Die Entwicklungsgeschichte der Mannesmann AG


Hausarbeit, 2012

51 Seiten


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Zusammenfassung

Abbildungsverzeichnis

Tabellenverzeichnis

1 Einleitung

2 Grundlagen
2.1 Die Gründung
2.2 Die Familie Mannesmann und Remscheid
2.2.1 Die Erfinder und ihre Erfindung
2.2.2 Die ersten Mannesmannröhren-Werke
2.2.3 Finanzielle Besserung aus eigener Kraft
2.2.4 Technische Entwicklung
2.2.5 Rohre mit Schweißnaht

3 Erfolgsfaktoren
3.1 Auslandswerke
3.2 Die Werbung
3.3 Mitarbeiter

4 Der erste Weltkrieg und die Folgen
4.1 Der Neubeginn
4.2 Die Stärkung im Ausland
4.3 Die Weltwirtschaftskrise

5 Der zweite Weltkrieg
5.1 Zerstörung und Besetzung
5.2 Neuaufbau
5.3 Vom Röhrenhersteller zum Mobilfunkanbieter

6 Fazit

Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Die Vorstandsmitglieder von 1890 - 1893

Abbildung 2: Skizze des Walzverfahrens

Abbildung 3: Remscheid im 18. Jahrhundert

Abbildung 4: Geburtshaus von Max und Reinhard Mannesmann

Abbildung 5: Bauwerk für Aufenthalt

Abbildung 6: Patenturkunde über das Schrägwalzverfahren (1886)

Abbildung 7: Mannesmann-Aktie

Abbildung 8: Walzhalle vom Jahre 1895 in Komotau

Abbildung 9: Auslandswerk - Italien (Dalmine)

Abbildung 10: Postkarte der Kunstausstellung in Düsseldorf

Abbildung 11: Mannesmann Tube Co., Landore (GB)

Abbildung 12: Werbung von Mannesmann und Thyssen

Tabellenverzeichnis

Tabelle 1: Die Entwicklung von Mannesmann Mobilfunk (D2 Privat)

Zusammenfassung

In dieser Hausarbeit wird hauptsächlich auf die Entwicklungsgeschichte der Mannesmann AG eingegangen. Ein Unternehmen, das über 100 Jahren existiert und der ganzen Welt bis heute noch beweist, welche Hindernisse diese überwindet hat, um erfolgreich zu sein. Insbesondere wird das berühmte Mannesmann-Verfahren und deren Erfinder näher erklärt. Die Akteure, die dabei mitwirkten, werden durch ihre damaligen Rollen bekannt gemacht. Die danach folgenden Jahre zeigen sowohl das Konkurrenzverhalten als auch die eigene Weiterentwicklung.

1 Einleitung

In der vorliegenden Hausarbeit wird dargestellt, wie sich die Mannesmann AG über die Jahre hinweg erfolgreich entwickelt hat. Ziel dieser Arbeit ist es, die Hintergründe des Unternehmenserfolges näher zu erklären. Durch den übersichtlichen Lebenslauf wird sichtbar gemacht, mit welchen Vorgehensweisen der erste Weltkrieg und die Jahre danach überwunden wurden. Vor allem sind es zahlreiche Mitarbeiter gewesen, die sich am Erfolg des über 100 Jahre alten Unternehmens beteiligten. Einige werden in folgenden Kapiteln zum Ausdruck gebracht. Der Erfolgsanteil der Mannesmann-Brüder (Reinhard und Max) spielte ebenfalls große Rollen in der Vergangenheit, denn das Handeln und die Vorgehensweise der beiden waren zum Erstaunen.

2 Grundlagen

2.1 Die Gründung

Am 16. Juli 1890 wurde die Gründung in Berlin notariell beurkundet.[1]Die wahre Geschichte begann aber 5 Jahre vor der Unternehmensgründung. Reinhard und Max Mannesmann hatten zu dieser Zeit in ihrer Feilenfabrik in Remscheid ein Walzverfahren erfunden, wo sie fehlerlose Stahlrohre herstellen konnten. Durch dieses Verfahren hatten sie Möglichkeit mit vielen Geschäftsbeteiligten Röhrenwerke zu gründen, zum Beispiel war eines davon in der Heimatstadt Remscheid. Der größere wirtschaftliche Erfolg dagegen kam in den Jahren nach 1890. Die zwei Brüder perfektionierten dieses Verfahren und machten diese weltweit bekannt. Nach der erfolgreichen Gründung profitierte das Unternehmen mit diesem Verfahren, was zu einem Grundkapital von knapp 40 Millionen Deutsche Mark entsprach und somit eines der hoch geschätzten Aktiengesellschaften im Deutschen Reich zählte. Die Brüder präsentierten sich als den ersten Vorstand der Aktiengesellschaft. Drei Jahre später zogen sie sich zurück aus dem Vorstand und daraufhin zog auch die Zentrale des Unternehmens von Berlin nach Düsseldorf.[2]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Die Vorstandsmitglieder von 1890 - 1893

2.2 Die Familie Mannesmann und Remscheid

Die Familie Mannesmann ist immer Bekannter durch ihren Walzvorgang Erfindung geworden (wie auch in Kapitel 2.1 erwähnt worden ist). Dies hatte sich unter Beweis gestellt, denn im Jahr 1988 kamen sehr viele Besucher unabhängig von der Entfernung nach Remscheid um die Erfindung vor Ort zu sehen, auch der Oberpräsident der Rheinprovinz begeisterte sich im Mai 1890 über dessen Erfolgserfindung Mannesmanns.[3]Die Mannesmänner wanderten von Westfalen aus nach Remscheid und wurden dort zur Legende, die sich seit über 100 Jahren der Welt bis heute noch beweist. Das erste Familienmitglied, dessen Name man aus kirchlicher Sicht nachweisen konnte, war Rolf bzw. Rudolf Mannesmann.[4] Der Name entstand hauptsächlich 1648, aber belegt wurde es 1663, das von einem Pfarrer geprägt worden war.[5]Der Name Mannesmann kommt von Manne. Manne war sozusagen der Name einer einheimischen Familie, wo die Persönlichkeit Peter Manne hieß. So entstand der Name Mannesmann aus Mannes Mann. [6]

Quelle: http://www.familie-mannesmann.de/Rohre/rohr_main.htm

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2: Skizze des Walzverfahrens

Johannes Heinrich Mannesmann war der Urenkel von Rudolf Mannesmann, der in den 1760er Jahren nach Remscheid zog und erlernte zur damaligen Zeit das Schmiedehandwerk. Es war damals ein Kirchdorf mit ca. 4000 bis 5000 Einwohnern. Die Werkzeuge und Geräte, die im Dorf zur Verfügung waren, sorgte dafür, dass das Dorf immer berühmter wurde und letztendlich zu internationalen Geschäften mit Überseekaufleuten führte. In diesem sich stark veränderndem Dorf hatte Heinrich Mannesmann 1770 Arbeit gefunden bei einem der zahlreichen Feilenschmiede in Remscheid und Unterkunft bei einem Landwirt mit dessen Tochter er folglich heiratete.[7]Die Ehe gab ihm das Heimatrecht einheimischer Remscheider zu sein.[8]Ein paar Jahre später investierte er auf mehrere Grundstücke im Ortsteil Bliedinghausen, wo er eine Feilenschmiede auf die Beine brachte - anfangs mit seinem Schwager. Seine Investitionen gewannen immer mehr an Bedeutung, denn er übernahm die Erzeugnisse vieler anderer Feilenhauer aus der Umgebung und verkaufte sie anschließend auf eigene Rechnung und machte den Sprung vom Feilenhauer zum Feilenhändler.[9]

Quelle: „Remscheid so wie es war“, von Dr. Gerd Courts, erschienen 1974 im Droste Verlag

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 3: Remscheid im 18. Jahrhundert

Das Erbe wurde später von seinen Söhnen weiterbetrieben. Es herrschte zwischen den Söhnen nie Streitigkeiten um Vermögensanteile. Diese Art vorbildlicher Zusammenhalt zeichnete die Familie aus, denn jeder bekam Aufgaben entsprechend ihrer Talente und Ausbildung. Hier wird bereits ersichtlich, dass der Familiengedanke den ersten Ansatz für die Basis der Erfindung des Schrägwalzens vorantrieb. Die Söhne hatten auch mit schweren Zeiten zu kämpfen. Nach dem die Enkel von Heinrich Mannesmann das ganze Geschäft übernahmen, hatten sich die damaligen Wirtschaftsverhältnisse zum Besseren entwickelt. Die Enkel waren ihren Pflichten bewusst und brachten den A. Mannesmann firmierende Unternehmen in Remscheid vorwärts. Zwei von vier Brüdern haben einen wesentlichen Beitrag dazu getragen. Die Aufgabenverteilung der vier Brüder stellte eine Struktur der Professionalität dar. Der älteste Bruder [10] und die zwei jüngsten waren für den Absatz der Produkte und der internationalen Kundschaft verantwortlich während der zweite, Reinhard Mannesmann [11] im Alter von 26 Jahren sich um die technische Direktion des Unternehmens bemühte. In schwierigen Zeiten bewies er seine Stärke, indem er die sich schlecht werdende Lage auf dem Weltmarkt feststellte und diesbezüglich Maßnahmen durchführte. Er fing an die Herstellung der Feilen neu zu organisieren. Für ihn war die Qualitätsarbeit das Wichtigste überhaupt. Dementsprechend war der Aufbau- und Ablauforganisation unter seiner Aufsicht und Leitung verbunden. Durch diese Vorgehensweise kam es sowohl zu Verbesserungen der Lieferzeiten als auch zur Steigerung der Qualität. Seine beschäftigten Mitarbeiter wurden von ihm geschult, weil er von jedem einzelnen außergewöhnliche Arbeit leisten sehen wollte. Als Gegenleistung zahlte er seinen Mitarbeiter hohe Löhne, die zur Folge gutes Betriebsklima förderte. Darüber hinaus verfeinerte er das Verfahren zum Glühen und Härten der Feilen. [12] Die ganze Arbeit war zum Erstaunen. Er informierte sich über die britische Feilenindustrie, indem er an der ersten Weltausstellung teilnahm und folgend wurden die ersten Feilenmaschinen und ein britischer Experte eingestellt. [13] Aus sozialer Sicht war er ebenfalls bekannt, denn die erste Kranken- und Sterbekasse in Remscheid wurde unter den Namen „A. Mannesmannscher-Fabrik-Verein“ gegründet. Außerdem zählte er zu Mitbegründer der genossenschaftlichen Remscheider Volksbank, wo er einige Jahre die Rolle des Vorsitzenden spielte und vielen Geschäftsleuten zinsfreie Kredite gab. Weiter war er 30 Jahre lang tätig als Stadtverordneter in Remscheid. [14]

Quelle: http://www.familie-mannesmann.de/Rohre/rohr_main.htm

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 4: Geburtshaus von Max und Reinhard Mannesmann Quelle: http://www.familie-mannesmann.de/Rohre/rohr_main.htm

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 5: Bauwerk für Aufenthalt

2.2.1 Die Erfinder und ihre Erfindung

Reinhard Mannesmann ermöglichte seinen Söhnen die Aus- und Weiterbildung. Vor allem die beiden ältesten Söhne Reinhard und Max Mannesmann studierten an einer technischen Hochschule und wurden später zu Ingenieure. Nebenher sind sie im väterlichen Betrieb als Feilenhauer ausgebildet worden. So hatten sie sowohl die theoretische Ausbildung in der Hochschule und die praxisorientierte Ausbildung im Betrieb. Die Absicht des Vaters war es, dadurch anpassbare Zukunftsperspektiven zu schaffen, weil er erkannt hatte, dass die erfolgreichen Methoden zu seiner Zeit, nicht mehr erfolgsversprechend sich auf die Geschäfte auswirken würde. Um die Methoden zur Verbesserungen finden zu können, war mit anderen Worten ein erweiterbares praxisorientiertes Ingenieurwissen nötig.[15] Als der Sohn Reinhard Mannesmann 1873 das Realgymnasium absolvierte, setzte er seine Bildung fort und studierte an einer Hochschule in Hannover und an der Universität Heidelberg Maschinenbau sowie Hütten- und Bergbaukunde. Im Alter von 21 Jahren schrieb er seine Abschlussprüfung mit dem Titel „Das Verhalten des reinen Kohlenstoffes zum reinen Eisen bei steigender Temperatur“. Der Inhalt dieser Arbeit entstand aus den Geschehnissen vom väterlichen Betrieb, Hier konnte er beweisen, dass mit ihrem Zementierofen, jeden Kohlenstoffgehalt auf jede gewünschte Tiefe in das Eisen einführen konnte. Mit dieser Testphase machte er auf sich aufmerksam in der damaligen Expertenwelt und seine Ergebnisse führten zu wissenschaftliche Grundlage zum Erstellen von Einsatzstahl.

Der etwas jüngere Bruder Max Mannesmann hatte nach seinem Abitur in Düsseldorf eine technische Hochschule in Charlottenburg besucht, wo er Maschinenbau und später an der Universität zu Bonn Physik studierte. Die beiden Brüder waren so fleißig, dass sie sogar in den Semesterferien im väterlichen Betrieb arbeiteten. Beide hatten ihre Stärken. Auf der einen Seite war Reinhard Mannesmann aufgrund seiner Kreativität sehr überzeugend in Verhandlungen und auf der anderen Seite Max Mannesmann der hochtalentierte Konstrukteur und Realist. Gemeinsam waren die beiden sehr stark, weil sie die Klugheit besaßen in schwierigen Situation die entsprechenden Lösungen zu finden.[16]

Laut Max Mannesmanns Tagebuch ist es möglich gewesen, nachzuweisen, dass die ersten Schritte des Walzverfahrens durch die Skizzen und Überlegungen vom 26. November 1882 stammen. [17] Die Skizze zum Schrägwalzen ist in der Abbildung 2 gut zu sehen. Vier Jahre später 1886 wurde ihr Schrägwalzverfahren patentiert und unter Nr. DRP 34617 ausgegeben (siehe Abbildung 6).

Quelle: http://www.blechnet.com/themen/umformen/articles/248052/

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 6: Patenturkunde über das Schrägwalzverfahren (1886)

2.2.2 Die ersten Mannesmannröhren-Werke

Nach der Patentierung erhielt Max Mannesmann in den folgenden Jahren weitere Patente. Eines davon war das berühmte Drahtseil-Schwungrad aus Draht gewickeltem Kranz mit der man die nötige Energie für den Schrägwalzbetrieb sicherstellten konnte.[18] Irgendwann traten auch Probleme ein, weil beim Walzen von langen Rohren sich die Dornstange gegen dem Walzdruck nicht behaupten konnte und bog sich daher. Als Folge wurden keine genauen Rohre hergestellt, da sich die Verschiebung des Dornes ebenfalls in Kraft tritt. Um dieses Problem zu beheben, war man sich einig die Dornstange zu verstärken. Trotz dessen gilt diese als eine Schwäche des Schrägwalzverfahrens. Die Absicht war es, demzufolge eine Schrägwalzmaschine bauen zu wollen.

Durch die Vergabe von Lizenzen hatten sie die Möglichkeit und die finanzielle Kraft Investitionen in Mannesmannröhren-Werke anzulegen. Sie gründeten diese in der Heimatstadt Remscheid. Im Jahr 1886 bauten sie noch ein Schrägwalzwerk um größere Holzkörper erzeugen zu können. Anschließend folgten dieses Schrägwalzwerk sieben zusätzliche Walzwerktypen.[19]Der Grund für die vielen Werke war, dass man zur damaligen Zeit den unklaren Anforderungen gerecht werden wollte. Diese Absicht konnte man aufgrund der verschiedenen Bauformen der Schrägwalzwerke erkennen. Damit vermuteten die Erfinder fertige Rohre mit dem am Markt entsprechenden Eigenschaften herzustellen. Die Anstrengungen scheiterten jedoch an der technischen Unmöglichkeit. Doch hier an dieser Stelle war die Familienzusammenarbeit und Optimismus im Vorderplan. Sie ließen sich nicht abschrecken und taten alles um Lösungen zu finden, laut den Briefen[20]und Fotos aus der damaligen Zeit[21]ebenso die Berichte von Rudolf Bungeroth (engster Mitarbeiter der Brüder Mannesmann, später Vorstandsmitglied).[22]Max hatte die Aufgabe sich Gedanken über die Patentskizzen zu machen und den verschiedenen Werken die nötigen Maschinen zuzuordnen, während Reinhard sich mit diplomatischen Angelegenheiten beschäftigte. Bei Themen über Maschinen hat Max die Meinung des Bruders in Betracht gezogen, bei geschäftlichen Briefen war Max gefragt und bei großen Organisationen und Vorbereitungen wurde alles mit Onkel Reinhard besprochen.[23]

Franz Freudenberg ein Freund der Mannesmänner besuchte sie in Remscheid kurz nach der Patentierung. Er war ein wichtiger Vertreter der Aktiengesellschaft für Bergbau- und Hüttenbetrieb in Laar.[24]Da die AG auch sehr viel zu tun hatte, mit nahtloser Stahlrohre, ist bei diesem Besuch ein Vorvertrag zustande gekommen.[25]Am 2. Oktober 1886 folgte dann die Gründung der Mannesmannröhren-Walzwerks-Aktien-Gesellschaft.[26]

Anfangs betrug das Aktienkapital ca. 500.000 Mark. Die Erfinder bekamen 50% laut vertraglichen Regelungen, die als Freiaktien galten, weil sie die Patente einbrachten.[27]Reinhard, Max, Carl Mannesmann und drei weitere Personen bildeten das erste Aufsichtsrat.

2.2.3 Finanzielle Besserung aus eigener Kraft

In den 1890er Jahren kam es zu vielen Problemen, die hohe Kosten verursacht haben. Es wurde in Remscheid der mechanische Pilgerschritt eingeführt um aus technischer Sicht vorwärts zu kommen. Man hatte die Überlegung, zum Beispiel, das Material mit derselben Hitze zu verwalzen und ca. die doppelte Längen herzustellen, dadurch würden sie auch die Abfallmengen reduzieren sowie hohe Produktionszahlen bei geringeren Selbstkosten erzielen. Leider beherrschten sie den mechanischen Wanderschritt nicht perfekt genug und somit hatte sich die Nutzung des Verfahrens hinausgezögert. Darüber hinaus gab es Probleme bei den Lieferungen, wo Reklamationen entstanden[28]und die Versorgung von entsprechendem Vormaterial[29]bereiteten ebenfalls Schwierigkeiten. Die Familie Mannesmann hatte auch mit gerichtlichen Problemen zu kämpfen, weil die von ihnen geliefertes Schrägwalzwerk bei Kunde nicht ordnungsgemäß empfunden wurde.[30]Durch diese Probleme konnte die zu erwartende Verzinsung des Kapitals im zweiten Geschäftsjahr nicht erreicht werden. Es wurde noch schlimmer, denn die tatsächliche Verlustsumme inklusive der Abschreibungen in Höhe von 1,6 Millionen Mark musste ausgewiesen werden. Im darauf folgenden Jahr ist der Verlust weiterhin gestiegen.[31]

Die Aktionäre wollten sich an der Verlustsumme nicht beteiligen, da deren Meinung nach, die Erfinder daran schuld waren. Die Familie Mannesmann war sich seinen Pflichten im Klaren und hielt sich nicht zurück und trug die AG Verluste mit. Die Erfinder wussten genau, dass ihre Position im Unternehmen gefährdet wurde, trotz dessen wollte man die Stimmrechte zu 100% bewahren. Dementsprechend verzichteten sie auf Freiaktien in Höhe von knapp nom. 10 Millionen Mark. Aufgrund dessen sollten 1000 Stück Freiaktien übergeben werden, was eine Millionen Mark entsprach. 7,5 Millionen Mark von den 10 Millionen sollten die Verluste, Abschreibungen und Sonderabschreibungen decken. [32] Letztendlich hat man diese 1000 Stück Freiaktien übergeben. Die Folge war, dass das Geschäftsjahr 1894/95 ein insgesamt verringertes Kapital auf ca. 34 Millionen Mark auswies.[33]Trotz ihrer Verluste hatten sie keine Schulden, dennoch reichten die finanziellen Mittel nicht für weitere Investitionen aus, deshalb war die Familie Mannesmann gezwungen alles aus eigener Kraft zu lösen.

Quelle: http://www.hwph.de/historische-wertpapiere/losnr-auktnr-pa4-723.html

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 7: Mannesmann-Aktie

1895 klappte ihre Strategie, das Grundkapital erneut im Verhältnis von 1:3 zusammenzulegen[34], um das Unternehmen wieder auf die Beine zu bringen. Im nachfolgenden Jahr erzielte man mit dieser Strategie eine Umsatzsteigerung von ca. 50%, das durch eine lebendige Nachfrage nach Stahlrohren erreicht wurde. Ebenso steigerte sich der Bruttogewinn um ungefähr 150% und die AG konnte ein Reingewinn von 1,3 Millionen Mark in ihrer Bilanz ausweisen - (das nach Abschreibungen in die Rücklagen). Die positiven Zahlen in der Bilanz führten zu Expansionsmöglichkeiten. Die Verantwortlichen beschlossen neue Mannesmannröhren-Werke zu bauen und die bestehenden Werke entweder um- oder auszubauen.[35]

[...]

Ende der Leseprobe aus 51 Seiten

Details

Titel
Die Entwicklungsgeschichte der Mannesmann AG
Hochschule
Hochschule Furtwangen
Autor
Jahr
2012
Seiten
51
Katalognummer
V271366
ISBN (eBook)
9783656634294
ISBN (Buch)
9783656634287
Dateigröße
1175 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Unternehmen, Entwicklungsgeschichte, Unternehmenserfolg, Geschichte, Patent, Mannesmann, Entwicklung
Arbeit zitieren
Bachelor of Science [B.Sc.] Harun Sahin (Autor:in), 2012, Die Entwicklungsgeschichte der Mannesmann AG, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/271366

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