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Zensur in der Sowjetischen Besatzungszone

Titel: Zensur in der Sowjetischen Besatzungszone

Hausarbeit , 2010 , 19 Seiten , Note: 1,7

Autor:in: Stephanie Lihs (Autor:in)

Buchwissenschaft
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Wie schaffte man es, in einem Land, das bereits die letzten 12 Jahre unter strengster Zensur durch das Naziregime leben musste, legitim eine Zensur durchzusetzen? Welche Maßnahmen und welche Institutionen wurden ins Leben gerufen, um das Zensursystem am Laufen zu halten? Wie wurde mit Kritik umgegangen, die unvermeidlich war? Die Auseinandersetzung mit diesen Fragen ist das Ziel dieser Hausarbeit.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Rahmenbedingungen

2.1 Die Situation am Ende des II. Weltkriegs

2.1.1 Konferenz von Jalta und Potsdamer Abkommen

2.1.2 Reparationszahlungen an die Sowjetunion

2.2 Institutionen in der SBZ

2.2.1 Die Sowjetische Militäradministration

2.2.1.1 Die Verwaltung für Information

2.2.1.2 Die Abteilung für Volksbildung der SMAD

2.2.2 Die Deutsche Zentralverwaltung für Volksbildung und der Kulturelle Beirat

3 Zensur

3.1 Zensur im Buchwesen

3.1.1 Vorzensur

3.1.2 Nachzensur

3.2 Zensur von Periodika

3.2.1 Vorzensur

3.2.2 Nachzensur

4 Zusammenfassung und Fazit

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht das Zensursystem in der Sowjetischen Besatzungszone (SBZ) zwischen 1945 und 1949, um aufzuzeigen, mit welchen Maßnahmen und durch welche Institutionen die Besatzungsmacht die Kontrolle über das Buch- und Pressewesen etablierte und aufrechterhielt. Dabei wird insbesondere der Frage nachgegangen, wie in einem Land, das unter dem Nationalsozialismus bereits strengster Zensur unterlag, eine neue, ideologisch motivierte Zensur legitimiert und in die Praxis umgesetzt werden konnte.

  • Rahmenbedingungen und institutionelle Strukturen der SMAD
  • Entnazifizierung und Demokratisierung als Deckmantel für ideologische Zensur
  • Rolle des Kulturellen Beirats bei der Verteilung von Papier und Druckgenehmigungen
  • Zensurpraktiken bei Büchern und Periodika (Vor- und Nachzensur)
  • Sanktionsmechanismen bei Nichtbeachtung der Vorgaben

Auszug aus dem Buch

3.1.1 Vorzensur

Schon zu Beginn der Arbeit des Kulturellen Beirats sah die Situation für eine große Zahl von Verlegern und Autoren sehr verheerend aus. David Pike beschreibt dies in seinem Buch „The Politics of Culture in Soviet-Occupied Germany 1945-1949“ sehr anschaulich: häufig waren Verlage, die eine Druckgenehmigung erhalten wollten, dazu genötigt, solange zu warten, bis sie letztlich bankrott gingen. Und diejenigen mit Genehmigung wurden durch den Kulturellen Beirat blockiert, der mit seinen langwierigen Prüfungen jedes einzelne Verlagsprojekt unter die Lupe nahm. Der KB hatte jedoch nicht die volle Entscheidungsgewalt, sondern musste die Projekte nach einer ersten Prüfung an die SMAD weiterreichen und deren Entscheidung abwarten. Dieser Prozess war sehr langwierig und spannte die Nerven sowohl von Autoren als auch Verlegern, mit der Folge, dass zahlreiche private Verlage in die westlichen Besatzungszonen abwanderten.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung skizziert die politische Ausgangslage in Deutschland nach 1945 und definiert das Ziel der Arbeit, das Zensursystem in der SBZ zu analysieren.

2 Rahmenbedingungen: Dieses Kapitel erläutert die Konferenzbeschlüsse von Jalta und Potsdam sowie die Gründung der SMAD und der Deutschen Zentralverwaltung für Volksbildung als Kontrollorgane.

3 Zensur: Hier werden die konkreten Maßnahmen der Vor- und Nachzensur in Bezug auf das Buchwesen sowie Zeitungen und Zeitschriften detailliert dargestellt.

4 Zusammenfassung und Fazit: Das abschließende Kapitel resümiert die Ergebnisse und stellt fest, dass die Zensur ein zentrales Instrument zur ideologischen Neuausrichtung der Bevölkerung war.

Schlüsselwörter

Zensur, Sowjetische Besatzungszone, SBZ, SMAD, Kultureller Beirat, Buchwesen, Pressewesen, Vorzensur, Nachzensur, Lizenzpflicht, Entnazifizierung, Ideologie, Verlagspolitik, DDR-Vorgeschichte, Besatzungsmacht.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Etablierung und Durchführung eines Zensursystems im Buch- und Pressewesen der Sowjetischen Besatzungszone (SBZ) im Zeitraum von 1945 bis 1949.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die Rolle der Sowjetischen Militäradministration (SMAD), der Einfluss des Kulturellen Beirats, die Verknappung von Ressourcen als Zensurmittel sowie die Mechanismen der Vor- und Nachzensur.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Ziel ist es zu untersuchen, mit welchen institutionellen Maßnahmen die SMAD versuchte, das kulturelle Leben ideologisch zu steuern, kritische Stimmen zu unterdrücken und die Bevölkerung im Sinne der sowjetischen Ideologie zu beeinflussen.

Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse, wobei historische Dokumente, Befehle der SMAD, zeitgenössische Berichte aus dem „Börsenblatt für den Deutschen Buchhandel“ und wissenschaftliche Sekundärliteratur ausgewertet wurden.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden zunächst die institutionellen Rahmenbedingungen analysiert. Anschließend wird die Praxis der Vor- und Nachzensur in Buchverlagen und Zeitungsredaktionen unter Einbeziehung von Sanktionen und Regulierungsinstrumenten wie dem Papierzuteilungsverfahren detailliert betrachtet.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Zensur, SBZ, SMAD, Kultureller Beirat, Lizenzierung, Verlagspolitik und Ideologische Steuerung.

Welche Rolle spielte der Kulturelle Beirat bei der Zensur?

Der Kulturelle Beirat fungierte als Kontrollinstanz, die unter dem Vorwand der Papierknappheit und Qualitätssicherung über Druckgenehmigungen entschied und somit aktiv die Verlagsprogramme ideologisch mitbestimmte.

Warum war das Zensurverfahren bei Periodika besonders schwierig?

Die Vorzensur bei Zeitungen war aufgrund der Notwendigkeit hoher Aktualität extrem zeitaufwendig, was durch mangelnde Deutschkenntnisse der Zensoren und ständige Personalwechsel weiter verschärft wurde.

Wie wirkten sich die Sanktionen auf die Verlage aus?

Sanktionen wie Entzug von Papierkontingenten, Geldstrafen oder Lizenzentzug führten zu einer starken Abhängigkeit der Verlage von den Besatzungsbehörden und trieben private Verleger teilweise in die Flucht in die westlichen Zonen.

Ende der Leseprobe aus 19 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Zensur in der Sowjetischen Besatzungszone
Hochschule
Universität Leipzig  (Institut für Kommunikations- und Medienwissenschaft)
Veranstaltung
Der Buchhandel im Nachkriegsdeutschland 1945-1949
Note
1,7
Autor
Stephanie Lihs (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2010
Seiten
19
Katalognummer
V271245
ISBN (eBook)
9783656627449
ISBN (Buch)
9783656627401
Sprache
Deutsch
Schlagworte
zensur sowjetischen besatzungszone
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Stephanie Lihs (Autor:in), 2010, Zensur in der Sowjetischen Besatzungszone, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/271245
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  19  Seiten
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