Das Feature in Zeitung, Radio und TV


Seminararbeit, 2014
27 Seiten, Note: 1,5

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1. Einleitung

2. Definition des Begriffs Feature

3. Die Geschichte des Features

4. Das Radio-Feature

5. Das TV-Feature

6. Das Zeitungs-Feature

7. Fazit

8. Quellenverzeichnis

1. Einleitung

Sie sitzen im Foyer der Uni und blicken angestrengt auf die leeren Blätter, die vor ihnen liegen. Ab und zu das Klicken des Kugelschreibers, ein Reiben über die Augen und das grüblerische Kratzen der Drei-Tages-Bärte. Die Ratlosigkeit steht ihnen ins Gesicht geschrieben. Wie sollen sie diese Aufgabe nur bewältigen?

Cedric Fritsch und Benedikt Berger sitzen da noch eine ganze Zeit lang und überlegen, wie sie die Einleitung für ihre wissenschaftliche Arbeit schreiben sollen. Feature lautet das Thema. Diese schillernde journalistische Darstellungsform, über die sie einen ausführlichen Überblick liefern wollen. Während die Informationen und die Theorie über das Feature schon zusammengetragen sind, gestaltet sich der Einstieg als schwieriger. Wie soll man bei einem Thema zur wohl künstlerischsten Form des Journalismus beginnen? „Ich hab‘s!“, stieß plötzlich einer der beiden hervor. „Was würde sich besser eignen für die Einleitung eines Features, als einen Feature-Einstieg selbst zu machen? Dazu veranschaulichen wir das Ganze noch mit Einstiegen von berühmten Features!“. Endlich, der Durchbruch. Eine kreative Einleitung und sogleich eine Beschreibung für ein Feature, es war fast schon geschrieben. „Ausgezeichnet, welche Einstiege sollen wir zitieren? Nehmen wir einen bekannten Radio-Feature-Autor, wie Peter von Zahn, Axel Eggebrecht oder Ernst Schnabel, die die Hauptautoren der Nachkriegszeit waren?“ (vgl. Zindel/Rein 1997: 26). „Oder nehmen wir ein Feature aus der heutigen Zeit? Vielleicht eines aus einer Zeitung, wo sie am meisten vorkommen?“. Kurzes Grübeln. „Warum nicht beides?“

Nach reichlicher Recherche im Internet, in dem man nur Manuskripte zu aktuellen Sendungen findet, fiel den Beiden auch etwas anderes auf: Das Feature ist eine Seltenheit, nicht nur wenig Literatur, nein auch wenig mediale Verbreitung, wenige Manuskripten zu Sendungen, wenig Präsenz. „Vielleicht liegt es einfach daran, dass die RezipientInnen heutzutage den Begriff als journalistische Darstellungsform gar nicht kennen. Er wird größtenteils nur für andere Sachen verwendet, wie beispielsweise technische Merkmale. In TV und Presse sind Features auch nicht als solches gekennzeichnet und im Hörfunk kommen sie meist spätabends. Die Massen wissen nicht einmal um die Existenz dieser Beitragsform“, überlegen sie.

Sie schreiben die halbe ARD an, um an verschiedene Manuskripte zu kommen. Während die aktuellen Manuskripte kein Problem sind, lassen die Älteren, Wichtigen noch auf sich warten.

Wiederlegend für obige Überlegung spricht die Einzigartigkeit von Features, wie die lebendige Sprache, die sonst, außer in der Reportage, nicht wirklich vorkommt. Für diese Theorie steht allerdings, dass die Entstehung eines Features extrem aufwendig ist, was Zeit und Geld betrifft und diese daher sehr selten geworden sind.

Zuerst meldet sich der MDR und schickt das Manuskript von ‚Hallo Erde, hier ist der Mond’, dessen Autor Friedrich Schütze-Quest 2012 den Axel-Eggebrecht-Preis für sein Lebenswerk erhalten hat (vgl. leipziger-medienstiftung.de 2012: o.S.). Dieses Feature beginnt mit dem Countdown von Apollo 17, als diese ihren Flug zum Mond gestartet hat. Dann unter diesem Countdown steigt der Erzähler ein:

„Für den Start zum Mond  -- dem kühnsten und ehrgeizigsten Unternehmen in der Geschichte der Menschheit -- wurde eine Rakete gebraucht, wie sie nie zuvor - und bis auf den heutigen Tag nie wieder - gebaut worden ist: eine Rakete mit der Gewalt einer Atombombe.. die beim Start in einer einzigen Sekunde so viel Treibstoff verbraucht wie zehn Autos in einem Jahr, die mit ihrer Kraft ein Gewicht wie hundert voll beladene LKW’s hob. Die die Raumkapsel mit drei Astronauten mit der Geschwindigkeit einer Gewehrkugel katapultierte. Saturn V heißt die Rakete“ (Schütze-Quest 1997: o.S.).

Einige Tage danach kommt auch eine E-Mail vom Unternehmens-Archiv des NDR, die das Manuskript eines der berühmtesten Features enthält. ‚Was wäre, wenn...’ ist ein Hörspiel von Axel Eggebrecht, das 1947 ausgestrahlt wurde. Jener Axel Eggebrecht, der schon oben erwähnt ist und in dessen Namen heutzutage die besten Feature-Autoren geehrt werden. Das Hörspiel gilt als erstes Radio-Feature der Nachkriegszeit (vgl. Chronik der ARD 2014: o.s.).  Hier handelt es sich um eine Zukunftsvision in Hinsicht auf Europa und die Konvergenz sowie politische Zusammenarbeit der europäischen Länder. Das Feature beginnt mit einem Fanfarenstoß, dann steigt laut Manuskript ein Reporter aus dem Jahre 2047 ein, also genau ein Jahrhundert danach, der die Rolle des Erzählers  inne hat (vgl. Eggebrecht 1947: o.S.):

„Hier Bildsprecher Mallcek. Guten Morgen! Sie stehen mit mir auf dem Hradschin, der uralten Burg von Prag. Wir blicken über die Goldene Stadt. Dort – am Horizont – die mächtige Silhouette des Jahrtausend-Turmes. Bekanntlich wurde er vor siebenund- vierzig Jahren eingeweiht, im Jahre 2000. Mit seinen fünfhundert Metern noch immer das höchste Gebäude der Alten Welt. In den obersten Geschossen befindet sich die Fernsehzentrale Mitteleuropa, von der aus auch diese Darbietung ausgestrahlt wird“ (Eggebrecht 1947: o.S.)

‚Was wäre, wenn...’ ist ein fiktives Hörspiel, in dem es zwar auch um reale Personen geht, diese jedoch ihren Text nicht selbst gesprochen haben. Der Untertitel heißt „Ein Rückblick auf die Zukunft der Welt“ und zeigt schon, dass es hier um Vorgänge geht, die in der Vergangenheit geschehen sind und zu der Situation geführt haben, die im Feature beschrieben wird. Konkret geht es dem Mitbegründer des NDR, der das Hörspiel am Abend vor der Moskauer Konferenz spielt, um die Utopie einer Weltregierung ohne nationale Grenzen (vgl. spiegel.de 2014: o.S.).

Dass die künstlerische Form heute immer noch beliebt ist, auch in der Zeitung, zeigt  Andreas Spenglers Feature „Im Hörsaal ohne etwas zu hören“, das in der Zeit Online erschienen ist, folgendermaßen:

„Der Professor wackelt mit dem Schnauzbart. Die Oberlippe hebt sich. Plötzlich schnellt die Zunge über die Zähne, die Mundwinkel spannen sich. Oberlippe und Unterlippe fallen aufeinander, der Schnauzbart wackelt noch einmal. Das war’s. In diesen Momenten verflucht Malu Schnauzbärte. Wieder einmal hat sie ein Wort nicht von den Lippen lesen können. War das vor nun ein L oder ein N? Der Professor ist einer von denen, die ihr das Leben schwer machen: die Bartträger, die Nuschler, die Flüsterer“ (Spengler 2013: 1).

Es folgt ein ausgiebiges Porträt einer Gehörlosen und die Darstellung der Probleme ihres Uni-Alltags. Sieht man sich nun die Kommentare an, stößt die Protagonistin auf viel Zuspruch, ein Zeichen, dass sie im Text sympathisch erscheint und auch der Text von Spengler an sich wird als „sehr schön“ (zeit.de 2013: o.S) bezeichnet. Das bekräftigt die Behauptung, dass das Feature nicht ‚out‘ ist und die Sprache, die verwendet wird, und die Informationen, die vermittelt werden, einige Empathie hervorruft.

Benedikt und Cedric erkennen anhand ihrer Überlegungen die Wichtigkeit dieser Darstellungsform, die in den heutigen Medien eine Sonderstellung einnimmt und durchaus in der nüchternen Informationsflut etwas Besonderes darstellt. Die am Anfang schwierig scheinende Aufgabe hat nun eine Form bekommen. Unter dem Klicken der Kugelschreiber und unter Überlegungen, die sich im grüblerischen Kratzen der 3-Tage-Bärte zeigen, füllen sich die leeren Blätter vor ihnen.

Dieses Feature ist nun nicht gerade druckreif, aber es liefert einen kleinen Überblick und hoffentlich auch einen Leseanreiz für die folgende Darstellung des Features und seinen Formen in den unterschiedlichen Medien. Das Thema ist zwar hier kontextgebunden und beschreibt keine allgemeine Lebenssituation, jedoch ist es vielleicht gerade für eine sonst sehr trockene wissenschaftliche Proseminararbeit sehr passend. So soll der Einstieg in die fremde Darstellungsform erleichtert werden und schon einmal ein Vorgeschmack gegeben werden, wie denn nun eigentlich ein Feature in der Praxis aussieht.

2. Definition des Begriffs Feature

Sucht man nach der Übersetzung des englischen Wortes feature, oder to feature, so sieht man, dass das Wort mehrere Bedeutungen hat. Als Nomen sind die Häufigsten: Merkmal, Eigenschaft und Besonderheit (vgl. dict.cc 2013: o.S.). Es beschreibt also etwas Herausstechendes, etwas Ungewöhnliches, einen wesentlichen Zug von etwas, das eine gewisse Wichtigkeit besitzt. Das Verb to feature wird mit zeigen, aufweisen, etwas darbieten oder etwas in den Vordergrund stellen erklärt (vgl. dict.cc 2013: o.S.). Es wird etwas Bestimmtes hervorgehoben und aufgezeigt, wie etwa eine Information, bestimmtes Wissen oder Ähnliches. Das Wort selbst zeigt also schon in die Richtung der journalistischen Darstellungsform des Features. Dieses wird im Folgenden erläutert und mit Definitionen von verschiedenen Quellen belegt. Die Merkmale eines Features werden – zuerst relativ allgemein, dann spezifisch zu den einzelnen Formen in den verschiedenen Medien – beschrieben.

Zuerst führen wir eine sehr zeitnahe Definition an. Im achten Band der Journalismus Bibliothek des Herbert von Halem Verlags, der den Titel „Medien“ trägt, findet sich eine Definition für das Feature von Christian Meier und Stephan Weichert:

„Das Feature ist, vereinfacht gesagt, ein mit Zitaten, atmosphärischen Beschreibungen und persönlichen Eindrücken der Autoren versehener Bericht. Überall dort, wo eine ausgewachsene Reportage nicht möglich ist, verschiedene reportagetypische Stilmittel aber eingesetzt werden sollen, ist ein Feature eine sinnvolle Alternative. Im Medienjournalismus finden sich Features vor allem auf Medienseiten von Tageszeitungen. Hier ist der Platz begrenzt, dennoch sollen die Themen zumindest 'angefeatured' werden. Ein typischer, aber nicht besonders origineller Feature-Einstieg könnte lauten: ‚Chefredakteur Hoffmann wirft ein Stück Würfelzucker in seinen Kaffee und schaut nachdenklich‘“ (2012: 44).

Diese Definition zeigt eher Merkmale eines Features, wie etwa die Sprache und die persönlichen Eindrücke des Autors, die Funktion wird hier nicht angeführt. Auch muss man die Aussage beschränken, dass ein Feature nur gemacht wird, wenn eine Reportage nicht möglich ist. Der hier genannte Einleitungssatz eines Features ist zwar literarisch angehaucht, aber wie beschrieben nicht sehr originell. Er zeigt und verweist allerdings deutlich auf die Darstellungsform des Features, das eben mit einem unüblichen Einstieg beginnt, der ähnlich wie der einer Kurzgeschichte oder Prosa ist und theoretisch auch Solches einleiten könnte. Dies kommt von dem narrativen Schreib-/Sprachstil, den das Feature im Idealfall hat. Es geht darum, eine Situation im Kopf der RezipientInnen zu verbildlichen, die dann nach und nach das zu Vermittelnde zeigt und den Leser/die Leserin so in ein Thema einführt. Des Weiteren wird hier von einem Bericht ausgegangen, der mit zusätzlichen Merkmalen erweitert und angepasst ist - dies ist, wie folgende Definitionen zeigen werden, nicht der Fall. Das Feature ist eine eigene journalistische Darstellungsform, auch wenn Elemente aus anderen Darstellungsformen wie  Reportage und Dokumentation vermischt werden (vgl. La Roche 2004 : 146).  Es ist eine geeignete Form abstrakte und schwierige Themen zu behandeln (vgl. Ruß-Mohl 2003: 70). In seinem Werk Einführung in den praktischen Journalismus nennt La Roche die wohl wichtigsten Aspekte, um das Feature erschöpfend zu definieren. Zum einen zitiert er Udo Flade, der sagt, ein Feature-Schreiber „rückt auch den abstrakten Themen zu Leibe, durchleuchtet sie, löst sie in Handlung und Bilder auf und ersetzt den aufklärenden Ansatz“ (1963: 112), was zum Ziel hat, dass ein schwieriges Thema so aufbereitet wird, dass es allgemein verständlich ist und der Sachverhalt jedem und jeder vermittelt werden kann. Zum anderen nennt er eines der wichtigsten Merkmale eines guten Features. Demnach besteht „ständiger Wechsel zwischen Anschauung und Abstraktion, zwischen Schilderung und Schlussfolgerung “ (La Roche 2004 : 146). Dies bezieht sich vor allem auf die Sprache, aber hebt auch das Ziel eines Features hervor, etwas Abstraktes für die breite Masse zu veranschaulichen, beziehungsweise das Beschriebene zu verallgemeinern. Der Reporter berichtet also einerseits was er wahrnimmt und versucht andererseits das Geschehen einzuordnen und zu interpretieren (vgl. Ruß-Mohl 2003: 70). Somit dienen für  La Roche alle Stories und Zitate zur „Illustration einer Analyse“ (2004 :148), welche „das eigentliche Gerüst des Beitrags bildet“ (ebd.: 148). Das Wort Analyse zeigt hier erneut, dass es sich um schwierige Themen handelt, die möglicherweise viel Vorwissen verlangen und auch Wissen generieren oder aber extrem komplex sind. In einen direkten Zusammenhang könnte man deswegen Michael Klemms Aussage bringen, die das Ziel eines Features beschreibt, nämlich „schwierige Themen popularisieren (bis hin zum „Infotainment“), das heißt: erklären, interpretieren und zum Weiterdenken anregen.“ (o.J.: 2). Dessen Definition sieht allerdings etwas anders aus: „Sinnvoll ist es, das Feature funktional zu definieren: Feature ist ein Sammelbegriff für Verfahren, mit denen ein komplexes, abstraktes oder trockenes Thema durch sprachliche Effekte belebt und den Lesern nähergebracht werden kann“ (o.J.: 2). Diese Definition ist nur dahingehend zu kritisieren, das die Belebung hier im Vordergrund steht, jene erfolgt aber nur, damit das Thema verständlicher ist. Mit trocken meint er hier einen Sachverhalt, der viel Wissen fordert oder wissenschaftlich (angehaucht) ist. Man darf aber nicht vergessen, dass das Thema trotzdem noch wichtig genug sein muss, um den Aufwand eines Features zu rechtfertigen. Als letzte Definition werden die Gedanken zum Feature von Wolf Schneider und Paul-Josef Raue im neuen Handbuch für Journalismus aufgeführt. Sie sagen, das Feature „ist ein schillerndes Allerweltswort für interessante, lebendig geschriebene Texte oder munter gestaltete Sendungen“ (2006: 109). Somit ist das Feature nicht an den strikten Aufbau und die Sprache einer Nachricht gebunden, sondern berichtet wie die Nachricht ausschließlich über Tatsachen (vgl. Schneider/Raue 2006: 109) und wird hier auch als „leichter Lesestoff“ (Schneider/Raue 2006: 111) bezeichnet. Der neue Aspekt, der hier obige Definitionen ergänzt, ist, dass es sich bei den Inhalten des Features um Fakten handelt, also Sachverhalte die bestehen oder passieren.

Nachdem nun ausführlich beschrieben wurde, was ein Feature ist und wozu es dient, wird im Folgenden auf die Merkmale eines Features eingegangen. Erich Straßner ordnet das Feature dem Infotainment zu (vgl. 2000: 51). Die Aufbereitung wird mit Geräuschen, Musik und Texten gemacht (vgl. Straßner 2000: 51) sowie mit allen anderen technischen und künstlerischen Mittel des Hörfunks (vgl. Straßner 2000: 55). Sie dienen „der Aktivierung des Hörers“ (Straßner 2000: 51) beziehungsweise Lesers – Straßner bezieht sich in erster Linie auf Rundfunkfeatures, wo das Feature seine Anfänge hatte. Somit wirkt hier nicht die Sprache allein, denn das Feature ist eher ein „‘akustischer Film‘ durch Montagen und Originaltöne“ (Straßner 2000: 55). Die Informationen, die das Feature beinhaltet, haben einen Nutzwert, der Wissen und Argumente für den Alltagsdialog liefert, zum Beispiel bei wissenschaftlichen Auseinandersetzungen (vgl. Straßner 2000: 55). Neben der Aufbereitung, die meist dokumentarisch oder analytisch ist (vgl. Straßner 2000: 51), ist das Feature oft kritisch und immer literarisch. Das heißt es wird eine Geschichte um die zu vermittelnden Informationen aufgebaut (vgl. Straßner 2000: 52). Vor allem beim Radio-Feature ist der Erzähler extrem wichtig. Er führt das Voranschreiten der Handlung an, sein Sprachstil ist knapp, präzise und subjektiv und wirkt zusätzlich stimulierend und emotionalisierend auf den Hörer (vgl. Straßner 2000: 55). Der Erzähler informiert über Ort, Zeit und das Geschehen (vgl. ebd.: 55). Beim Fernsehen und insbesondere in der Presse gestaltet sich das Feature schwieriger als beim Radio. Hier muss der Autor „stets Elemente anderer publizistischer Textformen miteinander kombinieren, Reportage- mit Interview-, Informations- und Kommentarelementen. Wichtig ist der rasche Wechsel, die Zuspitzung auf Kerneindrücke und -aussagen“ (ebd.: 55). Dies lässt auch erkennen, dass das Feature in Reinform größtenteils nur im Radio zu finden ist. Eine dies unterstützende Aussage findet man bei Michael Klemm. Er sagt, dass es in der journalistischen Praxis Usus ist, Berichte zu ‘verfeaturen‘ oder ‘anzufeaturen‘ (von ‚to feature a story’: einem Zeitungsartikel einen attraktiven Akzent geben) (vgl. Klemm o.J.:  2). Damit meint er, dass Merkmale eines Features, etwa der Sprachstil, in Berichten benutzt werden. Dies macht es auch schwierig eine klare Abgrenzung zwischen den journalistischen Darstellungsformen Bericht, Interview, Reportage, Kommentar und Feature zu ziehen, da grundsätzlich alles ‘angefeatured‘ werden kann und Elemente der anderen Darstellungsformen auch im Feature vorkommen. Vor allem zwischen Reportage und Feature sind die Übergänge fließend, daher ist hier ein klares Unterscheiden besonders schwierig. Während die Reportage eher eine Momentaufnahme bietet, hängt das Feature Allgemeingültiges an einem Beispiel auf (vgl. Schlüter 2004: 152). Oder wie es Schlüter treffend formuliert: „Die Reportage lädt zum Miterleben ein, das Feature zum Mitdenken“ (2004: 152). Klemm sagt, die besonderen Merkmale eines Features seien Anschaulichkeit, Bildhaftigkeit, Originalität des Zugangs, Facettenreichtum und Informationsgehalt sowie die Bearbeitung des Themas aus verschiedenen Perspektiven (vgl. Klemm o.J.: 2).

[...]

Ende der Leseprobe aus 27 Seiten

Details

Titel
Das Feature in Zeitung, Radio und TV
Hochschule
Universität Salzburg  (Fachbereich Kommunikationswissenschaften)
Veranstaltung
Journalistische Arbeitsweisen
Note
1,5
Autoren
Jahr
2014
Seiten
27
Katalognummer
V270285
ISBN (eBook)
9783656611745
ISBN (Buch)
9783656611738
Dateigröße
529 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Der mit abgegebene Anhang wird hier aus urheberrechtlichen Gründen nicht mit veröffentlicht, kann aber in den meisten Fällen auf den jeweiligen Websides nachgeschaut werden (z.B. Sendungsmanuskripte/Artikel)
Schlagworte
Journalismus, Darstellungsformen, Darstellungsform, Feature, Zeitungsfeature, Radio-Feature, Radio-Hörspiel, Fernsehen, TV, Nachrichtenfeature, Fernseh-Feature, journalistische Darstellungsform, Arbeitsweisen, Friedrich Schütze-Quest, Axel Eggebrecht, Reiner Kahrs, Leonhard von Braun, Kerstin Hensel
Arbeit zitieren
Cedric Fritsch (Autor)Benedikt Berger (Autor), 2014, Das Feature in Zeitung, Radio und TV, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/270285

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