Die Taylor-Regel als Grundlage der Geldpolitik der EZB


Hausarbeit, 2005

15 Seiten, Note: 2,7


Leseprobe

Index

1. Einleitung

2. Geldpolitik der EZB

3 . Taylor - Regel
3.1 Wozu dient die Taylor - Regel?
3.2 Ziel der Taylor - Regel?
3.3 Formel zu Berechnung des Taylor- Zins (Taylor- Regel)
3.4 Bestimmungsfaktoren der Taylor - Regel
3.5 modifizierte Taylor - Regel

4. Fallbeispiele

5. Besonderheiten der Taylor- Regel

6. Kritik an der Taylor - Regel

7. Zusammenfassung

8. Fazit

9. Quellen- und Literaturverzeichnis

10. Abkürzungsverzeichnis/Symbolverzeichnis

1. Einleitung

Anfang der 90er Jahre war es dem US - Wirtschaftswissenschaftler John B. Taylor, der an der Standford University gelehrt hat und mittlerweile von George Bush in das Finanzministerium berufen wurde, ein großes Anliegen, dass die Idee einer geldpolitischen Regelbindung Eingang in die Notenbankpraxis findet. Taylor wollte mit einer einfachen Regel die Geldpolitik transparenter machen und mit dieser Regel gute geldpolitische Ergebnisse liefern. Nach Taylor, könnte durch systematisches, an einer Regel orientierte Vorgehen insbesondere die amerikanische Geldpolitik verbessert werden.

In dieser Arbeit möchte ich einen Überblick über die Taylor - Regel geben. Zunächst werde ich auf die Geldpolitik der EZB eingehen und dann auf die Taylor - Regel und ihre Bedeutung. Später werde ich dann auf die Besonderheiten dieser Regel eingehen und werde anhand von Fallbeispielen die Anwendung der Regel darstellen. Zum Schluss werde ich dann noch einige Kritikpunkte der Regel nennen.

2. Geldpolitik der EZB

Bevor ich auf die Taylor - Regel eingehe, möchte ich vorweg kurz die Geldpolitik der EZB definieren.

Zu der Geldpolitik der EZB gehören die Maßnahmen, die darauf gerichtet sind, die vergebenen Ziele zu erreichen (Preisstabilität). Dazu setzt EZB so genannte geldpolitische Instrumente ein, mit denen sie die Zinskonditionen und Knappheitsverhältnisse am Geldmarkt steuert.

3. Taylor- Regel

Wie schon in der Einleitung erwähnt, ist die Taylor- Regel von einem US - Ökonom John Taylor aufgestellt worden, um die Geldpolitik transparenter zu machen und gute geldpolitische Ergebnisse zu liefern.

Unter der Taylor- Regel, oder auch geldpolitische Reaktionsfunktion genannt, versteht man eine Verknüpfung der Zinssetzung der Zentralbank mit geldpolitischen Zielen wie die Preisstabilität oder die Beeinflussung der konjunkturellen Entwicklung.

Taylor wollte eine relativ einfache und robuste Regel schaffen, mit der die Zinspolitik der Fed nachvollzogen werden kann. Die Regel ist als normatives Konzept gedacht und sollte als Hilfsmittel und zusätzlicher Indikator für die geldpolitischen Entscheidungsträger dienen.1 Die Taylor - Regel wird mit Hilfe einer Formel gebildet, in der Reaktionsvariablen, wie Inflationsrate, Sozialprodukt und Wechselkurs erfasst werden. Später werde ich noch genauer auf diese Formel eingehen. Diese Regel besagt, dass die Zentralbanken die Zinssätze ändern sollen, wenn die Inflationsrate von der Zielinflationsrate abweicht (Inflationslücke) oder wenn das Bruttoinlandsprodukt vom potenziellen Bruttoinlandsprodukt abweicht (Output - Lücke). Ein sehr wichtiges Steuerungsinstrument dieser Regel ist der kurzfristige Zins.

Die wesentlichen Eigenschaften der Taylor- Regel bestehen darin, das ein Inflationsanstieg um einen Prozentpunkt mit einem Zinsanstieg von 1,5 Prozentpunkten beantwortet wird. Dieses wird nachfolgend im Punkt 3 in dem Fallbeispiel 2 deutlich.

3.1 Wozu dient die Taylor - Regel ?

Mittels dieser Regel, lassen sich die implizierten Inflationsziele ermitteln. Sie fasst zusammen, wie die Zentralbanken auf die Entwicklung makroökonomischen Kenngrößen wie Inflation und Konjunktur reagieren. Setzt also den kurzfristigen Zinssatz in Abhängigkeit von der laufenden Inflations- und Konjunkturentwicklung.

Gewöhnlich wird die Taylor - Regel verwendet, um den adäquaten Notenbankzins zu ermitteln. Bei der Berechnung wird ein Inflationsziel vorgegeben. Die wahren Inflationsziele einer Zentralbank sind nicht bekannt und müssen auch nicht mit den offiziellen Inflationszielen übereinstimmen. Daher wird die Taylor - Regel verwendet, um mittels des tatsächlichen Zinssetzungsverhalten die implizierten Inflationsziele zu ermitteln.2 Empirische Studien haben ergeben, dass sich das Verhalten von Zentralbanken gut mit der Taylor- Regel abbilden lässt. Der sich aus der Taylor - Regel ergebene Taylor- Zins, ist der Zins, den eine Notenbank bei gleichzeitiger Berücksichtigung der Abweichung der aktuellen Produktion vom Produktionspotenzial (Outputlücke) und der aktuellen Inflationsrate von der Zielinflationsrate setzt.3

3.2 Ziel der Taylor - Regel

Das Ziel der Taylor - Regel ist es, die Inflation mittelfristig möglichst auf einen Niveau von ca. 2 % zu halten. Zu dem soll die Regel die Geldpolitik transparenter machen, gute geldpolitische Ergebnisse liefern.

3.3 Formel zur Berechung des Taylor - Zins (Taylor- Regel):

Die nachfolgende Formel, die Taylor- Regel, zeigt wie man den so genannten Taylor- Zins errechnen kann.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten4

Anhand der oben genannten Taylor- Regel wird der so genannte Taylor- Zins berechnet, in dem man zu dem realem Gleichgewichtszins die erwartete Inflationsrate, die Produktionslücke (relative Abweichung zwischen dem tatsächlichen und dem potentiellen Produktionsniveau) und die Inflationslücke (Differenz zwischen gemessenen Inflationsrate und der von der Zentralbank angestrebten Teuerungsrate) hinzuaddiert. Die Produktionslücke und auch die Inflationslücke gehen also in den Taylor- Zins ein. Die Gewichte der Inflationslücke und des Output Gaps kommen in den Koeffizienten & zum Ausdruck. Sie werden von Taylor nicht ökonometrische geschätzt, sondern als konstant mit jeweils 0,5 angesetzt. Dadurch soll zum Ausdruck kommen, dass beide Größen bei geldpolitischen Entscheidungen wichtig sind und implizieren bei einem um ein Prozent über das Produktionspotenzial hinausgehenden Wachstum des BIP die Realzinsen um 0,5 Prozentpunkte steigen und dass bei einer Überschreitung des Inflationsziels um einen Prozentpunkt der Nominale kurzfristige Zins um 1,5 Prozentpunkte und damit der Realzins um 0,5 Prozentpunkte steigen soll.5

3.4 Bestimmungsfaktoren der Taylor - Regel

Die Taylor - Regel wird von vier Faktoren bestimmt, die ich nachfolgend kurz erläutern werden.

I. Realer Gleichgewichtszins ( r*)

Realzinsniveau, bei dem weder expansive nach restriktive geldpolitische Impulse entstehen, also die Geldpolitik neutral wirkt.

So ein Realzinsniveau, sollte dann gewählt werden, wenn sich die Wirtschaft im Gleichgewicht befindet, d.h. die Inflationsrate mit dem Inflationsziel und das Sozialprodukt mit seinem potentiellen Niveau übereinstimmen.

II. Inflationsrate (p):

Dieser Faktor stellt gewissermaßen eine Ergänzung zum realen Gleichgewichtszins (r*) dar. Die Notenbank benötigt eine Handlungsanweisung für den Nominalzins (nur diesen kann sie steuern), daher wird die Inflationsrate zum realen Gleichgewichtszins hinzuaddiert. Die Summe aus realem Gleichgewichtszins und Inflationsrate ( r* + p) ergibt den nominalen Gleichgewichtszins.

III. Inflationslücke [Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten]

Dieser Faktor soll bewirken, dass Abweichungen der Inflationsrate vom Inflationsziel durch Entgegengesetzte Zinsreaktionen beseitigt werden, d.h. einem Anstieg (Rückgang) der Inflation über (unter) das Inflationsziel soll durch eine Zinserhöhung (Zinssenkung) begegnet werden. Die Inflationsrate soll dadurch mittelfristig auf dem Niveau der Inflationsrate (p*) stabilisiert werden, akzelerierende Inflation und Deflation sollen verhindert werden. Die Konstante gibt die Stärke der Zinsreaktion bei Zielabweichungen vor. Kurz gesagt ist die Inflationslücke die Differenz zwischen potentiellem und tatsächlichem Produktionsniveau.

IV. Outputlücke (y):

Durch diesen Faktor sollen zyklische Outputschwankungen um den langfristigen Trend geglättet werden. Die potentiellen Wachstumsmöglichkeiten sollen möglichst voll ausgeschöpft werden, ohne dass es jedoch zu einer Überauslastung der Produktionskapazitäten kommt. Die Konstante gibt die Stärke der Zinsreaktion auf Outputschwankungen an. Kurz gesagt ist die Outputlücke die Differenz zwischen aktueller Inflationsrate und der von der Notenbank tolerierten Teuerungsrate.

3.5 modifizierte Taylor - Regel

Im Jahre 1993 hatte Taylor die Vorstellung, seine Regel mit konkreten Werten für die beobachtbaren Größen zu versehen. Für den realen Gleichgewichtszins und das Inflationsziel wählte er jeweils 2 %, für die Gewichtungskonstanten und jeweils den Wert 0,5.6 Aus diesen Werten, die Taylor verwenden wollte, ergab sich dann eine modifizierte Regel, wo dann die nicht beobachtbaren Größen, wie z.B. das Inflationsziel als konkrete Werte eingesetzt wurden. Die oben genannte Gleichung oder Formel kann dann anhand der genannten Größen, Werte folgendermaßen modifiziert werden und lautet dann folgendermaßen:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

4. Fallbeispiele

Anhand der oben genannten Gleichung die von Taylor mit konkreten Werten versehen wurde, kann man einige Fälle von Beispiele erklären.

[...]


1 Vgl. Europäische Geldpolitik, Egon Görgens , Karlheinz Ruckriegel, Franz Seitz, 4. Auflage, Lucius & Lucius

2 Vgl. Internetquelle: www.dekabank.de/download/vowi/995962564_15000005_e.pdf-

3 Vgl. Internetquelle: www.dekabank.de/download/vowi/995962564_15000005_e.pdf-

4 Vgl. Internetquelle: www.Uni-hohenheim.de/wi-theorie/nr17.pdf

5 Vgl. Internetquelle: www.Uni-hohenheim.de/wi-theorie/nr17.pdf

6 Vgl. Internetquelle: www.Uni-hohenheim.de/wi-theorie/nr17.pdf

Ende der Leseprobe aus 15 Seiten

Details

Titel
Die Taylor-Regel als Grundlage der Geldpolitik der EZB
Hochschule
Fachhochschule Südwestfalen; Abteilung Meschede
Note
2,7
Autor
Jahr
2005
Seiten
15
Katalognummer
V271172
ISBN (eBook)
9783656627760
ISBN (Buch)
9783656627739
Dateigröße
439 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
taylor-regel, grundlage, geldpolitik
Arbeit zitieren
Diplomkauffrau Sabine Wittek (Autor), 2005, Die Taylor-Regel als Grundlage der Geldpolitik der EZB, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/271172

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