Der Umgang von Kindertageseinrichtungen mit den hohen Anforderungen in Bildungsplänen


Hausarbeit, 2013
12 Seiten, Note: 3,0

Leseprobe

INHALTSVERZEICHNIS

1 Einleitung

2 Die Bildungspläne
2.1 Allgemeines
2.1.1 Konzeption und Inhalt
2.1.2 Bewertung/Fazit
2.1.3 Die Trierer Begleitstudien
2.2 Der bayrische Bildungs- und Erziehungsplan
2.2.1 Allgemeines
2.2.2 Basiskompetenzen
2.2.3 Interkulturelle Erziehung
2.3 Fazit

3 ErzieherInnenausbildung

4 Professionalisierung der Fachkräfte

5 Konkrete Umsetzungsbeispiele
5.1 räumliche Bedingungen
5.2 ErzieherIn-Kind-Interaktion
5.3 Planung/Organisation

6 Schlusswort

7 Literaturverzeichnis

1 Einleitung

Wenn man sich den heutigen Kindergartenalltag anschaut, geht es nicht mehr nur ums spielen, essen, waschen, toben, schlafen. Die Kinder sollen vielfältig gefördert und in ihrer Entwicklung vorangebracht werden, sollen verschiedene Kompetenzen und Fähigkeiten erlernen, sollen auf das Leben in der Gesellschaft vorbereitet werden. Dazu zählt natürlich auch der Umgang mit anderen Kulturen, fremden Sprachen, anderen Sitten und Bräuchen, anderen Hautfarben und Lebensformen. Sie sollen also interkulturell gebildet und sensibilisiert werden. Und das alles schon in Krippe oder Kindergarten.

2 Die Bildungspläne

2.1 Allgemeines

Als Reaktion auf die Ergebnisse der PISA-Studien erstellten alle Bundesländer zwischen 2002 und 2006 Bildungspläne für das pädagogische Arbeiten im Kinder-garten (vgl. Peucker u.a. 2010). Die Bildungspläne lassen sich unterscheiden in die der ersten Generation, in denen eine höhere Bildungsqualität als Ziel festgelegt wurde und der Erziehungs- und Bildungsauftrag in den Kindergärten konkretisiert wurde (vgl. Textor 2010). In den Bildungsplänen der zweiten Generation, wurde eine größere Altersspanne mit ihren Übergängen betrachtet, wobei nicht mehr nur die Kindertageseinrichtung im Vordergrund steht, sondern auch andere Orte des Lernens beachtet werden (vgl. ebd.). Die Erziehung und Bildung sollte im Vordergrund stehen und die Eigenständigkeit des Erziehungs- und Bildungsauftrags wurde betont, gleichzeitig jedoch wurde diskutiert, ob dies nicht zu einer Verschulung führen würde. Es wurde auch kritisiert, dass die frühkindliche Betreuung und Erziehung zu stark auf ihre spätere Nützlichkeit in der Schule und im Arbeitsleben ausgerichtet ist.

2.1.1 Konzeption und Inhalt

Die Bildungspläne enthalten Elemente des Situationsansatzes und dem soziokonstruktivistischen Ansatz: "[…] jeder Lern- und Bildungsprozess [ist] ein Akt der Selbstbildung" (Wehrmann 2006). Einfluss zeigten auch die Qualitätsdebatten der 1990er Jahre, denn der Staat bzw. die Bundesländer setzten erstmals Standards für die Bildungsarbeit in Kindergärten und geben Impulse für die pädagogische Arbeit in der Praxis.

2.1.2 Bewertung/Fazit

Zentral bleibt natürlich die Frage, was genau sich durch die Einführung der Bildungs-pläne in den Kindergärten verändert hat. Wichtig ist hierbei zu sagen, dass die Pläne allgemein positiv aufgenommen wurden, da sie auch zu einer Aufwertung des Erzieherberufs geführt haben. Weitere wichtige Punkte sind die Konzeptions-entwicklung, die Arbeit in Kleingruppen, die Raumgestaltung und die Ausgestaltung von Material und Angeboten für die Kinder (vgl. Peucker u.a. 2010). Als grundlegendes Problem gilt jedoch weiterhin die Fülle an Aufgaben durch die Umsetzung der Bildungspläne mit den bestehenden Ressourcen zu bewältigen (vgl. ebd.).

2.1.3 Die Trierer Begleitstudien

Die Trierer Begleitstudien wurden von den Bundesländern Niedersachsen, Rheinland-Pfalz und Schleswig-Holstein in Auftrag gegeben und an der Universität Trier unter der Leitung von Prof. Dr. Michael-Sebastian Honig durchgeführt. Es wurde schriftlich nachgefragt, wie die Bildungspläne von den pädagogischen Fachkräften aufgegriffen und welche Folgen das für die pädagogischen Konzepte vor Ort hatte (vgl. Schreiber 2009).

Die Ergebnisse waren, dass sich in den untersuchten Bundesländern circa die Hälfte der Einrichtungen lediglich in mittlerem Maßen mit den Bildungsplänen befasst hat, nur ein Viertel nutzte die Pläne intensiv für die eigene pädagogische Konzeption, die Fortbildungsangebote und Fachberatungen wurden jedoch als nützlich empfunden (vgl. ebd.). Bei den Eltern hatten lediglich 45 Prozent von dem neuen Bildungsplan gehört, doch speziell die neuen, beispielsweise naturwissenschaftlichen Elemente, wurden von den Eltern als positiv betrachtet. Den Bildungserwartungen der Eltern kommen die Inhalte der Bildungspläne entgegen, wobei die Kommunikation derselben jedoch sehr zu wünschen übrig ließ, denn die Fachkräfte setzten die Pläne nur sehr zurückhaltend im pädagogischen Alltag um.

2.2 Der bayrische Bildungs- und Erziehungsplan

2.2.1 Allgemeines

Zielsetzung des bayrischen Bildungs- und Erziehungsplan ist es, den Fachkräften eine bestmögliche Umsetzung des gesetzlichen Bildungs- und Erziehungsauftrages in den Kindertageseinrichtungen zu ermöglichen. Der bayrische Bildungs- und Erziehungsplan besteht aus Prinzipien, die für die Förderung der kindlichen Lern- und Erziehungsprozesse handlungsleitend sind und Basis - Kompetenzen, die in der frühen Kindheit vermittelt werden sollen (vgl. Fthenakis 2006). Das Hauptanliegen ist die Umsetzung themenübergreifender und -bezogener Förderschwerpunkte, die Basiskompetenzen vermitteln sollen (vgl. ebd.). Weiterhin gibt der Plan einen Kontext vor, in die Bildung und Erziehung von Kindern erfolgt (vgl. ebd.). Dem Plan liegt das Prinzip zugrunde, dass frühes Lernen ein Grundstein lebenslangen Lernens ist und dass nicht der Wissenserwerb, sondern die Vermittlung lernmethodischer Kompetenzen in Vordergrund stehen sollte (vgl. ebd.). Auch die Anerkennung von individuellen Unterschieden, wie Geschlecht, Herkunft, Alter, Lebensweise oder Religion, steht im Mittelpunkt, sowie die Tatsache, dass sozialer Ausgrenzung angemessen zu begegnen ist (vgl. ebd.).

2.2.2 Basiskompetenzen

Den Kindern sollen personale Kompetenzen, Kompetenzen zum Handeln im sozialen Kontext, lernmethodische Kompetenzen und ein kompetenter Umgang mit Veränderungen und Belastungen vermittelt werden (vgl. Fthenakis 2006). Zu den personalen Kompetenzen zählen die Selbstwahrnehmung (Selbstwertgefühl), motivationale Kompetenzen (Selbstwirksamkeit, Neugier), kognitive Kompetenzen (Denk- und Problemlösefähigkeit) und physische Kompetenzen (Grob- und Feinmotorik) (vgl. ebd.). Zu den Kompetenzen zum Handeln im sozialen Kontext zählen soziale Kompetenzen (Empathie), die Entwicklung von Werten und Orientierungskompetenz (moralische Urteilsbildung) und die Fähigkeit und Bereitschaft zur Verantwortungsübernahme und demokratischen Teilhabe (vgl. ebd.). Zur lernmethodischen Kompetenz zählt das Lernen, wie man lernt und unter dem kompetenten Umgang mit Veränderungen und Belastungen versteht man die Widerstandsfähigkeit.

[...]

Ende der Leseprobe aus 12 Seiten

Details

Titel
Der Umgang von Kindertageseinrichtungen mit den hohen Anforderungen in Bildungsplänen
Hochschule
Universität Augsburg
Veranstaltung
Aktuelle Herausforderungen der interkulturellen Pädagogik
Note
3,0
Autor
Jahr
2013
Seiten
12
Katalognummer
V270661
ISBN (eBook)
9783656621379
ISBN (Buch)
9783656621539
Dateigröße
448 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
interkulturelle Pädagogik, aktuelle Herausforderungen, Bildungspläne, Kindertageseinrichtungen, Anforderungen, Bildungsplan
Arbeit zitieren
Daniela Kuck (Autor), 2013, Der Umgang von Kindertageseinrichtungen mit den hohen Anforderungen in Bildungsplänen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/270661

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