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Der Beginn der Professionalisierung und Ständewerdung der höheren Lehrer

Historische Rekonstruktion essentieller Impulse im Kampf um soziale Anerkennung

Title: Der Beginn der Professionalisierung und Ständewerdung der höheren Lehrer

Term Paper , 2014 , 15 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Jannina Schreiber (Author)

Pedagogy - History of Pedagogy
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Der Lehrerberuf erfordert, neben einem fundierten fachlichen Wissen, ebenso ein breites Spektrum an Kompetenzen und Fähigkeiten. Innerhalb ihrer Bildungs- und Erziehungsaufgabe übernehmen Lehrer gleichsam eine politische, soziale, kulturelle sowie ökonomische Funktion: Sie tragen nicht nur zu einer individuellen Entfaltung von Persönlichkeiten bei, sondern beeinflussen darüber hinaus die (Weiter-) Entwicklung der jeweiligen Gesellschaft. Diese enge Verwobenheit der Aufgaben unterstreicht die hohe Verantwortung und die Anforderungen in diesem Berufsfeld. Der profession kann folglich als einer der Schlüsselberufe im gesellschaftlichen Rahmenkomplex gesehen werden.
Die Etablierung und Entwicklung der Lehrerschaft ist dependent von dem Entwicklungsprozess des Bildungswesens. Bildungssysteme gelten als „institutionelle Akteure der Menschenbildung“ . Der Lehrer ist hierbei einer der Hauptakteure. Dies war jedoch nicht immer so. Zahlreiche essentielle historische Ereignisse, soziale Einstellungen und Ideen sowie mehrere Komponenten und Impulse haben diesen Prozess begleitet und Einfluss genommen.
Die Aufgabe dieser Arbeit ist es, aufzuzeigen, welche elementaren Merkmale und Prozesse sich in der Geschichte finden und rekonstruieren lassen, welche die Professionalisierung und Ständewerdung der Lehrerschaft eingeleitet haben. Eine historische Eingrenzung und Fokussierung bildet den theoretischen Rahmen: Es wird die Wende des 18. und 19. Jahrhunderts zentralisiert, da die Anfänge hier anzusiedeln sind. Weiterhin wird die Aufmerksamkeit auf die Lehrerschaft der höheren Schulen in Preußen gerichtet, da dieser deutsche Bundesstaat oftmals eine führende Rolle und Vorbildfunktion eingenommen hatte.

Daraus ergibt sich folgende Gliederung: Kap. Zwei bildet vorab den theoretischen Rahmen. Zum einem wird Fends These des okzidentalen Sonderweges erläutert, da das Verständnis zur Entwicklung moderner Bildungssystem die historische Rekonstruktion voraussetzt. Der Sonderweg wird in mehrere Epochen differenziert. Diese werden anschließend vor dem Hintergrund der Metapher Fends zu den langen Wellen näher beschrieben. Kap. Drei zeigt die historische Perspektive zur Herausbildung der höheren Lehrerschaft im konzentrierten zeitlichen Rahmen, bevor im anschließendem Kap. Vier essentielle Impulse, Merkmale und Prozesse der Komponenten Ausbildung und Berufsbild herausgearbeitet werden.
Kap. Fünf stellt die gewonnenen Ergebnisse in einer kurzen Übersicht dar.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einführung

2. Der theoretische Rahmen

2.1 Der Begriff des okzidentalen Sonderweges

2.2 Die Metapher der ‚langen Wellen‘ für die Entwicklung des Bildungssystems

3. Die „dritte Flutwelle“ und die Herausbildung des deutschen Schulsystems zur Wende vom 18. und 19 Jahrhundert

3.1 Der Beginn

3.2 Die Etablierung des höheren Schulwesens

4. Die Professionalisierung der Gymnasiallehrerschaft

4.1 Der Wandel der Ausbildung

4.2 Der Wandel des Berufsbildes der Lehrer an höheren Schulen

5. Schluss

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die historische Entwicklung und Professionalisierung des Lehrerberufs an höheren Schulen in Preußen an der Wende vom 18. zum 19. Jahrhundert, wobei sie den Prozess der sozialen Ständewerdung sowie die enge Verflechtung von staatlichen Anforderungen und pädagogischer Bildung rekonstruiert.

  • Historische Rekonstruktion des deutschen Bildungswesens
  • Professionalisierung und Identitätsfindung der Gymnasiallehrerschaft
  • Die Bedeutung staatlicher Steuerung und Prüfungsordnungen
  • Der Übergang vom geistlichen Amt zum verbeamteten Lehrerstand
  • Der Wandel des Berufsbildes im Zuge gesellschaftlicher Modernisierung

Auszug aus dem Buch

4.1 Der Wandel der Ausbildung

Während der Wende vom 18. zum 19. Jhr. bildete sich ein eigenständiges höheres Lehramt heraus. Im Zuge der Etablierung des Oberschulkollegiums wurde die strikte Trennung des höheren Lehramtes von dem geistlichen Amt vollzogen. Der Staat fungierte für den Lehrerberuf als „Garant der Unabhängigkeit von der Kirche“. Ein Schlüsselereignis ist die 1810 eingeführte pro facultate docendi, eine allgemeine, wissenschaftliche Staatsprüfung für alle zukünftigen Gymnasiallehrer Preußens. Nun galt der Lehrerberuf nicht mehr als Durchgangsstation für Theologen, welche auf eine Pfarrstelle warteten oder sich vom geistlichen Amt abgewendet hatten. Dieser Erlass fällt unter die von den neuhumanistischen Bildungsreformern verfolgte Neugestaltung der Lehrerbildung und wurde von namentlichen Vertretern wie W.V. Humboldt konzipiert. In dieser mit hohen Anforderungen verbundenen Prüfungen mussten die Lehrer in spe über ausreichende schriftliche und mündliche Kenntnisse in der Mathematik, Philologie und Historik, sowie in alten Sprachen verfügen und in einer zusätzlichen Lehrprobe unter Beweis stellen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einführung: Die Einleitung begründet die Relevanz des Lehrerberufs als Schlüsselrolle und skizziert die methodische Eingrenzung der Arbeit auf das preußische Schulwesen an der Wende zum 19. Jahrhundert.

2. Der theoretische Rahmen: Dieses Kapitel führt zentrale Konzepte wie den „okzidentalen Sonderweg“ und die „langen Wellen“ der Bildungsentwicklung ein, um die historische Einordnung zu ermöglichen.

3. Die „dritte Flutwelle“ und die Herausbildung des deutschen Schulsystems zur Wende vom 18. und 19 Jahrhundert: Es wird die Entstehung des preußischen Schulsystems von oben betrachtet und die Etablierung eines dreigliedrigen Systems sowie die Rolle staatlicher Regulierungen beschrieben.

4. Die Professionalisierung der Gymnasiallehrerschaft: Dieses Kapitel analysiert detailliert den Wandel in der Lehrerausbildung durch Staatsprüfungen und die Transformation des Berufsbildes hin zur Verbeamtung.

5. Schluss: Die Ergebnisse der Arbeit werden zusammengefasst, wobei insbesondere die Identitätssuche des Lehrers und der Kampf um soziale Anerkennung als Kernprozesse hervorgehoben werden.

Schlüsselwörter

Professionalisierung, Ständewerdung, Preußen, Gymnasiallehrer, Bildungsgeschichte, Neuhumanismus, Staat, Staatsprüfung, Identitätssuche, Lehrerbildung, Schulentwicklung, soziale Anerkennung, Bildungsreform, okzidentaler Sonderweg.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der historischen Rekonstruktion des Professionalisierungsprozesses der Lehrerschaft an höheren Schulen in Preußen während der Wende vom 18. zum 19. Jahrhundert.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Zu den zentralen Themen gehören die institutionelle Entwicklung des Bildungssystems, die Ausbildung von Lehrkräften sowie die historische Veränderung des Lehrerberufs im gesellschaftlichen Kontext.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, die essentiellen Merkmale und Prozesse aufzuzeigen, die zur Professionalisierung und Ständewerdung der höheren Lehrerschaft in Preußen beigetragen haben.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin nutzt einen historisch-rekonstruktiven Ansatz, um unter Einbeziehung theoretischer Konzepte, wie der „langen Wellen“ nach Fend, die Entwicklung des Bildungswesens nachzuzeichnen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil widmet sich der historischen Perspektive auf das höhere Schulwesen und analysiert konkret den Wandel der Ausbildung sowie des Berufsbildes der Lehrer.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?

Wesentliche Begriffe sind Professionalisierung, Preußen, Bildungsgeschichte, Lehrerbildung, Staatsprüfung und Identitätssuche.

Welche Bedeutung hatte das Oberschulkollegium von 1787?

Es fungierte als oberste Landesbehörde für das Schulwesen und legte den Grundstein für die Konzeption eines dreigliedrigen Bildungssystems, wodurch der Übergang von feudal-ständischen Strukturen eingeleitet wurde.

Wie wirkte sich die Verbeamtung auf den Lehrerberuf aus?

Die Verbeamtung, insbesondere durch die Zirkularverfügung von 1852, verlieh den Lehrern den Beamtenstatus, was zur Vollendung der Professionalisierung und einer signifikanten Steigerung der Loyalität gegenüber dem Staat führte.

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Details

Title
Der Beginn der Professionalisierung und Ständewerdung der höheren Lehrer
Subtitle
Historische Rekonstruktion essentieller Impulse im Kampf um soziale Anerkennung
College
Helmut Schmidt University - University of the Federal Armed Forces Hamburg  (Bildungs- und Erziehungswissenschaften)
Grade
1,0
Author
Jannina Schreiber (Author)
Publication Year
2014
Pages
15
Catalog Number
V270761
ISBN (eBook)
9783656622475
ISBN (Book)
9783656692775
Language
German
Tags
Lehrer Lehrerberuf profession Professionalisierung Lehrerschaft okzidentaler Sonderweg Bildungswesen Institutionalisierung Gymnasiallehrer
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Jannina Schreiber (Author), 2014, Der Beginn der Professionalisierung und Ständewerdung der höheren Lehrer, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/270761
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