Das Sichern und Erhöhen der Zustellbarkeit im E-Mail Marketing

Email Deliverability Management, so geht das


Bachelorarbeit, 2011
54 Seiten, Note: 2.0

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Tabellenverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1. Einleitung

2 Theoretische Grundlagen
2.1 Die Bedeutung des E-Mail-Marketing
2.2 E-Mail-Marketing vs. KlassischerKommunikationswege
2.3 Die Evolutionsstufen im E-Mail-Marketing

3 Schritte, die die Zustellbarkeit von E-Mails Sichern und Erhöhen
3.1 Definition und Begriffsabgrenzung: Zustellung und Zustellbarkeit
3.2 Whitelisting durch Akkreditierung
3.2.1 E-Mail-Akkreditierungsanbieter
3.2.1.1 SuretyMail
3.2.1.2 Return Path
3.3 Authentifizierung
3.3.1 Authentifizierungsmethoden
3.3.2 DNS Konfiguration
3.4 Reputation
3.4.1 SenderScore
3.4.2 Drei Faktoren schaden die Reputation
3.4.2.1 Beschwerderate
3.4.2.2 Trefferrate der Spam-Fallen
3.4.2.3 Unbekannter Benutzer-Rate
3.4.3 Authentifizierung und Reputation
3.4.4 Vier Faktoren Erhöhen die Reputation
3.4.4.1 Listenhygiene
3.4.4.2 Geringe Beschwerderate
3.4.4.3 Vermeidung von schwarzen Listen
3.4.4.4 Der Inhalt

4. Fazit

Quellenverzeichnis

Danksagungen

Ich möchte mich besonders bei Farid Benahmed bedanken, der mich bei der Bearbeitung der Bachelorarbeit immer tatkräftig unterstützte und immer nützliche Tipps parat hatten. Außerdem bedanke ich mich bei Francis Braun, der mir bei den technischen Problemen zur Hilfe stand.

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Die Evolutionsstufen im E-Mail-Marketing vom Massen- zum Miro-Marketing

Abbildung 2: Rolle des MX-Records beim E-Mail-Versand und der Spamfilterung

Abbildung 3: „Durchschnittliche Zustellbarkeitsrate in Abhängigkeit zum Sender Score

Abbildung 4: Beschwerderate in Abhängigkeit zum Sender Score

Abbildung 5: Spam-Fallenrate in Abhängigkeit zum Sender Score

Abbildung 6: Unbekannter Benutzer-Rate in Abhängigkeit zum Sender Score

Abbildung 7: DKIM-Übergangsrate der Sendenden Mailserver in Abhängigkeit zum Sender Score

Tabellenverzeichnis

Tabelle 1: Unterschied zwischen den klassischen Kommunikationswege und dem E-Mail-Marketing

Tabelle 2: Der Einfluss des Sender Score auf die Beurteilung aufE-Mails

Abkürzungsverzeichnis

1. Einleitung

Das Internet und die Anwendung von E-Mail-Dienste sind ein vitales Plattform für die Kommunikation, Produktivität und den Handel geworden. Durch die Kombination von RSS-Feeds[1], Instant Messaging[2], E-Mail und das Web sind neue Märkte und Chancen für Unternehmen aller Größen und in allen vertikalen Märkten[3] entstanden. In der Zeit wo viele Firmen aus dieser Chance profitieren, versuchen kriminelle Elemente und skrupellose Geschäfte diesen Weg zu nutzen und versuchen dadurch, diese wachsenden Möglichkeiten und Technologien, durch das Stehlen von persönlichen und Unternehmensdaten zu monopolisieren. Als Ergebnis fanden sich die ISP[4] (Internet Service Providers) und alle Empfang­Netzwerke vor einem riesigen Problem gefunden, das sich als Ansturm von zunehmenden Mengen an Spam und schädliche E-Mails darstellt. (vgl. [MicCoa] S. 4)

Im Dezember 2008 hat das SC Magazine UK (Secure Business Intelligence) auf ihre Webseite laut einer Studie angekündigt, dass 90% aller täglich weltweit versendeten E-Mails, d.h. rund 200 Milliarden E-Mails, Spam sind. Die meisten dieser Spam-E-Mails enthalten Viren oder Phishing-Versuche, die den Empfänger schaden könnten. Deshalb haben viele ISP damit begonnen, Nachrichten, die von bestimmten Absendern oder durch bestimmte Wörter ausgelöst werden, durch Verwendung von Filtern zu blockieren. Einige dieser Wörter kommen sehr häufig vor wie zum Beispiel "Kostenlos" und "Geld". Es kann aber schwierig sein, eine E-Mail ohne Verwendung einige dieser Reizwörter zu schreiben. (vgl. [SCM09])

Leider lassen diese Schritte, die notwendig für den Schutz der Empfänger vor diesen Milliarden von unerwünschten E-Mails sind, legitime Nachrichten schwer durch. In diesem Fall, landen legitime E-Mails oft in Spam-Boxen, wo sie nie von den Empfängern gesehen werden. Manchmal kommen sie überhaupt nicht an die Spam-Boxen an, und werden stattdessen an der ISP-Server-Ebene blockiert. (vgl. [JanWil] S. 2)

In der Tat, werden ständig neue Lösungen und Verbesserungen im Kampf gegen Spam, Viren und Phishing[5] durch die empfangen Netzwerke eingesetzt. Beijedem Update, kann sich das Verhalten des gesamten Systems verändern. Diese Veränderungen können die Zustellbarkeit, also die Fähigkeit, E-Mails in die Posteingänge zugestellt zu haben, für einige Versender und nicht für andere, zu bestimmten Zeiten beeinflussen· (vgl. [MicCoa] S. 4)

Schritte, um die E-Mail Zustellbarkeit zu verbessern, ist ein sehr wichtiger Teil des E-Mail-Marketings. Wenn sich die Zustellbarkeit um eine relativ geringe Marge erhöhen lässt, können Gewinne damit erheblich erhöht werden. (vgl. [JanWil] S. 2)

E-Mail-Vermarkter und Werbetreibende, die verstehen können, wie die Teile zusammenpassen, können die Zustellbarkeit ihrer E-Mail-Kampagnen so optimieren, dass sie Wettbewerbsvorteil gegenüber ihre Konkurrenten, die nicht für das Managen der Zustellbarkeit achtgeben, schaffen. E-Mail-Versender, die in der Grauzone zwischen Best Practices und Poor Practices stehen, haben mehr Probleme als diejenigen, die ständig ihre Practices überwachen und verbessern. (vgl. [MicCoa] S. 4)

Dieses Dokument versucht, Einblicke in Best Practices und Empfehlungen zu geben, um die Zustellbarkeit von legitimen E-Mails zu sichern und gleichzeitig das Vertrauen der Endbenutzer zu erhöhen. Das Sichern der Zustellbarkeit bedeutet die technischen Hürden der ISP zu überwinden. Sind legitime E-Mails einmal zugelassen, können dann weitere Maßnahmen ergriffen werden, um die Zustellbarkeitsrate zu erhöhen.

2 Theoretische Grundlagen

2.1 Die Bedeutung des E-Mail-Marketing

E-Mail als Kommunikationsmittel ist die meistgenutzte und wichtigste Anwendung im Internet. Eine in den USA durchgeführte Studie zeigte, dass im Jahr 2009, die Zahl der E-Mail-Nutzer weltweit ca. 1.4 Milliarden erreicht hat. Diese erheblich große Zahl macht veranschaulichst, dass E-Mail-Marketing eins der wichtigsten Instrumente des Direktmarketing[6] ist. (vgl. [AnAl09])

Unter E-Mail-Marketing versteht man eine Form elektronischem bzw. Direkt­Marketing, bei dem, mit Hilfe von online Medien versucht wird, eine Kommunikation mit potenziellen oder bestehenden Kunden aufzubauen, mit dem Ziel, an den Kauf eines Produkts zu fördern oder die Loyalität des bestehenden Kunden zu halten. Hierfür werden E-Mail-Kampagnen für gewisse Produkte oder Dienstleistung in Form von Werbemails an registrierte oder potenzielle Kunden versendet. Das E-Mail-Marketing umfasst Newsletter, Werbemails, Mailinglisten oderPressmeldungen. (vgl. [IFH06] S. 103)

E-Mail-Marketing ist für Unternehmen aller Größen eines der mächtigsten Marketinginstrumente und ein fester Bestandteil der eigenen Marketing­Strategien. Das E-Mail-Marketing zeichnet sich durch folgende Vorteile aus: (vgl. [ClevRe] und [PixPlan])

(1) Mehr Umsatz

Durch regelmäßige E-Mail Kampagnen können zusätzliche Bestellungen durch bereits bestehenden Kunden veranlasst werden.

(2) Kostenersparnis

Im Vergleich zu den klassischen Postsendungen, sind die Kosten für einen E­Mail-Versand sehr gering. Hierbei fallen keinerlei materielle Kosten (Papier, Druck etc.) an.

(3) Umweltfreundlichkeit

E-Mail-Marketing verwendet keine Printmedien, die mittels eines aufwändigen Herstellungsprozesses erstellt werden. Deshalb ist das Marketing per E-Mail umweltfreundlich und hilft bei der Reduzierung des Problems der globalen Erwärmung.

(4) Zeitersparnis

Die Zeit der Anlieferung der Werbebotschaften per E-Mails ist vergleichsweise sehr kurz. In kürzester Zeit können E-Mail-Empfänger per Klick über Neuigkeiten und Angebote informiert werden.

(5) Weiterer Verbreitung

E-Mail Vermarkter kann die Zahl der Empfänger vergrößern, wobei sie die Kunden durch Sonderangebote auf die Weiterleitung des Angebots an ihre Freunde und Bekannten fördern.

(6) Hohe Empfangsrate

Die häufige Prüfung der Internetnutzer ihrer Postfächer garantiert zu einem gewissen Grad den Empfang der Werbebotschaft.

(7) Datenbank mit realen Informationen

Beim Abonnieren eines Newsletters gibt der Nutzer eine gültige E-Mail-Adresse an, die i.d.R. validiert wird um eine effizientere und effektivere Datenbank zu erstellen. Die validierten Daten können dann in späteren Werbekampagnen benutzt werden.

(8) Persönliche Ansprache

Mit kundenindividuelle Angeboten und Inhalten, lassen sich die Kunden durch personalisierte Newsletter persönlich ansprechen. Neben der Kundenbindung, bieten personalisierte Nachrichten die Möglichkeit an, Kunden, die schon seit einem längeren Zeitraum nicht mehr bestellt haben, zu reaktivieren.[7]

Besucher, die über die E-Mail auf die Webseite des Produkts weitergeleitet werden, gilt als Indikator für die Popularität des Produkts. Die Werbetreibender können den Besuchern die Chance anbieten, ihre Vorschläge oder Meinungen zu dem Produkt zu äußern.

(10) Perfekte Messbarkeit

Im Gegensatz zu vielen anderen Marketing-Formen ist der Erfolg einer E-Mail Kampagne messbar. Anhand umfangreicher Reporte können die Öffnungsrate, das Klickverhalten, Umsätze und weitere Metriken gemessen werden.

Trotz der zahlreichen Vorteile, bringt das E-Mail-Marketing auch einige Nachteile mit sich:

- Viele Empfänger halten Werbebotschaften für einen Zufall, deshalb werden sie meistens vernachlässigt.
- Die illegale Nutzung der Adressen der Kunden.
- Das Kreieren von fiktiven Unternehmen, die attraktive Angebote für bekannte Markenwaren mit dem Ziel senden, die Empfänger zu täuschen und ihre persönliche Daten zu stehlen, Geld oder andere illegale Zwecke zu erreichen.
- Zahlreiche legitime E-Mails werden fälschlicherweise oder aus unbekannten Gründen in den Spamordner gefiltert.

2.2 E-Mail-Marketing vs. Klassischer Kommunikationswege

Für Unternehmen, die über ein großes Budget verfügen und möglichst schnell einen Bekanntheitsgrad erreichen möchten, sind die klassischen Kommunikationsinstrumente sicherlich die bessere Alternative als E-Mail­Marketing. Das Marketing per E-Mail ist aber dann eine nützliche Ergänzung für den Marketing-Mix[8], wenn ein geringes Budget zur Verfügung steht.

In der Zeit wo die klassischen Kommunikationsinstrumente ohne Zustimmung der Empfänger jederzeit eingesetzt werden können, wird das Marketing per E-Mail mit zwei Einschränkungen konfrontiert. Einerseits müssen die Zielgruppen über einen Zugang ins Internet verfügen, damit sie die E-Mails empfangen können, anderseits müssen Anbieter Themen rund um ihre Produkte und Dienstleistungen identifizieren, die das Interesse der Zielgruppen wecken. Fernerhin müssen die Interessenten ihre Einwilligung zur Überlassung ihrer E-Mail-Adressen an dem Anbieter zur Sendung von Informationen erklären.

Das Versenden von E-Mails ist durch den großen Kostenvorteil im Vergleich zu den herkömmlichen Kommunikationsinstrumenten deutlich ausgezeichnet. Es ist, im Unterschied zu anderen Formen des Direktmarketing, die nämlich über den Postweg laufen, ebenso günstiger. Beim gleichen Einsatz hat das Versenden von E-Mails eine deutlich höhere Kommunikationsfrequenz als der Versand per Post. So sollte beispielsweise das Versenden eines wöchentlichen E-Mail-Newsletter nicht kostenaufwändiger sein als das Post-Mailing, das lediglich einmal pro Monat oder Quartal verschickt wird.

Durch die regelmäßige Durchführung von E-Mail-Aktionen, meistens Newsletters, einzelne E-Mails oder E-Mail-Kampagnen, ergibt sich für die Anbieter der Vorteil, dass sie sich mit ihren Produkten und Dienstleistung regelmäßig ins Gedächtnis der Empfänger bringen und fortdauernde Kaufanreize bewirken können. Weiterhin sorgt die hohe Kommunikationsfrequenz dafür, dass die Kunden stets mit aktuellen Informationen zu Produkten, Dienstleistungen und Angeboten des Unternehmens versorgt werden. Auf diese Weise gerät das Unternehmen nicht in Vergessenheit.

In Bezug auf die Privatsphäre wird ein E-Mail-Empfänger nicht gestört, er hat die Möglichkeit selbst zu entscheiden, wann er die Nachricht wahrnehmen möchte. Im Gegensatz dazu kann sich die Unterbrechung durch unerwünschte Werbung negativ auf die Einstellung des Zuschauers oder des Internetsurfer gegenüber dem Unternehmenbzw. seinerAngebote auswirken. (vgl. [HoGr02] S. 45-47)

Im Gegensatz zu den herkömmlichen Kommunikationswegen, die als Einwegkommunikation betrachtet werden, ist das E-Mail-Marketing für Dialogmarketing-Aktionen geeignet, wobei das Unternehmen dem Leser einen Rückkanal anbietet. Es kann beispielsweise E-Mail-Adressen für alle Arten von Feedback zur Verfügung gestellt werden um wertvolles Feedback von E-Mail- Empfänger zu erhalten. Dies ermöglicht dem Unternehmen, die Kommunikation mit den Empfängern noch individueller und zielgerechteter zu gestalten, welches zu einer Erhöhung der Responsequote und demzufolge des Umsatzes führen kann.

Im E-Mail-Marketing können Öffnungsraten, Klickraten auf die einzelnen Links, Zustellbarkeitsrate und Weiterempfehlungen mit Hilfe von Techniken wie Link- Tracking[9] gemessen werden. Im Gegensatz zu den klassischen Kommunikationsinstrumenten wo der Erfolg der Marketing-Kampagnen im Grunde nicht messbar ist, weil es unmöglich zu berechnen ist, wie viele der Kunden eine Marketing-Maßnahme in der Tat wahrnehmen. Allerdings, kann eine Kampagne im E-Mail-Marketing Zeit in Anspruch nehmen, bis sie die erhoffte Verbreitung findet, und bis sie die geplanten Ziele erreicht, während die klassischen Kommunikationswege, die auf das Unterbrechung-Marketing ruhen, sofortErgebnissevorziehen. (vgl. [GeoKa09] S. 18)

Folgende Tabelle veranschaulicht die wesentlichen Unterschiede zwischen den klassischen Kommunikationsinstrumenten und dem E-Marketing:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tabelle 1: Unterschied zwischen den klassischen Kommunikationswege und dem E-Mail-Marketing. Entnommen aus: Eigene Darstellung in Anlehnung an ([SeGoOl] S.61)

2.3 Die Evolutionsstufen im E-Mail-Marketing

Was die E-Mail vom Post-Mailing unterscheidet, ist vor allem die Möglichkeit, Inhalte und Versandzeitpunkte kostengünstig zu personalisieren. Entscheidend für den Erfolg im Dialog- und Direktmarketing per E-Mail ist der technische und Marketing-Aufwand, den der Anbieter des E-Mailings betreibt. Mit niedrigem Aufwand lassen sich einheitliche Massenmails im Text-Format verssenden. Die Ergebnisse dieser schlichten E-Mails können aber entsprechend dem Aufwand bescheiden sein.

In einem weiteren Schritt steht das Versenden von E-Mails im HTML-Format. Ihren Inhalt ist, im Vergleich zu dem Inhalt im Text-Format, wesentlich attraktiver, übersichtlicher und lesefreundlicher.

Um einen Schritt individueller werden E-Mailings, geschützt von einer Datenbank, personalisiert versendet. Jeder Empfänger erhält eine E-Mail, in der er mit seinem Name begrüßt wird. Dies garantiert eine erhöhte Aufmerksamkeit beim Empfänger, der sich angesprochen fühlt. (vgl. [MarAsO5] S.12)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Die Evolutionsstufen im E-Mail-Marketing vom Massen- zum Miro-Marketing. Entnommen aus: ([MarAs05] S.13)

Das Link-Tracking repräsentiert die nächste Stufe in der Evolution des E-Mail- Marketings. Dafür wird jede E-Mail mit einer speziellen Kodierung versehen, so dass das Unternehmen später für das E-Mailing feststellt, auf welchen Link wie oft geklickt wurde. Dadurch erhält das Unternehmen ein klares Feedback, welche Angebote mehr oder weniger interessant für den Empfänger waren und kann die Inhalte in seinen Mailings entsprechend optimieren. Alternativ können die Links in jeder E-Mail mit der Kundennummer des Empfängers personalisiert werden. Auf diese Weise lässt es sich feststellen, welcher Empfänger wann und wie oft auf welchen Link geklickt hat. So ist es dem Versender dann möglich, die Interessenprofile der Empfänger zu ermitteln und in einer Profildatenbank zu speichern. (vgl. [GeoKa09] S. 20)

Wenn eine Datenbank mit den Interessenangaben der Zielgruppen vorhanden ist, kann das Unternehmen diese Informationen nutzen, um E-Mails zu individualisieren. So kann der Inhalt der einzelnen E-Mails auf die Zielperson entsprechend ihrer Profilangaben individuell abgestimmt werden. Mit Hilfe der Individualisierung können die Reaktionsquoten um einen Faktor von zwei bis zehn erhöht werden. Bei einer großen Auswahl von Interessengebieten sind entsprechend viele Kombinationen für die E-Mail-Inhalte möglich. So werden auch kleine Gruppen mit bestimmten Interessen und Bedürfnissen gezielt angesprochen. In dem Fall spricht man von Mikro-Marketing.

Neben dem Mikro-Marketing steht das One-to-One-Marketing (alternativ 1:1 Marketing) an der Spitze der Pyramide als die höchste Stufe im Dialog­Marketing. Beim 1:1 Marketing handelt es sich nicht nur um inhaltlich individualisierte E-Mailings, sondern auch die Empfänger erhalten entsprechend ihrer Reaktion auf diese E-Mailings, zeitlich unabhängige voneinander, einzelne E-Mails mit von ihnen gewünschten oder auf sie fokussierten Inhalten. (vgl. [MarAs05] S.13)

3 Schritte, die die Zustellbarkeit von E-Mails Sichern und Erhöhen

3.1 Definition und Begriffsabgrenzung: Zustellung und Zustellbarkeit

Vielen Menschen ist der Unterschied zwischen den Begriffen E-Mail-Zustellung und E-Mail-Zustellbarkeit nicht ganz klar. Diese zwei Begriffe werden häufig willkürlich benutzt, obwohl sie in der Tat zwei verschiedene Bedeutungen haben. Diese Verwirrung führt zu Problemen, besonders bei der Analyse, wenn beispielsweise ein Mitarbeiter seinem Vorgesetzten erzählt: "Wir haben 95% E- Mail-Zustellbarkeit", während er in der Wirklichkeit über die E-Mail-Zustellung berichtet. Warum es ist also wichtig, die zwei Begriffe voneinander abzugrenzen? Die Antwort auf diese Frage lässt sich durch das Definieren beider Begriffe schlussfolgern. (vgl. VaJoHa])

(1) E-Mail-Zustellung

Die E-Mail-Zustellung ist die generelle Akzeptanz der E-Mails durch ISP, d.h. E­Mails wurden zwar nicht geblockt, können aber trotzdem in Spamordner landen. Die Menge der Akzeptierten E-Mails ergibt sich aus der Menge der versendeten E-Mails minus die Menge der blockierten E-Mails. (vgl. [SeSco])[10]

IAB[11] definiert die E-Mail-Zustellbarkeit als „die Fähigkeit eines E-Mail- Vermarkters, seine E-Mails, mit allen Funktionen, die der Empfänger erwartet (d.h. HTML oder Text), in die Posteingänge der Empfänger zu liefern“, (vgl. [IAB])

Der E-Mail-Vermarkter würde sich also verrechnen wenn er denkt, dass die E- Mail-Zustellbarkeitsrate bei 95% liegt, der ROI (Return on Investment) kann misskalkuliert werden, und die Fragen, ob Verbesserungen an das System vorzunehmen sind wird demnach nicht mehr beachtet. Allerdings, wenn man wüsste, dass beispielsweise nur 75% aller gesendeten E-Mails in die Posteingänge erfolgreich zugestellt wurden, obwohl der durch den ISP gelieferte Report zeigt, dass 95% der E-Mails geliefert wurden, stellt man dann fest, dass ernsthafte Maßnahmen ergriffen werden müssen.

Wenn der E-Mail-Vermarkter seinen Kopf nicht in den Sand stecken will und nur glauben, dass seine E-Mail-Kampagnen ordnungsgemäß laufen, aber stattdessen über die tatsächlichen Zahlen informiert werden will, muss er dann die Mailings mit Hilfe von E-Mail-Marketing-Services überprüfen. (Siehe S. 13) (vgl. [VaJoHa])

3.2 Whitelisting durch Akkreditierung

Akkreditierung wird schnell die Wahl für ein Höchstmaß an Zustellbarkeit. Akkreditiert bedeutet, dass der Vermarkter, ein zertifizierter und legitimer bzw. getrauter E-Mail-Versender ist. Erhält der Vermarkter seine Akkreditierung, so werden seine E-Mails durch viele ISP als vertrauenswürdig eingestuft und direkt in die Posteingänge der Abonnenten zugestellt ohne gefiltert zu werden. In sogar vielen Fällen, werden ISP die E-Mails bereits mit Bildern zustellen, ohne dass sie durch die Rezipienten manuell eingeblendet werden müssen. In der Regel, sollte die Akkreditierung nicht als finale Lösung für niedrige Zustellbarkeitsraten wahrgenommen werden, denn es lässt sich weiterhin eine harte Arbeit warten, um den Status zu halten.

Um akkreditiert zu werden, muss der Vermarkter einen Akkreditierungsdrittanbieter einschalten, der das System überprüft. Akkreditierungsanbieter setzen voraus, dass der Vermarkter bereits eine gute Reputation genießt, dazu muss er eine Reihe von Prüfungen durchführen, um dem Akkreditierungsdrittanbieter zu beweisen, dass er ein legitimer E-Mail-Versender ist, und dass seine Nachrichten von den Rezipienten erwartet werden. Fernerhin muss er bestimmte Standards erfüllen, zum Beispiel es wird von ihm gefordert zu beweisen, dass sein System permission-based[12] oder Opt-in[13] ist. Er hat es auch zu zeigen, dass die Beschwerde-Ebene, niedriger als der Industriestandard ist. Ein effektives System muss verfügbar sein, das unzustellbare Nachrichten verwaltet. Des Weiteren muss ein Link, wo sich die Abonnenten abmelden können, in jeder E-Mail enthalten sein. (vgl. [JanWil] S. 9]

Aufgrund der vielen technischen Anforderungen, wenden sich die meisten Vermarkter an sogenannte E-Mail-Marketing-Services, die den Vermarktern zahlreiche Dienstleistungen wie Marketing-Strategien und Analysen, Beratungen, Erstellung von Newslettern, Datenverwaltung, Bereitstellung von Statistiken und Reporten und Lösungsfindung zu Zustellungs- bzw. Zustellbarkeitsproblemen anbieten.

E-Mail-Marketing-Services verfügen über eigene E-Mail-Server[14], die in der Regel dutzenden von IP-Adressen haben, über die, die E-Mails versendet werden. In diesem Fall ist der durch den Vermarkter gewählte E-Mail-Marketing-Service der tatsächliche Versender, der nach Akkreditierung strebt. Viele E-Mail-Marketing- Services stellen ihren Kunden ein Online System zur Verfügung, wo sie ihre E­Mail-Kampagnen selbst verwalten, optimieren, versenden, und überwachen können. Viele dieser Services haben sehr günstige Preise, wenn man bedenkt, wie profitabel der Service ist. (vgl. [ExMaSe])

[...]


[1] RSS-Feeds: „Really Simple Syndication. Dienst, der in regelmäßigen Abständen einen Blog auf Aktualisierungen überprüft und den Abonnenten des RSS-Feeds die neuen Einträge anzeigt“ [Gablera]

[2] Instant Messaging: „Internetdienste, die eine text- oder zeichenbasierte Kommunikation in Echtzeit ermöglichen.“ [Gablerb]

[3] Vertikaler Markt: „Ein Markt, der auf eine bestimmte Spezialisierung ausgerichtet ist.“ [ OnPua]

[4] ISP : „Internet Service Provider. Anbieter, die ihren Kunden den Zugang zum Internet ermöglichen. Sie bieten oft jedoch auch noch eigene Zusatz-Dienste an, etwa die Bereitstellung von Email-Accounts. Bekannte Anbieter sind etwa T-Online und AOL.“ [ComHil]

[5] Phishing: „Phishing werden die Versuche von Tätern genannt, an Daten eines Internet­Benutzers zu gelangen, z. B. über gefälschte WWW-Adressen, E-Mail oder Kurznachrichten, um die Benutzer zu schädigen oder zu täuschen.“ [WiPee]

[6] Direktmarketing: „Umfasst alle marktgerichteten Aktivitäten, die sich einstufiger (direkter) Kommunikation und/oder des Direktvertriebs bzw. des Versandhandels bedienen, um Zielgruppen in individueller Einzelansprache gezielt zu erreichen.“ [Gablerc]

[7] Feedbacks Das E-Mail-Marketing ist eine effektive Methode, um die Meinung der Zielgruppen zu dem Produkt oder der Dienstleistung zu wissen. Die Zahl der

[8] Marketing-Mix: „Kombination der Ausprägungen der zeitraum- und markt- bzw. marktsegmentbezogen eingesetzten marketingpolitischen Instrumente.“ [Gablerd]

[9] Link-Tracking: „Analyse des allgemeinenNutzerverhaltens durch automatische Verfolgung und Zählung der angeklickten Links innerhalb einer E-Mail“ [mvc]

[10] E-Mail-Zustellbarkeit

[11] IAB: Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung, Nürnberg

[12] Ref. Permission based Marketing: „Eine E-Mail an einen Empfänger, welcher dem Sender vorher die ausdrückliche Erlaubnis zum Versand dieser E-Mail an den Empfänger erteilt hat.“ [AcMai]

[13] Opt-In: „Ein Verfahren aus dem Permission-Marketing, bei dem der Empfang. regelmäßiger Nachrichten - meist E-Mails oder auch SMS - explizit bestätigt werden muss.“ [WiPea]

[14] E-Mail-Server: „Ein Server, der E-Mails verwaltet. Er hat die Aufgabe, E-Mails zu empfangen, zu versenden, zu speichern oder weiterzuleiten.“ [WiPeb]

Ende der Leseprobe aus 54 Seiten

Details

Titel
Das Sichern und Erhöhen der Zustellbarkeit im E-Mail Marketing
Untertitel
Email Deliverability Management, so geht das
Hochschule
Hochschule Niederrhein in Mönchengladbach
Note
2.0
Autor
Jahr
2011
Seiten
54
Katalognummer
V270980
ISBN (eBook)
9783656683421
ISBN (Buch)
9783656683308
Dateigröße
659 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
sichern, erhöhen, zustellbarkeit, e-mail, marketing, email, deliverability, management
Arbeit zitieren
Nizar Hannouf (Autor), 2011, Das Sichern und Erhöhen der Zustellbarkeit im E-Mail Marketing, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/270980

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