Mit der Luxemburger Deklaration wurde 1997 (Aktualisierung 2007) von der Europäischen Union eine Erklärung zur Betrieblichen Gesundheitsförderung (BGF) verfasst und somit eine einheitliche Vorstellung niedergeschrieben, welche Kriterien Gesundheit im Betrieb ausmachen. Dies führt dazu, dass immer mehr Anbieter – unter anderem die Krankenkassen – versuchen, Unternehmen dahingehend zu motivieren, in BGF bzw. Betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM) zu investieren. Als Verstärker für ihre Bemühungen setzen sie häufig auf so genannte Best-Practice-Konzepte.
„Best-Practice-Preise“ - das hört sich nach BGM-Konzepten auf höchstem Niveau an. Glaubt man jedoch Goldgruber (2012), so „zeigt ein schlichter Blick in die Praxis, dass die Realisierung der BGF in ihrer Idealform nicht weniger aber auch nicht mehr als ein visionäres Ziel zu bleiben scheint“. Daraus ableitend stellen sich nun die Fragen: Wie gut – und vor allem – wie nachhaltig sind diese Konzepte wirklich? Kennen diese Unternehmen die Luxemburger Deklaration überhaupt? Inwiefern erfüllen sie die (Mindest-)Ansprüche, die in der „Luxemburger Deklaration“ an ein BGM gestellt werden? Haben diese Praxisbeispiele wirklich einen richtungsweisenden Charakter und können anderen Unternehmen als Vorbild dienen? Diese Fragestellungen sollen in dieser Master-Thesis genauer untersucht werden. In dieser Arbeit sollen die ausgewählten Best-Practice-Unternehmen auf Einhaltung der Kriterien der Luxemburger Deklaration überprüft werden.
Inhaltsverzeichnis
1 EINLEITUNG UND PROBLEMSTELLUNG
2 ZIELSETZUNG
3 GEGENWÄRTIGER KENNTNISSTAND
3.1 Geschichte der Gesundheitsförderung
3.2 Die Gesundheitsförderung in Europa
3.3 Die Gesundheitsförderung in Deutschland
3.4 Qualitätsstandards in der Gesundheitsförderung aus Sicht der betrieblichen Gesundheitsförderung
3.4.1 Die Qualitätskriterien nach §20a SGB V
3.4.2 Die Qualitätskriterien nach DIN SPEC 91020
3.5 Die Luxemburger Deklaration und ihre Qualitätskriterien
4 METHODIK
4.1 Forschungskonzept
4.1.1 Forschungsfrage
4.1.2 Untersuchungshypothese
4.2 Der Untersuchungsablauf
4.3 Der Fragebogen als Befragungs- und Erhebungsinstrument
4.3.1 Theoretische Grundlagen
4.3.2 Vorstellung des eingesetzten Fragebogens
4.3.3 Der Pre-Test des Fragebogens
4.4 Vorstellung der befragten Unternehmen
4.5 Durchführung der Messung
4.6 Datenauswertung
4.6.1 Deskriptive Analyse
4.6.2 Testgütekriterien
4.6.3 Der Hypothesentest und die Signifikanzprüfung
5 ERGEBNISSE
5.1 Fragen zur Umsetzung der betrieblichen Gesundheitsförderung bzw. dem betrieblichen Gesundheitsmanagement
5.2 Fragen zur Planung der betrieblichen Gesundheitsförderung bzw. dem betrieblichen Gesundheitsmanagement
5.3 Fragen zum Personalwesen und zur Arbeitsorganisation
5.4 Allgemeine Fragen
5.5 Ergebnisse Hypothesentest und Signifikanz
6 DISKUSSION
6.1 Erläuterungen und Interpretation der Ergebnisse
6.1.1 Fragen zur Umsetzung der betrieblichen Gesundheitsförderung bzw. dem betrieblichen Gesundheitsmanagement
6.1.2 Fragen zur Planung der betrieblichen Gesundheitsförderung bzw. dem betrieblichen Gesundheitsmanagement
6.1.3 Fragen zum Personalwesen und zur Arbeitsorganisation
6.1.4 Allgemeine Fragen
6.2 Mögliche Ableitungen der Ergebnisse
6.3 Weiterführende Forschungsfragen
6.4 Kritische Reflektion der eigenen Vorgehensweise
6.5 Ausblick
6.6 Grenzen der Thesis
7 ZUSAMMENFASSUNG
Zielsetzung & Themen
Das Hauptziel der Master-Thesis besteht darin, ausgewählte "Best-Practice"-Modelle des betrieblichen Gesundheitsmanagements (BGM) auf ihre Einhaltung der Qualitätskriterien der Luxemburger Deklaration zu untersuchen. Im Zentrum der Arbeit steht die Forschungsfrage, ob diese Unternehmen die Kriterien der Luxemburger Deklaration kennen und in ihrer Praxis anwenden.
- Historische Entwicklung und Einordnung der globalen Gesundheitsförderung
- Analyse geltender Qualitätsstandards wie §20a SGB V und DIN SPEC 91020
- Detaillierte Untersuchung der Qualitätskriterien der Luxemburger Deklaration
- Durchführung einer empirischen Untersuchung mittels Online-Befragung bei 50 "Best-Practice"-Unternehmen
- Diskussion der Anwendungshäufigkeit und Qualität von BGM-Maßnahmen in der Praxis
Auszug aus dem Buch
Die Luxemburger Deklaration und ihre Qualitätskriterien
1996 wurde das Europäische Netzwerk für betriebliche Gesundheitsförderung (European Network for Workplace Health Promotion (ENWHP)) gegründet – zunächst mit 15 Mitgliedsstaaten aus der Europäischen Union und drei Mitgliedsstaaten aus dem Europäischen Wirtschaftsraums (ENWHP, 2003b). Basis der Arbeit des ENWHP ist das europaweite Gemeinschaftsprogramm der Europäischen Union zur betrieblichen Gesundheitsförderung (ENWHP, 2003b). In Deutschland wurde 2002 das Deutsche Netzwerk für betriebliche Gesundheitsförderung (DNBGF) gegründet, welches auf die Initiative des ENWHP zurück geht (DNBGF, o. J.).
Mit der Luxemburger Deklaration veröffentlichte 1997 (Aktualisierung 2007) die Europäischen Union eine Deklaration zur Betrieblichen Gesundheitsförderung (Goldgruber, 2012, S. 16). In dieser Deklaration wird das BGF wie folgt definiert: „Betriebliche Gesundheitsförderung (BGF) umfasst alle gemeinsamen Maßnahmen von Arbeitgebern, Arbeitnehmern und Gesellschaft zur Verbesserung von Gesundheit und Wohlbefinden am Arbeitsplatz. Dies kann durch eine Verknüpfung folgender Ansätze erreicht werden: Verbesserung der Arbeitsorganisation und der Arbeitsbedingungen, Förderung einer aktiven Mitarbeiterbeteiligung, Stärkung persönlicher Kompetenzen“ (ENWHP, 2007a).
Vor dem Hintergrund neuer Herausforderungen an die Arbeitswelt (z.B. Globalisierung, Telearbeit, Arbeitslosigkeit, Teilzeitarbeit, eine älter werdenden Belegschaft, etc.) hängt der zukünftige Erfolg der Unternehmen – stärker noch als früher – von „gut qualifizierten, motivierten und gesunden Mitarbeitern ab“ (ENWHP, 2007a). Dabei kommt dem BGF in der Vorbereitung der Mitarbeiter und Unternehmen eine zentrale Rolle zu und stellt somit eine Investition in die Zukunft dar. Demnach ist BGF „eine moderne Unternehmensstrategie und zielt darauf ab, Krankheiten am Arbeitsplatz vorzubeugen (einschließlich arbeitsbedingter Erkrankungen, Arbeitsunfälle, Berufskrankheiten und Stress), Gesundheitspotentiale zu stärken und das Wohlbefinden am Arbeitsplatz zu verbessern“ (ENWHP, 2007a).
Zusammenfassung der Kapitel
1 EINLEITUNG UND PROBLEMSTELLUNG: Einführung in das Thema der betrieblichen Gesundheitsförderung vor dem historischen Hintergrund der WHO-Konferenzen sowie Darstellung der Relevanz für moderne Unternehmen.
2 ZIELSETZUNG: Definition der Hauptziele der Arbeit, Präzisierung der Forschungsfrage hinsichtlich der Einhaltung von Qualitätsstandards und Erläuterung der methodischen Eingrenzung auf drei spezifische Teilaspekte.
3 GEGENWÄRTIGER KENNTNISSTAND: Umfassende Literaturübersicht zur Geschichte der Gesundheitsförderung, nationalen und europäischen Rechtsgrundlagen sowie Detaillierung der Qualitätskriterien nach §20a SGB V, DIN SPEC 91020 und der Luxemburger Deklaration.
4 METHODIK: Beschreibung des explorativen Forschungsdesigns, des Aufbaus der quantitativen Online-Befragung bei 50 Unternehmen, der Stichprobenauswahl sowie der verwendeten statistischen Auswertungsverfahren inklusive Hypothesenbildung.
5 ERGEBNISSE: Darlegung der gewonnenen Daten aus der Befragung der 18 teilnehmenden Unternehmen, unterteilt in die Themenblöcke Umsetzung, Planung, Personalwesen und Arbeitsorganisation sowie allgemeine Angaben.
6 DISKUSSION: Interpretation der deskriptiven Analyseergebnisse im Hinblick auf die Einhaltung der Luxemburger Deklaration, kritische Reflexion des eigenen Vorgehens, Benennung von Forschungsgrenzen sowie ein Ausblick auf zukünftige Entwicklungen.
7 ZUSAMMENFASSUNG: Kurze Rekapitulation der wichtigsten Erkenntnisse aus Theorie und empirischer Untersuchung sowie Bestätigung des Bedarfs an weiterer Forschung zur Qualitätskontrolle im BGM.
Schlüsselwörter
Betriebliche Gesundheitsförderung, BGF, Betriebliches Gesundheitsmanagement, BGM, Luxemburger Deklaration, Qualitätskriterien, Arbeitssicherheit, Gesundheitsmanagement, Prävention, Gesundheitsressourcen, Unternehmensstrategie, Mitarbeiterbeteiligung, Arbeitsorganisation, Gesundheitsindikatoren.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert, inwieweit Unternehmen, die als "Best-Practice" im betrieblichen Gesundheitsmanagement ausgezeichnet sind, die Qualitätskriterien der Luxemburger Deklaration tatsächlich in ihrer operativen Praxis umsetzen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die Untersuchung konzentriert sich primär auf die Aspekte Personalwesen und Arbeitsorganisation, die strategische Planung betrieblicher Gesundheitsförderung sowie die systematische Umsetzung von BGM-Maßnahmen.
Was ist das primäre Ziel der Studie?
Das Hauptziel ist die empirische Überprüfung der Anwendung dieser spezifischen Qualitätsstandards, um den tatsächlichen Grad der Umsetzung in der Praxis von Best-Practice-Unternehmen zu evaluieren.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Es wurde ein exploratives, quantitatives Forschungsdesign gewählt. Daten wurden mittels eines speziell für diese Arbeit entwickelten, computergestützten Fragebogens bei 50 Unternehmen erhoben und anschließend deskriptiv ausgewertet.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Aufarbeitung des Kenntnisstandes zur Gesundheitsförderung, die Methodik der Datenerhebung, die detaillierte Ergebnisdarstellung der Umfrage sowie eine kritische Diskussion der gewonnenen Daten.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind betriebliche Gesundheitsförderung (BGF), betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM), Luxemburger Deklaration, Qualitätsstandards, Prävention und Partizipation.
Welche Rolle spielt die Luxemburger Deklaration in der Analyse?
Sie dient als normativer Referenzrahmen. Die im Fragebogen abgefragten Kriterien orientieren sich direkt an den in der Deklaration definierten Mindestanforderungen für ein qualitativ hochwertiges BGM.
Welche Kritik übt die Autorin an der eigenen Vorgehensweise?
Die Autorin reflektiert kritisch die geringe Stichprobengröße, die mangelnde Repräsentativität für die Grundgesamtheit, den Befragungszeitraum in den Sommerferien sowie die Notwendigkeit einer weiteren Modifikation des Befragungsinstrumentes für zukünftige Studien.
- Quote paper
- Silke Waegener (Author), 2013, Die Luxemburger Deklaration in der Anwendung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/270542