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Die preußische Landbevölkerung 1806–1815 (antinapoleonische Befreiungskriege)

Mentalität und Motivation

Title: Die preußische Landbevölkerung 1806–1815 (antinapoleonische Befreiungskriege)

Term Paper , 2013 , 32 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Andreas Donay (Author)

History of Europe - Modern Times, Absolutism, Industrialization
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Vor dem Hintergrund des militärischen Zusammenbruchs Preußens, den daraus resultierenden Belastungen für die breite Bevölkerung und der Krise des Staates, ergab sich ein außergewöhnlich dichtes Geflecht von Anforderungen an die ländliche Bevölkerung Preußens innerhalb des Zeitraums von 1806 bis 1815.
Das junge Forschungsgebiet der ländlichen Mentalitätsgeschichte hat das vorliegende Thema bisher wenig bearbeitet, wohl auch aufgrund der dürftigen Quellenlage. Trotzdem soll mit dieser Hausarbeit ein Einblick versucht werden. Immerhin existieren einige Quellen, in denen sich Vertreter bürgerlicher und adliger Schichten über die hier interessierenden unteren Schichten der Landbevölkerung äußern.
Die Befreiungskriege trugen „Züge einer Volkserhebung“, obgleich der Aufruf dazu durch den preußischen Monarchen erfolgte. Dieses Volk entsprach überwiegend nicht dem Idealbild des jungen, bildungsbürgerlichen Helden, wie er in den folgenden Jahren und Jahrzehnten durch die Publizistik geprägt wurde. Was bewegte also die Menschen die diesen Krieg gegen das napoleonische Frankreich und seine Verbündeten in der Hauptsache bewältigen mussten und inwieweit war das Engagement von den unteren Bevölkerungsschichten getragen?
Während dem Auftakt der Kämpfe im Frühjahr 1813 war man erstaunt über den Furor vieler preußischer Soldaten, gerade einfacher Kämpfer in den improvisiert aufgestellten Formationen der Landwehr. Ungeübte, das Gewehr, sofern vorhanden, als Keule schwingende, barfüßige junge Bauern, Tagelöhner und Handwerker stürmten mit markerschütterndem Geschrei auf den Feind zu, ohne dazu von ihren Offizieren ermuntert werden zu müssen.
Nicht nur auf den Schlachtfeldern machte sich der Drang bemerkbar einen signifikanten Beitrag zum Erfolg des Befreiungskrieges zu leisten. Unbemittelte, selber Not leidende Dorfbewohner gaben teilweise buchstäblich ihr letztes Hemd, um daraus Verbandsstoffe fertigen zu lassen, oder spendeten ihre Eheringe.
Woraus resultierte diese neue umfassende patriotische Hilfsbereitschaft breiter Teile der Bevölkerung?

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1 Preußen um 1806/1807

1.1 Situation der Landbevölkerung vor 1806

1.2 Die Wirkung der Niederlage auf das Volk

2 Preußen nach dem Tilsiter Frieden. Die Folgen

2.1 Die Folgen der französischen Besatzung

2.2 Die Kontributionen

2.3 Kontinentalsperre und Kontinentalsystem

2.4 Die Auswirkungen der Krise

3 Wirkung der preußischen Reformen auf die breite Landbevölkerung

3.1 Die Agrarreformen: Hoffnungen und Realitäten

3.2 Vom unsicheren Kantonisten zum Bürger in Uniform? Die Heeresreformen

4 1809 bis 1812

4.1 Erhebung zusammen mit Österreich?

4.2 Stimmung in der Bevölkerung

4.3 Auswirkungen des Russlandfeldzuges

5 Die Gesetze und Aufrufe von 1813 und ihre Auswirkungen

5.1 Landwehr, Landsturm, Freiwillige und reguläres Heer

5.2 Die Kriege von 1813 bis 1815 aus der Sicht von unten

5.2.1 1813/14

5.2.2 1815

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Diese Arbeit untersucht die Mentalität und Motivation der preußischen Landbevölkerung im Zeitraum von 1806 bis 1815. Im Zentrum der Forschungsfrage steht die Analyse, wie die unteren Bevölkerungsschichten auf die massiven Belastungen durch Krieg, Besatzung und Reformen reagierten und inwieweit ihr Engagement während der antinapoleonischen Befreiungskriege von eigenem Patriotismus getragen war.

  • Die Lebensbedingungen der ländlichen Bevölkerung unter napoleonischer Besatzung und Kontinentalsperre.
  • Die Auswirkungen preußischer Reformen, insbesondere der Agrar- und Heeresreformen, auf die unterbäuerliche Schicht.
  • Die Rolle der Propaganda und die Diskrepanz zwischen obrigkeitlichem Aufruf und dem Verhalten der „einfachen Leute“.
  • Die Entstehung und Entwicklung patriotischer Tendenzen innerhalb der Landwehr und des regulären Heeres.

Auszug aus dem Buch

3.2 Vom unsicheren Kantonisten zum Bürger in Uniform? Die Heeresreformen

Unter dem Eindruck der modernisierten französischen Armee, in der mit der ‚Konskription‘ eine Form der allgemeinen Wehrpflicht bereits verwirklicht war, wurde für Preußen nun ebenfalls eine umfassende Wehrpflicht angestrebt. Durch die Transformation des ‚Untertanen‘ oder ‚Landeskindes‘ zum ‚Staatsbürger in Uniform‘ erwarteten sich die Militärreformer eine große Zahl motivierter und flexibel einsetzbarer Rekruten.

Schon das preußische Kantonsystem des 18. Jahrhunderts kann als eine Vorform der allgemeinen Wehrpflicht gelten.

1811 meldete allerdings der schlesische Landrat von Conradi: „Unter 10 cantonpflichtigen bemittelten Subjecten, werden im Durchschnitt gewiß nur zwei Soldat und achte entziehen sich durch Ankauf von Grundstücken. (…) Zum ausschließlichen Militairdienst ist also der dienende Knecht und arme Tagelöhner-Sohn bestimmt.“

Conradi beklagt hier also den Umstand, dass in der Regel nur arme und unvermögende Rekruten aus den ländlichen Regionen zum Wehrdienst einrücken mussten, es hingegen den Söhnen aus einem wohlhabenden oder bürgerlichen Umfeld regelmäßig gelang, sich dem lästigen Wehrdienst auf legale Weise zu entziehen.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Einführung in die Thematik der ländlichen Mentalitätsgeschichte im Kontext der Befreiungskriege 1812-1815.

1 Preußen um 1806/1807: Darstellung der sozialen Situation der Landbevölkerung und der unmittelbaren psychologischen Folgen der militärischen Niederlage.

2 Preußen nach dem Tilsiter Frieden. Die Folgen: Analyse der sozioökonomischen Belastungen durch Besatzung, Kontributionen und die Kontinentalsperre.

3 Wirkung der preußischen Reformen auf die breite Landbevölkerung: Untersuchung der Auswirkungen von Agrar- und Heeresreformen auf die Lebenswelt der ländlichen Schichten.

4 1809 bis 1812: Betrachtung der politischen Stimmungslage in Preußen zwischen den Koalitionskriegen und dem Russlandfeldzug.

5 Die Gesetze und Aufrufe von 1813 und ihre Auswirkungen: Analyse der Mobilisierung durch Landwehr und Landsturm sowie der Sichtweise der einfachen Soldaten auf das Kriegsgeschehen.

Schlüsselwörter

Preußen, Landbevölkerung, Befreiungskriege, Mentalitätsgeschichte, Napoleon, Kontinentalsperre, Agrarreformen, Heeresreformen, Landwehr, Wehrpflicht, Patriotismus, Franzosenzeit, Konskription, soziale Mobilität, Staatsbildung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Situation, Mentalität und Motivation der preußischen Landbevölkerung zwischen 1806 und 1815.

Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?

Zentral sind die Auswirkungen der französischen Besatzung, die Reformpolitik des preußischen Staates sowie die Rolle und Stimmung der Landbevölkerung während der Befreiungskriege.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Ziel ist es zu untersuchen, wie die ländliche Bevölkerung die Krisenjahre bewältigte und inwieweit ihr Kriegseinsatz auf echtem Patriotismus basierte.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet der Autor?

Der Autor stützt sich auf eine historische Analyse, die verfügbare Augenzeugenberichte und zeitgenössische Quellen sowie Forschungsliteratur zur ländlichen Mentalitätsgeschichte auswertet.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Folgen der Niederlage von 1806, die ökonomischen Krisen, die preußischen Reformen und die militärische Mobilisierung ab 1813.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Schlagworte sind Preußen, Landbevölkerung, Befreiungskriege, Mentalität, Reformen und Napoleon.

Warum war das sogenannte „Landsturm-Edikt“ von 1813 so umstritten?

Es wurde von Teilen des Adels und der Bürgerschaft gefürchtet, da es Massen bewaffnete und Ängste vor einem unkontrollierten Volksaufstand wie während der Französischen Revolution schürte.

Wie unterschied sich die Stimmung der einfachen Soldaten von den offiziellen Berichten?

Offizielle Berichte inszenierten oft ein „Kriegstheater“ und Patriotismus, während die Realität der Soldaten von Entbehrungen, Zwangsrekrutierungen und oft fehlender Begeisterung geprägt war.

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Details

Title
Die preußische Landbevölkerung 1806–1815 (antinapoleonische Befreiungskriege)
Subtitle
Mentalität und Motivation
College
University of Hagen  (Neuere Deutsche und Europäische Geschichte)
Course
Masterstudiengang Europäische Moderne. Modul 5G
Grade
1,3
Author
Andreas Donay (Author)
Publication Year
2013
Pages
32
Catalog Number
V270949
ISBN (eBook)
9783656627999
ISBN (Book)
9783656627982
Language
German
Tags
Napoleon Befreiungskriege Preußen Landbevölkerung Militärgeschichte Franzosenzeit Kontinentalsperre Kontinentalsystem Agrarreform Heeresreform Landwehr Landsturm Insurrektion
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Andreas Donay (Author), 2013, Die preußische Landbevölkerung 1806–1815 (antinapoleonische Befreiungskriege), Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/270949
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