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Fachdidaktische Prinzipien der politischen Bildung

Der Beutelsbacher Konsens und Konfliktorientierung im Politikunterricht

Titel: Fachdidaktische Prinzipien der politischen Bildung

Hausarbeit , 2013 , 16 Seiten , Note: 2,0

Autor:in: Sarah Bastemeyer (Autor:in)

Didaktik - Politik, politische Bildung
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Zusammenfassung Leseprobe Details

„Wo immer Menschen zusammenkommen, schiebt sich Welt zwischen sie, und es ist in diesem Zwischen-Raum, daß alle menschlichen Angelegenheiten sich abspielen. […] Politik beruht auf der Tatsache der Pluralität der Menschen […].“ Ein demokratiefördernder Politik-unterricht soll somit Kontroversen aufzeigen, Akzeptanz gegenüber kontroversen Meinungen schaffen und Verfahren zur Austragung von Kontroversen fördern. Diese Forderungen wur-den in den siebziger Jahren in dem zweiten Grundsatz des Beutelsbacher Konsens, dem Kontroversitätsgebot, festgehalten.

Die Aktualität dieses Gebots sowie des fachdidaktischen Prinzips der Konfliktorientierung, welches auf die pädagogische Aufarbeitung der soziologischen Konflikttheorie Ralf Dahren-dorfs durch Hermann Giesecke zurückgeht, sollen im Folgenden überprüft werden.

In diesem Prinzip „[…] spiegelt sich die Bewegung der 60er-Jahre des vorigen Jahrhunderts weg von Aufbau und Integrationsleistungen hin zu Auseinandersetzungen und Revolten […]“ wider. „Geboren“ wurde es in einem konfliktgeprägten Jahrzehnt des Umbruchs. Die heutige Gesellschaft hat mit der damals herrschenden Bewegung nur noch wenig gemein. Dementsprechend lautet die erkenntnisleitende Fragestellung dieser Hausarbeit, ob das im Beutelsbacher Konsens festgehaltene Kontroversitätsgebot sowie die damit eng verbundene Konfliktorientierung auch im heutigen Politikunterricht weiterhin eine zentrale Rolle einneh-men sollten.

Eingeleitet wird die Ausarbeitung daher durch eine knappe Darstellung des Beutelsbacher Konsens`. Diese wird durch eine differenziertere Betrachtung eines der Beutelsbacher Grund-sätze, des Kontroversitätsgebotes, ergänzt. Anschließend wird die Konfliktorientierung im Politikunterricht beleuchtet, wobei ein Schwerpunkt auf die Konfliktanalyse gelegt wird. Die-se wird daraufhin im Rahmen eines Praxisbeispiels angewendet. Abschließend wird im Rah-men einer Schlussbetrachtung ein Fazit gezogen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Beutelsbacher Konsens

2.1 Kontroversitätsgebot

3. Konfliktorientierung im Politikunterricht

3.1 Konfliktanalyse

3.2 Anwendungsbeispiel

4. Schlussbetrachtung

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Diese Arbeit untersucht die anhaltende Relevanz des Beutelsbacher Konsens – insbesondere des Kontroversitätsgebots – sowie des fachdidaktischen Prinzips der Konfliktorientierung für den modernen Politikunterricht. Ziel ist es zu analysieren, ob diese Ansätze weiterhin eine zentrale Rolle bei der Erziehung zu mündigen Bürgern spielen sollten.

  • Der Beutelsbacher Konsens und seine drei Grundsätze.
  • Die Bedeutung und Handhabung des Kontroversitätsgebots.
  • Theorie der Konfliktorientierung nach Hermann Giesecke.
  • Methodische Umsetzung durch die Konfliktanalyse im Unterricht.
  • Praxisbeispiel: Rollenspiel "islamisches Kulturzentrum".

Auszug aus dem Buch

3.1 Konfliktanalyse

Giesecke will bei den Schülern mit Hilfe von Konfliktanalysen Wissen und Fähigkeiten fördern, die notwendig für die politische Handlungsfähigkeit sind. Als entscheidend erachtet er hierbei Kenntnisse über systematische gesamtgesellschaftliche Vorstellungen (z.B. das Regierungssystem der BRD) zu gewinnen, ein historisches Bewusstsein zu entwickeln, Fähigkeiten zur selbstständigen Informationsermittlung und –verarbeitung zu erlangen und praktische politische Handlungsformen (z.B. Diskussionsfähigkeit) zu erlernen. Es ist dabei zu betonen, dass der Erwerb von Wissen, Fähigkeiten und Einstellungen aus der Konfliktbearbeitung resultiert und nicht durch sachsystematische Belehrung entsteht.

Für die Analyse hat Giesecke elf Kategorien vorgeschlagen, mit deren Hilfe sich aktuelle und somit konkrete Konflikte erschließen lassen. Im praktischen Unterricht wird zumeist nur eine Auswahl dieser Kategorien, häufig in Leitfragen umformuliert, genutzt. Im Folgenden werden diese knapp vorgestellt:

1. Konflikt: Der vorliegende Konflikt soll so genau wie möglich aufgedeckt und beschrieben werden. Mögliche Leitfrage: „Wer streitet mit wem?“

2. Konkretheit: Die konkreten Handlungsmöglichkeiten, einschließlich der Folgen der Entscheidung, sollen analysiert werden. Mögliche Leitfrage: „Worum wird konkret gestritten?“

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik ein, ob das Kontroversitätsgebot und die Konfliktorientierung im heutigen Politikunterricht noch eine zentrale Rolle einnehmen sollten.

2. Beutelsbacher Konsens: Dieses Kapitel erläutert die Entstehung des Beutelsbacher Konsens im Kontext des Richtlinienstreits und stellt dessen drei Grundsätze sowie die affektive Zieldimension vor.

2.1 Kontroversitätsgebot: Hier wird das Kontroversitätsgebot als kognitive Zieldimension tiefgehend analysiert, einschließlich der Schwierigkeiten der praktischen Umsetzung und der Rolle des Lehrers.

3. Konfliktorientierung im Politikunterricht: Dieses Kapitel verknüpft das Kontroversitätsgebot mit dem Prinzip der Konfliktorientierung und erläutert Gieseckes Ansatz, Konflikte als Definition des Politischen zu begreifen.

3.1 Konfliktanalyse: Hier werden elf von Giesecke vorgeschlagene Kategorien für die Analyse von Konflikten vorgestellt und diskutiert, wie diese didaktisch strukturiert in den Unterricht einfließen.

3.2 Anwendungsbeispiel: Dieses Kapitel präsentiert ein konkretes Fallbeispiel eines Rollenspiels zum Thema „islamisches Kulturzentrum“, um die Anwendung der Konfliktanalyse in der Praxis zu demonstrieren.

4. Schlussbetrachtung: Die Schlussbetrachtung fasst die Ergebnisse zusammen und bejaht die zentrale Rolle des Kontroversitätsgebots sowie der Konfliktorientierung für die Erziehung zum mündigen Bürger.

Schlüsselwörter

Politische Bildung, Beutelsbacher Konsens, Kontroversitätsgebot, Konfliktorientierung, Konfliktanalyse, Indoktrinationsverbot, politische Mündigkeit, Politikunterricht, Rollenspiel, Giesecke, politische Teilhabe, Streitkultur, Demokratieerziehung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die Bedeutung und Aktualität der fachdidaktischen Prinzipien der politischen Bildung, insbesondere des Beutelsbacher Konsens, für den heutigen Schulunterricht.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Schwerpunkte liegen auf dem Kontroversitätsgebot, der Konfliktorientierung nach Hermann Giesecke und der methodischen Durchführung von Konfliktanalysen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist zu prüfen, ob die in den 70er Jahren festgelegten Grundsätze des Beutelsbacher Konsens noch immer als leitendes Prinzip für einen demokratiefördernden Politikunterricht gelten sollten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine politikdidaktische Theorieanalyse und verknüpft diese mit einem praxisorientierten Modell, basierend auf Sibylle Reinhardts Leitfaden für Konfliktanalysen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden der Beutelsbacher Konsens, das Kontroversitätsgebot, die Theorie der Konfliktorientierung sowie eine konkrete Umsetzung mittels eines Rollenspiels detailliert erläutert.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Politische Bildung, Beutelsbacher Konsens, Kontroversitätsgebot, Konfliktanalyse, Mündigkeit und Streitkultur.

Wie unterscheidet sich die "Konfrontation" von der "Analyse" im Modell?

Die Konfrontation dient dem Einstieg und der ersten subjektiven Meinungsbildung der Schüler, während die Analyse die strukturierte, kriteriengeleitete Untersuchung des Konflikts anhand von Gieseckes Kategorien darstellt.

Warum ist das Rollenspiel als Methode zur Konfliktorientierung geeignet?

Das Rollenspiel fördert die kommunikative Kompetenz und zwingt Schüler dazu, verschiedene gesellschaftliche Rollen einzunehmen, was ein gewaltfreies Erlernen von Konfliktfähigkeit ermöglicht.

Welche Rolle spielt der Lehrer im Kontroversitätsgebot?

Der Lehrer fungiert als Moderator, der bei politisch homogenen Gruppen aktiv andere Positionen einbringen muss, um die nötige Kontroversität zu gewährleisten, ohne dabei zu indoktrinieren.

Ende der Leseprobe aus 16 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Fachdidaktische Prinzipien der politischen Bildung
Untertitel
Der Beutelsbacher Konsens und Konfliktorientierung im Politikunterricht
Hochschule
Leuphana Universität Lüneburg
Note
2,0
Autor
Sarah Bastemeyer (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2013
Seiten
16
Katalognummer
V271501
ISBN (eBook)
9783656629832
ISBN (Buch)
9783656629825
Sprache
Deutsch
Schlagworte
fachdidaktische prinzipien bildung beutelsbacher konsens konfliktorientierung politikunterricht
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Sarah Bastemeyer (Autor:in), 2013, Fachdidaktische Prinzipien der politischen Bildung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/271501
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  16  Seiten
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