Die folgende Arbeit beschäftigt sich mit der Frage nach der Persönlichkeitsent-wicklung und ihren prägenden Institutionen. Im Vordergrund soll die Sozialisation in Bezug auf ihren Beitrag zur Identitätsbildung stehen. Die Komplexität der unterschiedlichen Sozialisationsinstanzen lässt keine umfassende Betrachtung aller Instanzen in dieser Arbeit zu. Deshalb sollen hierbei nur die Instanzen Familie und Peergroup näher betrachtet, erläutert und vergleichen werden - ausgewählt aus dem Grund der allgemeinen Gültigkeit jeden Lebenslaufes. Jeder Mensch ist üblicherweise in irgendeiner Form durch diese beiden Instanzen sozialisiert und geprägt worden. Genauer soll dargestellt werden inwiefern sich diese Instanzen auf die Entwicklung der Persönlichkeit beziehen und welche Rolle die unterschiedlichen sozialen Einflüsse selbst spielen. Des Weiteren soll der Frage nach einer möglichen Priorität der beiden nachgegangen und untersucht werden. Die Arbeit soll allgemein einen ersten Einblick auf den wichtigen Begriff „Sozialisation“ schaffen, der in pädagogischen Kontexten unverzichtbar ist. Aussagen verschiedener Autoren zu diesem Forschungsgebiet sollen betrachtet und gegenüber gestellt werden. Immer wieder sollen Bezüge pädagogischen Handelns hergestellt werden um die Priorität der Sozialisation in diesem Bereich hervorzuheben.
Zuerst soll der Begriff Sozialisation näher betrachtet und grundlegend erläutert werden, anschließend folgen dann die genaueren Betrachtungen der Sozialisationsinstanzen Familie und Peergroup mit einem abschließenden Resümee.
Inhaltsverzeichnis
1. Vorwort
2. Sozialisation zwischen Familie und Peers
2.1 Der Begriff „Sozialisation“
2.2 Sozialisationsinstanz Familie
2.3 Sozialisationsinstanz Peergroup
2.4 Resümee
3. Nachwort
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Persönlichkeitsentwicklung des Menschen unter besonderer Berücksichtigung der prägenden Sozialisationsinstanzen Familie und Peergroup. Ziel ist es, den Begriff der Sozialisation theoretisch einzuordnen, die spezifischen Einflüsse von Familie und Gleichaltrigengruppen auf die Identitätsbildung zu analysieren und der Frage nach einer möglichen Priorität dieser Instanzen im Lebenslauf nachzugehen.
- Grundlagen und Definitionen des Sozialisationsbegriffs
- Die Familie als primäre Sozialisationsinstanz
- Die Bedeutung der Peergroup für die Entwicklung im Jugendalter
- Vergleich der Einflüsse von Familie und Gleichaltrigen
- Persönlichkeitsentwicklung und Identitätsbildung
Auszug aus dem Buch
2.3 Sozialisationsinstanz Peergroup
Auch die sog. Peergroup stellt eine Sozialisationsinstanz und prägt das Verhalten und Handeln eines Menschen in der Gesellschaft. Unter Peergroup ist die Gruppe der Gleichaltrigen zu verstehen, welche ein ähnliches soziales und kulturelles Umfeld aufweist. Der Begriff „Peergroup“ stammt aus dem Englischen und wurde ursprünglich zur Kennzeichnung ranggleicher Personen unter Adeligen verwendet (Veith 2008, S.52), häufig wird auch einfach der Begriff „Peers“ gebraucht. „Sie stellt den Kontext dar, in dem sich ein Großteil des sozialen Lebens des Jugendlichen abspielt“ (Engel/Hurrelmann 1989, S.106) und ist deshalb von enormer Bedeutung für die Entwicklung eines Menschen. Eine Peergroup ist ein freiwilliger Zusammenschluss, der durch die gegenseitige Bereitschaft signalisiert wird (Veith 2008, S.52). Kennzeichnend ist die Ebenbürtigkeit und die Gleichberechtigung im Vergleich zu dem asymmetrischen Machtverhältnis zu den Erwachsenen beziehungsweise zu den Eltern (ebd., S52). Die Gleichaltrigen entwickeln untereinander einen eigenen „Verstehungshorizont“, der durch die gemeinsamen Unternehmungen und Interaktionen automatisch entsteht (ebd., S.52). Die Peergroup ist ein Ort der Anerkennung, der kreativen und persönlichen Entfaltung, doch kann sie auch einen negativen Einfluss haben, indem Selbstwertprobleme durch das Nichteintreten der erwarteten Anerkennung entstehen (Engel/Hurrelmann, S.106ff). Dies lässt sich auch auf die Tatsache zurückzuführen, dass Peers nicht in jedem Fall auch Freunde sein müssen, was natürlich vor allem in größeren Gruppen der Fall sein kann (Veith 2008, S.53).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Vorwort: Dieses Kapitel führt in die Thematik der Persönlichkeitsentwicklung ein und erläutert die Auswahl der Sozialisationsinstanzen Familie und Peergroup als zentrale Analyseobjekte.
2. Sozialisation zwischen Familie und Peers: Das Hauptkapitel beleuchtet den theoretischen Hintergrund von Sozialisationsprozessen, untersucht die Rolle der Familie und der Peergroup als prägende Instanzen und stellt diese gegenüber.
2.1 Der Begriff „Sozialisation“: Hier werden Definitionen verschiedener Autoren erörtert, um Sozialisation als lebenslangen Prozess des Erlernen sozialen Verhaltens und der Identitätsbildung zu verstehen.
2.2 Sozialisationsinstanz Familie: Dieser Abschnitt behandelt die Familie als dynamische, systemische Einheit, die entscheidend zur inneren Repräsentation von Beziehungen und zur Identitätsentwicklung beiträgt.
2.3 Sozialisationsinstanz Peergroup: Dieses Kapitel analysiert die Bedeutung der Gleichaltrigengruppe als freiwilligen Zusammenschluss, der durch Ebenbürtigkeit und den Austausch eigener Normen die persönliche Entfaltung prägt.
2.4 Resümee: Hier findet eine abschließende Gegenüberstellung und Vergleich der analysierten Instanzen statt, wobei die Familie als Primärinstanz und die Peergroup als mit dem Alter an Einfluss gewinnende Gruppe bewertet werden.
3. Nachwort: Das abschließende Kapitel fasst die Bedeutung des lebenslangen Sozialisationsprozesses zusammen und reflektiert die individuelle Rolle der Einflüsse von Familie und Peers.
Schlüsselwörter
Sozialisation, Persönlichkeitsentwicklung, Familie, Peergroup, Identitätsbildung, Sozialisationsinstanz, Gleichaltrige, Sozialverhalten, Normvorstellungen, Soziales Umfeld, Jugendalter, Interaktion, Erwartungshaltungen, Entwicklungspsychologie, Identität
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit den prägenden Institutionen der Persönlichkeitsentwicklung und fokussiert dabei auf den Beitrag der Sozialisationsinstanzen Familie und Peergroup zur Identitätsbildung.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die zentralen Themen sind die theoretische Fundierung des Begriffs Sozialisation sowie die differenzierte Betrachtung der Einflussmechanismen von Familie und Gleichaltrigengruppen.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, die Rolle von Familie und Peergroup für die menschliche Entwicklung zu analysieren und zu untersuchen, ob einer der beiden Instanzen eine Priorität in der Persönlichkeitsentwicklung zugesprochen werden kann.
Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse und dem Vergleich wissenschaftlicher Aussagen und Definitionen verschiedener Autoren zum Forschungsfeld der Sozialisation.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine begriffliche Einordnung der Sozialisation sowie eine detaillierte Analyse der Sozialisationsinstanzen Familie und Peergroup, inklusive eines abschließenden Resümees.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Sozialisation, Identitätsbildung, Familie, Peergroup, Entwicklungspsychologie und soziales Umfeld charakterisiert.
Wie unterscheidet sich die Peergroup von der Familie als Sozialisationsinstanz?
Ein wesentlicher Unterschied liegt darin, dass die Familie als genetisch bestimmte Primärinstanz agiert, während die Peergroup einen freiwilligen Zusammenschluss auf Augenhöhe darstellt, der insbesondere im Jugendalter an Bedeutung gewinnt.
Warum spielt die „ungeteilte Umwelt“ in der Familie für die Sozialisation eine Rolle?
Das Konzept der „ungeteilten Umwelt“ verdeutlicht, dass auch innerhalb einer Familie Geschwister unterschiedlich sozialisiert werden, da sie in verschiedenen Lebensphasen und unter veränderten elterlichen Rahmenbedingungen aufwachsen.
- Arbeit zitieren
- Jennifer Scheidig (Autor:in), 2013, Persönlichkeitsentwicklung. Sozialisation zwischen Familie und Peers, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/271360