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Der Fall Frankreich. Erfahrungen der französischen Industriepolitik

Title: Der Fall Frankreich. Erfahrungen der französischen Industriepolitik

Term Paper , 2012 , 33 Pages

Autor:in: Serdar Yalcinkaya (Author)

Economics - Case Scenarios
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Deutschland und Frankreich sind bekanntlich die zwei stärksten Wirtschaftsnationen in der Europäischen Union. Diese zwei Länder verbindet eine enge Partnerschaft, sowohl im wirtschaftlichen als auch zivilgesellschaftlichen Aspekten. Dennoch gibt es Schwierigkeiten zwischen diesen beiden, dies liegt nicht zuletzt daran, dass die unterschiedliche Traditionen weisen. Die große Meinungsverschiedenheit dürfte der Frage nachgeben, welche Rolle der Staat in der Wirtschaft spielt. Während in Deutschland klar die freie Marktwirtschaft praktiziert wird und somit sich nur darauf beschränkt, nötige Rahmenbedingungen für die Funktionsfähigkeit des Marktes zu gewährleisten, schlägt man in Frankreich einen ganz anderen Weg ein. Frankreich bekennt sich dazu, dass dort eine umfassende, strukturlenkende Industriepolitik betrieben wird. Dieses Bekenntnis stößt auf eine Langeindustriepolitische Tradition zurück, die mit den zentralen Begriffen „Colbertismus“ und „Etatismus“ zusammenhängen.
Diese Arbeit hat sich nun das Ziel gesetzt, die industriepolitische Konzeption Frankreichs darzulegen und kritisch zu beurteilen. Um am Ende zu einem befriedigenden Ergebnis zu kommen wird im zweiten Kapitel zu nächsten auf den Begriff der Industriepolitik eingegangen und eine Unterscheidung bezüglich der Zielorientierung und nach der Eingriffsart der industriepolitischen Maßnahmen getroffen. Daraufhin werden die Konzepte zur Begründung einer staatlichen Industriepolitik vorgestellt und analysiert, in wie fern diese Legitimation für staatliche Eingriffe liefern. Im dritten Kapitel wird die industriepolitische Konzeption Frankreichs vorgestellt. Es wird gezeigt, dass in Frankreich bereits über Jahrhunderte lang Industriepolitik betrieben wird und in Folge dessen, sich ein eigener Wirtschaftsstil sich entwickelt hat. Das umfassende staatliche Engagement wird anhand der französischen „Planification“ dargestellt und am Ende eine Analyse ausgewählter Sektoren vollzogen. Das vierte Kapitel ist schließlich der Würdigung der französischen Konzeption, sowie der Beurteilung der theoretischen Begründungsansätze gewidmet.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Theoretische Grundlagen

2.1 Der Begriff Industriepolitik

2.2 Arten der Industriepolitik

2.2.1 Unterscheidung nach der Zielorientierung

2.2.2 Unterscheidung nach der Eingriffsart industriepolitischer Maßnahmen

2.3 Konzepte zur Begründung einer staatlichen Industriepolitik

2.3.1 Theorie des Marktversagen

2.3.2 Strategische Handelspolitik

2.3.3 Die neue Wachstumstheorie

3 Industriepolitische Konzeption Frankreichs

3.1 Historischer Hintergrund des französischen Wirtschafts- und Gesellschaftsstils

3.1.1 Die französische Form des Merkantilismus: Der Colbertismus

3.2 Das französische Wirtschaftssystem der Planification

3.2.1 Der Ausgangspunkt

3.2.2 Methoden und Instrumente in den „dreißig glorreichen Jahren“

3.2.3 Bedeutung der öffentlichen Unternehmen in der Planification

3.3 Analyse ausgewählter Wirtschaftssektoren

3.3.1 Finanzsektor

3.3.2 Flugzeugbauindustrie

3.3.3 Computerindustrie

3.4 Kritik an der Planification

4 Schlussbetrachtung und Fazit

Zielsetzung & Themen

Das Hauptziel dieser Arbeit ist es, die industriepolitische Konzeption Frankreichs darzulegen und diese vor dem Hintergrund wirtschaftstheoretischer Begründungsansätze kritisch zu würdigen. Dabei wird insbesondere untersucht, inwieweit staatliche Eingriffe in marktwirtschaftlichen Systemen legitimiert werden können und welche praktischen Erfahrungen Frankreich mit seinem systemischen Planungsansatz (Planification) gesammelt hat.

  • Grundlagen und theoretische Definitionen der Industriepolitik
  • Wirtschaftstheoretische Konzepte staatlicher Interventionen (Marktversagen, strategische Handelspolitik, neue Wachstumstheorie)
  • Historische Herleitung des französischen Wirtschafts- und Gesellschaftsstils (Colbertismus)
  • Analyse der französischen "Planification" und deren Instrumente im Zeitverlauf
  • Kritische Beurteilung der Sektorenpolitik am Beispiel Finanz-, Luftfahrt- und Computerindustrie

Auszug aus dem Buch

Fallstudie: Concorde

Um sich auf dem Weltmarkt im Bereich der Luftfahrtindustrie zu etablieren, wurde von der französischen und britischen Regierung ein Kooperationsvertrag für den Bau eines Überschallpassagierflugzeugs (Concorde) beschlossen. Dieser Beschluss sollte durch die Unternehmen Aérospatiale und British Aircraft Corporation (heute unter dem Namen Britisch Aerospace) erfolgen. Da die Projektkosten für den Bau eines Überschallflugzeugs das Budget der Unternehmen überschlugen, entschlossen die Regierungen das Projekt Concorde mit staatlicher Unterstützung anzutreiben. Das Ziel war der technologische Fortschritt und der damit verbundene eventuelle Nutzen für andere Industriezweige. Zudem sollte eine Unabhängigkeit von dem Marktführer (USA) geschaffen werden. Aus der Sicht der britischen Regierung sollte dieses Projekt den Zugang in die Europäische Gemeinschaft ermöglichen. Die Entwicklung und die Zusammensetzung der Concorde fanden in beiden Ländern statt. Somit absolvierte 1969 die Concorde ihren ersten Flug. Allerdings blieb die erwartete Nachfrage auf Seiten der Fluggesellschaften aus. Zum einen waren die Anlässe hierfür die gestiegenen Ölpreise, zum anderen die immensen Erhaltungskosten bzw. Betriebskosten. Demzufolge erfolgte eine Reihe von Stornierungen seitens etlicher Fluggesellschaften. Infolge waren somit ausschließlich Air France und British Airways die Abnehmer der Concorde. Im Laufe der Zeit nahm das Prestigeprojekt immer mehr an Kosten zu, welches die Einstellung der Produktion hervorgerufen hat. Aus diesem Grund war das Projekt nicht rentabel im wirtschaftlichen Sinne für den französischen und britischen Staat.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung thematisiert die zunehmende Internationalisierung der Weltwirtschaft und die damit verbundene Debatte über die Notwendigkeit und Gestaltung staatlicher Industriepolitik in einem marktwirtschaftlichen Umfeld.

2 Theoretische Grundlagen: Dieses Kapitel definiert Industriepolitik und unterscheidet verschiedene Arten der Eingriffe nach Zielorientierung und Instrumenteneinsatz, während zentrale Konzepte wie Marktversagen und die strategische Handelstheorie zur Legitimation diskutiert werden.

3 Industriepolitische Konzeption Frankreichs: Das Hauptkapitel erläutert das französische System der "Planification" sowie den historisch gewachsenen staatlichen Dirigismus und analysiert dessen Umsetzung anhand ausgewählter Sektoren wie dem Finanzsektor, der Luftfahrt und der Computerindustrie.

4 Schlussbetrachtung und Fazit: Die Schlussbetrachtung zieht das Fazit, dass die in der französischen Industriepolitik gesetzten Erwartungen weitgehend nicht erfüllt wurden und staatliche Selektionsversuche oft zu Ineffizienzen und Wohlfahrtsverlusten führten.

Schlüsselwörter

Industriepolitik, Frankreich, Planification, Colbertismus, Marktversagen, strategische Handelspolitik, neue Wachstumstheorie, staatliche Intervention, Wirtschaftsstil, Strukturwandel, Wettbewerbsfähigkeit, Subventionen, National Champions, Luftfahrtindustrie, Wirtschaftsplanung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die französische Industriepolitik, ihre historischen Wurzeln und die praktische Anwendung staatlicher Wirtschaftssteuerung, um deren Effektivität aus ökonomischer Sicht zu beurteilen.

Welche zentralen Themenfelder deckt die Untersuchung ab?

Die zentralen Felder sind die theoretische Fundierung industriepolitischer Maßnahmen, das spezifische französische System der Planification und die Analyse konkreter Industriesektoren, die staatlich gefördert wurden.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, die französische Industriepolitik darzulegen und kritisch zu hinterfragen, ob staatliche Eingriffe in marktwirtschaftlichen Systemen legitim sind und ob die gesetzten Ziele, wie die Schaffung international wettbewerbsfähiger Unternehmen, erreicht wurden.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine Literaturanalyse und eine deskriptive Aufarbeitung der wirtschaftshistorischen Entwicklung Frankreichs, ergänzt durch die kritische Anwendung makroökonomischer Theorien auf diese Praxisbeispiele.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Einführung zur Industriepolitik und deren Legitimationsgrundlagen sowie in eine detaillierte Auseinandersetzung mit der französischen Konzeption der Planification und ausgewählten Fallbeispielen aus der französischen Industrie.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Publikation?

Wesentliche Begriffe sind Industriepolitik, Planification, Colbertismus, Marktversagen, strategische Handelspolitik, staatliche Intervention und Wettbewerbsfähigkeit.

Was ist der Kern der französischen "Planification"?

Die Planification ist ein staatliches Planungssystem, das nach dem Zweiten Weltkrieg eingeführt wurde, um durch staatliche Vorgaben und Verstaatlichungen den Wiederaufbau und die Modernisierung der französischen Industrie gezielt voranzutreiben.

Warum scheiterte laut Autor das Projekt Concorde trotz staatlicher Förderung?

Das Projekt scheiterte an mangelnder wirtschaftlicher Rentabilität aufgrund explodierender Betriebskosten, Ölpreiskrisen und einer ausbleibenden Nachfrage durch internationale Fluggesellschaften, was die Schwierigkeit staatlicher Prognosen bei Großprojekten unterstreicht.

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Details

Title
Der Fall Frankreich. Erfahrungen der französischen Industriepolitik
Author
Serdar Yalcinkaya (Author)
Publication Year
2012
Pages
33
Catalog Number
V270724
ISBN (eBook)
9783656623175
ISBN (Book)
9783656623168
Language
German
Tags
Industriepolitik Branchenpolitik Wirtschaftspolitik
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Serdar Yalcinkaya (Author), 2012, Der Fall Frankreich. Erfahrungen der französischen Industriepolitik, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/270724
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