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Theologische Gespräche mit Kindern über Gott

Analyse eines exemplarisch geführten Gesprächs und didaktische Schlussfolgerungen

Title: Theologische Gespräche mit Kindern  über Gott

Term Paper , 2014 , 20 Pages , Grade: unbenotet

Autor:in: Uta Zimmermann (Author)

Didactics - Theology, Religion Pedagogy
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„Glaube ist nicht immer religiös in seinem Inhalt oder Kontext. [...] Der Glaube ist die Art und Weise eines Menschen oder einer Gruppe, in das Kräftefeld des Lebens einzutauchen.“ (Fowler 2000: 26) Das bedeutet, nach Fowlers Stufentheorie, dass Kinder glauben, ob bewusst oder unbewusst, ob bspw. mit christlichen Rahmen oder ohne. Glaube heißt, sich selbst zu anderen Menschen und zur Welt in Beziehung zu setzen. Dies trägt jeder Mensch in sich, da es sinnstiftend, identitätsbildend und orientierungsgebens wirkt. Nach Fowler gibt der Glaube Hoffnung und ist somit für denkende, handelnde und suchende Menschen unverzichtbar (Vgl. ebd.: 35f). Diese Glaubensentwicklung soll begleitet werden, um neue Anreize und Denkweisen auszuprobieren. Der Religionsunterricht sieht sich dahingehend besonders in der Pflicht.
Durch das von mir geführte Gespräch mit der 6. Klasse meiner Hauptpraktikumsschule habe ich selbst erlebt, wie Kinder sich die Welt erklären und Gott charakterisieren. Kaum einer der Schüler_innen hat sich zum christlichen Glauben bekannt, dennoch haben sie verschiedene Vorstellungen über Gott, sein Wesen und die Schöpfung.
Die vorliegende Arbeit beinhaltet das Protokoll des Unterrichtsgesprächs sowie dessen Analyse und didaktischer Herausforderungen für das behandelte Thema im Unterricht. Die Namen sind verändert worden, um die Anonymität der Kinder zu waren. Desweiteren bediene ich mich einer bewusst gegenderten Sprache, um die Gleichstellung und –berechtigung des männlichen und weiblichen Geschlechts zu verdeutlichen. Das gewohnt und generische Maskulinum ist aufgehoben. Die erschwerte Lesbarkeit wird bewusst in Kauf genommen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Gesprächssituation

3 Gesprächsdurchführung

4 Analyse des Gesprächs

4.1 Theologische Aussagen der Kinder

4.1.1 Maltes Aussagen

4.1.2 Almas Aussagen

4.1.3 Olis Aussagen

4.2 Rolle der Lehrperson bei theologischen Gesprächen

4.3 Unterrichtliche Überlegungen zur Gottesfrage

4.3.1 Sachanalyse zu „Gott als Schöpfer“

4.3.2 Didaktische Schlussfolgerungen

4.3.3 Methodische Umsetzungen

5 Schlussbetrachtung

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit analysiert ein exemplarisch geführtes Gespräch mit Schülern einer 6. Klasse über Gott und die Schöpfung, um daraus didaktische Schlussfolgerungen für den Religionsunterricht in einem mehrheitlich konfessionslosen Kontext abzuleiten.

  • Analyse kindlicher Gottesvorstellungen im Übergang zum konkret-operationalen Denken
  • Die Rolle der Lehrperson als Moderator theologischer Gesprächsprozesse
  • Verbindung von naturwissenschaftlichen Weltbildern und religiösem Glauben
  • Methodische Ansätze zur Förderung der theologischen Gesprächskompetenz bei Kindern

Auszug aus dem Buch

4.1.1 Maltes Aussagen

Malte entgegnet Alma bspw., dass Gott, wenn er da ist, sehr wohl die Welt geschaffen haben könnte: Mmh, das sagen die immer nur so, aber ob er es wirklich war...keine Ahnung. Gott kann ja auch den Urknall angezettelt haben und dann? Dann steckt er auch dahinter und keiner weiß es! Er nimmt die fremde Vorstellungen von Gott auf und hinterfragt sie nach ihrem Wahrheitsgehalt - er bezweifelt die Existenz Gottes und damit seine eigens erschaffende Erde als seine Schöpfung. Trotzdem folgt er dem Denkmuster des existierenden Gottes. Doch wer sind die? Die Christen_innen, die von Gott reden und ihn als Schöpfer anerkennen? Malte denkt weiter und argumentiert aus einer anderen, für ihn fremden Perspektive: Gott mit seiner Macht kann den Urknall auch angestiftet haben und kann somit für die Welterschaffung verantwortlich sein - allerdings anders als die Bibel es sagt. So wäre Gott mächtig und überhaupt existent und die Christen_innen hätten Recht in ihrem Glauben. Die Wissenschaftler_innen, die den Urknall beweisen und rekonstruieren, hätten demnach auch Recht. Malte versucht zwei Weltbilder in Einklang zu bringen - wohl auch, weil er sich nicht 100%-ig für eine Theorie entscheiden mag. Vielleicht ist ihm der Zufall, der für den Aufprall von Materie gesorgt hat und die gesamte langwierige Entwicklung bis zum heutigen Entwicklungsstand verantwortet, zu groß. Maltes bedeutsame und wertvolle Welt, wie er sie kennt, würde nach dem Urknallprinzip eine Verkettung von Umständen bedeuten, die zwar für den Menschen glücksbringend ist, aber letztlich rein zufällig und willkürlich. Sinnstiftender ist der Glaube an einen Gott, der dies gewollt und geschaffen hat. Was Malte dazu bewogen hat, Gott hinter dem Urknall zu vermuten, bleibt an dieser Stelle ungewiss. Es zeigt, dass er sich Gedanken darüber macht, was die Welt zusammenhält und worin der Sinn des Lebens, idealistisch formuliert, liegt.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Bedeutung von Glaubensentwicklung bei Kindern und begründet die Relevanz, Gott trotz mehrheitlich konfessionsloser Hintergründe im Religionsunterricht zu thematisieren.

2 Gesprächssituation: Das Kapitel beschreibt den Kontext der Untersuchung, die Entscheidung für einen Stuhlkreis sowie die Atmosphäre in einer 6. Klasse während des Gesprächs über Gott.

3 Gesprächsdurchführung: Hier wird das Protokoll des Unterrichtsgesprächs wiedergegeben, in dem die Schüler über Schöpfungstheorien, Gottes Existenz und dessen Rolle diskutieren.

4 Analyse des Gesprächs: Dieser Hauptteil wertet die Aussagen der Kinder aus, reflektiert die Rolle der Lehrperson und entwickelt religionsdidaktische Perspektiven für die Gottesfrage.

5 Schlussbetrachtung: Das Fazit unterstreicht die Erkenntnis, dass Kinder unabhängig von Konfessionen existenzielle Fragen nach Gott stellen und eine Sensibilisierung für deren religiöses Empfinden notwendig ist.

Schlüsselwörter

Kindertheologie, Religionsunterricht, Gottesbilder, Schöpfung, Urknalltheorie, Gesprächskompetenz, Identitätsfindung, Konfessionslosigkeit, Didaktik, Weltbild, Schöpfungsbericht, Anthropomorphismus, Glaubensentwicklung, Religion, Sinnfindung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, wie Kinder einer 6. Klasse über Gott, die Schöpfung und ihr Weltbild denken und wie eine Lehrkraft diese Gespräche didaktisch begleiten kann.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Im Zentrum stehen die kindliche Auseinandersetzung mit der Gottesfrage, die Spannung zwischen naturwissenschaftlicher Weltentstehung und christlichem Glauben sowie die Rolle der Lehrperson als Gesprächspartner.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, die theologische Kompetenz der Schüler aufzuzeigen und Strategien zu entwickeln, wie man Kindern bei der persönlichen Suche nach Sinn und Antworten in einem konfessionslosen Umfeld helfen kann.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt die Analyse eines exemplarisch geführten Unterrichtsgesprächs, kombiniert mit theoretischen Grundlagen der Kindertheologie und Stufentheorien zur Glaubensentwicklung (z.B. James Fowler, Jean Piaget).

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Neben der Auswertung spezifischer Kinderaussagen (Malte, Alma, Oli) wird die Rolle der Lehrkraft analysiert und methodische Anregungen, etwa durch Gedichte oder Fragestellungen, für den Unterricht entwickelt.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den wichtigsten Begriffen zählen Kindertheologie, Gottesbilder, Schöpfung, Glaubensentwicklung und Gesprächskompetenz.

Warum wird im Gespräch zwischen "Urknalltheorie" und "Bibel" unterschieden?

Die Unterscheidung verdeutlicht den Konflikt, den die Kinder zwischen ihrem erlernten wissenschaftlichen Weltbild und biblischen Schöpfungserzählungen empfinden.

Welche Bedeutung hat das anthropomorphe Gottesbild für die Kinder?

Die Kinder neigen dazu, Gott menschliche Eigenschaften oder eine feste Verortung ("da oben im All") zuzuschreiben, was auf ihre Entwicklungsstufe im konkret-operationalen Stadium zurückzuführen ist.

Inwiefern beeinflusst das Lehrerverhalten das Ergebnis?

Die Lehrperson ist laut Arbeit als wertfreies, anregendes Gegenüber gefordert, um die Kinder zur eigenständigen Reflexion zu bewegen, statt sie lediglich dogmatisch zu belehren.

Welche Schlussfolgerung zieht die Autorin bezüglich der Konfession?

Die Autorin folgert, dass Religiosität nicht von einer Konfession abhängt und daher auch konfessionslose Schüler ein tiefes Bedürfnis haben, existentielle Fragen nach Herkunft und Sinn zu stellen.

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Details

Title
Theologische Gespräche mit Kindern über Gott
Subtitle
Analyse eines exemplarisch geführten Gesprächs und didaktische Schlussfolgerungen
College
University of Rostock
Course
„Im freien Flug“ – Theologische Gesprächskompetenz in unterrichtlichen Situationen
Grade
unbenotet
Author
Uta Zimmermann (Author)
Publication Year
2014
Pages
20
Catalog Number
V270330
ISBN (eBook)
9783656616665
ISBN (Book)
9783656616610
Language
German
Tags
theologische gespräche kindern gott analyse gesprächs schlussfolgerungen
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Uta Zimmermann (Author), 2014, Theologische Gespräche mit Kindern über Gott, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/270330
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