Der Wirtschafts- und Sozialrat der Vereinten Nationen

5.1 Die Zusammensetzung

5.2 Die Aufgaben und Kompetenzen

5.3 Die Arbeitsweise und Entscheidungsfindung

5.4 Die Reform des Wirtschafts- und Sozialrates

6. Das Sekretariat der Vereinten Nationen und der Generalsekretär

6.1 Die Zusammensetzung und der Aufbau

6.2 Die Aufgaben und Funktionen des Generalsekretärs

6.3 Die Reformfähigkeit des Sekretariats

7. Schlussfolgerungen

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht die strukturellen Probleme der Vereinten Nationen und analysiert, inwieweit gezielte Reformen der Hauptorgane notwendig sind, um die Organisation in einem sich wandelnden internationalen politischen Umfeld handlungsfähig zu erhalten. Die zentrale Forschungsfrage fokussiert dabei auf die Vereinbarkeit von Effizienzsteigerung mit den rechtlichen Grundlagen der Charta sowie den partikularen Interessen der Mitgliedstaaten.

  • Strukturelle Defizite und Reformbedarf der UN-Hauptorgane
  • Wirkungsweise von Entscheidungsfindung und Arbeitsmethoden im Sicherheitsrat und der Generalversammlung
  • Rolle des internationalen Terrorismus als Treiber für organisatorischen Wandel
  • Spannungsfeld zwischen nationalstaatlicher Souveränität und multilateraler Handlungsfähigkeit

Auszug aus dem Buch

2.2 Die Grundsätze der Vereinten Nationen anhand der Charta

Die in Artikel 2 der Charta festgesetzten sieben Grundsätze der Vereinten Nationen regeln zum einen generell die Pflichten und Rechte der Mitgliedstaaten, zum anderen stecken sie die Möglichkeiten und Grenzen der Organisation selbst ab. Im weiteren Verlauf sollen diese näher betrachtet werden.

Der Grundsatz der souveränen Gleichheit aller Mitglieder der Vereinten Nationen entspricht einem der wichtigsten Strukturelemente des Völkerrechts überhaupt. Dieser in Artikel 2 Ziffer 1 fixierte Grundsatz, wonach die Organisation auf dem Grundsatz der souveränen Gleichheit aller ihrer Mitglieder beruht, geht davon aus, dass die Staaten zum einen als die Hauptakteure der internationalen Beziehungen zu betrachten sind und zum anderen wird von einer rechtlichen und politischen Gleichheit aller Einheiten ausgegangen; gleichwohl ihrer faktischen Unterschiede, seien es nun wirtschaftlicher, kultureller, aber auch militärisch-strategischer Art. Das Gleichheitsgebot entfaltet eine integrative Funktion, die es auch kleineren Staaten ermöglicht, sich mit den Vereinten Nationen zu identifizieren und sich für die Arbeit der Organisation zu engagieren. Jedoch ist zunächst mit der Verwendung des Begriffes der Souveränität eine nicht minder wichtige Einschränkung verbunden. Hier ist ausschließlich von dem Attribut der äußeren Souveränität die Rede, was im Umkehrschluss die notwendigen Merkmale einer Staatlichkeit voraussetzt.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Beschreibt die Rolle der Vereinten Nationen in der Weltpolitik, identifiziert die aktuelle Krise der Organisation und leitet die Forschungsfrage zu strukturellen Problemen ein.

2. Die Charta der Vereinten Nationen: Analysiert die Ziele und Grundsätze der Charta sowie deren Bedeutung für das moderne Völkerrecht anhand konkreter Fallbeispiele wie dem internationalen Terrorismus.

3. Der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen: Untersucht die Zusammensetzung, Arbeitsweise und Machtbefugnisse des Sicherheitsrates und hinterfragt dessen Rolle im Hinblick auf Reformen und quasi-exekutive Kompetenzen.

4. Die Generalversammlung der Vereinten Nationen: Erörtert die Funktion des größten Beratungsorgans, die Abstimmungsmodalitäten und die Reformdebatten zur Steigerung der politischen Legitimation und Effektivität.

5. Der Wirtschafts- und Sozialrat der Vereinten Nationen: Analysiert das ECOSOC-System, dessen komplexe Struktur von Nebenorganen und die Notwendigkeit, ökonomische und soziale Weltprobleme koordinierend zu adressieren.

6. Das Sekretariat der Vereinten Nationen und der Generalsekretär: Beleuchtet die administrative Rolle des Sekretariats und die politische Gestaltungsmacht des Generalsekretärs innerhalb des institutionellen Gefüges.

7. Schlussfolgerungen: Fasst die Ergebnisse zusammen und bewertet die Zukunftsaussichten der Vereinten Nationen im Kontext der notwendigen Reformen und der Machtinteressen der Mitgliedstaaten.

Schlüsselwörter

Vereinte Nationen, UN-Charta, Sicherheitsrat, Generalversammlung, Wirtschafts- und Sozialrat, Reformen, Völkerrecht, Souveränität, Friedenssicherung, Internationaler Terrorismus, Effizienz, Multilateralismus, Legitimierung, Weltfrieden, Internationale Politik

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die institutionellen Strukturen und die Funktionsweise der Hauptorgane der Vereinten Nationen mit dem Ziel, Defizite aufzudecken und den Reformbedarf im Lichte aktueller globaler Herausforderungen zu bewerten.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Neben der Analyse von Sicherheitsrat, Generalversammlung, Wirtschafts- und Sozialrat sowie dem Sekretariat stehen das Völkerrecht, die Prinzipien der Charta und die Reformdebatten im Zentrum der Untersuchung.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Hauptziel ist es, aufzuzeigen, wie strukturelle Probleme der Organisation die Handlungsfähigkeit einschränken und welche Reformansätze eine Balance zwischen nationalen Interessen der Staaten und effektiver internationaler Zusammenarbeit ermöglichen können.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine politikwissenschaftliche Analyse, die auf einer umfassenden Auswertung der UN-Charta, relevanter Resolutionen und der einschlägigen Fachliteratur basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die detaillierte Untersuchung der vier Hauptorgane, wobei jeweils Zusammensetzung, Aufgaben, Entscheidungsverfahren und spezifische Reformvorschläge der jeweiligen Einheiten analysiert werden.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Reformbemühungen, UN-Charta, Souveränität, multilaterale Zusammenarbeit und Friedenssicherung definieren.

Wie bewertet die Arbeit die Rolle des Sicherheitsrates?

Der Sicherheitsrat wird als mächtigstes Organ identifiziert, das jedoch aufgrund seiner teils anachronistischen Zusammensetzung und der Vetomacht seiner ständigen Mitglieder in der Reformdebatte besonders kritisch betrachtet wird.

Welchen Stellenwert räumt die Autorin dem Wirtschafts- und Sozialrat ein?

Der Wirtschafts- und Sozialrat wird als essentielles Organ für die Verknüpfung von ökonomischer Entwicklung und globaler Stabilität gesehen, wobei sein Potenzial jedoch durch einen „organisatorischen Wildwuchs“ an Nebenorganen eingeschränkt wird.

Welche Rolle spielt die Zivilgesellschaft?

Die Arbeit betont die wachsende Bedeutung von Nichtregierungsorganisationen (NGOs) für die Legitimation der Vereinten Nationen, fordert aber gleichzeitig eine verbindlichere Regelung für deren Einbindung in die Entscheidungsprozesse.

Welches Fazit zieht die Arbeit bezüglich der Reformfähigkeit?

Das Fazit betont, dass umfassende Reformen zwar theoretisch notwendig, aber politisch schwer umsetzbar sind, da sie die Zustimmung der mächtigsten Mitgliedstaaten erfordern, deren Interessen oftmals konträr zu einer tiefgreifenden Demokratisierung der UN-Strukturen stehen.

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Details

Titel
Die Stärkung der Vereinten Nationen durch strukturelle Reformen
Hochschule
Universität Münster
Note
1.3
Autor
Deniz Tekmen (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2009
Seiten
103
Katalognummer
V270149
ISBN (eBook)
9783656610168
ISBN (Buch)
9783656609926
Sprache
Deutsch
Schlagworte
stärkung vereinten nationen reformen
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Deniz Tekmen (Autor:in), 2009, Die Stärkung der Vereinten Nationen durch strukturelle Reformen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/270149
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