Am Anfang jeder von Sugimotots Arbeiten stand eine Idee, allerdings war nicht sicher ob und wie diese umgesetzt werden konnte. Mit der Imagination des Ergebnisses ist für Sugimoto ein Großteil seiner Arbeit getan. Der Rest ist eine Frage der technischen Umsetzung und das Ergebnis sollte sich dann mit seiner Vorstellung decken. Die in dieser Arbeit behandelte Fotoserie wurde in diversen Vorkriegskinos in den USA aufgenommen. Gebaut wurden sie in der Hollywood Ära und prunken mit historischen Baustilen aus der Zeit vor der Moderne. Der Film lief hierbei die gesamte Belichtungszeit vor der Linse ab. Allerdings fungiert dieser Film als „blinder Fleck“, da er nicht ins Bild kommt, sondern nur in Form einer hellen Leinwand sichtbar ist. Immer wieder reiste Sugimoto von einem Kinosaal zum anderen und nahm vor der Kinoleinwand Platz.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Hiroshi Sugimoto
2.1 Biographie
2.2 Technische Arbeit
3. Theaters
3.1 Beschreibung
3.2 Technische Vorgehensweise
4. Interpretation
4.1 Ort
4.2 Licht
4.3 Zeit
4.3.1 Bauweise der abgelichteten Kinosäle
5. Ausblick
5.1 Seascapes
5.2 Dioramen
6. Zusammenfassung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Fotoserie "Theaters" des Künstlers Hiroshi Sugimoto. Dabei wird analysiert, wie Sugimoto durch die Langzeitbelichtung von Kinosälen die filmische Zeitdauer komprimiert, das Kino als Ort der Illusion hinterfragt und das Medium Fotografie in einen intermedialen Kontext stellt.
- Künstlerische Biographie und Arbeitsweise von Hiroshi Sugimoto
- Analyse der Serie "Theaters" (Technik, Licht, Zeit)
- Vergleich der "Theaters" mit den Serien "Seascapes" und "Dioramen"
- Philosophische Betrachtung des Kinos als Modell der Wahrnehmung
Auszug aus dem Buch
3.1 Beschreibung
Die Reihe der Kinosäle (Theaters) (Abb 2) entstand zwischen 1975 und 2001. Die gesamte Serie umfasst, mit den 1993 begonnenen Drive-In Theaters (ABB 3), 94 Bilder. Über den Zeitraum mehrerer Jahre hinweg reiste Sugimoto quer durch die USA von einem Kinosaal zum nächsten und nahm wiederholt in diesem dunklen Raum Platz, welcher ausschließlich von der Leinwand beleuchtet wurde.
Es gibt hierbei eine Art "blinden Fleck". Dabei handelt es sich um den Kinofilm, der zwar nicht auf dem Bild erkennbar ist, allerdings die ganze Zeit vor der Kamera ablief. Als einzige Lichtquelle im Bild dient die Leinwand, deren Licht auf den Rest des Raumes reflektiert wird. Der Verschluss der Kamera bleibt die gesamte Zeit geöffnet, wodurch ein vollständiger Film auf einem einzigen Bild festgehalten wird.
"Es wird ein ganzer Film zu einem einzigen ikonischen weißen Rechteck komprimiert, das von vielen Dingen handelt: von abstrakter Malerei und strahlenden Fenstern, von Zen-Leere und Minimalismus und letztlich, im Licht der Abwesenheit des Films, vom Verschwinden des klassischen Kinos und dem Niedergang dieser großartigen Kathedralen des 20. Jahrhunderts".
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Dieses Kapitel führt in Sugimotos Intention zur Serie "Theaters" ein und erläutert den konzeptionellen Beginn seiner Arbeiten.
2. Hiroshi Sugimoto: Hier wird der biographische Hintergrund des Künstlers und seine künstlerische Arbeitsweise in Bezug auf Minimal und Concept Art beleuchtet.
3. Theaters: Dieses Kapitel beschreibt die technische Vorgehensweise bei der Erstellung der Kinoserien und die visuelle Charakteristik der Bilder.
4. Interpretation: Eine tiefgehende Analyse der Konzepte von Ort, Licht und Zeit innerhalb der Serie sowie die philosophische Einordnung als "intermediale Strategie".
5. Ausblick: Es werden die Serien "Seascapes" und "Dioramen" vorgestellt, um Gemeinsamkeiten und konzeptionelle Verbindungen zu den "Theaters" aufzuzeigen.
6. Zusammenfassung: Dieses Kapitel zieht ein Fazit über Sugimotos serielles Arbeiten und die Essenz der leerbelichteten Kinoleinwände.
Schlüsselwörter
Hiroshi Sugimoto, Theaters, Fotografie, Langzeitbelichtung, Kinosäle, Zeit, Licht, Camera Obscura, Konzeptkunst, Seascapes, Dioramen, Intermedialität, Wahrnehmung, Illusion, Film.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?
Die Arbeit befasst sich mit der Fotoserie "Theaters" von Hiroshi Sugimoto und untersucht dessen konzeptionellen und technischen Ansatz, die Dauer eines gesamten Kinofilms auf einem einzigen Foto festzuhalten.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die Schwerpunkte liegen auf der Rolle von Zeit, Licht und Raum in Sugimotos Fotografie sowie der intermedialen Verbindung zwischen Film und Fotografie.
Was ist die primäre Forschungsfrage?
Die Arbeit untersucht, wie Sugimoto die Wahrnehmung von Raum und Zeit durch die spezifische Technik der Langzeitbelichtung in Kinosälen transformiert.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine kunsthistorische Analyse, die auf der Auswertung von Werkbeschreibungen, Zitaten des Künstlers und kunsttheoretischer Fachliteratur (u.a. Hans Belting) basiert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine Vorstellung des Künstlers, eine detaillierte Beschreibung und technische Analyse der Serie "Theaters" sowie eine philosophische Interpretation der ästhetischen Phänomene.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?
Wesentliche Begriffe sind Langzeitbelichtung, Camera Obscura, Intermedialität, Film, Licht und Zeit.
Welche Rolle spielt die Leinwand in Sugimotos Aufnahmen?
Die Leinwand fungiert als einzige Lichtquelle, die durch die lange Belichtungszeit alle Filmbilder zu einem leuchtend weißen Rechteck "komprimiert".
Inwiefern unterscheiden sich die "Seascapes" von den "Theaters"?
Obwohl beide Serien auf ähnlichen Konzepten (Licht, Zeit) basieren, verschiebt Sugimoto bei den "Seascapes" den Fokus auf das Verhältnis von Natur (Meer und Himmel) und die zeitlose Darstellung zyklischer Prozesse.
- Arbeit zitieren
- Nele Frey (Autor:in), 2012, Hiroshi Sugimoto: Theaters, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/271372