Industriekultur oder industrielle Kulturlandschaft? - Das Beispiel Ruhrgebiet


Seminararbeit, 2001
12 Seiten, Note: 2,0

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis:

A. Einleitung

B. Abgrenzung des Ruhrgebiets
I. Administrative Abgrenzung
II. Naturräumliche Abgrenzung
III. Zonale Gliederung

C. Natur- und Kulturraum des Ruhrgebiets
I. Entwicklung des Bergbaus - Nordwanderung
II. Folgen des Bergbaus für die Natur
III. Stadtentwicklung

D. Heutige Nutzungsformen - Strukturwandel
I. Konzept und Ziele der IBA
II. Ausgewählte Projekte der IBA
1. Industriedenkmal Gasometer
2. Landschaftspark Duisburg-Nord
3. Wissenschaftspark Gelsenkirchen
4. Industriedenkmal Zeche Zollverein – Schacht XII

E. Zusammenfassung

F. Literaturverzeichnis

A. Einleitung

Das Ruhrgebiet. Eine Region in Deutschland, die durch rauchende Schlote, glühenden Stahl und dreckige Luft bekannt ist. Dieses Bild trifft heute aber nicht mehr zu. Mit der Kohle- und Stahlkrise bekommt das Ruhrgebiet ein anderes Aussehen und soll auch ein anderes Image bekommen. In dieser Arbeit wird nun zunächst die Entwicklung des Ruhrgebiets und somit des Bergbaus in der Region dargestellt. Danach wird auf die Folgen für die Natur und Kultur eingegangen. Und gegen Ende natürlich auf die Maßnahmen zur Beseitigung derselben. Insbesondere ist hier die Internationale Bauausstellung zu nennen, die einen wesentlichen Anteil am Imagewandel des Ruhrgebiets hat, und mit einigen Großprojekten vorgestellt wird.

B. Abgrenzung des Ruhrgebiets

Das Ruhrgebiet kann nach[1] verschiedenen Gesichtspunkten abgegrenzt werden. Im folgenden Abschnitt geschieht dies nach administrativen, naturräumlichen und zonalen Gesichtspunkten.

I. Administrative Abgrenzung

Zunächst einmal muss gesagt werden, dass die Abgrenzung des Ruhrgebiets recht schwierig ist. Dies ist auch darauf zurückzuführen, dass das Ruhrgebiet kein politisches Gebilde darstellt. Das Ruhrgebiet liegt zwar im Bundesland Nordrhein-Westfalen, aber es gehört nicht zu einem Kreis oder einem Regierungsbezirk. Somit ist eine Abgrenzung problematisch. Im Allgemeinen wird heute das Verbandsgebiet des Kommunalverbandes Ruhrgebiet (KVR) als Ruhrgebiet bezeichnet. Somit besteht das Ruhrgebiet aus 11 kreisfreien Städten und vier Kreisen (vgl. Abbildung Deckblatt). Es umfasst eine Fläche von ca. 4434 km² und es leben dort ca. 5,5 Mio. Einwohner.

II. Naturräumliche Abgrenzung

Ebenso wie bei der administrativen Abgrenzung ist eine genaue naturräumliche Abgrenzung schwierig. Das Ruhrgebiet hat Anteil an drei Großeinheiten des Naturraumes: Im Süden das rheinische Schiefergebirge mit der Untereinheit Bergisch-Sauerländisches Gebirge, im Norden das Münsterländer Becken mit der Untereinheit Westfälische Bucht und im Westen das Niederrheinische Tiefland mit der Untereinheit Mittlere Niederrheinebene. Das Ruhrgebiet durchfließen vier bedeutende Flüsse: der Rhein, die Ruhr, die Emscher und die Lippe. Diese dienen unter anderem zur zonalen Gliederung des Ruhrgebiets.

III. Zonale Gliederung

Die zonale Gliederung erfolgt wie schon erwähnt vor allem nach den Flüssen. Weiterhin auch nach der Entwicklung und der Nordwanderung des Bergbaus, auf den später noch eingegangen wird. Somit ergibt sich eine zonale Gliederung von Süd nach Nord: Ganz im Süden liegt die Ruhrzone. Diese umfasst ein Gebiet etwas nördlich und vor allem südlich einer Achse durch die Städte Kettwig – Hattingen – Witten. Daran schließt sich die Hellwegzone weiter nördlich an. Sie umfasst ebenfalls ein Gebiet um eine Städteachse Duisburg – Essen – Bochum – Dortmund und zwar den südlichen Teil bis zur Ruhr und einen kleine Teil nördlich der Achse. Noch weiter im Norden folgt dann die Emscherzone. Diese Zone umfasst das Gebiet südlich der Emscher bis zu einer Parallelachse derselben in Höhe Gelsenkirchen und das nördliche Gebiet der Emscher bis in Höhe Recklinghausen. Ganz im Norden liegt dann die Lippezone. Sie umfasst das Gebiet nördlich der Lippe und das südliche Gebiet bis Recklinghausen.

C. Natur- und Kulturraum des Ruhrgebiets

I. Entwicklung des Bergbaus - Nordwanderung

Der Bergbau im[2] Ruhrgebiet begann in der Ruhrzone. Dort wurde schon seit dem Mittelalter die an der Erdoberfläche anstehende Magerkohle abgebaut. Dies geschah vor allem zur Eigenbedarfsdeckung und somit entstanden auch nur kleinbetriebliche Strukturen. Mit der Erfindung der Dampfmaschine ca. 1800 konnten erste Tiefbauschächte genutzt werden und die Nordwanderung des Bergbaus begann.

Der Bergbau in der Hellwegzone begann ca. 1850 und dauerte ungefähr 100 Jahre an. Da die Kohle nun nicht mehr im Tagebau abgebaut werden konnte, mussten Schächte gegraben werden. Dadurch wurde der Abbau kostenintensiver und man schloss sich zu Großzechen und größeren Betrieben zusammen. Durch den Fettkohleabbau, entstanden gleich in der Nähe der Zechen Kokereien und eisengewinnende Betriebe. Somit wurde das Gebiet durch den Bergbau geprägt. Heute gibt es keine fördernden Zechen mehr in der Hellwegzone. Dennoch sind die Hinterlassenschaften noch zu sehen, z.B. Backsteinbauten der Zechengebäude oder Fördergerüste aus Stahl. Ab 1870 entstanden in der Emscherzone erste Schachtanlagen. Da das Gebiet bis dahin weitgehend unbewohnt war, begann ein rücksichtsloser Abbau der Kohle. Die Zechen wurden mit Großschachtanlagen versehen. Ebenso entstanden viele Industriebetriebe auf zum Teil riesigen Flächen. Durch die Mechanisierung und den Einsatz von Dynamit unter Tage wurden enorme Flächen für den Abraum, d.h. die Mengen an Nebengestein, benötigt. Diese „Berge-Halden“ prägen noch immer die Landschaft. Heute ist in der Emscherzone keine Zeche mehr fördernd, nur die Industriebetriebe sind zum größten Teil noch aktiv, da sie nicht weiter mit nach Norden gezogen sind.

Mit Beginn des 20. Jahrhunderts begann der Abbau der Kohle in der Lippezone. Vor allem nach dem II. Weltkrieg wurde mit dem Abbau nördlich der Lippe und am linken Niederrhein begonnen. Der Förderung erfolgt hier aus bis zu 1500 m Tiefe. Dennoch gibt es hier wenige oberirdische Anlagen, da die Förderung durch unterirdische Anschlussbergwerke bis in die Emscherzone erfolgt. Bis auf vereinzelte chemische Betriebe ergab sich somit kaum eine Prägung der Landschaft durch den Bergbau. Heute befinden sich in der Lippezone die meisten noch aktiven Zechen.

[...]


[1] v.a. nach Hücherig, R. 1992, S. 18 ff. und www.route-industriekultur.de

[2] v.a. nach www.route-industriekultur.de und Hücherig, R. 1992, S. 19 ff.

Ende der Leseprobe aus 12 Seiten

Details

Titel
Industriekultur oder industrielle Kulturlandschaft? - Das Beispiel Ruhrgebiet
Hochschule
Universität Augsburg  (Institut f. Geographie)
Veranstaltung
Mittelseminar Historische Geographie
Note
2,0
Autor
Jahr
2001
Seiten
12
Katalognummer
V27068
ISBN (eBook)
9783638292085
ISBN (Buch)
9783638831260
Dateigröße
600 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Industriekultur, Kulturlandschaft, Beispiel, Ruhrgebiet, Mittelseminar, Historische, Geographie
Arbeit zitieren
Diplom-Geograph Univ. Bernd Stummer (Autor), 2001, Industriekultur oder industrielle Kulturlandschaft? - Das Beispiel Ruhrgebiet, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/27068

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