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Vom optischen zum elektromagnetischen Telegrafen

Die Überwindung von Raum als Beginn der telekommunikationstechnischen Globalisierung

Titel: Vom optischen zum elektromagnetischen Telegrafen

Hausarbeit , 2013 , 18 Seiten , Note: 2,0

Autor:in: Johannes Rieble (Autor:in)

Medien / Kommunikation - Mediengeschichte
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die Entstehung eines globalen Netzwerkes, das nicht zuletzt in der Entwicklung des Internets mündete, datiert weit vor den Aufbau internationaler Serverzentren seit dem ausklingenden 20. Jahrhundert. Verglichen mit den immer kürzeren Abständen medientechnischer Entwicklungen in den vergangenen 100 Jahren, welche durch die Erfindungen von Radio, Fernsehen und Internet geprägt wurden, bewegte sich die Entwicklung der Telegrafie über einen relativ langen Zeitraum. So unbedeutend Telegrafie heute scheinen mag, so bedeutend und irreversibel veränderte sie die globale Kommunikation.

Nachrichtenübermittlung war bis zum Aufkommen der Telegrafie entweder an ein physisches Medium oder die mündliche Überbringung gebunden. Durch die entmaterialisierte Überwindung von Raum konnte eine nie dagewesene Übermittlungsgeschwindigkeit erreicht werden. Bis ein kontinentübergreifendes Netzwerk an telegrafischen Verbindungen existierte, waren viele kleinere und größere Erfindungen vonnöten, die aufeinander aufbauten.

Die vorliegende Arbeit befasst sich mit den Anfängen der Telekommunikation um 1790, beginnend mit der Erfindung des Flügeltelegrafen durch Claude Chappe (1763-1805). Sie zeichnet ferner die Weiterentwicklung innerhalb eines halben Jahrhunderts bis hin zum Siegeszug des elektromagnetischen Telegrafen nach, dessen weltumspannendes Netzwerk als eine Art Ur-Internet bezeichnet werden kann.
Die Nachzeichnung der mediengeschichtlichen Entwicklung beschränkt sich einerseits auf wegweisende Etappen, ohne Anspruch auf Vollständigkeit zu erheben. Andererseits soll, um dem mediengeschichtlichen Charakter der Arbeit gerecht zu werden, versucht werden, die historischen Abläufe nachvollziehbar zu skizzieren.

Der Arbeit liegt die Annahme zugrunde, dass Telegrafie die Entwicklung einer modernen globalisierten Welt in entscheidender Weise vorangetrieben hat. Dem medienhistorischen Teil folgt eine Untersuchung des Telegrafen als Werkzeug telekommunikationstechnischer Globalisierung. Mit einer Analyse der frühen Hauptanwendungsbereiche der Telegrafie in Politik, Militär, Medien, Wirtschaft und Gesellschaft wird der weltumspannende Einfluss der neuen Kommunikationsmethode untersucht. Dies geschieht beispielhaft anhand repräsentativer Anwendungsfindungen früher Telegrafie in genannten Bereichen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Historischer Abriss

2.1 Optische Telegrafie

2.2 Elektrische Telegrafie

2.2.1 Elektrochemische und elektrostatische Telegrafie

2.2.2 Elektromagnetische Telegrafie

3. Der Telegraf als globalisierendes Element

3.1 Erwartungen an das friedenstiftende Potential der Telekommunikation

3.2 Nutzung und Nutzen des Telegrafen

3.2.1 Militärische und imperialistische Anwendung der Telegrafie

3.2.2 Mediale Anwendung der Telegrafie

3.2.3 Kommerzielle Anwendung der Telegrafie

3.2.4 Private Anwendungsbereiche der Telegrafie

4. Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Entwicklung der Telegrafie vom optischen zum elektromagnetischen System und analysiert deren Rolle als treibende Kraft der telekommunikationstechnischen Globalisierung. Dabei wird der Frage nachgegangen, inwiefern die Telegrafie die Kommunikation, Politik, Wirtschaft und das gesellschaftliche Weltbild irreversibel verändert hat.

  • Historische Entwicklung der Nachrichtenübermittlungstechniken
  • Militärische und politische Bedeutung der Telegrafie
  • Einfluss auf den internationalen Handel und Börsenwesen
  • Transformation der Medienlandschaft und Nachrichtenübermittlung
  • Die Telegrafie als Vorläufer und "Ur-Internet" der modernen Kommunikation

Auszug aus dem Buch

3.2.3 Kommerzielle Anwendung der Telegrafie

Neben der militärischen und noch vor der medialen Verwendung der Telegrafie drängte die Wirtschaft als erste zivile Anwendungsform in die Nutzung der neuartigen Kommunikation. „‚Welch ein Vorteil für Handel, Gewerb‘ und bürgerliches Leben!‘“ (Buschendorf 1794, S. 483; zit. n. Wobring 2005, S. 45) Der Leipziger Ökonom Carl Friedrich Buschendorf erkannte schon vor der Erfindung der elektrischen Telegrafie die Bedeutung der Telekommunikation für internationale Wirtschaftstransaktionen. Neben dem Potential, die Bevölkerungsversorgung durch eine effizientere Handlungsstruktur zu verbessern, wird die telekommunikationstechnische Globalisierung der Ökonomie vor allem durch ihren Einfluss auf den weltweiten Handel an der Börse ersichtlich.

Kaum ein anderer Wirtschaftsbereich hat ein derart hohes Interesse an Kommunikationsbeschleunigung wie das Börsengeschäft. Bereits zu Beginn der Errichtung eines globalen Netzwerkes waren die Börsenplätze in aller Regel mit den modernsten verfügbaren Telekommunikationsmitteln ausgestattet und gut mit den Haupttelegrafenämtern, die den zentralen Datenaustausch regelten, vernetzt. Die Preisübertragungen zwischen London und New York setzten mit dem Betrieb des ersten Unterseekabels ein und bestimmten den Hauptteil der transatlantischen Kommunikation. Als mehr Unterseekabel zur Verfügung standen, wurde während der Geschäftszeiten ein Kabel für den ausschließlichen Gebrauch der Börse reserviert. So konnten transkontinentale Arbitragegeschäfte abgewickelt werden, bei denen die Börsennotierungen von Waren und Wertpapieren verglichen und der handelsgünstigste Platz binnen Minuten ermittelt werden konnte. Konkurrierende Kabelgesellschaften lieferten sich einen Wettstreit um die Ausweitung der Kabelkapazitäten speziell für diese Geschäfte (vgl. Wobring 2005, S. 216f.). Der geografische Standort der Ware spielte für den Handel eine weit geringere Rolle, da plötzlich globale Preise verglichen werden konnten.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in das Thema der Nachrichtenübermittlung und Skizzierung des mediengeschichtlichen Rahmens von den Anfängen um 1790 bis zum Siegeszug des elektromagnetischen Telegrafen.

2. Historischer Abriss: Überblick über die technische Entwicklung von der optischen Telegrafie hin zu verschiedenen elektrischen und schließlich elektromagnetischen Systemen.

3. Der Telegraf als globalisierendes Element: Analyse der gesellschaftlichen Erwartungen und der praktischen Auswirkungen der Telegrafie in den Bereichen Militär, Medien, Handel und Privatleben.

4. Zusammenfassung: Synthese der Untersuchungsergebnisse, die den Telegrafen als essenzielles Instrument der Globalisierung und Vorläufer des modernen Internets bestätigt.

Schlüsselwörter

Telegrafie, Telekommunikation, Globalisierung, Elektromagnetismus, Nachrichtenagenturen, Börsengeschäft, Mediengeschichte, Morse-Code, Kommunikationstechnik, Krimkrieg, internationaler Handel, Informationsbeschleunigung, Weltnetzwerk.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Hausarbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beleuchtet die historische Entwicklung der Telegrafie vom optischen Flügeltelegrafen bis zum weltumspannenden elektromagnetischen Netzwerk und deren weitreichende Konsequenzen für die globale Kommunikation.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die zentralen Felder umfassen die technische Evolution, die militärische Nutzung, die Transformation der Medienberichterstattung, den Einfluss auf den internationalen Wirtschaftsverkehr sowie die private Kommunikation.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie die Telegrafie durch die Überwindung von räumlichen Distanzen die Basis für die moderne telekommunikationstechnische Globalisierung legte.

Welche wissenschaftliche Methode wurde angewandt?

Es handelt sich um eine medienhistorische Untersuchung, die unter Rückgriff auf Fachliteratur die Entwicklungsetappen der Technik nachzeichnet und deren Auswirkungen beispielhaft analysiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit detailliert untersucht?

Der Hauptteil gliedert sich in einen historischen Abriss der Techniken und eine detaillierte Analyse der Telegrafie als globalisierendes Element in Militär, Medien, Kommerz und Privatbereich.

Welche Schlagworte charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Telekommunikationsgeschichte, Telegrafie, Globalisierung, Vernetzung und die Transformation der Gesellschaft durch neue Übermittlungsgeschwindigkeiten.

Warum wird der Telegraf als "Ur-Internet" bezeichnet?

Der Autor zieht Parallelen zwischen der Vernetzung durch Telegrafenleitungen und dem heutigen Internet, da beide Technologien die Wahrnehmung von Raum und Zeit fundamental verändert haben.

Welche Rolle spielte der Krimkrieg für die Telegrafie?

Der Krimkrieg gilt als der erste "Medienkrieg", da durch den Telegrafen Berichterstattungen erstmals in annähernder Echtzeit an die Heimatöffentlichkeit gelangen konnten.

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Details

Titel
Vom optischen zum elektromagnetischen Telegrafen
Untertitel
Die Überwindung von Raum als Beginn der telekommunikationstechnischen Globalisierung
Hochschule
Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg
Note
2,0
Autor
Johannes Rieble (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2013
Seiten
18
Katalognummer
V270510
ISBN (eBook)
9783656618218
ISBN (Buch)
9783656618188
Sprache
Deutsch
Schlagworte
telegrafen überwindung raum beginn globalisierung
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Johannes Rieble (Autor:in), 2013, Vom optischen zum elektromagnetischen Telegrafen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/270510
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Leseprobe aus  18  Seiten
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