Baskisch auf Wikipedia. Interkultureller Vergleich verschiedensprachiger Internetseiten


Hausarbeit (Hauptseminar), 2012
26 Seiten, Note: 1,0

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Vorbemerkung

2. Prozentualer Anteil der Informationen  zu bestimmten Themen in den einzelnen Sprachen

3. Gesamtumfang (Seiten=S), Anzahl der Zeichen (Z) und Wörter (W) der einzelnen Themen

4. Ausführlich und kaum behandelte Themen in den einzelnen Sprachen

5. Besonderheiten und Aspekte, die nur in einer Sprache behandelt werden

6. Mängel und inhaltliche Unterschiede

7. Verbesserungsvorschläge

8. Untersuchung des spanischsprachigen Artikels über das Baskische

9. Vergleich mit dem Eintrag Basques in der 1911 Encyclopædia Britannica

10. Schlussbemerkung

11. Literaturverzeichnis

12. Anhang

1. Vorbemerkung

In der heutigen medienüberfluteten Zeit geht es oft um schnelle Informationsbeschaffung. Fast jeder besitzt ein Smartphone und ist somit rund um die Uhr mobil und mit dem Internet verbunden. Muss etwas recherchiert werden, sei es das Datum eines geschichtlichen Ereignisses oder die Definition eines Begriffs, greift man schnell zur Googlesuche oder gleich zur Wikipedia-App. Doch die Meinungen spalten sich, wenn es um die Wissenschaftlichkeit und Zitierfähigkeit der beliebtesten Online-Enzyklopädie geht. In wissenschaftlichen Angelegenheiten, wie dem Verfassen von akademischen Arbeiten, wird sicherheitshalber doch lieber zu anerkannten Nachschlagewerken wie der Brockhaus Enzyklopädie oder zu spezifischer Fachliteratur gegriffen. Lehrer und Professoren sind sich einig, Wikipedia ist keine verlässliche und zitierfähige Quelle beim Verfassen einer Arbeit. Jedoch stellt dieses moderne Online-Lexikon ein äußert nützliches Medium dar, wenn es darum geht sich ein schnelles erstes Bild von einem Sachverhalt oder Begriff zu machen, der einem noch nicht bekannt ist, um dann in ausgesuchter Fachliteratur weitersuchen zu können

Was für Wikipedia-Administratoren eine Qual ist und ihnen eine Generalisierung erschwert, für Sprach-und Kulturwissenschaftler aber ein enorme Bereicherung darstellt, ist die Option Artikel in verschiedensten Sprachen abrufen zu können. Man liegt falsch, wenn man meint es seien reine Übersetzungen. Jeder, der sich dazu berufen fühlt, kann einen Wikipedia‑Eintrag verfassen oder modifizieren und da jedes Land, beziehungsweise die Sprecher einer Sprache, einen unterschiedlichen Bezug zu einem bestimmten Thema haben, unterscheiden sich die verschiedensprachigen Artikel teilweise stark inhaltlich voneinander. Was für einen Deutschen relevant und unbedingt erwähnenswert ist, könnte für einen Engländer selbstverständlich sein

So unterscheiden sich auch die Einträge zur baskischen Sprache sowohl inhaltlich als auch formal. Es werden verschiedene Themen behandelt, manche mehr, andere weniger und einige werden in bestimmten Sprachen auch ganz weggelassen, da sie für diese wohl nicht bedeutsam sind. In der folgenden Arbeit soll ein interkultureller Vergleich zwischen drei verschiedensprachigen Wikipediaseiten über das Baskische gezogen werden. Hierzu werden zu Beginn Themenverteilung und Umfang gemessen bevor die Themenschwerpunkte und Besonderheiten der einzelnen Artikel dargestellt werden. Nachdem auf Mängel eingegangen und Verbesserungsvorschläge gegeben wurden, wird der spanische Artikel analysiert und ein Vergleich mit dem Eintrag „Basques“ in der 1911 Encyclopædia Britannica gezogen.  Dieser wird mit einem Fazit abgeschlossen. Alle Angaben über die Wikipedia‑Artikel beziehen sich auf den Status der Artikel am 15. Juli 2012. An diesem Tag wurden sie zum ersten Mal im Zuge dieser Arbeit abgerufen und über den Browser gespeichert, um Veränderungen zu entgehen, die bei Wikipedia‑Artikeln erfahrungsgemäß schnell auftreten können und somit die Berechnungen und Thesen verfälschen würden

2. Prozentualer Anteil der Informationen zu bestimmten Themen in den einzelnen Sprachen

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Um die drei Wikipediaartikel über die baskische Sprache, den deutsch-, den englisch- und den französischsprachigen zu vergleichen, wurde zu Beginn eine Tabelle angefertigt, die die prozentuellen Anteile der Informationen zu den bestimmten Themen in den einzelnen Sprachen aufzeigt. Dazu wurde die Zeichenanzahl der jeweiligen Themenblöcke mithilfe eines Word-Programmes gezählt, in Verhältnis zu der Gesamtzeichenanzahl des Artikels gesetzt und auf zwei Kommastellen aufgerundet. Problematisch war hierbei die Wahl zwischen der Verwendung der Zeichenanzahl mit und der Verwendung der Zeichenanzahl ohne Leerzeichen. Letztlich ist die Wahl auf eine Berechnung ohne den Miteinbezug von Leerzeichen gefallen, um eine Verfälschung der Ergebnisse zu vermeiden und möglichst genaue Verhältnisse darzustellen. Eine Miteinberechnung der Leerzeichen hätte die Werte insofern verfälscht, da nicht einzuschätzen ist wie lang die Wörter sind und beispielsweise in einem Themenblock mehr kürzere Wörter als in einem anderen hätten sein können und Leerzeichen natürlichen keinen inhaltlich- informativen Wert tragen

Die Themen wurden so kategorisiert, dass die Berechnungen möglichst vereinfacht würden und eine Generalisierung erreicht werden kann. Da die Inhaltsverzeichnisse der  Artikel sich teilweise stark unterscheiden[1], mussten 15 Überpunkte gesetzt werden und die dazugehörigen Informationen dann aus den Inhaltsabschnitten herausgefiltert werden. Der deutsche Artikel liefert beispielsweise nur sehr wenige Informationen, nämlich 41 Wörter beziehungsweise 2 Sätze, zu dem Thema „Etymologie, Name der Sprache“, weshalb diese nicht in einem eigenen Gliederungspunkt zu finden sind, sondern in den einleitenden Überblick eingebaut worden sind

Außerdem gibt es Themen, die in einer Sprache fehlen, beispielsweise „Einflüsse auf andere Sprachen“, was nur im deutschen und im englischen Artikel behandelt wird. Die Inhalte „Sprecherzahlen“ und „Sprachstatus“ werden auf der deutschen Seite unter einem Punkt zusammengefasst, sind aber in zwei Abschnitte aufgeteilt. Im Gegensatz dazu, sind diese im englischen Artikel unter den voneinander getrennten Punkten Official status und Demographics und im französischen unter Les locuteurs und Statut de la langue basque zu finden

Desweiteren ist der Tabelle zu entnehmen, dass die französischsprachige Seite keine Angaben zu Lehnwörtern des Baskischen beinhaltet, sondern nur zum Vokabular. Dennoch wurde dieser Punkt im Thema „Vokabular und Lehnwörter“ angesiedelt, da es aus zwei Gründen problematisch gewesen wäre dieses in zwei Themen aufzuteilen: zum einen verschmelzen diese beiden Felder im englischen und deutschen Artikel ineinander und sind schwer trennbar; zum anderen wäre der prozentuale Anteil, vor allem im englischen, sehr klein geworden, falls eine Trennung gelungen wäre. Somit wurde der Überpunkt „Vokabular und Lehnwörter“, wie er im deutschen auftritt, für die Tabelle übernommen und der Übersichtlichkeit halber nicht aufgesplittert

3. Gesamtumfang (Seiten=S), Anzahl der Zeichen (Z) und Wörter (W) der einzelnen Themen

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Die zweite erstellte Tabelle zeigt den Gesamtumfang (Hauptartikel + weiterführende Artikel) und die Anzahl der Zeichen und Wörter der einzelnen Themen. Hinzu kommen noch entsprechende Angaben zu weiterführenden Artikel, sowie die Menge der Illustrationen (Karten und Bilder)

Schon auf den ersten Blick, der auf die Seitenanzahl[14] fällt, lässt sich hier erkennen, dass der englische Artikel mit 20 Seiten wohl der umfangreichste ist, gefolgt vom deutschen mit 17 und dem französischen mit 12 Seiten. Obwohl beim englischen Verweise und die Bibliographie allein 7 Seiten einnehmen und der deutsche somit, was die Seitenanzahl betrifft, dominieren würde, ist er mit 33.354 Zeichen dennoch rein äußerlich der umfangreichste im Bezug auf die Zeichenanzahl. ‚Rein äußerlich‘, da dies nur mathematische Einschätzungen sind und hier noch nicht auf inhaltliche Besonderheiten eingegangen werden kann. Diese könnten womöglich zeigen, dass obwohl der englische der längste Artikel ist, der deutsche informativer und somit umfangreicher ist. Hierauf soll später eingegangen werden. Was die weiterführenden Artikel betrifft, dominiert die englischsprachige Seite mit 3,5-mal so vielen Zeichen wie die französische und fast 4-mal so vielen wie die deutsche

Keine Bilder, dafür aber insgesamt neun Karten sind zu finden im deutschen Artikel, beispielsweise zur geographischen Ansiedlung der Dialekte, zur Sprachensituation im gesamten Baskenland, zur Verteilung der Sprecher des Baskischen im spanischen Baskenland und Navarra oder zum Baskischen in der Schulbildung mit den Anteilen der Schüler mit baskischem Unterricht. Drei dieser neun Karten sind auch im englischen vertreten, welcher insgesamt acht beinhaltet. Darunter auch eine animierte Karte, die den geschichtlichen Rückgang und die Expansion der baskischen Sprache im Kontext ihrer sprachlichen Nachbarn vom Jahr 1000 bis 2000 aufzeigt. Außerdem bietet der englische Artikel zwei Bilder. Eines zeigt beispielhaft einen baskischen Schriftzug auf einer Grabstele und das andere listet Symbole eines alten Zahlensystems auf, welches von Müllern angewandt wurde. Auch im französischen Artikel sind Illustrationen zu finden: Bilder von baskischer Literatur, den ersten Schriftstücken in baskischer Sprache und einem zweisprachigen Straßenschild im französischen Baskenland; zwei der vorhandenen Karten sind auch in den anderen zu untersuchenden Sprachen zu finden und die dritte nur im englischsprachigen. Unter dem Punkt Exemples ist eine Abbildung zu finden, deren Inhalt nur bei starker Vergrößerung zu erkennen ist. Es handelt sich um eine Konjugationstabelle mit einem Beispielverb. Was alle Artikel gemein haben, ist ein Link zu den dene-kaukasischen Sprachen im Thema „Hypothesen über Verwandtschaft mit anderen Sprachen“

[...]


[1] s. Anhang, Anlage 1

[2] Zum Vergleich: Baskischer Artikel Euskara – 38.647 Z/ 5679 W; Spanischer Artikel Euskera – 46.314 Z/ 8.625 W

[3] verfügt über weiterführenden Artikel – Baskische Sprachpolitik mit 9.994 Z/ 1.567 W; dieser Link auch in den Kapiteln Sprachstatus und Dialekte zu finden

[4] verfügt über weiterführende Artikel zur dene-kaukasischen Hypothese – Dene-Kaukasisch mit 2.339 Z/ 307 W, und zur Vaskonische[n] Hypothese 3.456 Z/ 512 W

[5] verfügt über weiterführenden Artikel – Dené-Caucasian Languages mit 17.667 Z/ 3.093 W

[6] verfügt über weiterführenden Artikel – Les langues dené-caucasiennes mit 1.721 Z/ 289 W

[7] verfügt über weiterführenden Artikel – List of Spanisch words of Basque/ Iberian origin mit 10.421 Z/ 1.875 W, 114 Beispiele

[8] verfügt über weiterführenden Artikel – Dialects du basque mit 5.437 Z/ 917 W

[9] verfügt über weiterführenden Artikel – Basque Grammar mit 39.938 Z/ 7.382 W

[10] verfügt über weiterführenden Artikel – Grammaire du basque mit 3.825 Z/ 693 W + ein Bild von einer Tabelle der Konjugation eines Beispielverbs in dem Kapitel Exemples (dasselbe im baskischen Artikel vorhanden)

[11] verfügt über weiterführenden Artikel – Basque Alphabet mit 844 Z/ 217 W

[12] verfügt über weiterführenden Artikel – Ecriture du basque mit 4577 Z/ 971 W

[13] verfügt über weiterführenden Artikel – Liste Swadesh mit 4577 Z/ 971 W, 207 Beispiele

[14] Anzahl der Seiten in der Browser-Druckfassung

Ende der Leseprobe aus 26 Seiten

Details

Titel
Baskisch auf Wikipedia. Interkultureller Vergleich verschiedensprachiger Internetseiten
Hochschule
Universität Passau
Veranstaltung
Regional - und Minderheitensprachen
Note
1,0
Autor
Jahr
2012
Seiten
26
Katalognummer
V270804
ISBN (eBook)
9783656624691
ISBN (Buch)
9783656624684
Dateigröße
471 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
baskisch, wikipedia, interkultureller, vergleich, internetseiten
Arbeit zitieren
Christina Rollmann (Autor), 2012, Baskisch auf Wikipedia. Interkultureller Vergleich verschiedensprachiger Internetseiten, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/270804

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