Die Kriegspropaganda war einer der wichtigsten Machtpfeiler des NS-Regimes. Sie entfaltete eine bis heute kaum erreichte suggestive Kraft. Hitler und seine Gefolgsleute bewegten die Massen mit ihrer nationalsozialistischen Rhetorik und bedienten sich dazu erfolgreich aller damaligen medialen Kanäle.
Der vorliegende Band beschäftigt sich mit den Funktionsweisen des nationalsozialistischen Propagandaapparates, seinem Aufbau und der Wirkung, die er im Dritten Reich erzielte. Dabei liegt der Schwerpunkt auf der Kino- und Rundfunkpropaganda.
Aus dem Inhalt:
Aufbau des Propagandaapparates
Funktionsweise des Propagandaapparats im Krieg
Wirkung und Erfolg
Rundfunkpropaganda
Audiovisuelle Propaganda
Inhaltsverzeichnis
Aufbau, Funktion und Wirkung der NS-Propaganda während des 2. Weltkrieges von Nicole Nette
Einleitung
Aufbau des Propagandaapparats
Funktionsweise des Propagandaapparats im Krieg
Wirkungsweise und Erfolg des Propagandaapparats
Fazit – Einschätzung
Literatur
Der Tod im Krieg fürs Vaterland: Der Umgang der nationalsozialistischen Propaganda mit dem Soldatentod im 2. Weltkrieg von Daniel Heisig
Einleitung
Hinführung
Der Nationalsozialismus als politische Ersatzreligion
Der Tod als Gefahr für das politische Kollektiv des NS
Der Soldatentod in der Wehrmacht des Zweiten Weltkrieges
Kenntnisnahme und –stand über den Soldatentod bei der NS-Führung
Nationalsozialistische Propagandaformen
Stalingrad als Bruchstelle nationalsozialistischer Mythen
Fazit
Anhang: Todesanzeigen aus „Das schwarze Korps“ vom 19.10.1944
Propaganda Audiovisuell. Nationalsozialistische Propaganda in Film- und Wochenschau von Karin Aldinger
Einleitung
Der Stand der Forschung und aktuelle Tendenzen
Quellenlage und Kritik
Organisation des Filmwesens im Dritten Reich
Das Kino
Die thematische Ausrichtung des Films
Dokumentar- und Kulturfilm
Die Wochenschau
Zusammenfassung
Literatur
Der Zweite Weltkrieg als Rundfunkkrieg von Johannes Kaufmann
Vorwort
Einleitung
Der Begriff der Propaganda
Krieg im Äther
Erwartete Ergebnisse
Die Organisation der Rundfunkpropaganda in Deutschland und Großbritannien
Neuausrichtung des deutschen Rundfunks im März 1937
Die Generalbevollmächtigten Hinkel und Fritzsche
Propagandastrategien im Kampf um deutsche Hörer
Glaubwürdigkeit als wichtigster Wirkungsfaktor – Die Maximen des Deutschen Dienstes der BBC
Einfach die Fakten sprechen lassen? – Chancen und Probleme des Deutschen Dienstes in einem erfolgreichen Krieg
Hypnotische Verführung oder Anpassung an den Volkswillen? – Die Rolle des Hörers zwischen ‚Reflexamöbe‘ und aktivem Mitgestalter des Rundfunks im Zweiten Weltkrieg
Vergleichende Zusammenfassung und Schlussbemerkung
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht die Strukturen, Methoden und Wirkungsweisen der nationalsozialistischen Propaganda während des Zweiten Weltkrieges anhand verschiedener Medien wie Rundfunk, Film und der Presse. Das Hauptziel ist es, den bürokratischen Aufbau des Propagandaapparates sowie dessen Instrumentalisierung zur geistigen Mobilmachung und Aufrechterhaltung des Kriegswillens zu analysieren, wobei auch die Rolle der Gegenseite, insbesondere der britischen Propaganda, beleuchtet wird.
- Strukturelle Organisation des NS-Propagandaapparates (RMVP und Unterabteilungen).
- Darstellung und Instrumentalisierung des Soldatentodes und des Opfermythos.
- Die Rolle von Film und Wochenschau als Steuerungsinstrumente der öffentlichen Meinung.
- Der "Rundfunkkrieg" zwischen dem NS-Regime und dem Deutschen Dienst der BBC.
- Reaktionen der Bevölkerung auf die propagandistische Lenkung im Kriegsverlauf.
Auszug aus dem Buch
Aufbau des Propagandaapparats
Am 13. März 1933 wurde das Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda gegründet, dessen zentrale Aufgaben in „der Aufklärung und Propaganda unter der Bevölkerung über die Politik der Reichsregierung und den nationalen Wiederaufbau des deutschen Vaterlandes“ bestanden. In der „Führer-Verordnung“ vom 30. Juni 1933 wurden die Zuständigkeiten des Propagandaministeriums – wenn auch gegenüber anderen Behörden unzureichend abgegrenzt – festgelegt. Das Propagandaministerium sollte „alle Aufgaben der geistigen Einwirkung auf die Nation, der Werbung für den Staat, Kultur und Wirtschaft, der Unterrichtung der in- und ausländischen Öffentlichkeit über sie und der Verwaltung aller diesen Zwecken dienenden Einrichtungen“ übernehmen, um die Bevölkerung für die Kriegspläne Hitlers zu begeistern und zu mobilisieren. Aufgrund dessen wurden die gesamten Geschäftsbereiche der Reichsministerien umstrukturiert.
Das Reichsinnenministerium gab beispielsweise die Sachgebiete für Innenpolitische Aufklärung, für Staatsfeiertage und alle Kunstangelegenheiten ab. Vom Reichswirtschafts- und Reichsernährungsministerium wurden Wirtschaftswerbung, Ausstellungs-, Messe- und Reklamewesen dem RMVP eingegliedert. Das Reichspost- und Reichsverkehrsministerium mussten sich von der Abteilung für Verkehrswerbung trennen. Aber die meisten Einschränkungen erfuhr das Auswärtige Amt, aus welchem das Nachrichtenwesen, die Auslandsinformationen sowie alle Kunst und Sport im Ausland betreffenden Sachgebiete herausgelöst wurden. Zum Leiter all dieser Aufgabenbereiche machte Hitler Joseph Goebbels, nach dessen Plänen eben jener strukturelle Aufbau des RMVP vorgenommen wurde und unter dessen Regie die Propaganda zur tragenden Säule der NS-Herrschaft wurde. Goebbels kannte keine moralischen Tabus – es war alles erlaubt, was zum Erfolg führte, d.h. zur Illusionierung der Volksmassen, zur Werbung von Anhängern und zur Vernichtung wirklicher und potentieller Gegner diente.
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Diese Einleitung beschreibt die zentrale Bedeutung der Propaganda als Machtpfeiler des NS-Regimes und stellt den Aufbau der Arbeit vor, die den Schwerpunkt auf die Kriegsjahre von 1939 bis 1945 legt.
Aufbau des Propagandaapparats: In diesem Kapitel wird die Entstehung und restrukturelle Umgestaltung des Reichsministeriums für Volksaufklärung und Propaganda (RMVP) sowie die zentrale Rolle von Joseph Goebbels erläutert.
Funktionsweise des Propagandaapparats im Krieg: Hier werden die Mechanismen der Propagandakriegsführung, die Kooperation mit der Wehrmacht und die Einrichtung von Propaganda-Kompanien als Instrumente der geistigen Truppenbetreuung analysiert.
Wirkungsweise und Erfolg des Propagandaapparats: Dieses Kapitel untersucht die Unzulänglichkeiten der Propagandamaschinerie und wie die zunehmende Skepsis in der Bevölkerung gegenüber den Halbwahrheiten des Regimes den Erfolg der Propaganda untergrub.
Fazit – Einschätzung: Das abschließende Kapitel resümiert, dass mit Propaganda allein kein Krieg zu gewinnen ist und die kriegsmüde Bevölkerung den Ideologien des Regimes zunehmend distanziert gegenüberstand.
Schlüsselwörter
Nationalsozialismus, Propaganda, NS-Propaganda, Zweiter Weltkrieg, Joseph Goebbels, RMVP, Rundfunkkrieg, Filmpropaganda, Wochenschau, Soldatentod, Opfermythos, Kriegsbeschädigung, Gleichschaltung, Wehrmacht, BBC.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht, wie das NS-Regime durch organisierte Propaganda versuchte, die deutsche Bevölkerung während des Zweiten Weltkrieges ideologisch zu lenken, den Kriegswillen aufrechtzuerhalten und den Tod von Soldaten im Sinne der NS-Ideologie zu rechtfertigen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die Schwerpunkte liegen auf dem organisatorischen Aufbau des Propagandaministeriums (RMVP), der Instrumentalisierung von Rundfunk und Film, der propagandistischen Umdeutung des Soldatentodes sowie der Auseinandersetzung mit gegnerischen Medien.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?
Das Ziel ist es, den massiven bürokratischen und inhaltlichen Aufwand der NS-Propaganda darzustellen und zu analysieren, warum trotz dieses Einsatzes die Glaubwürdigkeit und der Erfolg der Propagandamaschinerie im Verlauf des Krieges, insbesondere ab Stalingrad, massiv abnahmen.
Welche wissenschaftliche Methode verwendet die Arbeit?
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Analyse von zeitgenössischen Quellen, Dokumenten (wie Tagebüchern, Feldpostbriefen und Berichten aus dem Reich) sowie der Auswertung historiographischer Fachliteratur zum Thema NS-Propaganda und Kriegsgesellschaft.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden der Aufbau des RMVP, die spezifische Propaganda rund um den Soldatentod, der Einsatz von Film und Wochenschau als Massenmedien sowie der "Rundfunkkrieg" gegen die BBC detailliert analysiert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den zentralen Begriffen zählen Nationalsozialismus, Propaganda, Zweiter Weltkrieg, Goebbels, Soldatentod, Volksgemeinschaft, Rundfunkkrieg und mediale Steuerung.
Welchen Einfluss hatte die Niederlage von Stalingrad auf die NS-Propaganda?
Stalingrad markierte eine entscheidende Bruchstelle. Das Regime musste seine bisherige Erfolgs-Propaganda aufgeben oder massiv umdeuten, was zu einer "Wende" in der Taktik der Propaganda führte, die jedoch die zunehmende Skepsis und Entfremdung der Bevölkerung nicht mehr aufhalten konnte.
Wie wurde der Tod von Soldaten propagandistisch genutzt?
Der Tod wurde nicht als individuelles Schicksal, sondern als kultisches Opfer für Volk und Führer dargestellt. Dabei wurde versucht, den Tod zu "heldisieren", um die Hinterbliebenen zu trösten und den Kampfwillen aufrechtzuerhalten, wobei der Soldatentod zum festen Bestandteil des politischen Totenkults wurde.
Was ist die Rolle des Rundfunks im "Krieg im Äther"?
Der Rundfunk war sowohl ein nationales Instrument zur Vereinheitlichung der Meinung als auch ein Kampfplatz im internationalen Ätherkrieg, wobei der Deutsche Dienst der BBC versuchte, durch Glaubwürdigkeit und gezielte Informationen das Informationsmonopol des NS-Rundfunks aufzubrechen.
- Arbeit zitieren
- Nicole Nette (Autor:in), Daniel Heisig (Autor:in), Karin Aldinger (Autor:in), Johannes Kaufmann (Autor:in), 2014, Verführer des Volkes: Propaganda im 2. Weltkrieg, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/271096