Meine Motivation für die Auseinandersetzung mit der Schule für Kranke begründet sich in meinem großen Interesse an diesem Berufsfeld einer. Herangeführt wurde ich an dieses Thema durch Seminarschwerpunkte im meinem Förderschwerpunkt Emotionale-soziale Entwicklung im Rahmen meines Studiums an der TU Dortmund. Leider gibt es keinen Schwerpunkt oder gar eine spezielle Ausbildung für diese Schulform. Zwei Praktika an einer Schule für Kranke und gegenwärtiger Kontakt und Austausch zu dieser, machen das Arbeitsfeld spannend und interessant für mich und geben mir darüber hinaus Anlass mich damit auseinanderzusetzen.
An dieser Stelle möchte ich mich für die schnelle, freundliche und zahlreiche Unterstützung der Schulen bedanken. Mein besonderer Dank geht an eine Lehrkraft aus der Schule für Kranke, die mich mit ihren Erfahrungen bei der Gestaltung des Fragebogens liebevoll unterstützt hat. Aus persönlichem Interesse und aktuellem Anlass möchte ich mich im daher Rahmen dieser Arbeit mit den allgemeinen Anforderungen und dem individuellem Kooperationserleben an Schulen für Kranke auseinandersetzen.
Ziel dieser Arbeit ist es, einen Überblick über die aktuelle Situation aus Sicht der Lehrkräfte zu geben und damit einen Beitrag zur aktuellen Diskussion um den Stand der Schule für Kranke zu leisten.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
1 Schule für Kranke
1.1 Historischer Abriss
1.2 Rahmenbedingungen und rechtliche Grundlagen
1.3 Aufgaben und Ziele
1.4 Schüler an Schulen für Kranke und ihre Krankheitsbilder
1.5 Lehrkräfte an Schulen für Kranke und ihre Aufgaben
2 Kooperation in der Schule (für Kranke)
2.1 Begriffsbestimmung und Formen von Kooperation
2.2 Problemaufriss zur Kooperation
2.3 Begründung der Notwendigkeit für eine Kooperation an der Schule für Kranke
2.4 Forschungsstand zu Kooperation an Schulen
3 Befragung von Lehrkräften an Schulen für Kranke
3.1 Ziel der Befragung
3.2 Stichprobe
3.3 Forschungsmethoden und Aufbau des Fragebogens
4 Ergebnisdarstellung
4.1 Zusammenfassende Darstellung der Ergebnisse aus Frage 1
4.2 Zusammenfassende Darstellung der Ergebnisse aus Frage 2
4.3 Zusammenfassende Darstellung der Ergebnisse aus Frage 3
4.4 Methodendiskussion
5 Zusammenfassung der Ergebnisse in Bezug zur Theorie und Praxis
6 Fazit und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Masterarbeit untersucht die allgemeinen Arbeitsanforderungen und das individuelle Kooperationserleben von Lehrkräften an Schulen für Kranke, um aus deren Sicht einen Überblick über die aktuelle Situation zu geben und Anregungen für notwendige Veränderungen im Berufsfeld zu liefern.
- Aufgaben und rechtliche Grundlagen der Schule für Kranke
- Herausforderungen der Kooperation mit Kliniken und Eltern
- Einfluss von Arbeitsbelastung auf die Unterrichtsqualität
- Bedarf an spezieller Fortbildung und Unterstützung für Lehrkräfte
Auszug aus dem Buch
1.1 Historischer Abriss
Offizieller Begriff für diesen Schultyp ist „Schule für Kranke“, abgekürzt SfK. So findet er sich in den Schulgesetzen, im Definitionskatalog und in den Empfehlungen der Kultusminister wieder. Häufig wird der Begriff der Klinikschule synonym verwendet. Dies hängt von den jeweiligen Einstellungen der einzelnen Schulen hab. In der Regel hat jede Schule ihren Namen, so dass man den Begriff „Schule für Kranke“ nur im Diskurs verwendet. Die Schule für Kranke kann als eigenständige oder als schulartspezifische Einrichtung bestehen, aber sie ist autonom und unterliegt nicht den Befugnissen des Krankenhauses (vgl. Meyer, 1999, S. 15). Seit 2005 zählt sie in Nordrhein-Westfalen zur „Schule der eigenen Art“ und grenzt sich dadurch von den Förder- und Regelschulen ab (vgl. Hinner-Fischer, 2007, S. 22).
Historisch entwickelte sich die Schule für Kranke aus der Unterrichtung kranker Kinder und Jugendlichen am Krankenbett. Lange Zeit wurde ihnen der Unterricht verwehrt. Die Unterrichtung fand hauptsächlich durch Klinikpersonal statt (vgl. Schor, 1995, S. 5). Es gab außerdem keine gesetzlichen Verordnungen über die Unterrichtung von kranken Kindern und Jugendlicher. Seit den 60er-/70er Jahren, auf Grund gesellschaftlicher, sozialer, politischer und wirtschaftlicher Veränderungen, kam es auch zu pädagogischem Umdenken. Die erste Schule für Kranke gab es 1898 in München in Bayern (vgl. ebd., 1995, S.5ff). Fortschreitend gab es immer mehr Institutionen für kranke Kinder und Jugendlichen mit pädagogisch geschultem Personal. Im Zuge des Nationalsozialismus blieben allerdings jegliche Weiterentwicklungen stehen, weil der Unterricht mit kranken Kindern und Jugendlichen unerwünscht und verboten war (vgl. Schor, 1995). Ab 1945 stieg die Entwicklung für Schulen für Kranke wieder stark an und breitet sich bis heute immer flächendeckender aus (vgl. ebd., 1995, S. 6).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Schule für Kranke: Dieses Kapitel gibt einen Überblick über die Institution Schule für Kranke, beleuchtet deren Geschichte, die rechtlichen Rahmenbedingungen, die spezifischen Aufgaben der Lehrkräfte sowie die vielfältigen Krankheitsbilder der Schülerschaft.
2 Kooperation in der Schule (für Kranke): Hier werden theoretische Grundlagen der Kooperation, die Notwendigkeit multiprofessioneller Zusammenarbeit sowie der aktuelle Forschungsstand im Bereich der Schulen für Kranke erörtert.
3 Befragung von Lehrkräften an Schulen für Kranke: Dieses Kapitel beschreibt das methodische Vorgehen der Studie, inklusive der Zielsetzung, der Stichprobenauswahl sowie dem Aufbau des verwendeten Fragebogens.
4 Ergebnisdarstellung: Die erhobenen Daten aus der Fragebogenstudie werden deskriptiv ausgewertet, wobei sowohl die Arbeitsanforderungen als auch die Häufigkeit, Qualität und Wichtigkeit der Kooperation detailliert dargestellt werden.
5 Zusammenfassung der Ergebnisse in Bezug zur Theorie und Praxis: Hier findet eine abschließende Analyse statt, in der die empirischen Ergebnisse mit den theoretischen Erkenntnissen aus den vorangegangenen Kapiteln verknüpft werden.
6 Fazit und Ausblick: Das Fazit fasst die wesentlichen Erkenntnisse zusammen und leitet daraus notwendige Handlungsempfehlungen sowie künftige Forschungsbedarfe für die Schule für Kranke ab.
Schlüsselwörter
Schule für Kranke, Sonderpädagogik, Lehrerkooperation, Unterricht, Klinikschule, chronische Erkrankungen, interdisziplinäre Zusammenarbeit, Arbeitsbelastung, Schulentwicklung, Förderplanung, multiprofessionelle Kooperation, Lehrkräfte, psychische Belastung, Rückschulung, Diagnose.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Situation von Lehrkräften an Schulen für Kranke, wobei der Fokus auf deren täglichen Arbeitsanforderungen und dem Erleben der notwendigen Kooperation mit verschiedenen Berufsgruppen liegt.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind der Bildungsauftrag an Schulen für Kranke, die Herausforderungen durch multiprofessionelle Zusammenarbeit, die Belastungssituation der Lehrkräfte sowie die Bedeutung einer gelingenden Kommunikation mit Kliniken und Eltern.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, die aktuelle Arbeitssituation aus Sicht der Lehrkräfte zu erfassen, Problembereiche in der Kooperation zu identifizieren und Impulse für eine verbesserte Gestaltung des Berufsfeldes zu geben.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Es wurde eine quantitative und qualitative Fragebogenstudie unter Lehrkräften an Schulen für Kranke in Nordrhein-Westfalen durchgeführt.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert theoretische Aspekte der Kooperation, präsentiert die Ergebnisse der empirischen Befragung zu Arbeitsanforderungen und Kooperationsqualität und führt eine methodische Diskussion.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich besonders durch Begriffe wie Schule für Kranke, Lehrerkooperation, interdisziplinäre Zusammenarbeit und individuelle Förderung beschreiben.
Wie bewerten Lehrkräfte die Kooperation mit anderen Berufsgruppen?
Die Kooperation im Kollegium und mit Therapeuten wird meist positiv gesehen, während die Zusammenarbeit mit Schulbehörden oder dem Jugendamt oft als ausbaufähig und mit größerem Klärungsbedarf wahrgenommen wird.
Welche Wünsche äußern die Lehrkräfte für ihre Arbeit?
Die Lehrkräfte äußern unter anderem den Wunsch nach mehr räumlichen Kapazitäten, festen Reflexionszeiten, einer besseren personellen Ausstattung sowie speziellen Fortbildungen zu unterschiedlichen Krankheitsbildern.
- Quote paper
- Gina Ehmke (Author), 2014, Kooperation an Schulen für Kranke, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/270714