Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Texte veröffentlichen, Rundum-Service genießen
Zur Shop-Startseite › Philosophie - Praktische (Ethik, Ästhetik, Kultur, Natur, Recht, ...)

Internationale Gerechtigkeit als realisierbare Sozialutopie?

Eine kritische Betrachtung der Theorie der Gerechtigkeit John Rawls´

Titel: Internationale Gerechtigkeit als realisierbare Sozialutopie?

Hausarbeit , 2014 , 21 Seiten , Note: 1,7

Autor:in: Daniel Jacobs (Autor:in)

Philosophie - Praktische (Ethik, Ästhetik, Kultur, Natur, Recht, ...)
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Ein wichtiges Thema der politischen Philosophie stellt die Problematik einer internationalen Gerechtigkeit dar. Die folgende Arbeit beschäftigt sich mit der Überlegung, ob eine globale Gerechtigkeitstheorie in einer Zeit, in der eine zunehmende Orientierung an säkularen und humanen Leitlinien zu beobachten ist, auch eine hinreichend philosophisch fundierte Theorie sein kann? Oder haben wir es vielmehr nur mit einer Utopie zu tun, die zwar als schön konstruiert und argumentativ nachvollziehbar gedacht, sich aber nach genauer Prüfung der Details als nicht zu verwirklichendes Konzept einer „besseren“ Welttheorie und damit als schlichtweg unbegründetes Gedankenexperiment verwerfen lassen muss? Als Beispiel einer solchen Variante einer internationalen Gerechtigkeitskonzeption bietet sich die Theorie von John Rawls an. Dieser vollzieht in detaillierter Arbeit das Gedankenspiel einer solchen und erklärt im Einzelnen, was aus seiner Sicht für eine Realisierung vorausgesetzt werden muss. Ausgehend von seinen Ausarbeitungen des 1971 erstmals erschienenen Hauptwerkes, sollen nun in den nachfolgenden Kapiteln die zentralen Punkte der Theorie vorgestellt werden. Zu diesem Zweck erfolgt in Kapitel 2.1 eine Darstellung der von Rawls vorgefundenen Ausgangssituation und seines Gerechtigkeitsbegriffes, welche er zur Entfaltung seines Moralkonzepts in "A Theory of Justice" einführt. In Abschnitt 2.2 wird nachfolgend auf die verwendeten Termini, die genaue Argumentationsfigur sowie seine philosophische Begründung eingegangen, damit nachvollzogen werden kann, was Rawls als bedingende Größen einer internationalen Gerechtigkeit identifiziert. Insbesondere zentrale Punkte seiner philosophischen Begründung sollen diesbezüglich herausgearbeitet werden, da diese im Bereich der Moralphilosophie als Kernstück auf die Argumentationsstärke hin in Kapitel 3 zu untersuchen sein muss. Die zentrale Frage der Arbeit, ob es sich um eine hinreichend gute philosophische Begründung einer internationalen Gerechtigkeitskonzeption handelt, wird daher unmittelbar im Anschluss beantwortet. Die wichtigsten Ergebnisse werden abschließend in Kapitel 4 kurz zusammengefasst. Anspruch dieser Arbeit besteht nun einerseits in der Darstellung der wesentlichen inhaltlichen Punkte, sowie andererseits in der kritischen Untersuchung seiner philosophischen Begründung.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 John Rawls´ Theorie einer internationalen Gerechtigkeit

2.1 Ausgangssituation und Gerechtigkeitsbegriff

2.2 Zentrale Termini, Gerechtigkeitsprinzipien und Begründung

3 Kritische Beurteilung

4 Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht kritisch, ob die Gerechtigkeitstheorie von John Rawls eine hinreichend philosophisch fundierte Basis für eine internationale Gerechtigkeitskonzeption bietet oder ob sie als bloßes, nicht realisierbares Gedankenexperiment zu betrachten ist.

  • Analyse des rawlsschen Urzustands und des Gerechtigkeitsbegriffs
  • Untersuchung der zentralen Termini, insbesondere des Schleiers des Nichtwissens
  • Kritische Würdigung der Begründung von Gerechtigkeitsprinzipien
  • Diskussion der Maximin-Regel und des Vorrangs der Grundfreiheiten
  • Philosophische Auseinandersetzung mit der moralischen Willkür der Natur

Auszug aus dem Buch

2.1 Ausgangssituation und Gerechtigkeitsbegriff

Damit die wichtigsten Eckpfeiler der rawlsschen Theorie und der Argumentationsgang nachvollzogen werden können, muss zunächst geklärt werden, welche Vorstellungen in seiner Theorie mit dem Begriff der Gerechtigkeit verknüpft sind und welche Grundannahmen er als gegeben voraussetzt. Zum einen handelt es sich bei Rawls um eine Vertragstheorie, die sich als Gerechtigkeitslehre versteht, welche die Frage zu lösen sucht, wie man „die wesentlichen Institutionen einer Gesellschaft, d.h. ihre Grundordnung („basic structure“), moralisch bewerten sollte.“ Eine solche Lösung benötigt auch immer ein vorhandenes Problem. Es liegt daher an den von Rawls vorgefundenen natürlichen Lebensverhältnissen, die er als Anwendungsverhältnisse der Gerechtigkeit beschreibt, die allererst eine Vertragstheorie fordern. Wichtig ist hierbei, dass es sich bei dieser Ordnung um eine gerechte Ordnung handeln muss, die von den Menschen selbst als eine solche verlangt und empfunden wird. Im Fokus steht daher also das kontingent vorhandene Bedürfnis nach einer auf die tatsächlich vorzufindende Lebenssituation anzuwendende Gerechtigkeitsordnung, die aus einer ebenfalls kontingent- menschlichen Lebenssituation entspringt, die ihrerseits durch Knappheitsregelement und Verteilungsproblematik der Güter, sowie das Verlangen nach freier persönlicher Lebensgestaltung gekennzeichnet ist. John Rawls bezeichnet diese Ausgangssituation als Urzustand. Bei diesem Zustand handelt es sich um einen gesellschaftlichen Zustand, der nicht etwa durch Anarchie und Gesetzlosigkeit geprägt, sondern vielmehr durch Verteilungskonflikte einer kooperierenden, institutionalisierten Gesellschaft definiert ist. Der Konflikt der gelöst werden muss ist daher für diese Art der Konfliktlösung, des Vertrages, als konstitutiv zu betrachten.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung führt in die Problematik internationaler Gerechtigkeit ein und formuliert die Forschungsfrage, ob Rawls’ Theorie eine philosophisch fundierte Konzeption oder eine bloße Utopie darstellt.

2 John Rawls´ Theorie einer internationalen Gerechtigkeit: Dieses Kapitel legt die Grundlagen des Urzustands, des Gerechtigkeitsbegriffs, der zentralen Termini wie des Schleiers des Nichtwissens sowie der beiden Gerechtigkeitsprinzipien dar.

2.1 Ausgangssituation und Gerechtigkeitsbegriff: Hier wird der Urzustand als Ausgangsbasis einer Vertragstheorie definiert, die auf die Lösung von Verteilungskonflikten in einer kooperativen Gesellschaft abzielt.

2.2 Zentrale Termini, Gerechtigkeitsprinzipien und Begründung: Dieses Kapitel erläutert den Schleier des Nichtwissens, die Grundfreiheiten und das Differenzprinzip als zentrale Pfeiler von Rawls’ Theorie.

3 Kritische Beurteilung: In diesem Kapitel wird Rawls’ Argumentationsstruktur kritisch hinterfragt, wobei insbesondere die moralische Willkür der Natur und die Rationalität der Maximin-Entscheidung problematisiert werden.

4 Zusammenfassung: Die Zusammenfassung rekapituliert die zentralen Erkenntnisse und kommt zu dem Schluss, dass Rawls’ Begründung philosophisch nicht haltbar ist.

Schlüsselwörter

Internationale Gerechtigkeit, John Rawls, Vertragstheorie, Urzustand, Gerechtigkeit als Fairness, Schleier des Nichtwissens, Grundfreiheiten, Differenzprinzip, Maximin-Regel, Politische Philosophie, Moralische Willkür, Verteilungsgerechtigkeit, Soziale Kooperation, Freiheit, Demokratie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der philosophischen Untersuchung der Gerechtigkeitstheorie von John Rawls im Hinblick auf deren Anwendbarkeit und Begründungsstärke als Modell für internationale Gerechtigkeit.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die zentralen Felder umfassen die Vertragstheorie, das Konzept des Urzustands, die Bedeutung von Grundfreiheiten, das Differenzprinzip und die Stabilitätsargumente innerhalb Rawls' politischer Philosophie.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, kritisch zu bewerten, ob Rawls' Konstruktion einer gerechten Grundordnung eine solide philosophische Begründung aufweist oder an metaphysischen Fehlern und logischen Schwächen scheitert.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit angewandt?

Die Arbeit nutzt die Methode der philosophischen Text- und Argumentationsanalyse, um die inneren Widersprüche und die Konsistenz der rawlsschen Theorie zu prüfen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der Grundpfeiler (Urzustand, Prinzipien) und die darauf folgende kritische Beurteilung von Rawls' Annahmen über Natur und Moral.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Wichtige Begriffe sind insbesondere der Urzustand, der Schleier des Nichtwissens, Gerechtigkeit als Fairness, das Differenzprinzip und die Kritik an der moralischen Willkür der Natur.

Warum übt der Autor Kritik an der "Maximin-Regel"?

Der Autor kritisiert die Regel als extrem risikofeindlich und stellt infrage, ob eine solche Strategie im Urzustand rationalerweise immer gewählt werden würde, da sie das menschliche Handeln zu stark einschränke.

Wie bewertet der Autor den Vorrang der Grundfreiheiten?

Der Autor hinterfragt Rawls' absolute Priorisierung der Freiheit, da diese auf sozioökonomischen Voraussetzungen beruhe, die Rawls jedoch als willkürlich festgesetzt habe, was der Autor als philosophisch problematisch ansieht.

Welcher metaphysische Fehler wird Rawls zugeschrieben?

Rawls wird ein metaphysischer Fehler vorgeworfen, weil er versucht, eine gerechte Gesellschaft durch den Ausgleich einer "moralisch zufälligen" Verteilung der Natur zu rechtfertigen, ohne beweisen zu können, was objektiv als "moralisch gut" zu gelten hat.

Ende der Leseprobe aus 21 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Internationale Gerechtigkeit als realisierbare Sozialutopie?
Untertitel
Eine kritische Betrachtung der Theorie der Gerechtigkeit John Rawls´
Hochschule
Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule Aachen  (Philosophie)
Veranstaltung
Internationale Gerechtigkeit
Note
1,7
Autor
Daniel Jacobs (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2014
Seiten
21
Katalognummer
V270798
ISBN (eBook)
9783656623441
ISBN (Buch)
9783656623434
Sprache
Deutsch
Schlagworte
internationale gerechtigkeit sozialutopie eine betrachtung theorie john rawls´
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Daniel Jacobs (Autor:in), 2014, Internationale Gerechtigkeit als realisierbare Sozialutopie?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/270798
Blick ins Buch
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
Leseprobe aus  21  Seiten
Grin logo
  • Grin.com
  • Versand
  • Kontakt
  • Datenschutz
  • AGB
  • Impressum