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Walther von der Vogelweide. Analyse und Interpretation von "Nement, frowe, disen cranz"

Titel: Walther von der Vogelweide. Analyse und Interpretation von "Nement, frowe, disen cranz"

Seminararbeit , 2012 , 18 Seiten , Note: 2

Autor:in: BA Christoph Lederhilger (Autor:in)

Germanistik - Ältere Deutsche Literatur, Mediävistik
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Walther von der Vogelweide wurde von der Forschung stets eine wichtige Rolle im literarischen Betrieb des Hochmittelalters zugesprochen, was auch seine immer noch stark aus-geprägte Präsenz in der Literaturforschung zu erklären vermag.
Doch die Forschung sieht sich in diesem Bereich mit großen Problemen konfrontiert, da es sich beim Mittelalter nicht um eine durchwegs greifbare Epoche handelt, sondern vielmehr um eine sehr spärlich dokumentierte Zeitspanne, von der wir nicht wissen können, welche wichtigen literarischen Dokumente uns erhalten sind und was jedoch verloren gegangen ist. Auch jene literarischen Zeugnisse, die auf uns gekommen sind, bringen häufig das Problem der Authentizität mit sich, was vor allem als Konsequenz der jahrelangen mündlichen Überlieferung zu sehen ist. Die meisten dieser erhaltenen Texte wurden nämlich erst viel später niedergeschrieben und damit für uns greifbar gemacht. Außerdem war es auch eher selten, dass solche literarischen Dokumente mit Autorennamen versehen wurden, was uns vor weitere Schwierigkeiten stellt. Dieser Probleme muss man sich bei der Untersuchung von solchen Texten bewusst sein, denn eine ganz und gar authentische Version des Textes kann aus heutiger Perspektive nicht mehr geschaffen werden. In diesem Bereich ist der Vergleich von Quellen nötig, um zumindest zu annähernden Lösungen zu kommen. Gegenstand dieser konkreten Untersuchung soll eines der Lieder aus dem Repertoire Walthers von der Vogelweide sein: Nement, frowe, disen cranz1. Hierbei soll Cormeaus Edition als Ausgangspunkt dienen.
Einführend soll das Lied auf formale und inhaltliche Besonderheiten untersucht werden, was für das weiterführende Verständnis eine wichtige Rolle spielt. Nach diesen ersten Arbeitsschritten soll schließlich näher auf die Überlieferungssituation und auf die verschiedenen Editionen eingegangen werden, um hierzu einen groben Überblick zu ermöglichen und zu erörtern, wie viele unterschiedliche Versionen dieses Textes auf uns gekommen sind, bzw. wie die Editoren mit der Quellenlage umgehen.
Ziel dieser Arbeit soll demnach eine umfassende Interpretation dieses Textes aus allen gängigen wissenschaftlichen Blickwinkeln sein, um so den Text hilfreich aufbereiten zu können, sodass er für weiterführende Fragestellungen und Forschungen hilfreich sein und zu einer erheblichen Zeitersparnis beitragen kann.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Gedichtanalyse

2.1 Thematik

2.2 Metrik

2.3 Wortwahl

2.4 Satzbau

2.5 Klang

2.6 Bildlichkeit

2.7 Perspektive

2.8 Zeit

2.9 Raum

2.10 Aufbau

3 Rhetorische Mittel

3.1 Tropen

3.2 Figuren

3.2.1 Sinnfiguren

3.2.2 Wort- und syntaktische Figuren

3.3 Topoi

4 Überlieferung / Edition

5 Zusammenfassende Interpretation

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit verfolgt das Ziel, das Lied „Nement, frowe, disen cranz“ von Walther von der Vogelweide einer umfassenden wissenschaftlichen Analyse zu unterziehen, um den Text für weiterführende literaturwissenschaftliche Fragestellungen aufzubereiten und zu interpretieren.

  • Formale und inhaltliche Analyse des Liedes
  • Untersuchung der rhetorischen Stilmittel und Topoi
  • Analyse der Überlieferungssituation in verschiedenen Handschriften
  • Diskussion von Interpretationsspielräumen aufgrund unterschiedlicher Editionen
  • Einordnung des Liedes in den Kontext der Mädchenlieder

Auszug aus dem Buch

2.1 Thematik

In dem zu untersuchenden Lied geht es um eine Frau, die von dem lyrischen Ich, das dem nach als Mann identifiziert werden kann, besungen wird. Die erste Strophe (vgl. L 74, 20ff.) beschreibt die Begegnung der beiden Personen beim Tanz und das lyrische Ich über reicht der Frau einen symbolischen Blumenkranz. Gleichzeitig jedoch äußert es den Wunsch, der Frau etwas weitaus Schöneres schenken zu können, wie in diesem Falle edele gesteine (L 74,24).

In der zweiten Strophe (vgl. L 75,9ff.) verweist das Ich auf einen entfernten Locus amoenus, indem es andeutet, dass es eine ferne Heide mit vielen weißen und roten Blumen ken ne, wo sich ein symbolisches Blumenbrechen anböte. Anzumerken ist, dass in dieser zwei ten Strophe noch die direkte Rede der ersten Strophe fortgeführt wird. Das Mädchen wird also unmittelbar angesprochen.

Nach diesem Verweis auf besagten Locus amoenus wird die Handlung weiter vorangetrie ben. Es kommt nun in der dritten Strophe (vgl. L 74,28ff.) heraus, dass die Frau oder das Mädchen den Kranz annimmt und sich schüchtern und beschämt verneigt, was das lyrische Ich als Dankesgestik interpretiert. Es sieht sogar mehr in dieser Gestik: den Lohn für sein Bemühen um diese Frau.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Hinführung zum Thema, Darstellung der Probleme bei der Mittelalterforschung und Zielsetzung der Arbeit.

2 Gedichtanalyse: Detaillierte Untersuchung von Thematik, Metrik, Wortwahl, Satzbau, Klang, Bildlichkeit, Perspektive, Zeit, Raum und Aufbau des Liedes.

3 Rhetorische Mittel: Analyse der im Gedicht verwendeten Tropen, Figuren und Topoi.

4 Überlieferung / Edition: Vergleich der handschriftlichen Überlieferung (A, C, E) und Erörterung der Konsequenzen für die editorische Praxis und Interpretation.

5 Zusammenfassende Interpretation: Synthese der Ergebnisse und Interpretation des Liedes unter Berücksichtigung der unterschiedlichen Überlieferungsvarianten.

Schlüsselwörter

Walther von der Vogelweide, Nement frowe disen cranz, Mittelhochdeutsch, Literaturwissenschaft, Gedichtanalyse, Minnesang, Mädchenlied, Locus amoenus, Überlieferungsgeschichte, Rhetorik, Stollenstrophe, Traumliebe, Textinterpretation, Handschriftenvergleich, Sexualität im Mittelalter.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit einer literaturwissenschaftlichen Analyse und Interpretation des mittelhochdeutschen Liedes „Nement, frowe, disen cranz“ von Walther von der Vogelweide.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Die zentralen Felder sind die formale Gedichtanalyse, die rhetorische Untersuchung der Stilmittel sowie die kritische Auseinandersetzung mit der handschriftlichen Überlieferung und den daraus resultierenden editorischen Herausforderungen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist eine umfassende Interpretation des Textes unter Einbeziehung aller wissenschaftlichen Blickwinkel, um den Text für zukünftige Forschungen aufzubereiten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine philologische Methode angewandt, die eine formale Analyse, den Vergleich von Handschriften und Editionen sowie eine inhaltliche Interpretation kombiniert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Analyse der Strophenstruktur, der rhetorischen Mittel, der Überlieferungssituation sowie eine abschließende Interpretation des Werkes.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Walther von der Vogelweide, Mädchenlied, Überlieferungsgeschichte, Locus amoenus, Metrik und Textinterpretation.

Welche Rolle spielen die Handschriften A, C und E bei der Interpretation?

Die Handschriften weisen erhebliche Unterschiede auf, insbesondere bei der Anordnung der Strophen und dem Fehlen der Traumstrophe in Handschrift E, was grundlegend unterschiedliche Interpretationsansätze zur Folge hat.

Wie interpretiert der Autor die „Traumstrophe“?

Die Traumstrophe ist ein zentraler Interpretationspunkt; ihre Einordnung als Schluss- oder Mittelstrophe beeinflusst die Lesart, ob das Erlebte als reales Geschehen oder als Traumwelt zu verstehen ist.

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Details

Titel
Walther von der Vogelweide. Analyse und Interpretation von "Nement, frowe, disen cranz"
Hochschule
Karl-Franzens-Universität Graz  (Germanistik)
Note
2
Autor
BA Christoph Lederhilger (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2012
Seiten
18
Katalognummer
V271265
ISBN (eBook)
9783656631231
ISBN (Buch)
9783656631200
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Mediävistik Alte Literatur Ältere deutsche Literatur Walther von der Vogelweide Literaturwissenschaft Textanalyse Text Analyse
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
BA Christoph Lederhilger (Autor:in), 2012, Walther von der Vogelweide. Analyse und Interpretation von "Nement, frowe, disen cranz", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/271265
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  18  Seiten
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