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Bindung und Schulbildung. Wie wird Schulbildung von der Bindungsqualität beeinflusst?

Title: Bindung und Schulbildung. Wie wird Schulbildung von der Bindungsqualität beeinflusst?

Examination Thesis , 2013 , 71 Pages , Grade: 1,5

Autor:in: Maria Monika Kopfmüller (Author)

Pedagogy - School Pedagogics
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Die Bindung eines Kindes an eine zentrale Bezugsperson kann verschiedene Qualitäten aufweisen. Diese Zulassungsarbeit zum Lehramt Gymnasium Englisch und Mathematik vergleicht diverse Bindungsqualitäten in Bezug auf die spätere Bildungsmöglichkeit auch auf weiterführende Schulen hin.
Ein wichtiges Kriterium dabei ist die Fähigkeit des Kindes zur Exploration - zum selbständigen Nachfragen - in unbekannten Situationen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

0. Einleitung

0.1. Motivation und Zielsetzung

0.2. Aufbau

1. Grundlagen

1.1. Grundlegendes zu Bindung

1.1.1. Historischer Überblick zur Entstehung der Bindungstheorie

1.1.2. Grundannahmen und Ergebnisse der Bindungsforschung

1.1.2.1. Definition von Bindung und Bindungstheorie

1.1.2.2. Das Bindungssystem

1.1.2.3. Innere Arbeitsmodelle

1.1.2.4. Bindung und Exploration

1.1.2.5. Konzept und Klassifikation der Bindungsqualität

1.1.2.6. Feinfühligkeit und Bindungsqualität

1.1.2.7. Bedeutung der Bindungsqualität Schutzfaktor

1.2. Grundlegendes zu Schulbildung

1.2.1. Bildungsbegriff heute

1.2.2. Determinanten der Qualität von Schulbildung

2. Auswirkungen der Bindungsqualität eines Kindes in der Schule

2.1. Auswirkungen der Bindung auf die kognitive Entwicklung

2.1.1. Hypothesen über den Zusammenhang von Bindungssicherheit und kognitiver Entwicklung

2.1.1.1. Die Bindungs-Explorations-Hypothese

2.1.1.2. Die Bindungs-Lehr-Hypothese

2.1.1.3. Hypothese des sozialen Netzwerkes

2.1.1.4. Bindungs-Kooperations-Hypothese

2.1.2. Empirische Belege über den Zusammenhang von Bindungssicherheit und kognitiver Entwicklung

2.1.3. Resümee

2.2. Auswirkungen der Bindungssicherheit auf die Sozialkompetenz

2.2.1. Zusammenhänge von Bindungsqualität und sozialen Fähigkeiten in der Kindheit

2.2.2. Zusammenhänge von Bindungsqualität und sozialen Fähigkeiten im Jugendalter

2.2.3. Resümee

2.3. Motivationale und emotionale Folgen der Bindungssicherheit

2.3.1. Selbstbild

2.3.2. Emotionen

2.3.3. Leistungsmotivation und Ausdauer

2.3.4. Schlussfolgerungen

2.4. Neurobiologische und medizinische Befunde zur Bindungstheorie

2.5. Resümee

3. Schlussfolgerungen und Konsequenzen

3.1. Förderung von Bindungssicherheit

3.2. Richtiger Umgang der Lehrkräfte mit unterschiedlichen Bindungstypen ihrer Schüler und Schülerinnen

3.2.1. Diskontinuitätserfahrungen nach Julius

3.2.2. Dynamische Lerndreiecke nach Geddes

3.2.3. Lehrkraft als sichere Basis

3.2.4. Resümee

3.3. Integration von Bindung in Bildung

3.4. Abschließende Gedanken

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den Einfluss der Bindungsqualität auf die Schulbildung von Kindern und Jugendlichen. Dabei wird analysiert, wie Bindungserfahrungen kognitive, soziale und motivationale Kompetenzen beeinflussen, die für erfolgreiches schulisches Lernen essenziell sind.

  • Grundlagen der Bindungstheorie und des modernen Bildungsbegriffs.
  • Einfluss der Bindungsqualität auf die kognitive Entwicklung und Schulleistung.
  • Zusammenhang zwischen Bindungssicherheit und Sozialkompetenz in Kindheit und Jugend.
  • Motivationale und emotionale Folgen von Bindungserfahrungen.
  • Pädagogische Konsequenzen und Gestaltungsmöglichkeiten für Lehrkräfte.

Auszug aus dem Buch

1.1.1. Historischer Überblick und Entstehung der Bindungstheorie

Das Konzept der Bindung entstand in den 1950er Jahren durch den Londoner Psychiater und Psychoanalytiker John Bowlby (1907-1990) und beschäftigt sich mit den frühen Erfahrungen von Kleinkindern und den Auswirkungen auf ihre spätere Persönlichkeitsentwicklung.

Nach dem 2. Weltkrieg erhielt John Bowlby, der bis zu diesem Zeitpunkt Leiter der London Child Guidance Clinic war, von der Weltgesundheitsorganisation den Auftrag, einen Bericht über die psychische Entwicklung von Kriegswaisen zu verfassen. Die Ergebnisse dieser Forschung, welche er 1951 in seiner Monographie „Maternal care and mental health“ mitteilte, ließen ihn zu dem Schluss kommen, dass Kinder, die getrennt von ihren Müttern und unbefriedigt ihrer emotionalen und kognitiven Bedürfnisse aufwachsen, unter schweren nachteiligen Folgen leiden und ein hohes Risiko bzgl. ihrer weiteren gesunden Entwicklung aufweisen: „Die einem Kind normalerweise entgegengebrachte Liebe und Freude der Mutter sind Nahrung für seine Seele“ (Bowlby 1951/2010, S.15). 1969 veröffentlichte Bowlby den ersten Band seiner Trilogie „Attachment and Loss“, welche das theoretische Fundament der Bindungstheorie darstellt.

Seine Thesen stießen bei Vertretern der Psychoanalyse auf viel Widerstand, da seine Ideen vielen Teilen der Triebtheorie widersprechen (Bowlby 1958). In der Entwicklungspsychologie wurden Bowlbys Gedanken jedoch aufgegriffen. Beeindruckt von seinen Ideen bildete sich eine Forschungsgruppe um Bowlby, unter ihnen die Entwicklungspsychologin Mary Ainsworth. Nach langen empirischen Studien in Uganda und Baltimore entwickelte Ainsworth 1969 eine testähnliche, standardisierte Untersuchungssituation mit der die Bindungssicherheit von Kleinkindern erfasst werden kann, der sog. „Fremde-Situations-Test“, welcher bis heute von großer Bedeutung ist.

Weitere empirische Fundierungen von Bowlbys Theorie erfolgten durch eine Vielzahl von entwicklungspsychologischen Längsschnittstudien u.a. von Inge Bretherton, Everett Waters, Alan Sroufe und Mary Main. Letztgenannte konzipierte das sog. „Adult Attachment Interview“, welches ermöglichte, die Bindungserlebnisse und Einstellungen zu Bindung von Erwachsenen zu untersuchen (Brisch 2009).

Zusammenfassung der Kapitel

0. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Relevanz der Bindungsforschung für den schulischen Kontext ein und formuliert das Ziel der Untersuchung.

1. Grundlagen: Dieser Abschnitt erläutert die theoretischen Fundamente der Bindungstheorie sowie den aktuellen Bildungsbegriff und dessen Determinanten.

2. Auswirkungen der Bindungsqualität eines Kindes in der Schule: Hier wird der Einfluss von Bindungssicherheit auf kognitive, soziale sowie motivationale und emotionale Kompetenzen im schulischen Umfeld detailliert dargelegt.

3. Schlussfolgerungen und Konsequenzen: Dieser Teil leitet pädagogische Implikationen ab und diskutiert, wie Lehrkräfte durch den Aufbau einer sicheren Basis und feinfühliges Handeln Lernprozesse unterstützen können.

Schlüsselwörter

Bindungstheorie, Bindungsqualität, Schulbildung, kognitive Entwicklung, Sozialkompetenz, Selbstbild, Bindungssicherheit, Lehrkraft, pädagogische Interaktion, Resilienz, Bindungssystem, innere Arbeitsmodelle, Fremde-Situations-Test, Schulleistung, emotionale Regulation.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, welchen Einfluss die frühe Bindungsqualität eines Kindes zu seinen primären Bezugspersonen auf dessen spätere Schulbildung und schulische Leistungsfähigkeit hat.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Zentrale Themen sind die theoretischen Grundlagen der Bindungsforschung, die Auswirkungen von Bindungssicherheit auf kognitive und soziale Fähigkeiten sowie die Bedeutung von emotionalen Faktoren wie dem Selbstbild und der Leistungsmotivation.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, dass eine sichere Bindung als Schutzfaktor wirkt und die Grundlage für erfolgreiches Lernen und eine positive Persönlichkeitsentwicklung im schulischen Kontext bildet.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die auf einer umfassenden Analyse und Synthese aktueller entwicklungspsychologischer Forschung, Längsschnittstudien und neurobiologischer Befunde basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert spezifische Auswirkungen: kognitive Entwicklung (Exploration), Sozialkompetenz in Kindheit und Jugend, motivationale Aspekte wie das Selbstvertrauen und die Rolle der Lehrkraft als sichere Basis.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Publikation?

Die wichtigsten Schlüsselwörter sind Bindungstheorie, Bindungsqualität, Schulbildung, Sozialkompetenz, kognitive Entwicklung und pädagogische Intervention.

Was besagt die „Bindungs-Explorations-Hypothese“?

Sie postuliert, dass sicher gebundene Kinder eine optimale Balance zwischen Bindung und Exploration finden, was es ihnen ermöglicht, ihre Umwelt effektiver zu erforschen und kognitive Ressourcen besser für das Lernen einzusetzen.

Welche Bedeutung haben die „Dynamischen Lerndreiecke“ nach Geddes?

Die Lerndreiecke veranschaulichen die Beziehungsdynamik zwischen Schüler, Lehrer und Lernaufgabe. Sie machen deutlich, wie unterschiedliche Bindungsmuster die Interaktion mit dem Lernstoff und der Lehrkraft beeinflussen.

Wie kann eine Lehrkraft als „sichere Basis“ fungieren?

Indem die Lehrkraft dem Kind Vertrauen und feinfühlige Unterstützung entgegenbringt, kann sie – auch wenn frühe Bindungserfahrungen negativ waren – eine förderliche Atmosphäre schaffen, die das Kind in seiner Exploration und Leistungsbereitschaft stärkt.

Warum spielt die Neurobiologie eine Rolle in dieser Untersuchung?

Die Neurobiologie belegt, dass positive emotionale Bindungserfahrungen die Gehirnentwicklung und die Stressregulation fördern, was die empirischen Ergebnisse der Bindungsforschung zusätzlich untermauert.

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Details

Title
Bindung und Schulbildung. Wie wird Schulbildung von der Bindungsqualität beeinflusst?
College
LMU Munich  (Fakultät für Psychologie und Pädagogik- Lehrstuhl für Schulpädagogik)
Grade
1,5
Author
Maria Monika Kopfmüller (Author)
Publication Year
2013
Pages
71
Catalog Number
V271274
ISBN (eBook)
9783656623380
ISBN (Book)
9783656623007
Language
German
Tags
Bindung Bildung Explorationsfähigkeit
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Maria Monika Kopfmüller (Author), 2013, Bindung und Schulbildung. Wie wird Schulbildung von der Bindungsqualität beeinflusst?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/271274
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