Im Rahmen dieser Arbeit sollen zwei bedeutsame Modelle der monetären Makroökonomik vorgestellt werden. Das Mundell-Fleming-Modell gilt als das erste Modell zur systematischen Analyse einer offenen Volkswirtschaft und ihre makroökonomischen Verknüpfungen im Zusammenhang mit flexiblen und festen Wechselkursen. Es wurde 1962/63 von Robert Mundell und Marcus Fleming veröffentlicht. Trotz seines Alters und seiner Einfachheit ist es bis heute ein Modell, das sich zur Beschreibung kurzfristiger, konjunktureller Zusammenhänge eignet. Hier soll ausschließlich der Realität am nahen liegende Zustand der vollkommenen Kapitalmobilität dargestellt und fiskal- und geldpolitische Möglichkeiten bei verschiedenen Wechselkursregimen betrachtet werden. Die meisten internationalen Kapitalmärkte sind von dieser Bedingung gekennzeichnet. Es sollen außerdem nur flexible Wechselkurse behandelt werden.
Das Dornbusch-Modell kann als eine moderne Erweiterung des MFM-Modells betrachtet werden. Rüdiger Dornbusch veröffentlichte es im Jahre 1976. Seitdem wird es aufgrund seiner Dynamik und Spielraum für kreative Einsatzmöglichkeiten geschätzt. Es ergänzt die Grundzüge allerdings mit modernen und realistischeren Bausteinen. So beinhaltet es u.a. rationale Erwartungen, sowie eine zeitlich dynamische Komponente. Das Modell probiert hohe Schwankungen flexibler Wechselkurse theoretisch zu erklären. Dabei wird die zentrale Aussage getätigt, dass der Wechselkurs stärker schwankt als die das Marktgleichgewicht bestimmenden fundamentalen Daten. Rudi Dornbusch nannte diesen Vorgang Überschießen. Das Modell soll formal dargestellt werden.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Mundell-Fleming-Modell
2.1 Darstellung der Marktgleichgewichte
2.1.1 Gütermarkt und IS-Kurve
2.1.2 Geldmarkt und LM-Kurve
2.1.3 Devisenmarkt und FE-Kurve
2.2 Vollkommene Kapitalmobilität
2.2.1 Geld- und Fiskalpolitik bei flexiblen Wechselkursen
3. Dornbusch-Modell
3.1 Modellannahmen
3.1.1 Gütermarkt
3.1.2 Geldmarkt
3.1.3 Internationaler Kapitalmarkt
3.2 Formale Analyse
3.2.1 Rationale Erwartungen
3.2.2 Irrationale Erwartungen
4. Fazit
Literaturverzeichnis
Häufig gestellte Fragen
Was erklärt das Mundell-Fleming-Modell?
Es analysiert die kurzfristigen konjunkturellen Zusammenhänge in einer offenen Volkswirtschaft unter Berücksichtigung von Güter-, Geld- und Devisenmärkten bei festen oder flexiblen Wechselkursen.
Was ist das Dornbusch-Modell?
Es ist eine Erweiterung des Mundell-Fleming-Modells, die rationale Erwartungen und Preisstarrheiten einbezieht, um die hohe Volatilität von Wechselkursen zu erklären.
Was bedeutet „Overshooting“ (Überschießen)?
Überschießen beschreibt das Phänomen, dass Wechselkurse nach einem monetären Schock kurzfristig stärker schwanken, als es durch die langfristigen fundamentalen Daten gerechtfertigt wäre.
Was ist vollkommene Kapitalmobilität?
Dieser Zustand beschreibt Märkte, auf denen Kapital ohne Hindernisse oder Kosten zwischen Ländern fließen kann, was dazu führt, dass sich Inlands- und Auslandszinssätze angleichen.
Wie wirkt Fiskalpolitik bei flexiblen Wechselkursen im Mundell-Fleming-Modell?
Bei vollkommener Kapitalmobilität und flexiblen Wechselkursen ist Fiskalpolitik wirkungslos, da eine steigende Nachfrage zu Aufwertungen führt, die den Export drosseln (Crowding-out über den Wechselkurs).
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- Robin Kube (Author), 2013, Das Mundell-Fleming-Modell und das Dornbusch-Modell, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/271300