Betriebliches Nachhaltigkeitsmanagement

Die große Transformation zur Nachhaltigkeit


Seminararbeit, 2012
25 Seiten, Note: 1,7

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

1 Einleitung

2 Vom traditionellen Wirtschaften zur Nachhaltigkeit in Unternehmen
2.1 Weg zum Nachhaltigkeitsmanagement
2.2 Rahmenbedingungen eines Nachhaltigkeitsmanagements

3 Konturen eines betrieblichen Nachhaltigkeitsmanagements
3.1 Inhalte eines betrieblichen Nachhaltigkeitsmanagements
3.2 Aufgaben eines betrieblichen Nachhaltigkeitsmanagements
3.2.1 Schnittmengenmanagement
3.2.2 Normierungsverantwortung
3.2.3 Nachhaltigkeitsverantwortung
3.3 Erfolgspotenziale

4 Fazit und Ausblick

Literaturverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Von der Nachhaltigkeitskonzeption über eine Nachhaltigkeitsökonomik zum Nachhaltigkeitsmanagement S. 5

1 Einleitung

Die Menschheit ist zu einer nachhaltigen Entwicklung im Stande und sie kann gewährleisten, dass die gegenwertigen Bedürfnisse befriedigt werden, ohne den zukünftigen Generationen ihre Möglichkeit zur Erfüllung der eigenen Bedürfnisse zu nehmen.1

Die Notwendigkeit und die Möglichkeit hin zu einer nachhaltigen Entwicklung postulierte 1987 die World Commission on Environment and Development (WCDE) in ihrem Bericht „Our Common Future“ (sogenannter Brundtlandbericht). Die schon damals vorhandenen globalen Umweltprobleme und das sich wandelnde Klima sieht die WCDE hauptsächlich als Resultat der nicht nachhaltigen Konsum- und Produktionsmuster der Länder auf der Nordhalbkugel.2 Der Klimawandel und die daraus erwachsenden Probleme, Krisen und Herausforderungen sind längst durch wissenschaftliche Studien belegt.3 Daraus ergibt sich eine Verpflichtung gegenüber zukünftigen Generationen. Um also einen Zusammenbruch zu verhindern und der Zukunftsverantwortung gerecht zu werden, unseren Kindern und Enkeln eine natürliche Lebensgrundlage zu erhalten, sind tiefgreifende Änderungen in Politik, Gesellschaft und Wirtschaft erforderlich, die große Transformation.4 Gerade die Wirtschaft sollte zum Klimaschutz und -anpassung Beiträge leisten und auf eine nachhaltige Entwicklung setzen um gefährliche Klimaveränderungen zu vermeiden.5 Sustainability (übersetzt als „nachhaltige Entwicklung“) stellt dabei eine humanistische Leitidee dar und gibt als Konzept allgemeine Lösungsansätze zur Sicherung des Umweltschutzes, sozialer Verantwortung und ökonomischer Leistungsfähigkeit.6 Definiert nach Zabel, beinhaltet Sustainability: „eine nachhaltige Form des Wirtschaftens bzw. des menschlichen Zusammenlebens, die vermittels der ausgewogenen Beachtung ökonomischer, ökologischer und sozialer Stabilitäts- und Entfaltungskriterien die Zielstellung „Sicherung der Einheit von Überleben, gut, sinnvoll und frei leben für eine angemessene Zahl von Generationen“ auf der Basis inter- und intragenerativer Gerechtigkeit und vermittels eines sozial- und ökologieverträglichen Technikeinsatzes gewährleitstet.“7 Zabel entwickelt darüber eine Nachhaltigkeitskonzeption, die über eine Nachhaltigkeitsökonomik zum Nachhaltigkeitsmanagement führt.

Wie das Modell des Betrieblichen Nachhaltigkeitsmanagements (BNM) zur weltweiten Veränderung von Wirtschaft und zur Nachhaltigkeit in Unternehmen beitragen kann, soll in dieser Arbeit näher betrachtet werden. Dazu werden die Rahmenbedingungen eines BNM ausführlich erörtert sowie dessen Inhalte und Aufgaben dargestellt und zuletzt sich daraus ergebende Erfolgspotenziale beleuchtet.

2 Vom traditionellen Wirtschaften zur Nachhaltigkeit in Unternehmen

Die Leistungen der Natur für den Menschen8 sind unverzichtbar für das Überleben9 und für wirtschaftliche Aktivitäten Grundvoraussetzung.10 Da die traditionelle Wirtschaftsweise auf Egoismus basiert und wachstumsfixiert ist, tendenziell zu einer Übernutzung der Ressourcen neigt und als Wirtschaftstyp eine Durchflusswirtschaft aufweist11 ist diese Art des Wirtschaftens nicht lebensdienlich und zerstört lebensnotwendige natürliche Kreisläufe.12 Kerninhalte einer Nachhaltigkeitsökonomik sind hingegen eine sonnenenergiebasierte Kreislaufwirtschaft, eine individuelle Verhaltenssteuerung in Richtung Nachhaltigkeit und nachhaltigkeitsorientierte Institutionen.13 Sie orientiert sich an der Erhaltung ökologischer Kreisläufe, nimmt eine Integration von Mensch und Wirtschaft in die Natur an und kann somit Überlebenspotenziale und andere benötigte Naturleistungen gewährleisten.14 Diese Einsicht ist Grundlage für die Schaffung eines neuen Ordnungsrahmens.

2.1 Transformation zur Nachhaltigkeit

Aus den eingangs erläuterten Gründen, sollte die Ausrichtung der Aktivitäten aller Akteure, sowohl wirtschaftend als auch politisch, auf eine Nachhaltigkeitsorientierung oberste Priorität haben.15 Immer mehr Menschen wünschen sich einen Wandel in Richtung Nachhaltigkeit und Zukunftsfähigkeit. Für den Schutz der natürlichen Umwelt entstehen Werthaltungen und die Einstellungen, die vorherrschende Wirtschaftsweise zu transformieren.16 Nach dem Wissenschaftlichen Beirat der Bundesregierung Globale Umweltveränderungen (WBGU) bedeutet Transformation die weltweite Veränderung von Wirtschaft und Gesellschaft in Richtung Nachhaltigkeit. Das Wirtschaftsmodell der letzten zwei Jahrhunderte stößt an seine Grenzen und es bedarf einer Richtungsänderung. Trotz der positiven Entwicklung existieren hemmende Faktoren die einer Transformation entgegenstehen.

Interessenorganisationen bzw. Pressure-Groups und politische, institutionelle und ökonomische Pfadabhängigkeiten erschweren den Übergang zu einer sich nachhaltig denkenden und agierenden Gesellschaft.17 Die Nachhaltigkeitskonzeption soll den Beginn für die Transformation der Verhaltensregeln erkenntlich machen. Aus der Nachhaltigkeitskonzeption abgeleitet, ergeben sich bestimmende Faktoren für eine Nachhaltigkeitsökonomik, die wiederum die Konturen eines Nachhaltigkeitsmanagements festlegen (Vgl. Abbildung 1).18 Das Nachhaltigkeitsmanagement erfährt seine Erscheinungsform innerhalb vorhandener Rahmenbedingungen.

Nachhaltigkeit - Humanistische Bedürfnisbefriedigung in der Einheit von Überleben, gut, sinnvoll und frei leben für möglichst viele Generationen

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: in Anlehnung an Zabel 2006, S. 95.

2.2 Rahmenbedingungen eines Nachhaltigkeitsmanagements

Unternehmen stehen in ständiger Interaktion mit ihrem Umfeld. Sie agieren innerhalb ihrer Grenzen und darüber hinaus durch Input- und Outputbeziehungen mit Unternehmensumwelten.19 Die Interaktionswelt hat unmittelbaren Einfluss auf unternehmerische Entscheidungen. Zu ihr gehören als wichtigste Anspruchsgruppen Kunden, Wettbewerber, Lieferanten, Geldgeber, Öffentlichkeit und Staat. Mittelbare Unternehmensumwelten sind die ökologische, die ökonomische, die sozio- kulturelle, die politisch-rechtliche und die technologische Umwelt.20 Das Unternehmen wird durch seine Umwelten und den daraus resultierenden Stakeholdern bzw. Anspruchsgruppen beeinflusst und kann gleichzeitig auch selbst auf diese Einfluss nehmen. Hinsichtlich der Zunahme der Umweltbelastungen nimmt die ökologische Umwelt einen immer größeren Stellenwert ein.21 Unternehmen sind direkt durch ökologische Schäden (Vergiftung von Boden, Wasser, Luft, Klima, Pflanzen und Tierwelt)22 und ökologische Knappheiten (Ausbeutung der Ressourcen, Verlust an Lebensraum und Energieverknappung)23 betroffen. Starken indirekten Einfluss auf die ökologische Betroffenheit von Unternehmen haben die Stakeholder durch ökologieschädliches Verhalten oder durch konkrete Forderungen nach mehr Ökologieverträglichkeit, vorhandene Umweltschutzgesetze und -verordnungen oder Durchführungsvorschriften.24 Zum einen ist also die ökologische Betroffenheit selbst erzeugt durch Naturnutzung und zum anderen durch ökologische Anspruchsgruppen vermittelt.25 Hierbei werden von jeder Anspruchsgruppe individuell geprägte, ökologische Ansprüche an das Unternehmen herangetragen.26

[...]


1 Vgl. Hauff 1987, S. 9-10.

2 Vgl ebd., S. XXII.

3 Vgl. IPCC 2007.

4 Vgl. WBGU 2011, S. 1.

5 Vgl. ebd., S. 8 und Zabel 2012, S. 183.

6 Vgl. Zabel 2001, S. 92-93.

7 Vgl. Zabel 2001, S.95.

8 Vgl. Zabel 2001, S. 39.

9 Vgl. ebd., S. 36.

10 Vgl. Braun 2003, S. 1.

11 Vgl. Zabel 2006, S. 97.

12 Vgl. ebd., S. 90.

13 Vgl. Zabel 2004, S. 73.

14 Vgl. Zabel 2006, S. 96.

15 Vgl. Zabel 2004, S. 70.

16 Vgl. WBGU 2011, S. 4.

17 Vgl. ebd.

18 Vgl. Zabel 2006, S. 89, 95.

19 Vgl. Hutzschenreuter 2011, S. 72 und Meffert/ Kirchgeorg 1998, S. 81.

20 Vgl. Meffert/Kirchgeorg 1998, S. 82.

21 Vgl. Hutzschenreuter 2011, S.73.22 Vgl. § 1 BNatSchG.

23 Vgl. Ahlheim/Stephan 1996, S. 45.

24 Vgl. Meffert/Kirchgeorg 1998, S 96.

25 Vgl. Antes 1992, S. 491-492 und Zabel 2001, S. 25ff.

26 Vgl. Funck 1999, S. 150, Meffert/Kirchgeorg 1998, S. 95-96, Zabel 2012, S. 183.

Ende der Leseprobe aus 25 Seiten

Details

Titel
Betriebliches Nachhaltigkeitsmanagement
Untertitel
Die große Transformation zur Nachhaltigkeit
Hochschule
Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg  (Lehrstuhl für Betriebswirtschaftslehre, insbesondere Betriebliches Umweltmanagement)
Note
1,7
Autor
Jahr
2012
Seiten
25
Katalognummer
V270279
ISBN (eBook)
9783656616078
ISBN (Buch)
9783656615934
Dateigröße
656 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
betriebliches, nachhaltigkeitsmanagement, transformation, nachhaltigkeit
Arbeit zitieren
Juliane Otto (Autor), 2012, Betriebliches Nachhaltigkeitsmanagement, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/270279

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