Das Thema dieser Arbeit lautet: Das Ruhrgebiet – eine Altindustrieregion im Wandel.
Dabei macht schon dieser Probleme und es stellt sich sogleich die Frage: Was ist eine Altindustrieregion und inwiefern trifft dies auf das Ruhrgebiet zu? Weiterhin steht die Frage im Raum, ob und wie sich dieser Wandel vollzieht bzw. vollzogen hat.
In dieser Arbeit soll zunächst die Entwicklung des Ruhrgebiets von der ersten Kohleförderung bis heute dargestellt werden. Danach wird auf die Charakteristika einer Altindustrieregion eingegangen und inwieweit diese im Ruhrgebiet zu finden sind. Im weiteren Verlauf werden die Hemmnisse, sowohl inner regionale als auch außer regionale, herausgearbeitet und die Gegenmaßnahmen, sowie die Ergebnisse derselben dargestellt.
Inhaltsverzeichnis
A. EINLEITUNG
B. ABGRENZUNG DES RUHRGEBIETS
I. ADMINISTRATIVE ABGRENZUNG
II. NATURRÄUMLICHE ABGRENZUNG
III. ZONALE GLIEDERUNG
C. NATUR- UND KULTURRAUM DES RUHRGEBIETS
I. ENTWICKLUNG DES BERGBAUS - NORDWANDERUNG
II. FOLGEN DES BERGBAUS FÜR DIE NATUR
III. STADTENTWICKLUNG
D. HEUTIGE NUTZUNGSFORMEN - STRUKTURWANDEL
I. KONZEPT UND ZIELE DER IBA
II. AUSGEWÄHLTE PROJEKTE DER IBA
1. Industriedenkmal Gasometer
2. Landschaftspark Duisburg-Nord
3. Wissenschaftspark Gelsenkirchen
4. Industriedenkmal Zeche Zollverein – Schacht XII
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Diese Arbeit untersucht den Strukturwandel des Ruhrgebiets von einer industriell geprägten Montanregion hin zu einer Kulturlandschaft, wobei das Ziel darin besteht, den Wandel von einem negativ besetzten Image hin zu einer touristisch und ökonomisch neu ausgerichteten Region aufzuzeigen.
- Historische Entwicklung des Bergbaus und dessen Nordwanderung
- Ökologische Auswirkungen des Bergbaus auf Natur und Landschaft
- Strukturelle städtebauliche Veränderungen im Zuge der Industrialisierung
- Die Rolle der Internationalen Bauausstellung (IBA) Emscher Park als Impulsgeber
- Konkrete Nachnutzungskonzepte für industrielle Anlagen als Industriedenkmäler
Auszug aus dem Buch
1. Industriedenkmal Gasometer
Der Gasometer ist ein Speichergebäude für Gichtgas der ehemaligen Gutehoffnungshütte in Oberhausen. Er hat ein Nutzvolumen von 347000 m³, eine Höhe von 117,5 m, einen Durchmesser von 67,6 m und einen Umfang von 210 m. Der Gasometer wurde 1929 in Betrieb genommen und war bis 1988 in aktiv. Mit einer kleinen Unterbrechungsdauer von 1945-50 wurde er die ganze Zeit industriell genutzt. Mit der Stilllegung 1988 stellte sich die Frage nach dem Abriss oder dem Erhalt des Gasometers. Es wurden Vorschläge zur weiteren Nutzung unterbreiten, u.a. als überdimensionale Cola-Dose für Werbezwecke, Regallager, Weltraummuseum oder als Indoor-Golfanlage.
1992 wurde für den Erhalt entschieden, da zum einen vom IBA - Initiator die Idee für ein Museum kam und zum anderen das „CentrO“, ein Einkaufzentrum, in der Nähe geplant war, das die nötigen Besucher anlocken konnte. Somit wurde der Gasometer an die Stadt übergeben, nicht verkauft! Der Eigentümer zahlte sogar noch fast 2 Mio. DM für die nicht nötigen Abrisskosten und gleichzeitig als Förderung des Umbaus. Heute dient der Gasometer als Museum für die Industriekultur, als Ausstellungsgebäude und als Landmarke. Seit dem fertigen Umbau 1994 fanden jedes Jahr bedeutende Ausstellungen darin statt, u.a. „Feuer und Flamme“ (1994/95), Christo und Jean-Claudes mit „the wall“ (1999) zum IBA-Finale und „Der Ball ist Rund“ (2000) zum Jubiläum des DFB.
Zusammenfassung der Kapitel
A. EINLEITUNG: Einführung in die Problematik des veralteten Images der Region und Vorstellung des Zieles, den industriellen Strukturwandel und die Rolle der IBA zu beleuchten.
B. ABGRENZUNG DES RUHRGEBIETS: Erörterung der Schwierigkeiten einer eindeutigen administrativen, naturräumlichen und zonalen Definition des Ruhrgebiets.
C. NATUR- UND KULTURRAUM DES RUHRGEBIETS: Analyse der historischen Bergbauentwicklung, der ökologischen Folgeschäden sowie der daraus resultierenden chaotischen Siedlungsstrukturen.
D. HEUTIGE NUTZUNGSFORMEN - STRUKTURWANDEL: Darstellung der Internationalen Bauausstellung Emscher Park und Analyse ausgewählter Leuchtturmprojekte als Instrument des Imagewandels.
Schlüsselwörter
Ruhrgebiet, Industriekultur, Strukturwandel, Bergbau, IBA Emscher Park, Industriedenkmal, Gasometer, Landschaftspark Duisburg-Nord, Wissenschaftspark Gelsenkirchen, Zeche Zollverein, Nordwanderung, Regionalentwicklung, Kulturlandschaft.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Transformation des Ruhrgebiets von einem traditionellen Montanstandort zu einer modernen Kulturlandschaft.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die zentralen Themen sind die historische Bergbauentwicklung, der Umgang mit industriellen Altlasten, der städtebauliche Wandel und die Revitalisierung durch Strukturprogramme.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie das Ruhrgebiet durch gezielte Projekte wie die IBA sein negatives Image ablegen und sich als Standort für Kultur und Tourismus neu positionieren konnte.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine historisch-geographische Analyse, kombiniert mit einer Evaluierung von Strukturwandelprojekten unter Verwendung von Fachliteratur und Dokumentationen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Abgrenzung der Region, die Analyse der durch den Bergbau geprägten Natur- und Kulturlandschaft sowie die detaillierte Vorstellung spezifischer IBA-Großprojekte.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Strukturwandel, Industriekultur, Bergbau, Emscher Park und Kulturlandschaft charakterisiert.
Warum spielt die IBA Emscher Park eine so zentrale Rolle im Text?
Die IBA wird als entscheidendes Instrument und „Werkstatt für die Zukunft“ hervorgehoben, das durch 120 Einzelprojekte neue Nutzungsformen für Industrieflächen schuf.
Welchen Zweck verfolgt die Stiftung Zollverein konkret?
Die Stiftung hat den Zweck, das Welterbe zu erhalten, industriehistorische Führungen anzubieten sowie Lehre und Forschung rund um das Denkmal zu fördern.
- Citation du texte
- Diplom-Geograph Univ. Bernd Stummer (Auteur), 2001, Industriekultur oder industrielle Kulturlandschaft? - Das Beispiel Ruhrgebiet, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/27068