Lampenfieber. Definition, Symptome, Ursachen und Therapie


Hausarbeit, 2011

11 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Definition

3. Symptome
3.1 Unsichtbare Symptome
3.2 Sichtbare Symptome

4. Ursachen
4.1 Psychische Ursachen
4.2 Körperliche Ursachen

5. Therapiemöglichkeiten
5.1 Atmung und Entspannung
5.2 Augenbewegung und Blickkontakt
5.3 Systematische Desensibilisierung

6. Fazit

Abbildungsverzeichnis

Abb. 1: Körperliche Ursachen – Wirkungskette

Abb. 2: Fazit – Vor- und Nachteile des Lampenfiebers

1. Einleitung

Lampenfieber – jeder kennt es, viele fürchten es. Die Angst, den roten Faden zu verlieren. Die Angst vor dem Blackout. Die Angst zu versagen. Doch hat Lampenfieber wirk­lich nur negative Seiten? Die typischen Symptome, wie Schwitzen, Harndrang, zittrige Hände, sind den meisten Menschen nur allzu bekannt, doch wie kommt es zu solchen Reaktionen des Körpers? Und warum werden sie ausgelöst? Kann Lampenfieber the­rapiert werden? Wie? – Dies sind nur einige Aspekte, die im Rahmen dieser Hausarbeit näher betrachtet werden sollen. Zu Beginn werden einige Definitionen des Lampenfiebers vorgestellt, die zeigen, dass sich das zunächst so einfach erscheinende Thema nur schwer mit wenigen Worten beschreiben läßt. Anschließend werden kurz verschiedene Symptome aufgeführt, bevor im weiteren Verlauf sowohl psychi­sche als auch körperliche Ursachen des Lampenfiebers erläutert werden. Es werden verschiedene Therapiemöglichkeiten und Handlungsschemata vorgestellt, die das Lampenfieber vermindern können. Ein besonderer Schwerpunkt liegt hier auf der „sys­te­matischen Desensibilisie­rung“, einer besonderen Form der Selbsthypnose. Abschließend wird die Frage beant­wortet, ob Lampenfieber auch nützliche Aspekte hat oder zu Recht als eher negativ empfunden wird.

2. Definition

Es ist nicht einfach, Lampenfieber zu definieren. Mit dem Begriff werden zunächst verschiedene Symptome, wie Schwitzen, feuchte Hände und Nervosität vor einem öffentlichen Auftritt, einem Vortrag oder einem Bewerbungsgespräch assoziiert. Eine genaue Definition fällt jedoch schwer. Zunächst zum Begriff Lampenfieber. Dieser leitet sich aus dem französischen „Fièvre de rampe“ ab, was so viel heißt wie Fieber an der Rampe. Zurückzuführen ist dieser Begriff auf Theaterschauspieler, die unter der Hitze der Scheinwerfer anfingen zu schwitzen und erröteten.[1] In Büchern finden sich verschiedene weitere Definitionen, so z.B.: „Die Aufregung, Angst oder gar Panik kurz vor einem (wichtigen) Auftritt jeglicher Art vor einer oder meist vielen Personen.“[2] Hier wird Lampenfieber als äußerst negative Erscheinung beschrieben. Hervorzuheben ist jedoch, dass Lampenfieber meist nur bei Auftritten und Vorträgen vor mehreren Personen auftritt. Mit der Anzahl der Zuhörer steigt die Zahl der potenziellen Kritiker oder die Anzahl der Personen, die z.B. von einer Idee überzeugt werden sollen. Ausnahmen bilden Personal- oder Bewerbungsgespräche, die oft vor einer oder wenigen Personen stattfinden, dafür aber umso wichtiger sind. Eine weitere Definition ist: „Lampenfieber ist ein Phänomen, das einen Redner, Schauspieler oder Musiker vor einem Auftritt befallen kann.“[3] Diese Definition ist zwar nicht mehr negativ formuliert, dafür aber so ungenau, dass sie keine Aussagekraft besitzt. Eine neutrale Definition, allerdings nur auf die körperlichen Prozesse bezogen, ist folgende: „Der Hypothalamus, die ´Steuerzentrale` im Gehirn, löst eine Sympathicusreaktion aus, was die Folge hat, daß die Nebennierenrinde Adrenalin und Noradrenalin produziert, was zu positiven oder negativen Auswirkungen führen kann.“[4] Eine umfassende, nicht-wertende Definition zu finden scheint nahezu unmöglich.

3. Symptome

Jeder kennt Lampenfieber und jeder kennt verschiedenste Symptome des Lampenfiebers. Diese sind von Mensch zu Mensch sehr verschieden und unterschiedlich stark ausgeprägt. Aus diesem Grund werden hier nur die häufigsten Symptome genannt. Auf eine genauere Beschreibung der Symptome wird im Rahmen dieser Arbeit verzichtet. Im weiteren Verlauf wird näher auf ihre Ursachen ein­gegangen.

3.1 Unsichtbare Symptome

Als unsichtbare Symptome werden solche bezeichnet, die für das Publikum oder sonstige Gegenüber nicht direkt ersichtlich, aber für den Vortragenden umso spürbarer sind. Hierzu gehören Übelkeit und Durchfall, Harndrang, Herzrasen, Schwindel, Mundtrockenheit, Schlafstörungen und der Verlust von Zeitgefühl.[5]

3.2 Sichtbare Symptome

Die sichtbaren Symptome resultieren meistens aus den unsichtbaren Faktoren und führen dazu, dass der Vortragende nervös und aufgeregt wirkt. Hierzu zählen hektische Bewegungen und zittrige Hände, ein trockener Hals und in der Folge eine fehlende Stimme, Schweißausbrüche, hektisches und zu schnelles Reden, fehlender Blickkontakt zum Publikum bzw. Tunnelblick. Im schlimmsten Fall kommt es zur totalen Blockade, dem Blackout.[6]

4. Ursachen

Lampenfieber entsteht durch Angst. Während die körperliche Ursache eine immer gleich ablaufende, vom Gehirn gesteuerte Wirkungskette ist, sind die psychischen Einflussfaktoren breiter gefächert.

4.1 Psychische Ursachen

Kinder werden ohne Ängste geboren, das heißt, dass Ängste anerzogen sind oder sich durch negative Erfahrungen herausbilden. Eine besondere Rolle spielt die elterliche Erziehung in der Kindheit. Sehr kritische Eltern geben ihren Kindern schnell das Gefühl zu versagen, wodurch die Kinder sich abgelehnt fühlen und ständig Angst vor den Konsequenzen ihrer Handlungen haben. Im späteren Verlauf kann dies dazu führen, dass betroffene Personen nur ein geringes Selbstvertrauen ausbilden und großen Wert auf die Meinung anderer legen. Die Angst, von einem großen Publikum beobachtet und bewertet zu werden, wird hierdurch enorm gesteigert.[7]

Negative Erfahrungen verstärken das Lampenfieber zusätzlich, da die Angst besteht, dass sich ein Misserfolg wiederholt.[8] Dies kann z.B. ein früherer Blackout während eines Vortrags gewesen sein oder starke Kritik seitens des Publikums.

Zu den psychischen Ursachen zählt auch die archaische Furcht von der Gruppe negativ bewertet und ausgeschlossen zu werden.[9] Dies geht zurück bis in die Steinzeit, in der ein Ausschluss aus der Gruppe den sicheren Tod bedeutete. Dieses Phänomen ist jedoch in die heutige Zeit übertragbar. Werden beispielsweise zwei verschiedene Ideen präsentiert, wird im Normalfall nur eine Idee umgesetzt und die andere verworfen. Es besteht folglich die Angst vor der Gruppe zu versagen und zu unterliegen.

[...]


[1] Vgl. Bührer [2009], S. 9.

[2] Medical Dictionary [o.J.].

[3] Knill + Knill Kommunikationsberatung [2000].

[4] Knill ­+ Knill Kommunikationsberatung [2000].

[5] Vgl. Motte [2009], S. 54.

[6] Vgl. Motte [2009], S. 54.

[7] Vgl. Tracy; Scheelen [2008], S. 55.

[8] Vgl. Bührer [2009], S. 12.

[9] Vgl. Bührer [2009], S. 12.

Ende der Leseprobe aus 11 Seiten

Details

Titel
Lampenfieber. Definition, Symptome, Ursachen und Therapie
Hochschule
Hochschule Fresenius; Köln
Note
1,3
Autor
Jahr
2011
Seiten
11
Katalognummer
V270275
ISBN (eBook)
9783656616146
ISBN (Buch)
9783656616115
Dateigröße
443 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Lampenfieber, Angst, Nervosität, Vortragen, Präsentieren
Arbeit zitieren
Sarah Pinsdorf (Autor), 2011, Lampenfieber. Definition, Symptome, Ursachen und Therapie, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/270275

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