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Die päpstliche Gewalt und ihre Legitimation im Mittelalter

Titel: Die päpstliche Gewalt und ihre Legitimation im Mittelalter

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2013 , 26 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Annika Beermann (Autor:in)

Geschichte Europas - Mittelalter, Frühe Neuzeit
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Diese Haupmodul-Arbeit beschäftigt sich mit der kirchlichen Gewalt im Mittelalter.
Die zentrale Fragestellung ist:
Wie kann der Papst als Oberhaupt einer friedlichen Religion Kriege und Gewalt legitimieren?

Dabei werden die Päpste Gregor VII und Urban II beleuchtet.
Gregor VII hat mit dem Dictatus Papae (im Rahmen des Investiturstreits) neue Maßstäbe für die Rechte der Päpste geltend gemacht.
Außerdem führte er erste Kreuzzugsgedanken an, die Urban II mit dem ersten Kreuzzug ins Heilige Land ausführte.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Macht des Papstes im Mittelalter

2.1 Macht des Papstes vor der Kirchenreform

2.2 Die Kirchenreform im 11. Jahrhundert

2.3 Selbstverständnis des Papstes: Dictatus papae

3. Päpstliche Gewalt und Reaktionen darauf

3.1 Vor dem Reformpapsttum

3.2 Die ersten Reformpäpste

3.3 Gregor VII. und sein weltlicher Machtkampf

3.4 Der erste Kreuzzug: von Gregor VII. bis zur Ausführung unter Urban II.

4. Die Legitimation der Gewalt

4.1 Gregor VII.

4.2 Urban II.

5. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den Wandel der kirchlichen Haltung zur Gewalt im 11. Jahrhundert unter den Reformpäpsten Gregor VII. und Urban II. Dabei wird insbesondere analysiert, wie diese Päpste Gewalt legitimierten, welche Rolle das neue Papstverständnis – dokumentiert im Dictatus papae – spielte und wie der Übergang von der Gewalt gegen innerkirchliche Ungehorsame hin zur Gewalt gegen externe "Ungläubige" im Rahmen der Kreuzzüge vollzogen wurde.

  • Stellung der Kirche zur Gewalt im 11. Jahrhundert
  • Die Reformpäpste Gregor VII. und Urban II.
  • Legitimation von Gewalt auf biblischer Basis
  • Das neue Selbstverständnis des Papsttums
  • Die Entstehung und ideologische Begründung der Kreuzzüge

Auszug aus dem Buch

3.3 Gregor VII. und sein weltlicher Machtkampf

Gregor VII. ist wohl der bekannteste Reformpapst und auch der entschlossenste in der Durchsetzung seiner Reformen. Seine Gewalttheorie ist die Legitimations-Basis für die kirchliche Gewalt in den darauffolgenden Jahrhunderten, da sie „sehr allgemein angelegt war und grundsätzlich gegen alle gerichtet werden konnte, die sich Ungehorsam […] zuschulden kommen ließen.“

Hier wird bereits deutlich, gegen wen Gregor Gewalt ausübt: gegen Ungehorsame.

Grundsätzlich äußert sich Gregor oft positiv gegenüber von Gewalt und benutzt sehr oft Vergleiche, die er aus dem Kriegshandwerk nimmt, denn „er war Kriegsmann ebensosehr wie Priester und Politiker“. Auch gewalttätige Stellen in der Bibel sind ihm durchaus geläufig und werden von ihm oft wiedergegeben, wie zum Beispiel: „verflucht sei, der sein Schwert aufhält, daß es nicht Blut vergieße!“ Er fordert damit in erster Linie die Herzöge auf, für die Kirche zu kämpfen; es sollen also kirchliche Kriege durch weltliche Herrscher ausgeführt werden. Er vertritt aber auch die Auffassung, dass Priester im Auftrag von Gott Gewalt anwenden dürfen, was den bisherigen Gewohnheiten widerspricht.

Nach Heinrichs zweiter Bannung fordert er sogar in einem Gebet ein Urteil von den Aposteln, das den König in Form von physischer Gewalt empfangen sollte. „Mehr als irgendein Führer hat er die Hemmungen überwunden, die die Kirche […] von kriegerischer Predigt und kriegerischem Auftreten zurückgehalten hatten.“ Auch die Anwendung von physischem Zwang zur Durchsetzung seiner Pläne ist für Gregor VII. „eine durchaus präsente Option.“

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung thematisiert die Wahrnehmung von Religion und Gewalt im Kontext des Christentums und umreißt die Untersuchung der päpstlichen Haltung zur Gewalt unter Gregor VII. und Urban II. sowie deren Legitimation.

2. Die Macht des Papstes im Mittelalter: Dieses Kapitel behandelt die Abhängigkeit des Papsttums vor der Kirchenreform und analysiert die mit der Reform einhergehenden Veränderungen sowie das päpstliche Selbstverständnis anhand des Dictatus papae.

3. Päpstliche Gewalt und Reaktionen darauf: Das Kapitel untersucht den Wandel der Kirche von einer friedliebenden zu einer kriegführenden Institution, analysiert das Handeln der frühen Reformpäpste und beleuchtet Gregors Machtkampf sowie die Anfänge des Kreuzzugsgedankens.

4. Die Legitimation der Gewalt: Hier wird detailliert dargestellt, wie Gregor VII. und Urban II. Gewalt durch spezifische Auslegung alttestamentlicher Texte sowie ihre neu gewonnene Machtfülle biblisch begründeten.

5. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass Gregor VII. die theoretische Basis und den Grundstein für die kirchliche Gewaltausübung legte, während Urban II. diese durch den Kreuzzug zur Anwendung brachte und so die Stellung des Papstes festigte.

Schlüsselwörter

Päpstliche Gewalt, Kirchenreform, Gregor VII., Urban II., Dictatus papae, Kreuzzug, Legitimation, Gewaltanwendung, Investiturstreit, Reformpapsttum, Bibelinterpretation, Exkommunikation, Papsttum, Mittelalter, Häresie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert, wie sich die Haltung der römisch-katholischen Kirche gegenüber Gewalt während des 11. Jahrhunderts, insbesondere unter den Reformpäpsten, verändert hat und wie diese Gewalt theologisch und rechtlich legitimiert wurde.

Welches sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die Kirchenreform, das päpstliche Selbstverständnis, die Entstehung der Kreuzzugsideologie sowie die Nutzung der Bibel zur Rechtfertigung kriegerischer Handlungen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es herauszuarbeiten, auf welcher gemeinsamen Basis Gregor VII. und Urban II. agierten, um die Stellung des Papstes durch eine neue Theorie der Gewaltausübung grundlegend zu verändern.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine historische Analyse, die Primärquellen – insbesondere den Dictatus papae – sowie einschlägige geschichtswissenschaftliche Literatur auswertet.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil behandelt die Machtverhältnisse vor der Reform, das neue Selbstverständnis des Papsttums, Gregors Kampf gegen den "Ungehorsam" und den Übergang unter Urban II. zur Gewalt gegen "Ungläubige" im Ersten Kreuzzug.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Begriffe sind Päpstliche Gewalt, Reformpapsttum, Legitimation, Dictatus papae und Kreuzzüge.

Welche Bedeutung hat das Dictatus papae für die Argumentation des Autors?

Es dient als zentrale Quelle, um zu belegen, wie Gregor VII. seine universale Machtanspruchsposition definierte, die später als Grundlage für die Legitimation der päpstlichen Gewalt diente.

Wie unterscheidet sich die Legitimationsstrategie von Gregor VII. von derjenigen Urbans II.?

Während Gregor VII. Gewalt primär gegen innerkirchliche Ungehorsame einsetzte, weitete Urban II. das Modell auf den Kampf gegen externe Feinde, insbesondere Muslime und Juden, aus.

Ende der Leseprobe aus 26 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Die päpstliche Gewalt und ihre Legitimation im Mittelalter
Hochschule
Universität Bielefeld  (Fachbereich Geschichtswissenschaft)
Veranstaltung
Hauptmodul Vormoderne
Note
1,0
Autor
Annika Beermann (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2013
Seiten
26
Katalognummer
V270610
ISBN (eBook)
9783656619543
ISBN (Buch)
9783656619536
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Papst Mittelalter Gewalt Kirche Kreuzzug Kreuzzüge Legitimation Christentum Religion Gregor Urban Urban II Vormoderne Religionskrieg Dictatus Papae Investiturstreit Heinrich Canossa Investitur Heinrich IV Gregor VII.
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Annika Beermann (Autor:in), 2013, Die päpstliche Gewalt und ihre Legitimation im Mittelalter, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/270610
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  26  Seiten
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