Betrachtet man Musik, Kunst, Literatur und Politik Ende des 20. und Anfang des 21. Jahrhunderts, also der relativen Gegenwart, ist die eindeutige Zuordnung einer Epoche fast unmöglich. Ein Ansatz der Einordnung entsteht mit dem Begriff der Postmoderne. Doch was beinhaltet die Postmoderne? Den Zustand nach der Moderne. Eine revolutionäre Gegenbewegung zur Moderne, die zur Gründung einer neuen Epoche führt? Einfacher Weise nur eine neue Lebenseinstellung? Oder eine durchdachte Theorie, die sich durch Sprachspiele und Laxheit einer wirklichen Differenzierung entzieht?
In dieser Ausarbeitung ist es mein Ziel die Postmoderne mit Hilfe verfügbarer Quellen zu definieren, wobei ich eine Vollständigkeit der Ergebnisse nicht anstreben kann, da keine objektiv, allgemein anerkannten Definitionen bisher veröffentlicht werden konnten.
Mit diesem Wissen werde ich kurz die Einflüsse auf jegliche Lebensbereiche wie Kunst, Musik, Kultur, Politik etc. versuchen anzureißen, um folgend den Schwerpunkt meiner Facharbeit untermauert aufbauen zu können. Dabei wird es um die Entstehung einer postmodernen Literatur gehen, die sehr umstritten in unserem Lebensalltag steht. Am Beispiel von Peter Stamm – Agnes werde ich dann die grobe Charakteristik postmoderner Literatur anhand von Betrachtungen ausgewählter Textstellen versuchen zu belegen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einführung in die Postmoderne
1.1. Ausgangspunkt für einen Paradigmenwechsel - Die Moderne
1.2. Die Postmoderne als Antwort auf die Moderne – Der Begriff, dessen Charakteristik und Einordnung
1.3. Die Postmoderne als Zustand der abendländisch Gesellschaft, Kultur und Kunst- Musik, Kunst, Architektur und Politik in der Postmoderne
2. Postmoderne Literatur
2.1. Charakteristische Tendenzen der postmodernen Literatur
2.2. Postmoderne Einflüsse am Beispiel Peter Stamm, Agnes
3. Nachwort
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit verfolgt das Ziel, den Begriff der Postmoderne in Abgrenzung zur Moderne zu definieren und die daraus resultierenden Tendenzen innerhalb der zeitgenössischen Literatur zu untersuchen. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, inwiefern die Postmoderne als literarischer Paradigmenwechsel verstanden werden kann und wie sich diese Charakteristika exemplarisch im Roman "Agnes" von Peter Stamm nachweisen lassen.
- Abgrenzung von Moderne und Postmoderne als gesellschaftliche und kulturelle Zustände
- Analyse der philosophischen Grundlagen (u.a. Lyotard und das Ende der großen Erzählungen)
- Untersuchung zentraler postmoderner Stilmittel wie Intertextualität, Metafiktion und Dekonstruktion
- Exemplarische Anwendung der Theorie auf den Roman "Agnes" von Peter Stamm
- Kritische Betrachtung des Wandels von literarischen Wertvorstellungen
Auszug aus dem Buch
2.1.Charakteristische Tendenzen der postmodernen Literatur
Wenn wir von der künstlerischen, literarischen Sicht aus auf die Delegitimierung aller Erzählungen seitens der Postmoderne schauen, können wir feststellen, dass es keine Erzählgattungen mehr gibt. Das Ritterliche, das Epische, das Tragische, das Komische, das Mystische und das Elegische ... werden faktisch als veraltet betrachtet und für nichtig erklärt, gerade weil sie durch ein als illegitim angesehenes System begründet wurden; dies kann das philosophische Wissen oder der Glaube sein, die mit der Erzählung eng verbunden sind. Der ganze weite Bereich der expressiven Darstellung wurde auf ganz wenige Gattungen und Formen reduziert, die noch als legitim und somit nicht als delegitimiert angesehen werden. Deshalb werde ich, auch in Anlehnung an Peter Stamm- Agnes, den postmodernen Roman als primäre literarische Form analysieren und charakterisieren.
Als vorläufige Definition mag gelten, dass der postmoderne Roman zeitgenössisch ist und sich inhaltlich oder formal bewusst vom modernen Roman absetzt. Der postmoderne Roman ist Ausdruck einer als inkonsistent empfundenen Welt, in der es nicht mehr gelingt, objektive Wahrheiten darzustellen, die sich in einer autonomen literarischen Wirklichkeit spiegeln.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einführung in die Postmoderne: Dieses Kapitel erläutert den historischen und begrifflichen Übergang von der Moderne zur Postmoderne und analysiert deren Auswirkungen auf verschiedene gesellschaftliche Lebensbereiche wie Kunst, Architektur und Politik.
2. Postmoderne Literatur: Hier werden die theoretischen Merkmale postmoderner Literatur, wie Intertextualität und Metafiktionalität, erarbeitet und anhand des Romans "Agnes" von Peter Stamm in der Praxis nachgewiesen.
3. Nachwort: Das Kapitel bietet ein zusammenfassendes Fazit über den Wandel literarischer Paradigmen und reflektiert die Ergebnisse der Untersuchung im Kontext einer durch Heterogenität geprägten Gesellschaft.
Schlüsselwörter
Postmoderne, Moderne, Literatur, Peter Stamm, Agnes, Intertextualität, Metafiktionalität, Paradigmenwechsel, Dekonstruktion, Jean-François Lyotard, Sprachkritik, Erzählstrukturen, Große Erzählungen, Pluralität
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit befasst sich mit der Definition des Begriffs Postmoderne und untersucht, wie diese als Gegenbewegung zur Moderne einen Paradigmenwechsel in der Literatur herbeigeführt hat.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die Arbeit behandelt die philosophische Einordnung der Postmoderne, ihre Manifestation in verschiedenen kulturellen Disziplinen und ihre spezifische Umsetzung in der postmodernen Romanliteratur.
Welches primäre Ziel verfolgt die Autorin?
Das Ziel ist es, die Postmoderne theoretisch zu erfassen und zu belegen, wie postmoderne narrative Verfahrensweisen in literarischen Werken wie Peter Stamms "Agnes" konkret angewendet werden.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Autorin nutzt eine Literatur- und Theorieanalyse, bei der sie wissenschaftliche Quellen zur Begriffsbestimmung heranzieht und diese durch eine praxisnahe Textanalyse des Romans "Agnes" untermauert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit primär behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Herleitung der Postmoderne aus der Moderne sowie die Untersuchung literarischer Charakteristika wie Intertextualität, Metafiktion und Dekonstruktion.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Zentrale Begriffe sind Postmoderne, Paradigmenwechsel, Intertextualität, Dekonstruktion, Metafiktionalität und Peter Stamm.
Inwiefern spielt das Werk "Agnes" eine Rolle für die Argumentation?
Der Roman dient als zentrales Fallbeispiel, an dem die theoretisch definierten Merkmale der Postmoderne – etwa das Verflechten von Erzählebenen oder der Zweifel an einer objektiven Wirklichkeit – praktisch nachgewiesen werden.
Was ist das zentrale Fazit der Autorin bezüglich der Literatur?
Die Autorin kommt zu dem Schluss, dass sich in der Literatur des 20. Jahrhunderts eine Abkehr von modernen Idealen vollzogen hat, hin zu einer Form, die sich gegen Konventionen stellt und Heterogenität sowie die Ablehnung totalitärer Weltsichten in den Fokus rückt.
- Arbeit zitieren
- Janina Gerth (Autor:in), 2014, Postmoderne. Ein Paradigmenwechsel der Literatur?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/270344