Der hier gegebene Entwurf stellt eine unterrichtspraktische Stunde im Fach Geschichte in der 9. Klasse dar. Inhaltlich wird in dieser Stundeneineit die Machtergreifung Hitlers unter besonderer Berücksichtigung der Personen von Papen, Hindenburg und Hitler zur Herausstellung ihrer Rollen als Akteure innerhalb dieses Prozesses behandelt.
Inhaltsverzeichnis
I. Darstellung der längerfristigen Unterrichtszusammenhänge
1. Darstellung des Unterrichtsvorhabens
2. Intentionen / Ziele des Unterrichtsvorhabens
3. Begründung der längerfristigen Unterrichtszusammenhänge / Erläuterung zentraler didaktischer Entscheidungen
II. Schriftliche Planung des Unterrichts
1. Gegenstand / Thema / SPLZ wwLz
2. Begründung didaktisch-methodischer Entscheidungen zur Stundenplanung
3. Darstellung des Stundenverlaufs /Artikulationsschema
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit dient der Planung und didaktischen Begründung einer Unterrichtsstunde zum Thema der Ernennung Adolf Hitlers zum Reichskanzler im Rahmen der Weimarer Republik. Das primäre Ziel ist es, den Schülern durch die Analyse von Quellen ein kritisches Verständnis für die komplexen Machtkonstellationen und die Rolle der beteiligten Akteure (Hindenburg, Papen, Hitler) zu vermitteln, um die begriffliche Unterscheidung zwischen „Machtergreifung“ und „Machtübernahme“ zu reflektieren.
- Ursachen und Scheitern der Weimarer Republik
- Die Rolle von Hindenburg, Papen und Hitler beim Machtantritt
- Historische Kontroverse: Machtergreifung vs. Machtübernahme
- Problemorientierter Geschichtsunterricht und Quellenanalyse
- Förderung der historischen Urteilskompetenz durch Multiperspektivität
Auszug aus dem Buch
Hitler auf dem Weg zu Macht
Seit 1930 wurde die Wirtschaftskrise zur Staatskrise, die das gesamte demokratische System bedrohte.17
In gewissem Sinne hatte Hindenburg die Prinzipien einer Demokratie bereits verletzt, indem er Deutschland durch Notverordnungen regierte. Um die Demokratie der Weimarer Republik zu retten, benötigte Hindenburg einen Reichskanzler, welcher die Unterstützung des Reichstages erhielt.18
Bis Juli 1932 war es der NSDAP gelungen die Zahl ihrer Reichstagssitze mehr als zu verdoppeln – von 1930 107 Sitzen auf über 230 Sitze. Die NSDAP war zur stärksten Partei geworden.19 Trotz grundsätzlicher Ablehnung der parlamentarischen Demokratie strebte die NSDAP aus taktischen Gründen auf legalem Weg zur Macht. Hitler beschwor dies im September 1930 vor dem Reichstag, fügte aber hinzu, wenn er am Ziel sei, werde er den Staat vollständig verändern.20
Nun vollzog sich ein politisches Intrigen- und Machtspiel, in dessen Mittelpunkt wieder Franz von Papen stand. Papen setzte sich für eine Regierung Hitler/Papen21 ein. Die Idee: In einer neuen Regierung sollte Hitler von konservativen Ministern, die das Vertrauen von Industrie und Landwirtschaft genossen, „eingerahmt“ und „gezähmt“ werden. Hitler würde für eine solche Regierung die notwendige politische Mehrheit im Reichstag schaffen und die Kommunisten kontrollieren.
Von diesem Konzept überzeugte von Papen den greisen Reichspräsidenten von Hindenburg. Papen jubelte: „Wir haben ihn (gemeint war Hitler) uns engagiert“. Und weiter: „In zwei Monaten haben wir Hitler in die Ecke gedrückt, dass er quietscht“.
Am 30. Januar 1933 war Hitler da, wohin es ihn immer getrieben hatte: an der Macht, an der Spitze eines auf Neuverordnungen gestützten Kabinetts als Reichskanzler.
Die NSDAP feierte den Tag als „Machtergreifung“.22
Zusammenfassung der Kapitel
I. Darstellung der längerfristigen Unterrichtszusammenhänge: Dieses Kapitel erläutert das übergeordnete Thema des Unterrichtsvorhabens zur Weimarer Republik und legt die fachlichen sowie methodischen Lernziele dar.
II. Schriftliche Planung des Unterrichts: Hier wird die konkrete Unterrichtseinheit zum Machtantritt Hitlers detailliert geplant und die didaktisch-methodische Auswahl der Materialien sowie das Artikulationsschema begründet.
Schlüsselwörter
Weimarer Republik, Nationalsozialismus, Hitler, Hindenburg, Papen, Machtergreifung, Machtübernahme, Staatskrise, Notverordnungen, NSDAP, Geschichtsbewusstsein, Historische Urteilskompetenz, Quellenanalyse, Problemorientierung, Demokratie.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit umfasst die schriftliche Planung einer Unterrichtsstunde im Fach Geschichte für eine 9. Klasse zum Thema „Hitlers Weg zur Macht“.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Arbeit behandelt das Ende der Weimarer Republik, die Rolle konservativer Eliten bei der Machtübertragung an Hitler und die methodische Aufarbeitung dieses historischen Prozesses im Unterricht.
Was ist das primäre Ziel der Unterrichtsreihe?
Die Reihe zielt darauf ab, bei den Schülern ein Verständnis für die Ursachen und Folgen der Zerstörung der Weimarer Republik zu schaffen und die Mechanismen des nationalsozialistischen Aufstiegs zu reflektieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird im Unterricht verwendet?
Es wird ein problemorientierter Ansatz verfolgt, der mittels Quellenanalyse, Multiperspektivität und der Think-Pair-Share-Methode die Schüler zur eigenständigen historischen Urteilsbildung anleitet.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil liegt der Fokus auf der Begründung der didaktischen Entscheidungen und der methodischen Darstellung des geplanten Stundenverlaufs.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Begriffe sind Machtergreifung, Weimarer Republik, Hindenburg, von Papen und historische Urteilskompetenz.
Warum wird die Unterscheidung zwischen „Machtergreifung“ und „Machtübernahme“ thematisiert?
Diese Unterscheidung ist zentral, um zu hinterfragen, ob die Ernennung Hitlers ein aktiver Akt der NSDAP oder eine gezielte Einsetzung durch konservative Politiker (Hindenburg/Papen) war.
Welche Rolle spielt die „stumme Impuls“-Methode im Unterrichtsverlauf?
Der stumme Impuls zu Beginn der Stunde dient dazu, ein Spannungsfeld durch gegensätzliche Aussagen der historischen Akteure zu erzeugen und eine Problemhaltung bei den Schülern zu wecken.
- Arbeit zitieren
- Paul Hirschberg (Autor:in), 2014, Hitlers Weg zur Macht – eine Machtergreifung oder Machtübernahme? Analyse eines Sachtextes zum Machtantritt Hitlers als Reichskanzler, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/270755