In der vorliegenden Arbeit geht es um die Kriminalität in Miguel de Cervantes' "Novela de Rinconete y Cortadillo". Neben einer Beschreibung der Personen werden die sprachlichen Besonderheiten wie die Gaunersprache und der Vulgarismo näher erläutert. Ebenfalls wird Bezug genommen auf das von Cervantes dargestellte organisierte Verbrechen und wie sich die "pícaros" von den "ladrones" unterscheiden.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Autor
3 Siglo de Oro
4 Definition Pikaroman
5 Novela de Rinconete y Cortadillo
5.1 Ort und Zeit der Handlung
5.2 Erzählperspektive
5.3 Personen
5.3.1 Hauptfiguren
5.3.1.1 Pedro del Rincón
5.3.1.2 Diego Cortado
5.3.1.3 Monipodio
5.3.2 Nebenfiguren
5.4 sprachliche Besonderheiten
5.4.1 Gaunersprache
5.4.2 Vulgarismo
5.5 Organisiertes Verbrechen
6 Fazit
7 Literaturverzeichnis
7.1 Bücher
7.2 Internetquellen
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Darstellung von Kriminalität in Miguel de Cervantes’ Werk „Novela de Rinconete y Cortadillo“. Dabei wird analysiert, inwieweit das Leben des Autors und die sozioökonomischen Bedingungen des „Siglo de Oro“ das literarische Schaffen prägen, und wie Cervantes durch sprachliche Mittel eine klare Differenzierung zwischen den kleinkriminellen „pícaros“ und dem organisierten Verbrechen vornimmt.
- Biografische und historische Einordnung des Autors und seiner Zeit (Siglo de Oro).
- Charakterisierung der Protagonisten und deren soziologischer Hintergrund.
- Analyse der spezifischen „Gaunersprache“ (lenguaje de germanía) als Abgrenzungsmerkmal.
- Unterscheidung zwischen individueller Kleinkriminalität und organisierten kriminellen Strukturen (cofradía).
- Die Reflexion von Korruption und gesellschaftlichen Zuständen im 16. Jahrhundert.
Auszug aus dem Buch
5.4.1 Gaunersprache
Cervantes benutzt in seinem Werk mehrfach Begriffe der lenguaje de germanía, der sogenannten Gaunersprache, die für die kriminellen Personen Sevillas zur damaligen Zeit üblich war. Dies verdeutlicht er besonders mit folgendem Satz: „A lo cual respondió Monipodio que aquéllos, en su germanía y manera de hablar, se llamaban abispones, y que servían [...].“ [92] Bereits in diesem Beispiel wird der Begriff abispones (abgeleitet von avispónes) benutzt, der in der Gaunersprache einen Schnüffler bezeichnet. Bezüglich der kriminellen Personen verwendet Cervantes nicht nur den Begriff ladrón, sondern auch andere – wie bajamanero – die in der Gaunersprache verwendet werden, wie folgendes Beispiel zeigt: „¡La justicia de Dios y del Rey venga sobre aquel ladrón desuellacaras, sobre aquel cobarde bajamanero, sobre aquel pícaro lendroso, que le he quitado más veces de la horca que tiene pelos en las barbas!“ [84] In dem von Cervantes genutzten Slang finden sich jedoch nicht nur Bezeichnungen für Kriminelle wieder, sondern auch für Teile der Justiz, wie beispielsweise die Begriffe guro und gurullada, die mit alguaciles, also Untergebenen des Gerichts, gleichgesetzt werden können. Aber auch in anderen Bereichen sind Begriffe der Gaunersprache anzutreffen: piar für beber vino oder gurapas für castigos de galeras.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Einführung in das Thema Kriminalität im literarischen Kontext und Vorstellung der zentralen Forschungsfragen zur Novelle.
2 Autor: Kurzer biografischer Abriss über das Leben von Miguel de Cervantes Saavedra und dessen Einfluss auf sein literarisches Werk.
3 Siglo de Oro: Darstellung der historischen und wirtschaftlichen Umbruchssituation im Spanien des 16. und 17. Jahrhunderts.
4 Definition Pikaroman: Definition und Abgrenzung des literarischen Genres des Pikaromans im historischen Kontext.
5 Novela de Rinconete y Cortadillo: Zentrale Analyse der Novelle hinsichtlich Handlungsort, Erzählperspektive, Figurenkonstellation und Sprache.
6 Fazit: Zusammenfassende Bewertung der kriminellen Strukturen und der kritischen Haltung des Autors im Werk.
7 Literaturverzeichnis: Verzeichnis der verwendeten Primär- und Sekundärliteratur sowie Internetquellen.
Schlüsselwörter
Cervantes, Rinconete y Cortadillo, Kriminalität, Pikaroman, Siglo de Oro, Gaunersprache, Germanía, Monipodio, Pícaro, Ladrones, Spanien, Literaturgeschichte, Korruption, Soziale Milieus, Sevilla.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit befasst sich mit der Darstellung von Kriminalität in Cervantes' Novelle „Novela de Rinconete y Cortadillo“ und wie sich diese in den sozioökonomischen Kontext der damaligen Zeit einbettet.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die Schwerpunkte liegen auf der historischen Einordnung des Goldenen Zeitalters, der Definition des Pikaromans, der Analyse der Protagonisten und der sprachlichen Charakterisierung der kriminellen Milieus.
Was ist das primäre Ziel oder die zentrale Forschungsfrage?
Ziel ist es, die Verbindung zwischen Cervantes' Biografie, der Zeit des Siglo de Oro und der Darstellung von Kriminalität im Werk zu erläutern sowie die Unterschiede zwischen verschiedenen Typen von Kriminellen aufzuzeigen.
Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?
Es handelt sich um eine literaturwissenschaftliche Analyse, die den Primärtext mit zeitgenössischen Definitionen und historischen Fakten vergleicht.
Welche Aspekte werden im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden neben der Einordnung des Autors und der Epoche die Charaktere analysiert, die Sprachbesonderheiten wie „Gaunersprache“ untersucht und das organisierte Verbrechen in Sevilla gegenübergestellt.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?
Wichtige Begriffe sind unter anderem Cervantes, Pikaroman, Siglo de Oro, Germanía, Pícaro und organisiertes Verbrechen.
Welche Rolle spielt die „Gaunersprache“ für die Argumentation des Autors?
Die „Gaunersprache“ dient als Indikator zur Abgrenzung zwischen den jugendlichen Protagonisten (Rinconete und Cortadillo) und der organisierten Verbrecherbande rund um Monipodio.
Warum hält der Autor die Verbrecherbande um Monipodio für besonders bemerkenswert?
Die Bande wird als gut organisierte, fast bürokratische Einheit dargestellt, die zudem korrupte Verbindungen zur lokalen Justiz unterhält, was Cervantes als gesellschaftskritischen Aspekt hervorhebt.
- Arbeit zitieren
- Franziska Janke (Autor:in), 2014, Kriminalität in Miguel de Cervantes' „Novela de Rinconete y Cortadillo“, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/271001