E-Learning. Planung, Durchführung und Evaluation

Lernprogramm zum Thema "Empfehlungen zum Umgang herausfordernden Verhaltens bei Menschen mit Demenz"


Praktikumsbericht / -arbeit, 2014

23 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Praktikumsstelle

3. Bildungstheoretische Rahmung
3.1 PlanungsmodellR2D2
3.2 Medienwahl eXeleaming
3.3 Cognitive Apprenticeship
3.4 Implementation
3.5 Evaluation

4. Projektmanagement
4.1 Initiierung
4.2 Planung
4.3 Steuerung
4.4 Abschluss

5. Qualitätssicherung

6. Evaluation

7. Fazit und Ausblick

Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

1. Einleitung

Diese Hausarbeit ist eine reflektierende Dokumentation zum geleisteten Prakti­kum im Modul 3B im Studiengang B.A. Bildungswissenschaften. Ziel dieser re­flektierenden Dokumentation ist es, die Erfahrungen innerhalb des Praktikums mit seinen theoretischen und praktischen Elementen der Bildungswissenschaft zu ver­einen und die eigene Einschätzung bezüglich der geleisteten Tätigkeiten zu reflek­tieren und kritisch zu hinterfragen. Das Praktikum wurde im Altersheim geleistet. Durch den demografischen Wandel, der sich durch eine alternde Gesellschaft ab­zeichnet, verstärkt sich die Wichtigkeit der Aus - und Weiterbildung immer mehr auf den Dienstleistungssektor. Auf Grund dieser Problematik entstand die Projek­tidee eines E-Learning Programms, als Weiterbildungsmaßnahme. Die Aufgabe innerhalb des Praktikums beinhaltete die Planung, Konzipierung, Durchführung und Evaluation eines E-Learning Programms zum Thema „Empfehlungen zum Umgang mit herausforderndem Verhalten bei Menschen mit Demenz“. Im Verlauf dieser Dokumentation wird der gesamte Ablauf des zu realisierenden Projektes von der Planung bis zur Evaluation in einer vollständigen Handlung beschrieben und in einen theoretischen Rahmen gebettet. Das abschließende Fazit reflektiert nochmal die Entstehung einer bildungswissenschaftlichen Profession hinsichtlich des geleisteten Praktikums.

2. Praktikumsstelle

Das Praktikum wurde in einem Altersheim absolviert. Die Institution gehört einer Stiftung an, die mehrere Altersheime, aber auch Krankenhäuser, Wohnheime und Werkstätten für Behinderte führt und zudem eine Akademie für Forschung, Lehre und Ausbildung besitzt. Durch einen Nebenjob der dort von mir ausgeübt wird, ist mir das Altersheim bekannt und durfte dort auch das Praktikum ableisten. Als Pro­jekt wurde die Erstellung eines E-Learning Programms in Auftrag gegeben, das als Inhalt Empfehlungen zum Umgang mit herausforderndem Verhalten bei Men­schen mit Demenz beinhalten sollte. Um die Institution besser kennen zu lernen und sich intensiver mit dem Thema Demenz zu beschäftigen und Beobachtungen zu tätigen wurde an der Beschäftigung des Sozialen Dienstes teilgenommen. Dort wurde dann Gedächtnistraining, Bewegungstraining, singen und vorlesen zum größten Teil angeboten. Zwischenzeitlich fanden Gespräche mit dem sozialen Dienst und dem Pflegepersonal statt um die Methoden, demenzkranke den Alltag zu verschönern, zu eruieren. In Abspreche mit dem Pflegepersonal und der Heim­leitung wurden dann die Methoden und die Struktur des E-Learning Programms entwickelt. Durch Beobachtungen im täglichen Arbeitsablauf wurde deutlich, dass häufig Praktikanten oder junge Leute die ein Freiwilliges soziales Jahr in diesem Altersheim absolvieren, kaum bis gar keine Erfahrungen mit Demenzkranken Menschen haben. Es bot sich die Möglichkeit, in Absprache mit der Hausleitung ein E-Learning Programm zu planen und zu konzipieren. Ziel des E-Learning Pro­gramms sollte sein, die ersten Ängste und Schwierigkeiten in der Arbeit mit De­menzkranken Menschen zu erleichtern, sowie für mehr Verständnis für ihr heraus­forderndes Verhalten zu sorgen. Dieses Lernprogramm wurde anschließend im Intranet angeboten, damit die Mitarbeiter und Praktikanten ständig Zugang zu dem multimedialen Lernprogramm haben. Im Laufe des Projektes wurde abschlie­ßend an das Lernprogramm ein Online-Fragebogen aufgeführt um das erstellte Lernprogramm zu evaluieren. Stetiger Ansprechpartner im Laufe des Projektes war die Hausleitung.

3. Bildungstheoretische Rahmung

Das Projekt muss als erstes geplant werden, um es im nächsten Schritt durchzu­führen, dann zu implementieren und es zuletzt zu evaluieren. Voraussetzung für das E-Learning Programm war ein Computer mit Internetverbindung, der für die Mitarbeiter zugänglich ist. Die Bildungstheoretische Rahmung zeigt den bildungs­wissenschaftlichen Bezug des geplanten Projektes.

3.1 Planungsmodell R2D2

Als Planungsmodell wurde das konstruktivistische Planungsmodell R2D2 von Jer­ry Willis gewählt. ,,Die Bezeichnung R2D2 steht für rekursiv und reflektiert, De­sign und Development“. Es zeichnet sich durch eine Annäherung des Ziels aus. Es ist im Gegensatz zu den traditionellen Planungsmodellen ein iterativer statt linea­rer Prozess. Die Planungsstufen der Entwicklung und Planung werden mehrmals durchlaufen. Lernziele verändern sich stetig im Laufe des Prozesses. Es gibt drei Fokussierte Punkte die bei der Planung essentiell sind:

1. Fokus auf Analyse (Bedarfsanalyse, Analyse von Tätigkeiten und Lernin­halten, Analyse von Lernenden und Lernumwelt )
2. Fokus auf Design und Entwicklung ( Medienwahl, Aufbau der Ent­wicklungsumgebung, Produktgestaltung und -umsetzung, Prototyp - Ent­wicklung, formative Evaluation )
3. Fokus auf Einführung und Durchführung ( Erstellung des Endprodukts, Einführung, Schulung, Wartung, Verbesserung ) (Kerres, M.,2012,S.211).

Dieses Planungsmodell wurde gewählt, da der Konstruktivistische Ansatz den Fo­kus auf die Eigenaktivität des Lernenden mit dem Lerngegenstand setzt (Jost, MB, Mumma, P. & Willis, J. (1999). R2D2: Eine konstruktivistische / Interpreti- vist Instructional Design Modell. In J. Price et al. (Hrsg.), Proceedings der Socie­ty for Information Technology & Teacher Education International Conference 1999 (S. 1489-1494). Chesapeake, VA: AACE. Abgerufen 23. Januar 2014 von http://www.editlib.Org/p/8201). Durch den Prozess der Bedarfsanalyse wurde er­sichtlich, dass die Zielgruppe neue Mitarbeiter wie Praktikanten oder Jahresprakti­kanten des Freiwilligen sozialen Jahres sind. Durch Beobachtungen im Arbeitsall­tag wurde das Problem ersichtlich, dass dieser Mitarbeiterkreis häufig Unsicher­heiten im Umgang mit Menschen mit Demenz aufweisen. Insbesondere bei Auf­treten von herausforderndem Verhalten der Bewohner. Somit wurde als Lernziel mehr Handlungskompetenz im Umgang mit Menschen mit Demenz und ein Ba­siswissen über Demenz und die dazugehörigen Methoden festgelegt. Da die Ler­nenden über wenig Vorwissen bezüglich Demenz verfügen, sollte der Lerninhalt Schrittweise gesteigert werden, jedoch eher einen Überblick verschaffen und nicht zu sehr auf Expertenwissen aus sein. Die Lernumgebung sollte einfach, seriös und übersichtlich gestaltet sein, dem Thema entsprechend und jederzeit zugänglich sein.

3.2 Medienwahl: eXelearning

Bei der Frage der Medienwahl fiel die Entscheidung auf ein E-Learning Pro­gramm, dass jederzeit zugänglich ist, da die Zielgruppe zu unterschiedlichen Zei­ten das Programm benötigt. Die Einstellung von Praktikanten erfolgt ganzjährig. Zudem wurde E-Learning soweit bekannt, in dieser Institution noch nicht Ange­boten, deshalb war das Interesse groß, inwiefern E-Learning akzeptiert wird und auch gewünscht wird. Hinzukommt, dass die Zielgruppe des Projektesjede Alters­schicht abdeckt und daher eine gewisse Sicherheit im Umgang mit Computern, zur Nutzung des E-Learning Programms, von Vorteil ist. Zur Gestaltung der Ler­numgebung wurde im Internet nach einem passenden Open Source Programm ge­sucht. Durch Bewertungen anderer Nutzer hinsichtlich der Handhabung und Ge­staltungsmöglichkeiten, wurde das Programm eXelearning gewählt. Es stehen ei­nem verschiedene Layouts zur Verfügung, zwischen denen man Wählen kann, ebenso kann man aus einem Pool von iDevices wählen, um sein E-Learning Pro­gramm zu gestalten und zu entwickeln. Beispielsweise, ob man einen freien Text hinzufügen möchte oder Multiple Choice Fragen erstellen will. Durch diese Vor­auswahl von Möglichkeiten wurde die Gestaltung des E-Learning Programms nach einer gewissen Eingewöhnungszeit wesentlich vereinfacht, da fur Menschen mit wenig IT-Kenntnissen eine solche Erstellung eines E-Learning Programms schwer zu bewerkstelligen ist.

3.3 Cognitive Apprenticeship

Zur Erstellung einer Lernumgebung wird ein didaktisches Design benötigt, damit man anhand dessen die Lernumgebung aufbauen kann. In diesem Fall ist es das Instruktionsdesign Cognitive Apprenticeship. Es zeichnet sich dadurch aus, dass der Lehrende mit der Zeit seine Hilfestellung bezüglich Aufgaben zurücknimmt bis der Lernende ohne Hilfe des Lehrenden Aufgaben löst und die Aufgaben und der Lerninhalt von einfach zu immer komplexeren steigt. Da die Zielgruppe wenig Vorwissen mitbringt und das Ziel ist, dass sie die vermittelten Inhalte und Metho­den im Umgang mit den Bewohnern beherzigen und wenigstens teilweise anwen­den erschien das Cognitive Apprenticeship als die geeignete Didaktik (Lehmann, 2007, S.17-18). Zuvor wurde das Anchored Instruction als mögliches Modell in Betracht gezogen, jedoch schien es eher unpassend, da es vor allem mit Problem­situationen arbeitet, so genannten „Ankern“ an denen sich die Lernenden besser orientieren können und realistische Kontexte, die aktive Wissenskonstruktion an­regen ( Lehmann, 2007, S.15-16). Da wir aber Primär ein Grundwissen über die Krankheit Demenz mit anschließender Vertiefung zum Umgang mit herausfor­derndem Verhalten erreichen wollten, bot sich das Cognitive Apprenticeship eher an. Durch die langsame Heranführung an das Thema mit steigernden Aufgaben und abnehmender Unterstützung erschien es für die Zielgruppe passender zu sein. Denkbar wäre das Anchored Instruction für eine Vertiefung des Themas, wenn schon Grundwissen über Demenz und herausforderndes Verhalten vorhanden ist. Nachdem die Didaktik nach der das Lernprogramm konzipiert werden sollte fest stand, wurden Informationen zum Thema Demenz, herausforderndem Verhalten und die dazugehörigen Methoden aus einschlägiger Fachliteratur gesichtet. Auch eine Medienauswahl wurde getroffen. Mehrere unterstützende Applikationen und zwei Videos wurden in das Lernprogramm integriert. Die Videos zeigen einmal grundsätzlich ein Altersheim mit demenzkranken und dem Personal und dann die Methode der Validation. Das erste Video soll als erste Identifikation mit der eige­nen Arbeitssituation und der Arbeitsumgebung dienen. Da verstärkt auf das The­ma Validation in dem Lernprogramm eingegangen wird, stellt das zweite Video eine gute Hilfestellung dar, um die Vorgehensweise und Gegenreaktion von Vali­dation zu erfassen. Die einzelnen Applikationen sollen die Methoden verdeutli­chen und bestenfalls als Erinnerungsbrücken den Lernenden im Gedächtnis blei­ben. So ist beispielsweise für die Methode Erinnerungsarbeit eine Uhr abgebildet oder zur Bewegungsförderung ein laufender Mensch mit einer Herzfrequenz im Hintergrund zu sehen. Das einsetzen der Applikationen verlief zügig, jedoch dau­erte das einsetzen der Videos eine gewisse Zeit, da sie eine falsche Formatierung hatten und gewisse Plug-ins zum abspielen der Videos fehlten. Die Gestaltung der Informationstexte war simpel und das einfügen von Wikipedia texten für Defini­tionen verlief Problemlos. Das erstellen der Multiple Choice Fragen und den ver­deckten Antworten, sowie Fallbeispielen mit verdeckten Feedback gelang auch schnell, jedoch wurden bei der Kontrolle des Lernprogramms immer wieder Lern­aufgaben hinzugefügt oder abgeändert. Eine sinnvolle Strukturierung der Themen mit Unterpunkten wurde immer wieder bearbeitet,damit eine sinnvolle und klare Gliederung für die Lernenden entstehen konnte. Abschließend fehlte noch eine Online Umfrage, zur Evaluierung des E-Learning Programms. Durch viele Pro­gramme die im Internet Angeboten werden, wurde auf der Seite www.UmfrageOnline.com mit Hilfe des Studentenstatus und einer Registrierung auf der Website eine Umfrage zur Handhabbarkeit, Layout, Weiterempfehlung und weitere Fragen erstellt. Das Layout wurde in einem schlichten grün gehalten, sodass keine große Ablenkung durch Verschiedene Farben entstehen kann. Somit war der Prototyp des Lernprogramms fertig. Für eine hinreichende formative Eva­luation fehlte die Zeit. Dies ist eher bei Projekten mit größerer Zeitspanne effek­tiv. Anschließend wurde das Lernprogramm mit Hilfe der Option des exportierens auf einen Selbstschreibenden Ordner verlegt, um es dann mit Hilfe einer Website zu öffnen.

[...]

Ende der Leseprobe aus 23 Seiten

Details

Titel
E-Learning. Planung, Durchführung und Evaluation
Untertitel
Lernprogramm zum Thema "Empfehlungen zum Umgang herausfordernden Verhaltens bei Menschen mit Demenz"
Hochschule
FernUniversität Hagen  (Bildungswissenschaften)
Note
1,0
Autor
Jahr
2014
Seiten
23
Katalognummer
V271402
ISBN (eBook)
9783656638728
ISBN (Buch)
9783656638711
Dateigröße
620 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Kommentar des Prüfers: Sehr Anschauliche Dokumentation die nachvollziehbar erstellt wurde.
Schlagworte
Modul 3 B, Reflektierende Dokumentation
Arbeit zitieren
Jessica Pudelko (Autor), 2014, E-Learning. Planung, Durchführung und Evaluation, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/271402

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