Die Deutsche Fußball Liga (DFL) schreibt derzeit die Übertragungsrechte an der 1. und 2. Bundesliga aus. Die Entscheidung wird Anfang März erwartet, und die Vereine hoffen auf eine erneute finanzielle Steigerung. Doch was sind Übertragungsrechte, und worin Unterscheiden sich die europäischen Spitzenligen hinsichtlich dieser?
In dieser Arbeit sollen Begriffe der medialen Verwertung abgegrenzt und ihre Auswirkungen auf den „Ligabetrieb“ gespiegelt werden. Des Weiteren werden die Vermarktungsmodelle anderer Ligen verglichen und die Folgen auf die europäischen Wettbewerbe dargestellt. Konkret wird vor allem auf die deutsche Fußball Bundesliga eingegangen.
In Anbetracht auf die Vergabe der Fernsehrechte für die nächsten vier Jahre werden hier Chancen zu Erhöhung der Erlöse genannt und auf Risiken im europäischen Wettbewerb der TV-Anstalten hingewiesen.
Inhaltsübersicht
1. Einleitung
2. Begriffserklärung
2.1. Vermarktungsrechte
2.2. Abgrenzung zentrale, dezentrale Vermarktung
3. TV-Vermarktung in Europa – Bedeutung und Ausmaß
3.1. Bundesliga
3.2. Europäische Top Vereine im Vergleich
3.3. andere Sportarten
4. Chancen und Risiken
5. Fazit
Zielsetzung & Themenfelder
Diese Arbeit analysiert die Strukturen und Auswirkungen der TV-Vermarktung im europäischen Profifußball, wobei der Fokus auf dem Vergleich zwischen zentralen und dezentralen Vermarktungsmodellen sowie deren ökonomischen Konsequenzen für die Vereine und den Wettbewerb liegt.
- Strukturvergleich der TV-Rechtevermarktung in den Top-5-Ligen Europas
- Bedeutung der medialen Verwertung für die Gesamteinnahmen der Vereine
- Analyse der zentralen Vermarktung am Beispiel der deutschen Bundesliga
- Untersuchung der wirtschaftlichen Konsequenzen durch den "Fall Murphy"
Auszug aus dem Buch
2.2.1. Zentralvermarktung
Zentralvermarktung ist die Gesamtvermarktung von Rechten, besonders von Fernsehverwertungs- und Marketingrechten, an einer oder mehrerer Sportveranstaltungen über einen bestimmten Zeitraum. Grundlage für eine zentrale Vermarktung ist der Gedanke, dass es z.B. für Fußballvereine wirtschaftlich lohnender ist, ihre Rechte am Sportereignis zusammen, z.B. über den Dachverband, zum Kauf anzubieten. (vgl. Scherrer 2010, S.192)
Die nebenstehende Grafik zeigt die Verhandlungs- und Zahlungsströme bei einer zentralen Vermarktung. Die DFL (Verband der Bundesligavereine) verhandelt mit verschiedenen TV-Anstalten und zahlt die erwirtschaftete Summe an seine Mitgliedervereine aus. Dabei werden die Rechte alle Vereine gebündelt vergeben.
Die Gründe für eine zentrale Vermarktung fasst Elter (Elter 2001, S. 62) wie folgt zusammen:
Durch den Ligakontext wird ein Mehrwert geschaffen, der nur bei zentraler Vermarktung realisiert werden kann.
Die Vermarktbarkeit des Wettbewerbs und damit die gesamte Abdeckung der Liga ist nur bei zentraler Vermarktung möglich.
Eine gebündelte Vergabe von Rechten verhindert die zeitgleiche Übertragung und damit die Zersplitterung von sportinteressierten Zuschauergruppen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung erläutert die Relevanz der aktuellen Ausschreibung der TV-Rechte in der Bundesliga und skizziert die Fragestellung nach den Auswirkungen unterschiedlicher Vermarktungsmodelle.
2. Begriffserklärung: In diesem Kapitel werden die verschiedenen Arten von Vermarktungsrechten definiert und die Unterschiede zwischen zentraler und dezentraler Vermarktung grundlegend erläutert.
3. TV-Vermarktung in Europa – Bedeutung und Ausmaß: Dieser Abschnitt analysiert das Volumen der TV-Gelder in den europäischen Top-Ligen und vergleicht dabei die spezifische Situation der Bundesliga mit anderen Ligen und Sportarten.
4. Chancen und Risiken: Das Kapitel befasst sich mit den Erlössteigerungen der Auslandsvermarktung sowie den rechtlichen Herausforderungen, verdeutlicht durch den sogenannten "Fall Murphy".
5. Fazit: Das Fazit bewertet die Vor- und Nachteile der Vermarktungsmodelle und schlussfolgert, dass die zentrale Vermarktung die gerechtere Basis für sportlichen Wettbewerb bietet, während die Bundesliga den Spagat zwischen Markenentwicklung und Wettbewerbsfähigkeit bewältigen muss.
Schlüsselwörter
TV-Vermarktung, Profifußball, Bundesliga, Zentrale Vermarktung, Dezentrale Vermarktung, Medienrechte, Fernsehgelder, Pay-TV, Free-TV, Wettbewerbsfähigkeit, Sportmanagement, Auslandsvermarktung, Fall Murphy, Europäische Ligen, Sportökonomie
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die Mechanismen und die wirtschaftliche Bedeutung der TV-Rechtevermarktung im europäischen Profifußball.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf der Differenzierung von Vermarktungsmodellen, der finanziellen Abhängigkeit der Vereine von Medienerlösen und dem Vergleich der Ligen untereinander.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, die Auswirkungen der zentralen versus dezentralen Vermarktung auf die finanzielle Stabilität der Vereine und die Attraktivität des sportlichen Wettbewerbs aufzuzeigen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse sowie der Auswertung von Finanzdaten und Tabellenübersichten zur TV-Vermarktung der europäischen Top-Ligen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine begriffliche Herleitung, einen Vergleich der europäischen Ligen sowie eine Analyse von Chancen und Risiken bei der Rechtevergabe.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind TV-Vermarktung, Medienrechte, zentrale/dezentrale Vermarktung, Bundesliga, Pay-TV und Wettbewerbsfähigkeit.
Welche Rolle spielt die Bundesliga bei der TV-Vermarktung?
Die Bundesliga setzt auf eine zentrale Vermarktung, bei der die DFL die Rechte bündelt, um eine solidarische Verteilung und einen fairen Wettbewerb zu ermöglichen.
Was besagt der "Fall Murphy" und warum ist er wichtig?
Der Fall betrifft die Zulässigkeit territorialer Lizenzierungen; das EuGH-Urteil untergräbt das bisherige Exklusivmodell der Premier League, was Risiken für zukünftige Einnahmen birgt.
- Arbeit zitieren
- B.A. Andreas Heiden (Autor:in), 2012, TV-Vermarktungsrechte im Profifußball, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/271284