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Ein Vergleich deutscher und türkischer Präpositionen

Hindernisse beim Zweitspracherwerb türkischer Deutschlerner

Titel: Ein Vergleich deutscher und türkischer Präpositionen

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2014 , 22 Seiten , Note: 1,7

Autor:in: Franziska Lampe (Autor:in)

Didaktik für das Fach Deutsch - Deutsch als Fremdsprache, DaF
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die Untersuchung von Fremdsprachenfehlern, deren Ursache und Vorhersagbarkeit, gilt als Bestandteil des Fremdsprachenunterrichts und wird als Methode dessen häufig eingesetzt. In der Zweitspracherwerbforschung wird untersucht, nach welchen Prozessen der Erwerb einer zweiten Sprache abläuft. Die Anfänge der Zweitspracherwerbsforschung hat bereits Lado (1957) eingeführt, mit der Hypothese, dass beim Spracherwerb ein Prozess in Gang gesetzt wird, den er Transfer nennt. Bei diesem Transfer werden Strukturen der Erstsprache auf die Zweitsprache übertragen und können sich positiv oder negativ auf den Spracherwerb auswirken. Diese, auf dem Behaviorismus basierende These wurde daraufhin von Dulay & Burt (1974) revidiert und erweitert um die Aussage, dass allein die zielsprachlichen Strukturen genügten, um Einblicke in die Erwerbsmechanismen zu gewähren. Dass auch kulturelle und soziale Faktoren zum Prozess des Zweitspracherwerbs beitragen, wurde erst später berücksichtigt.
In dieser Arbeit beabsichtige ich, einen Vergleich zu ziehen, zwischen den deutschen Präpositionen und den türkischen Postpositionen, die den Präpositionen teilweise entsprechen, teilweise anders gebildet werden.
In Kapitel 2 werde ich vorerst einige Ansätze und Theorien des Zweitspracherwerbs skizzieren, um auf die Vielfalt der Herangehensweisen an den Spracherwerb hinzuweisen. In Kapitel 3 widme ich mich den Präpositionen im Deutschen sowie ihrer Stellung in den Präpositionalphrasen, welche ich in Kapitel 3.1 noch ausführlicher beleuchte. Im Anschluss folgt ein Exposé über grammatische Besonderheiten des Türkischen, im Hinblick auf die Agglutination und die Satzstellung. In Kapitel 4.1 werde ich die Präpositionen bzw. Postpositionen im Türkischen beschreiben und von den deutschen Präpositionen abgrenzen. Wichtig für türkische Postpositionen ist der Kasus, den sie markieren, weshalb diesem in Kapitel 4.2 Aufmerksamkeit geschenkt wird. Folgend werden einige Postpositionen vorgestellt und in zwei Kategorien, die Bare Postpositions und die Possessiv-marked Postpositions eingeteilt. In den Kapiteln 5 und 6 wird vorerst ein Vergleich der Prä- und Postpositionalphrasen vorgenommen und im Anschluss daran versucht, mögliche, für den Zweitsprachenlerner mit Türkisch L1, sich daraus ergebende Erwerbsfehler aufzuzeigen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Ansätze und Theorien zum Zweitspracherwerb

3. Präpositionen

3.1 Präpositionalphrasen im Deutschen

4. Typologisches über das Türkische

4.1 Präpositionen

4.2 Kasus

4.3 Postpositionen

4.3.1 Bare Postpositions - Wiedergabe deutscher Präpositionen durch türkische Postpositionen

4.3.1.1 Wiedergabe mit dem Nominativ

4.3.1.2 Wiedergabe mit dem Dativ

4.3.1.3 Wiedergabe mit dem Ablativ

4.3.2 Possessiv-marked Postpositions

5. Präpositionalphrasen und Postpositionalphrasen im Vergleich

6. Schwierigkeiten für den Zweit -und Fremdspracherwerb

7. Fazit und Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit vergleicht die deutsche Präpositionsstruktur mit dem türkischen Postpositionssystem, um die daraus resultierenden Hindernisse und Erwerbsfehler beim Zweitspracherwerb türkischer Deutschlerner zu identifizieren und zu prognostizieren.

  • Grundlagen des Zweitspracherwerbs und linguistische Lerntheorien
  • Strukturelle Analyse deutscher Präpositionalphrasen und ihrer Kasusrektion
  • Typologische Charakteristika des Türkischen, insbesondere Agglutination und Kasussystem
  • Klassifizierung türkischer Postpositionen (Bare vs. Possessiv-marked Postpositions)
  • Prognose möglicher Erwerbsschwierigkeiten für türkische Muttersprachler im Deutschen

Auszug aus dem Buch

4.2 Kasus

Die Kasussuffixe dienen dazu, syntaktische Funktionen in einer Nominalphrase auszudrücken. Im Türkischen Existieren sechs Kasus: der Nominativ (die Grundform des Substantivs), der Akkusativ (kennzeichnet das direkte Objekt eines Satzes), Dativ (markiert das direkte Objekt eines Satzes), Lokativ (für lokale Aussagen und Zeitangaben), der Ablativ (für direktionale Aussagen) und der Genitiv (zeigt einen Besitz an und steht meist in einer Genitivkonstruktion im Satz). Es folgt eine Darstellung der Kasussuffixe nach den Vokalharmonien:

(Bsp. 10) a. Nominativ Nullsuffix; Türk. Ben okuyorum.; Dt. Ich lese

b. Akkusativ i, ı, u, ü; Türk. Hazan bir kitap alir; Dt. Hazan kauft ein Buch

c. Dativ  e, a; Türk. Deniz Ayşe`ye yardım ediyor; Dt. Deniz hilft Ayse

d. Lokativ de, da; Türk. Ayşe üniversitede okuyor.; Dt. Ayse studiert an der Universität

e. Ablativ den, dan; Türk. Çocuklar okuldan geliyorlar.; Dt. Die Kinder kommen aus der Schule.

f. Genitiv in, ın, un, ün; Türk. Bu kitap Emre`ye aittir; Dt. Das Buch gehört Emre

Der Kasus wird erstellt indem das Suffix an die Grundform des Nomens oder Pronomens angehängt wird (Kornfilt 1997). Darüberhinaus wird jeder Kasus durch nur ein Suffix realisiert und jedes dieser Morpheme steht für einen Kasus. Der Akkusativ kennzeichnet das direkte Objekt; allerdings unter der Berücksichtigung, dass zwischen einem bestimmten und unbestimmten Objekt unterschieden werden muss. Bei einem unbestimmten Objekt wird der Nominativ markiert.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung verortet das Thema in der Zweitspracherwerbsforschung und stellt das Ziel des Vergleichs zwischen deutschen Präpositionen und türkischen Postpositionen vor.

2. Ansätze und Theorien zum Zweitspracherwerb: Dieses Kapitel skizziert behavioristische, universelle und Interlanguage-Ansätze, um die Vielfalt der Theorien zum Spracherwerb darzustellen.

3. Präpositionen: Hier werden Definition und syntaktische Funktion von Präpositionen erläutert.

3.1 Präpositionalphrasen im Deutschen: Dieses Kapitel behandelt die interne Struktur von Präpositionalphrasen und die durch Präpositionen gesteuerte Kasusmarkierung.

4. Typologisches über das Türkische: Es werden die agglutinierende Natur des Türkischen und die morphologischen Prinzipien der Wortbildung vorgestellt.

4.1 Präpositionen: Dieses Kapitel klärt die terminologische Verwendung von Postpositionen im Türkischen als Äquivalent zu deutschen Präpositionen.

4.2 Kasus: Hier werden die sechs türkischen Kasus und ihre Funktion zur Markierung syntaktischer Beziehungen erläutert.

4.3 Postpositionen: Dieses Kapitel erläutert die Verwendung von Postpositionen im Türkischen als Mittel zur Ausdrucksbildung.

4.3.1 Bare Postpositions - Wiedergabe deutscher Präpositionen durch türkische Postpositionen: Detaillierte Darstellung von Postpositionen, eingeteilt nach Nominativ-, Dativ- und Ablativrektion.

4.3.1.1 Wiedergabe mit dem Nominativ: Vorstellung von Postpositionen, die im Nominativ gebraucht werden, wie için oder ile.

4.3.1.2 Wiedergabe mit dem Dativ: Analyse von Postpositionen wie doğru oder karşı, die den Dativ erfordern.

4.3.1.3 Wiedergabe mit dem Ablativ: Erläuterung von Postpositionen wie itibaren, die eine Verbindung zum Ablativ aufweisen.

4.3.2 Possessiv-marked Postpositions: Beschreibung einer Postpositionsklasse, die auf Substantiven basiert und Possessivsuffixe sowie Oblique-Kasusmarkierer trägt.

5. Präpositionalphrasen und Postpositionalphrasen im Vergleich: Synthese der Unterschiede beider Sprachsysteme in Bezug auf Kopfstellung und Kasusrektion.

6. Schwierigkeiten für den Zweit -und Fremdspracherwerb: Analyse der Probleme, mit denen türkische L1-Sprecher beim Erwerb deutscher Präpositionen konfrontiert sind.

7. Fazit und Ausblick: Zusammenfassende Bewertung der theoretischen Ansätze und Ausblick auf notwendige empirische Forschung.

Schlüsselwörter

Zweitspracherwerb, Präpositionen, Postpositionen, Türkisch, Deutsch, Kontrastivhypothese, Interlanguage, Kasusrektion, Agglutination, Transfer, Sprachvergleich, Präpositionalphrase, Morphologie, Interferenzfehler, Fremdspracherwerb.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit untersucht den kontrastiven Vergleich zwischen deutschen Präpositionen und türkischen Postpositionen, um die Herausforderungen beim Zweitspracherwerb für türkische Lerner zu analysieren.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die Schwerpunkte liegen auf linguistischen Spracherwerbstheorien, der Struktur von Präpositionalphrasen im Deutschen sowie dem agglutinierenden System und den Postpositionsstrukturen des Türkischen.

Was ist das primäre Forschungsziel?

Das Ziel ist es, auf Basis der grammatikalischen Unterschiede zwischen dem Deutschen und dem Türkischen Prognosen für typische Erwerbsfehler von türkischen Lernern bei der Verwendung deutscher Präpositionen aufzustellen.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Es wird eine kontrastive Analyse der beiden Sprachen durchgeführt, gestützt auf Literatur und Theorien zur Zweitspracherwerbsforschung, um strukturelle Differenzen und mögliche Interferenzen aufzuzeigen.

Was steht im Zentrum des Hauptteils?

Im Hauptteil steht die detaillierte Analyse der grammatikalischen Systeme, insbesondere wie im Türkischen Verhältnisse durch Kasussuffixe und Postpositionen ausgedrückt werden, im Vergleich zum deutschen Präpositionalsystem.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Zweitspracherwerb, Kontrastivhypothese, Interlanguage, Agglutination, Transfer und Kasusrektion definiert.

Warum unterscheidet die Arbeit zwischen bare und possessiv-marked Postpositions?

Diese Unterscheidung ist notwendig, da türkische Postpositionen unterschiedlich auf Kasus reagieren und teils substantivische Ursprünge mit Possessivmarkierung aufweisen, was für das Verständnis der deutschen Entsprechungen wichtig ist.

Welche Rolle spielt die Agglutination für den Erwerb deutscher Präpositionen?

Da türkische Lerner gewohnt sind, grammatische Funktionen durch das Anhängen von Suffixen (Agglutination) direkt an das Nomen zu lösen, fällt ihnen die Verwendung von freien Präpositionen und Determinierern im Deutschen oft schwer.

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Details

Titel
Ein Vergleich deutscher und türkischer Präpositionen
Untertitel
Hindernisse beim Zweitspracherwerb türkischer Deutschlerner
Hochschule
Carl von Ossietzky Universität Oldenburg  (Germanistik)
Veranstaltung
Sprachvergleich im Unterricht
Note
1,7
Autor
Franziska Lampe (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2014
Seiten
22
Katalognummer
V270952
ISBN (eBook)
9783656630029
ISBN (Buch)
9783656630012
Sprache
Deutsch
Schlagworte
türkische Präpositionen deutsche Präpositionen Postpositionen Agglutinierende Sprachen flektierenede Sprachen
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Franziska Lampe (Autor:in), 2014, Ein Vergleich deutscher und türkischer Präpositionen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/270952
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Leseprobe aus  22  Seiten
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