Meine Grobplanung meiner durchgeführten Unterrichtseinheit befindet sich im Anhang . Anzumerken ist hierbei, dass ich meine Unterrichtseinheit um eine Stunde für eine abschließende Stationsarbeit erweitert habe. Den Tipp dafür erhielt ich von meiner Dozentin während eines Unterrichtsbesuches. Für diesen Tipp bin ich im Nachhinein sehr dankbar, denn die SchülerIn-nen sprachen und antworteten größtenteils spontan auf Französisch. So konnte ich doch noch mithilfe der Stationsarbeit zum Französisch sprechen motivieren, was mich sehr zufrieden stimmte. Nach einer eingehenden Lerngruppenanalyse (vgl. 2. Kapitel) sowie einer intensiven Betrachtung des didaktischen Schwerpunktes Sprechen (vgl. 3. Kapitel), stelle ich die Prinzipien des fremdsprachlichen Anfangsunterrichts dar (vgl. 4. Kapitel), die in Bezug auf die Lerngruppe von großer Relevanz sind. Im Anschluss daran werde ich innerhalb dieser Arbeit eine Alternativplanung (vgl. 5. Kapitel) entwerfen, die diese LernerInnen durch bestimmte Sprechsituationen beim Sprechen üben unterstützt. Abschließend werde ich in der Reflexion (vgl. 6. Kapitel) meine durchgeführte Unterrichtseinheit dahingehend prüfen, inwiefern ich bereits ansatzweise Sprechen gefördert habe.
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Innerhalb der Kommunikationsfähigkeit sind vier sprachliche Kompetenzen von zentraler Bedeutung: Sprechen, Hörverstehen, Schreiben und Lesen. Denn in Zeiten der Globalisierung wird die Kommunikationsfähigkeit sowohl auf der privaten als auch auf der beruflichen Ebene zunehmend wichtiger. Interessant ist hierbei der Fakt, dass zu 95 Prozent mündlich und nur zu 5 Prozent schriftlich kommuniziert wird. Hinsichtlich dieser Tatsache muss die Förderung der Kompetenzen Hören und Sprechen gegenüber den Kompetenzen Lesen und Schreiben im Fremdsprachenunterricht Vorrang haben.
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Weiterhin kann Sprechen in drei Entwicklungsstufen gegliedert werden: Imitation, Reproduktion und Produktion. Dabei bilden die Entwicklungsstufen, auch als Phasen bezeichnet, Imitation und Reproduktion die Basis für die Produktion. Insofern geht es zunächst um die Aneignung eines passiven Sprachverhaltens in den Phasen Imitation und Reproduktion, bevor es in der Produktionsphase zu einem aktiven Sprachverhalten kommt. Dass die Phasen Imitation und Reproduktion der Produktionsphase vorangestellt sind, ist darin begründet, dass in diesen durch die Automatisierung und Internalisierung erst die Grundlage der Kommunikationsfähigkeit geschaffen wird.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Lerngruppenanalyse
3 Darstellung des didaktischen Schwerpunktes: Sprechen
3.1 Zur Kompetenz Sprechen
3.2 Die Kompetenz Sprechen im Berliner Rahmenlehrplan
4 Prinzipien des fremdsprachlichen Anfangsunterrichts
4.1 Input
4.2 Variierende Wiederholung
4.3 Spiel
4.4 Bewegung
4.5 Handlungsorientierung
5 Darstellung der alternativen Unterrichtseinheit
6 Reflexion
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, die Sprechkompetenz von Schülerinnen und Schülern einer sechsten Klasse durch eine gezielte Unterrichtsplanung in Vorbereitung auf einen Schüleraustausch nach Frankreich zu fördern. Dabei liegt der Fokus auf der Überwindung von Sprachhemmnissen und der Aktivierung des Wortschatzes in authentischen Kommunikationssituationen.
- Didaktische Grundlagen der Sprechkompetenz im Französischunterricht
- Methodische Prinzipien des fremdsprachlichen Anfangsunterrichts
- Entwicklung und Evaluation einer alternativen Unterrichtsplanung
- Förderung der mündlichen Kommunikation durch gezielte Sprechanlässe
- Binnendifferenzierung und Einsatz von motivierenden Sozialformen
Auszug aus dem Buch
Input: Bonjour! Je m’appelle Carolin Kautza et je vais bien. J’habite à Berlin dans le Nord avec mes deux chats et mon copain. J’ai 25 ans. J’ai une sœur qui s’appelle Jenny. J’étais déjà cinq fois en France, à Paris, à Sanary-sur-Mer et à Grenoble. À Sanary-sur-Mer j’ai vécu six mois parce que j’ai y travaillé comme fille au-pair dans une famille française.
Zur Förderung des Hörverstehens verwende ich für den Hörauftrag Richtig-/Falsch-Aussagen (vgl. 2. Stunde, Anhang III) und lasse mir darüber hinaus ein Resümee meines Inputs auf Deutsch geben.
Ich habe mich schließlich bewusst für einen weiteren Input in Form eines Dialogs (vgl. Synopse, 2.Stunde) entschieden, weil ich am Anfang meiner Unterrichtseinheit gezielt die Kompetenz Hörverstehen fördern möchte, weil dies gewissermaßen die Basis für die Kompetenz Sprechen darstellt (vgl. Kapitel 3.1).
Nach einer gemeinsamen Erarbeitung der Fragen an der Tafel, geht es schließlich darum, dass die SchülerInnen in Partnerarbeit einen kleinen Willkommensdialog üben, der sie auf die Ankunft in der französischen Gastfamilie vorbereitet. Die Betonung liegt hierbei auf klein, damit die SchülerInnen sich nicht bereits am Anfang der Unterrichtseinheit überfordert fühlen, denn schließlich spielte das tatsächliche Üben vom Sprechen in ihrem herkömmlichen Unterricht eine geringe Rolle. Damit auch leistungsschwächere SchülerInnen diese Aufgaben bearbeiten können, erhalten diese Unterstützungsmaterial in Form von Satzanfängen (vgl. 2./3.Stunde, Anhang III). Ich erlaube den leistungsschwächeren SchülerInnen zudem, dass sie ihren Minidialog mithilfe von Stichpunkten vortragen können, damit sie sich sicherer beim Sprechen fühlen.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Autorin beschreibt den Kontext ihres Unterrichtspraktikums an einer Grundschule und die Herausforderung, eine sechste Klasse auf einen Schüleraustausch vorzubereiten.
2 Lerngruppenanalyse: Hier werden die Zusammensetzung der Lerngruppe, das Klassenklima sowie das Leistungsvermögen der einzelnen Schülerinnen und Schüler analysiert.
3 Darstellung des didaktischen Schwerpunktes: Sprechen: Dieses Kapitel erläutert die theoretischen Grundlagen der Sprechkompetenz und deren Einbettung in den Berliner Rahmenlehrplan.
4 Prinzipien des fremdsprachlichen Anfangsunterrichts: Es werden zentrale didaktische Prinzipien wie Input, variierende Wiederholung, Spiel, Bewegung und Handlungsorientierung als Basis für den Spracherwerb vorgestellt.
5 Darstellung der alternativen Unterrichtseinheit: Die Autorin entwirft ein modifiziertes Unterrichtskonzept, das speziell auf die Förderung des dialogischen Sprechens ausgerichtet ist.
6 Reflexion: Abschließend wird die durchgeführte Unterrichtsreihe kritisch ausgewertet und die Erkenntnisse aus der alternativen Planung zusammengefasst.
Schlüsselwörter
Französischunterricht, Sprechkompetenz, Schüleraustausch, Anfangsunterricht, Grundschule, Dialogisches Sprechen, Handlungsorientierung, Hörverstehen, Unterrichtspraktikum, Sprachförderung, Kommunikation, Binnendifferenzierung, Sozialformen, Fremdsprachenerwerb, Interkulturelles Lernen.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundlegend?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der didaktischen Aufarbeitung und methodischen Optimierung der Sprechkompetenz im Französischunterricht einer sechsten Grundschulklasse während eines Praktikums.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Zentrale Felder sind die Förderung der mündlichen Kommunikationsfähigkeit, der Einsatz von spielerischen Methoden im Anfangsunterricht sowie die Vorbereitung auf einen realen Schüleraustausch.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Hauptziel ist die Verbesserung der Sprechfähigkeit der Schülerinnen und Schüler, die in der ursprünglichen Unterrichtsplanung aufgrund einer zu hohen Themenvielfalt kaum zum aktiven Sprechen kamen.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Die Arbeit basiert auf der Analyse von fachdidaktischer Literatur, der Anwendung von Prinzipien des fremdsprachlichen Anfangsunterrichts und der reflektierenden Praxis durch eine alternative Unterrichtsplanung.
Was behandelt der Hauptteil der Arbeit?
Im Hauptteil werden die theoretischen Grundlagen des Sprechens dargelegt, Prinzipien wie Input und Handlungsorientierung diskutiert und eine konkrete alternative Unterrichtsreihe detailliert geplant und begründet.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch die Begriffe Sprechkompetenz, Handlungsorientierung, Schüleraustausch und methodische Reflexion bestimmt.
Warum war die ursprüngliche Unterrichtsplanung problematisch?
Die Planung war zu komplex und thematisch überfrachtet, sodass die Schülerinnen und Schüler primär mit der Wortschatzaneignung beschäftigt waren und kaum Zeit für das tatsächliche Sprechen hatten.
Welchen Einfluss hatte das Feedback der Mentorin auf die Reflexion?
Die Autorin stellt kritisch fest, dass die Unterstützung der Mentorin fehlte, da diese die methodischen Defizite (wie das Fehlen von Sprechanlässen) nicht erkannte und die zu wortschatzlastige Planung befürwortete.
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- M.E. Carolin Kautza (Author), 2011, Praktikumsbericht 6. Klasse Französisch, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/270299