Kriegsschifffahrt zur Zeit der Punischen Kriege


Hausarbeit, 2014
8 Seiten

Leseprobe

1. Einleitung

In dieser Hausarbeit werde ich mich mit der Kriegsschifffahrt zur Zeit der Punischen Kriege beschäftigen und dabei die Schiffe und ihre Organisation vorstellen.

Da der Austragungsort der Seeschlachten dieser Zeit in der Regel das Mittelmeer war, werde ich mich vor Allem auf die drei großen, dort ansässigen Mächte Karthago, Rom und Griechenland beziehen.

Karthago und Griechenland konnten damals bereits auf eine lange Geschichte im Bereich der Seefahrt und Kriegsführung zu See zurückblicken, während die Erfahrungen der Römer sich auf Handelsschifffahrt und Flussschifffahrt, sowohl für den Handel als auch für den Truppentransport,

beschränkten. Vor dem ersten Punischen Krieg bestand die Flotte der römischen Republik aus nur wenigen Schiffen, die denen der Karthager weit unterlegen waren. Dies hätte auch keine besonderen Folgen gehabt, da 279 v. Chr. zwischen den beiden Völkern ein Vertrag unterzeichnet wurde, in dem die Überlegenheit der karthagischen Flotte anerkannt wurde, in dem aber auch festgelegt wurde, dass diese den Römern im Kriegsfall beistehen muss. Jedoch annektierten die Römer Sizilien, was zu einem feindlichen Verhältnis mit Karthago führte.

Dies entwickelte sich zu einer über hundert Jahre andauernden Fehde, die im dritten Punischen Krieg 146 v. Chr. mit der Zerstörung Karthagos endete. Der Erste Punische Krieg begann 264 v. Chr. Während dieser Zeit gab es auch noch andere kriegerische Auseinandersetzungen, die zwar von geringerer Bedeutung als diese Kriegsserie sind, die aber dennoch die Entwicklung der Schiffe und des Schiffsbaus förderten, weshalb ich in dieser Hausarbeit auch Griechenland miteinbeziehen werde, welches unter anderem kleinere Auseinandersetzungen mit den expandierenden Römern austrug.[1]

Interessant ist, dass keine dauerhafte, stehende, Flotte in der jungen römischen Republik existierte, sodass diese innerhalb von einigen Wochen aufgebaut werden musste, um der Seemacht Karthago zu begegnen. Die ersten gestrandeten karthagischen Schiffe sollen den Römern dafür als Vorlage gedient haben und in einer Art antiken Massenanfertigung kopiert worden sein. Durch die kurze Vorbereitungszeit, musste für den Schiffsbau allerdings frisches Holz verwendet werden, was die mögliche Einsatzdauer der Kriegsschiffe deutlich verringerte. Die Römer wurden seit der ersten großen Seeschlacht (Schlacht von Mylae, 260 v. Chr.) stetig erfahrener und erfolgreicher in dieser Art, Gefechte auszutragen, eine stehende Flotte gab es aber bis zum Beginn der Kaiserzeit kurz vor der Jahrtausendwende nicht.[2]

2. Schiffstypen

Im Folgenden werden die zu dieser Zeit im Mittelmeerraum gebrauchten  Kriegsschiffstypen dargestellt, aber aufgrund der Vielfalt der damaligen Schiffe kann nur auf die wichtigsten eingegangen werden. Von den meisten Schiffstypen gab es römische, griechische und karthagische Varianten, deren grundlegender Aufbau trotzdem recht ähnlich war.[3]

2.1 Polyeren

Polyeren waren Kampfschiffe, die in der Regel aus mehreren Ruderdecks bestanden.

Die Polyeren waren nicht zum längeren Aufenthalt auf dem Meer geeignet. Durch die Abwesenheit von Aufenthalts- und Schlafräumen sowie Laderäumen, waren sie auf Versorgungsschiffe genauso angewiesen wie auf einem Hafen bei Nacht.[4]

Sie besaßen einen Rammsporn und die größeren Vertreter dieses Typs waren mit Artillerie ausgerüstet.

Die Polyeren unterscheiden sich vor allem darin voneinander, wie viele Menschen pro Einheit zum Rudern benötigt wurden. Eine Einheit umfasste immer die Ruderer, die auf einer Seite des Schiffes nebeneinander oder übereinander saßen.

Bei einer Pentere (gr. penta = fünf) könnten zum Beispiel je zwei Ruderer nebeneinander an den unteren beiden Riemen gearbeitet haben und ein einzelner bediente vermutlich den oberen Riemen, so dass insgesamt fünf Ruderer für diesen Abschnitt gebraucht wurden.

Den Polyeren werden in der Literatur griechische oder lateinische Namen gegeben, wobei der griechische häufiger verwendet wird. Der lateinische Name ist im Folgenden daher in Klammern hinter den Griechischen angegeben.

2.1.1 Diere (Bireme)

Die Diere wurde ungefähr im siebten Jahrhundert vor Christus entwickelt und wies zwei

Ruderdecks auf. Ihre Besatzung betrug vermutlich 130 Mann, wovon 100 zum Rudern benötigt wurden.

Die Diere wurde zur Zeit der Punischen Kriege jedoch nur noch vereinzelt verwendet.[5]

[...]


[1] Delius, Peter. Die Geschichte der Welt. Berlin, 2005. S. 106 f. .

[2] Krefeld, Heinrich. Res Romanae. Berlin, 1997. S.62.

[3] http://www.nexusboard.net/sitemap/8051/kriegsschiffe-der-antike-t38/

[4] Krefeld, Heinrich. Res Romanae. Berlin 1997. S. 62.

[5] http://www.nexusboard.net/sitemap/8501/kriegsschiffe-der-antike-t38/

Ende der Leseprobe aus 8 Seiten

Details

Titel
Kriegsschifffahrt zur Zeit der Punischen Kriege
Autor
Jahr
2014
Seiten
8
Katalognummer
V271149
ISBN (eBook)
9783656640356
ISBN (Buch)
9783656640349
Dateigröße
444 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
kriegsschifffahrt, zeit, punischen, kriege
Arbeit zitieren
Marita Mehnert (Autor), 2014, Kriegsschifffahrt zur Zeit der Punischen Kriege, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/271149

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