Carl Schmitt und der Leviathan des Thomas Hobbes


Hausarbeit, 2004
17 Seiten, Note: 2,0

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Thomas Hobbes’ Leviathan
2.1 Der Mensch nach Hobbes
2.2 Der Naturzustand
2.3 Der Staat

3. Carl Schmitts Leviathan

4. Schluss

5. Literaturverzeichnis

6. Zusammenfassung/Abstract

1 Einleitung

In der vorliegenden Arbeit werde ich die Staatslehre des Thomas Hobbes und die Kritik daran von Carl Schmitt nebeneinander stellen und kritisch betrachten. Dazu bediene ich mich der Suhrkamp-Ausgabe des hobbesschen Leviathans in der Übersetzung von Iring Fetscher und des Buches „Der Leviathan in der Staatslehre des Thomas Hobbes“ von Carl Schmitt. Bedingt durch die Aufgabenstellung kam kaum mehr Literatur zur Anwendung.

Thomas Hobbes war und ist einer der provokantesten Autoren seiner Zeit, insbesondere weil er radikal mit der bisher vorherrschenden Moralphilosophie brach und stattdessen begann, geradezu naturwissenschaftlich zu argumentieren. Seine Werke beschäftigen sich mit Ursache und Wirkung, die Gesellschaft und ihre Elemente folgen dem physikalischen Gesetz der Bewegung. Bewegung bedeutet in diesem Fall Selbsterhaltung, das zentrale Motiv des hobbesschen Menschen. Sein folgenreichstes Werk ist der Leviathan, eine Abhandlung über die Geburt eines totalitären Staates, die Grundlagen seiner Existenz, seine Form und seine Gewalt.

Carl Schmitt, einer der führenden Rechtstheoretiker nach dem Ersten Weltkrieg, wurde besonders bekannt durch eine Staatslehre, die für die Notwendigkeit einer starken staatlichen Autorität eintrat und sich für einen totalitären Staat aussprach. Er rechtfertigte damit auch das Dritte Reich und ihre Führerphilosophie. Als bekennender Nationalsozialist und Antisemit machte er dort schnell Karriere und bekleidete viele wichtige Posten.

Bei Thomas Hobbes findet Carl Schmitt viele Parallelen zu seinem Staatsentwurf. Der Philosoph von Malmesbury ist für ihn: “[…]der echte Lehrer einer großen politischen Erfahrung; einsam wie jeder Wegbereiter; verkannt, wie jeder, dessen politischer Gedanke sich nicht im eigenen Volk verwirklicht; ungelohnt, wie der, der ein Tor öffnet, durch das andere weitermarschieren[…]“ (Schmitt 1938: 132) Aber diese Bewunderung ist nicht einseitig. In seinem Buch „Der Leviathan in der Staatslehre des Thomas Hobbes“ analysiert er dieses Werk, in dem er den Werdegang der dort beschriebenen Staatskonstruktion durchspielt. Dabei treten für ihn die Unzulänglichkeiten zu Tage, die letztendlich den Leviathan zum Scheitern verurteilen.

Im Rahmen dieser Ausarbeitung stelle ich zunächst die Grundlage für Schmitts Werk dar, die anthropologischen Grundlagen des hobbesschen Staates und das darauf aufbauenden Staatskonstrukt.

Anschließend erläutere ich die Sicht Schmitts auf den Leviathan, seine Kritikpunkte an der souverän-repräsentativen Person und am Staat selber.

Schließlich überprüfe ich diese Kritik auf sachliche Richtigkeit und ordne sie in den Kontext des Carl Schmitt ein.

Ich werde mich in meinen Ausführungen auf Teil 1 und 2 des Leviathans beschränken, da Carl Schmitt in seinem Buch schwerpunktmäßig die Staatskonstruktion und ihre Mängel bearbeitet. Teil 3, „Vom christlichen Staat“, wird später im Bezug auf die schmittsche Kritik herangezogen, Teil 4 „Vom Reich der Finsternis“ hingegen hat für diese Bearbeitung keine Bedeutung.

2 Thomas Hobbes’ Leviathan

2.1 Der Mensch nach Hobbes

Niemand hat in Hobbes’ Theorie geistige oder körperliche Vorteile. Er eliminiert diese Variable, indem er davon ausgeht, dass alle Ungleichheiten sich irgendwie aufheben. Ein Schwacher könnte sich gegen einen Starken mit anderen Schwachen zusammenschließen, eine List anwenden usw..

„Die Natur hat die Menschen hinsichtlich ihrer körperlichen und geistigen Fähigkeiten so gleich geschaffen, dass trotz der Tatsache, dass bisweilen der eine einen offensichtlich stärkeren Körper oder gewandteren Geist als der andere besitzt, der Unterschied zwischen den Menschen alles in allem doch nicht so beträchtlich ist, dass der eine auf Grund dessen einen Vorteil beanspruchen könnte, den ein anderer nicht ebenso gut für sich verlangen dürfte.“ (Hobbes 2002: 94).

Der Mensch ist ein rationaler Egoist, der nur auf die Befriedigung der eigenen Triebe ausgerichtet ist. Im Gegensatz zu anderen Autoren gesteht Thomas Hobbes den Menschen nicht zu, von Natur aus gesellig zu sein, sie konkurrieren ständig miteinander um die knappen Güter. Da sie alle die gleichen geistigen und körperlichen Startbedingungen haben, besteht auch bei jedem die gleiche Hoffnung auf Erfolg im Wettstreit gegeneinander. Es herrschen Konflikte aufgrund von Konkurrenzdenken, Misstrauen und aufgrund eines weiteren menschlichen Triebes, der Ruhmsucht.

2.2 Der Naturzustand

Hobbes bedient sich der Konstruktion des Naturzustandes, um die menschliche Natur ungeschminkt aufzeigen zu können. Besagter Naturzustand wird charakterisiert durch das Fehlen einer staatlichen Ordnung; die Menschen können also ihre grenzenlosen Begierden ausleben, ohne Sanktionen fürchten zu müssen. Ohne Gesetze gibt es auch kein Recht und Unrecht, Gut oder Böse, es herrscht allein die rationale Vernunft eines jeden. Jedes geeignete Mittel ist also recht, um die eigenen Ziele zu erreichen. So entsteht ein Krieg jeder gegen jeden, in dem jeder durch seine Mitmenschen bedroht ist.

Dieser Kriegszustand wird als nicht erstrebenswert dargestellt, da die Furcht regiert und die Gesellschaft stagniert: "Da findet sich kein Fleiß, weil kein Vorteil davon zu erwarten ist; es gibt keinen Ackerbau, keine Schifffahrt, keine bequemen Wohnungen, keine Werkzeuge höherer Art, keine Länderkenntnis, keine Zeitrechnung, keine Künste, keine gesellschaftlichen Verbindungen; stattdessen ein tausendfaches Elend; Furcht, gemordet zu werden, stündliche Gefahr, ein einsames, kümmerliches, rohes und kurz dauerndes Leben." (Hobbes 1651: 96)

Trotz der Abwesenheit von Recht und Ordnung, gibt es im Naturzustand die so genannten Naturgesetze. Sie entspringen aus der Vernunft der Menschen, haben also nichts mit Moral oder ähnlichem zu tun.

[...]

Ende der Leseprobe aus 17 Seiten

Details

Titel
Carl Schmitt und der Leviathan des Thomas Hobbes
Hochschule
Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald  (Institut für Politikwissenschaft)
Veranstaltung
Die politische Theorie des Gesellschaftsvertrags
Note
2,0
Autor
Jahr
2004
Seiten
17
Katalognummer
V27032
ISBN (eBook)
9783638291804
Dateigröße
545 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Die Hausarbeit beschäftigt sich mit der 1938 erschienenen Kritik Carl Schmitts am Leviathan von Thomas Hobbes. Sie untersucht besagte Kritik auf Stimmigkeit und ordnet sie in den Kontext Schmitts ein.
Schlagworte
Carl, Schmitt, Leviathan, Thomas, Hobbes, Theorie, Gesellschaftsvertrags
Arbeit zitieren
Mathias Strüwing (Autor), 2004, Carl Schmitt und der Leviathan des Thomas Hobbes, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/27032

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