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Polysemantische Mahlzeiten. Zur Deutbarkeit von Essen in Kawakami Hiromis "Sensei no kaban"

Titel: Polysemantische Mahlzeiten. Zur Deutbarkeit von Essen in Kawakami Hiromis "Sensei no kaban"

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2010 , 30 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Kevin Junk (Autor:in)

Orientalistik / Sinologie - Japanologie
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Wie kann man Essen in der Literatur deuten, welche Rolle spielen Mahlzeiten in einem Roman? Die Arbeit widmet sich dem Thema theoretisch und überführt die Überlegungen in eine Analyse von Kawakami Hiromis Roman "Sensei no kaban".

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Essen und Text – methodologische Überlegungen

1.1. Essen(tielles)

1.2. Essen in Text

2. Der Roman Sensei no kaban

3. Polysemantische Mahlzeiten

3.1 Tagesgerichte

3.2 Bentō

3.3 Jamswurzelsuppe

3.4 Pilzsuppe

3.5 Zitronenscheiben und Waraitake

3.6 Mandarinen und Äpfel

3.7 Käseomelette, grüner Salat und geräucherte Austern

3.8 Krakenfondue

3.9 Heißer Tōfu

Schluss

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Polysemantik von Mahlzeiten in Kawakami Hiromis Roman "Sensei no kaban" (Der Himmel ist blau, die Erde ist weiß), um die kulturelle, individuelle und narratologische Deutbarkeit von Essen in der Literatur zu illustrieren und die Mehrdeutigkeit der Essensszenen als Erzählstrategie nachzuweisen.

  • Methodologische Analyse von Essen als literarisches Bedeutungselement
  • Untersuchung der Interdependenz zwischen Essen und Charakterentwicklung
  • Analyse der zeitlichen und atmosphärischen Strukturierung durch Mahlzeiten
  • Erforschung der Verbindung von Essen, Erinnerung und Identität
  • Betrachtung von Essen als Initiator für zwischenmenschliche Annäherung und Distanz

Auszug aus dem Buch

3.4 Pilzsuppe

Einen starken Kontrast zu der ansonsten urbanen Umgebung, in der sich die Figuren und deren Mahlzeiten bewegen, bildet ein Ausflug in den Wald, den der Sensei und Tsukiko zusammen mit dem Wirt ihrer Stammkneipe, Satoru, unternehmen. Die Episode führt nach Tochigi, wo der Vetter des Kneipiers lebt. Grundsätzlich ist diese Episode ein wenig skurril. Der Sensei wirkt in seinem „alten, aber gut sitzenden Tweedanzug und Lederschu[n]“ (Kawakami 2004: S. 62; 2008: S. 43) und seiner Mappe, die er mit sich trägt, seltsam unangemessen gekleidet. Das Doppelgängermotiv, das bei Satoru und seinem Vetter Tōru aufgegriffen wird, verstärkt den skurrilen Effekt.

Das Gericht, das hier zubereitet wird, ist recht simpel. Es ist eine Suppe aus im Wald gesammelten Pilzen, die mit Quellwasser und mitgebrachtem Miso aufgekocht wird. Zwar weist der Sensei auf die Gefahr hin, die beim Pilzsammeln in der Natur besteht, diese wird jedoch von den beiden erfahreneren Sammlern abgetan. Hier begegnet man einer gewissen Archaik und einer unmittelbaren Zugänglichkeit von Nahrung, die, da sie nicht durch industrielle Prozesse als „essbar“ deklariert wird, auch eine gewisse Gefahr inne hat.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Einführung in die Kulinaristik und Darstellung der methodologischen Ziele unter Einbeziehung rezeptionsästhetischer und queerer Ansätze.

1. Essen und Text – methodologische Überlegungen: Theoretische Auseinandersetzung mit Essen als Prozess und Signifikant sowie dessen Übertragung auf literarische Texte durch den Dreischritt Selektion, Kombination und Dekomposition.

2. Der Roman Sensei no kaban: Kurzvorstellung des Werkes von Kawakami Hiromi und Hinweis auf die Bedeutung der Kulinarik für die Charakterdarstellung im Roman.

3. Polysemantische Mahlzeiten: Analyse ausgewählter Essensszenen, die als Strukturelemente dienen, um individuelle, gesellschaftliche und narratologische Bedeutungsebenen offenzulegen.

3.1 Tagesgerichte: Untersuchung der Funktion von wiederkehrenden Gerichten für die zeitliche Strukturierung der Handlung und die Etablierung des Ortes.

3.2 Bentō: Analyse der Bedeutung des Bentō im Kontext von Überfluss, Autonomie und der sozialen Abhängigkeit bzw. Bindungsangst der Protagonistin.

3.3 Jamswurzelsuppe: Untersuchung von Essen als intertextuellen Verweis und Mittel zur Versöhnung zwischen den Figuren.

3.4 Pilzsuppe: Darstellung des Kontrasts zwischen urbaner Welt und Natur sowie die Konfrontation der Charaktere mit archaischen Lebensmitteln.

3.5 Zitronenscheiben und Waraitake: Analyse der Binnenerzählung über die Ex-Frau des Sensei und die Gefahr von Nahrungsmitteln als Motiv für Vorsicht.

3.6 Mandarinen und Äpfel: Interpretation der Appetitlosigkeit und des Scheiterns bei der Apfelzubereitung als Spiegel für Einsamkeit und Bindungsängste.

3.7 Käseomelette, grüner Salat und geräucherte Austern: Untersuchung der westlichen Küche als Ausdruck von Generationszugehörigkeit und emotionaler Distanz.

3.8 Krakenfondue: Analyse des Essens als Katalysator für sexuelle Reflexion und die Etablierung einer neuen emotionalen Qualität durch Poesie.

3.9 Heißer Tōfu: Betrachtung des Tōfu als rotem Faden, der die Entwicklung der Beziehung und die Versöhnung zwischen den Figuren symbolisiert.

Schluss: Reflexion über die methodischen Ergebnisse und das Plädoyer für einen behutsamen, vergleichenden Analyseweg in der Literaturwissenschaft.

Schlüsselwörter

Kulinaristik, Kawakami Hiromi, Sensei no kaban, Literaturwissenschaft, Polysemantik, Essen in Literatur, Fiktionalität, Rezeptionsästhetik, Interdependenz, Japanische Literatur, Essgewohnheiten, Erzählstrategie, Identität, Sozialisierung, Kulinarische Symbole.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die Bedeutung von Essen und Mahlzeiten als zentrales, polysemantisches Element im Roman "Sensei no kaban" von Kawakami Hiromi.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die Schwerpunkte liegen auf der Schnittstelle zwischen Literaturwissenschaft und Kulinaristik, der Analyse von Essensszenen als Erzählstrategie sowie der Verbindung von Nahrung mit menschlichen Emotionen und sozialen Konventionen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, die Mehrdeutigkeit der Mahlzeiten zu belegen und zu zeigen, wie Essen zur Charakterisierung der Figuren und zur Strukturierung der Erzählung beiträgt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Der Autor nutzt einen rezeptionsästhetischen Dreischritt (Selektion – Kombination – Dekomposition), erweitert um eine interdependente, "queere" Denkfigur, um die verschiedenen Bedeutungsebenen von Essen zu erschließen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in verschiedene Unterkapitel, die spezifische Mahlzeiten (z.B. Bentō, Pilzsuppe, heißer Tōfu) analysieren, um die individuelle, gesellschaftliche und narratologische Polysemantik zu veranschaulichen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den wichtigsten Begriffen zählen Kulinaristik, Polysemantik, Erzählstrategie, Fiktionalität, Identität und Interdependenz.

Warum spielt das Gericht "heißer Tōfu" eine besondere Rolle im Roman?

Der heiße Tōfu fungiert als roter Faden, der sowohl die erste Versöhnung der Figuren einleitet als auch am Ende des Romans als traurige Erinnerungsspur und Symbol für die veränderte Identität der Protagonistin dient.

Welche Funktion hat die Binnenerzählung über die "Zitronenscheiben und Waraitake"?

Sie liefert eine wichtige Hintergrundgeschichte über die Ex-Frau des Sensei und illustriert durch die Gefahr der Lachpilze eine Entwicklung vom unbedarften Genuss hin zu einer gesunden Skepsis und Distanz.

Ende der Leseprobe aus 30 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Polysemantische Mahlzeiten. Zur Deutbarkeit von Essen in Kawakami Hiromis "Sensei no kaban"
Hochschule
Freie Universität Berlin
Note
1,0
Autor
Kevin Junk (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2010
Seiten
30
Katalognummer
V271268
ISBN (eBook)
9783656633273
ISBN (Buch)
9783656633266
Sprache
Deutsch
Schlagworte
polysemantische mahlzeiten deutbarkeit essen kawakami hiromis sensei
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Kevin Junk (Autor:in), 2010, Polysemantische Mahlzeiten. Zur Deutbarkeit von Essen in Kawakami Hiromis "Sensei no kaban", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/271268
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  30  Seiten
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