In Deutschland soll der Zugang von Jugendlichen und Kindern zu jugendgefährdenden Inhalten durch den Jugendmedienschutz verhindert werden, indem versucht wird,
„Einflüsse der Erwachsenenwelt, die dem Entwicklungsstand von Kindern und Jugendlichen noch nicht entsprechen, möglichst gering zu halten und die Heranwachsenden bei ihrer Persönlichkeitsentwicklung zu unterstützen.“ (Ring/Weigand 2005: 187)
Interessant erscheint es demzufolge, inwieweit es in Deutschland gelingt, auch bezüglich der oben genannten Auswirkungen von sexualisierten Inhalten auf die Sexualentwicklung Jugendlicher Einfluss zu nehmen und solche Inhalte zu beschränken. Als Indikator dafür wählen wir die Inhalte jugendorientierter Medien. In diesem Sinne wollen wir untersuchen, inwieweit eine Veränderung in den letzten 30 Jahren stattgefunden hat und durch diesen Zeitraum auch gleichzeitig die Möglichkeit eröffnen, einen Wandel – Zunahme bzw. Abnahme sexualisierter Inhalte – zeitlich festzumachen.
Um den Rahmen der Arbeit sinnvoll einzugrenzen, beschränken wir uns auf den Bereich der Magazine und darin auf die Zeitschriften, die vordergründig Inhalte für Jugendliche anbieten.
Inhaltsverzeichnis
1. EINLEITUNG
2. PLANUNGSPHASE
2.1 Entwicklung und Relevanz der Forschungsfrage
2.2 Hypothesenbildung
2.3 Begriffsdefinitionen
2.4 Auswahl des Untersuchungsmaterials und Stichprobeziehung
3. ENTWICKLUNGSPHASE: THEORIE- UND EMPIRIEGELEITETE KATEGORIENBILDUNG
3.1 Methode
3.2 Entwicklung des Kategoriensystems
3.3 Codierverfahren
4. TESTPHASE
4.1 Probecodierung
4.2 Reliabilitätstest
5. ZUSAMMENFASSUNG UND DISKUSSION
6. NÄCHSTE SCHRITTE
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die Entwicklung sexualisierter Inhalte in kommerziellen Jugendzeitschriften über einen Zeitraum von 30 Jahren (1979 bis 2009), um den Einfluss dieser Medien auf die Identitäts- und Sexualitätsentwicklung Jugendlicher kritisch zu beleuchten.
- Quantifizierung von expliziten und impliziten sexuellen Inhalten in Text und Bild
- Entwicklung eines wissenschaftlichen Kategoriensystems zur Medienanalyse
- Überprüfung der Forschungsfrage mittels Inhaltsanalyse der Zeitschriften BRAVO, Popcorn und Mädchen
- Etablierung methodischer Standards wie Intercoder-Reliabilität für die Datenerhebung
Auszug aus dem Buch
1. Einleitung
„Sex sells!“ gilt als weitläufige Strategie, Produkte an den Mann bzw. an die Frau zu bringen, ob nur in Form von Bezugnahme auf sexuelle Eigenschaften und „Qualitäten“ oder indem der menschliche Körper als bloßes sexuelles Objekt präsentiert wird. Massenmedien sind gefüllt mit offensichtlichen und subtilen sexuellen Inhalten und sie geben vor, die an Erotik und Sexualität geknüpften Hoffnungen, Wünsche und Ängste zu erfüllen bzw. zu verflüchtigen.1
Besonders problematisch wird die Vermarktung von Sexualität in den Medien, die von Jugendlichen konsumiert werden. Jugendliche befinden sich in einer Phase des Lebens, in der die eigene Identität noch nicht ausgebildet ist. Sie sind permanent auf der Suche nach „Vorbildern“, denen sie nacheifern können, die es ihnen ermöglichen, die Unsicherheiten der Pubertät und der eigenen Identitätsbildung besser zu überstehen.2 Vorbilder finden sie nicht nur in der Clique und Familie, sondern verstärkt in Massenmedien. Sie übernehmen und imitieren die ihnen präsentierten Verhaltensweisen und Lebensstile.3 Massenmedien spielen daher eine entscheidende Rolle in der Identitätsbildung des Jugendlichen. Wird diese Entwicklung gestört, so kann dies immense Folgen für das gesundheitliche Wohlergehen und die Psyche des Heranwachsenden haben.
Zusammenfassung der Kapitel
1. EINLEITUNG: Das Kapitel thematisiert die Rolle der Massenmedien bei der Identitätsbildung und erläutert die negativen Folgen der medialen Sexualisierung auf das psychische Wohlbefinden von Jugendlichen.
2. PLANUNGSPHASE: Hier werden die Forschungsfrage, die Hypothesenbildung sowie die methodischen Grundlagen zur Auswahl des Untersuchungsmaterials (Jugendzeitschriften) dargelegt.
3. ENTWICKLUNGSPHASE: THEORIE- UND EMPIRIEGELEITETE KATEGORIENBILDUNG: Dieses Kapitel beschreibt die Entwicklung eines Kategoriensystems für die Inhaltsanalyse, unterteilt in Text- und Bildkategorien, sowie die Festlegung des Codierverfahrens.
4. TESTPHASE: Nach der theoretischen Entwicklung werden hier die Probecodierung und der Reliabilitätstest durchgeführt, um die Validität des Forschungsinstruments zu prüfen.
5. ZUSAMMENFASSUNG UND DISKUSSION: Das Kapitel reflektiert die Ergebnisse der Testphase, identifiziert Ursachen für Reliabilitätsprobleme und diskutiert Anpassungsbedarf am Kategoriensystem.
6. NÄCHSTE SCHRITTE: Abschließend werden die notwendigen Maßnahmen für die Hauptuntersuchung skizziert, darunter die geforderte Reliabilität und das Vorgehen bei der Datenauswertung.
Schlüsselwörter
Sexualisierung, Jugendzeitschriften, Medienanalyse, Inhaltsanalyse, Identitätsbildung, Forschungsfrage, Hypothesenbildung, Kategoriensystem, Codierverfahren, Reliabilität, BRAVO, Popcorn, Mädchen, Medienpädagogik, quantitative Forschung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit analysiert die zunehmende Sexualisierung in jugendorientierten Magazinen und untersucht, ob und wie sich diese Darstellung über einen Zeitraum von 30 Jahren verändert hat.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die zentralen Themen sind der Einfluss von Medien auf die Identitätsbildung Jugendlicher, die „Sex sells“-Strategie in kommerziellen Publikationen und die empirische Erfassung von sexuellen Inhalten in Text und Bild.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Hauptziel ist die Beantwortung der Frage, inwieweit eine Zunahme sexueller Inhalte in Jugendzeitschriften zwischen 1979 und 2009 stattgefunden hat.
Welche wissenschaftliche Methode wird angewendet?
Es wird eine quantitative Inhaltsanalyse verwendet, um mediale Merkmale systematisch zu erfassen, zu zählen und statistisch auszuwerten.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil befasst sich mit der methodischen Konzeption, der Bildung von Kategorien (wie "Sexuelle Handlungen" oder "Symbolik") sowie der Durchführung von Tests zur Sicherstellung der Codierer-Reliabilität.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Medieninhaltsanalyse, Sexualisierungstendenzen, Jugendmedienschutz und Intercoder-Reliabilität beschreiben.
Warum wurden genau die Zeitschriften BRAVO, Popcorn und Mädchen ausgewählt?
Diese Auswahl bildet eine repräsentative Stichprobe, da sie die auflagenstärksten Jugendzeitschriften darstellen, die sowohl 1979 als auch 2009 auf dem Markt waren.
Warum wird im Projektbericht ein so hoher Wert auf die Reliabilitätstestung gelegt?
Da die Forscher gleichzeitig die Codierer sind, ist die Reliabilität entscheidend, um Subjektivität bei der Interpretation von Textstellen oder Bildern zu minimieren und eine wissenschaftlich valide Datengrundlage zu schaffen.
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- Stephanie Lihs (Author), 2010, Sexualisierung in Jugendzeitschriften, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/271243