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Die Wähler des Front National. Eine empirische Analyse des Scheuch-Klingemann-Konzepts

Título: Die Wähler des Front National. Eine empirische Analyse des Scheuch-Klingemann-Konzepts

Tesis (Bachelor) , 2012 , 29 Páginas , Calificación: 2,3

Autor:in: Maike Kalischer (Autor)

Politíca - Otros temas
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Seit fast 30 Jahren ist der Front National eine der erfolgreichsten rechtsextremen und rechtspopulistischen Parteien in Europa. 1984, zwölf Jahre nach seiner Gründung im Jahr 1972 erreichte er elf Prozent der WählerInnenstimmen bei den Wahlen zum Europäischen Parlament und ist seither in der französischen Parteienlandschaft mit Ergebnissen zwischen zehn und 15 Prozent präsent. Im Jahr 2002 schaffte Jean-Marie Le Pen, der damalige Parteivorsitzende es sogar, sich mit einem Ergebnis von 16,9 Prozent für den zweiten Durchgang der Präsidentschaftswahlen zu qualifizieren (Decker 2004: 53 ff.). Im Jahr 2012 erreichte seine Tochter Marine, die 2011 den Parteivorsitz übernommen hatte, ein Rekordergebnis von 17,9 Prozent (www.resultats-presidentielles.fr 2012).
Doch wodurch lassen sich diese auffällig hohen Wahlerfolge erklären? Welche Faktoren beeinflussen die Entscheidung französischer WählerInnen zugunsten einer rechtsextremen Partei wie dem Front National? Um diese Frage zu beantworten, werde ich einige französische Wahlen anhand der „Theorie des Rechtsradikalismus in westlichen Industriegesellschaften“ von Erwin Scheuch und Hans Klingemann (1967) empirisch untersuchen. Ich möchte feststellen, ob zwei der Bedingungen, die diesem Konzept zufolge die Mobilisierung von rechtsextremem WählerInnenpotential begünstigen, im Fall der WählerInnen des Front National gegeben sind: Ein Gefühl der Unsicherheit und die Abkehr von etablierten politischen Parteien, weil diese sich der Probleme, die die BürgerInnen als wichtig empfinden nicht annehmen und nicht in der Lage sind, sie zu lösen (Scheuch/ Klingemann 1967: 17 ff.).

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Begrifflichkeiten

3 Der Front National – Entstehung, Aufbau und Ideologie

3.1 Entstehung und Wahlerfolge

3.2 Organisatorischer Aufbau und Strategie

3.3 Die Wählerschaft

4 Theorie: Allgemeine Ansätze zur Erklärung von WählerInnenverhalten

4.1 Soziologische Ansätze

4.2 Sozialpsychologischer Ansatz

4.3 Der Rational-Choice-Ansatz

5 Die „Theorie des Rechtsradikalismus in westlichen Industriegesellschaften“

6 Empirische Überprüfung der Theorie anhand der Präsidentschaftswahlen

6.1 Das Gefühl der Unsicherheit bei den WählerInnen des Front National

6.2 Repräsentation durch politische AkteurInnen und deren „Lösungskompetenz“

7 Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Ursachen für die Wahlerfolge des französischen Front National, indem sie prüft, ob die „Theorie des Rechtsradikalismus in westlichen Industriegesellschaften“ von Scheuch und Klingemann empirisch auf die französischen Präsidentschaftswahlen 2002, 2007 und 2012 anwendbar ist.

  • Analyse der Entstehungsgeschichte und Ideologie des Front National
  • Vergleich theoretischer Erklärungsansätze für das Wählerverhalten
  • Überprüfung der Bedeutung des „Gefühls der Unsicherheit“ als Mobilisierungsfaktor
  • Untersuchung der wahrgenommenen Lösungskompetenz politischer Akteure

Auszug aus dem Buch

3.1 Entstehung und Wahlerfolge

Der Front National wurde 1972 von Mitgliedern des Ordre Nouveau gegründet, einer rechtsextremistischen Aktivisten-Gruppe um Francois Brigneau, die 1969 als „Keimzelle des rechtsradikalen Aktivismus“ (Minkenberg 1998: 273) entstanden war und hauptsächlich aus Nationalrevolutionären und Anhängern des ehemaligen Vichy-Regimes bestand. Ziel der neu gegründeten Partei war die Stärkung und Institutionalisierung der zersplitterten extremen Rechten durch die Vereinigung anti-republikanisch-monarchistischer, autoritärer, konservativ-katholischer, kolonialistischer und rassistischer Strömungen nach dem Vorbild des italienischen Movimento Sociale Italiano. (Loch 1990: 6/ Minkenberg 1998: 273). Der Front National sollte jedoch nicht nur die verschiedenen Strömungen zu einer handlungsfähigen Institution vereinen, sondern auch als „respectable political facade, behind which the more traditional activist and street politics of the Far Right would continue“ (Marcus 1995: 12) fungieren.

Das Amt des Präsidenten übernahm der 1928 in La-Trinité-sur-Mer geborene Jean-Marie Le Pen, der bereits in zwei Kolonialkriegen gekämpft hatte und schon vor der Gründung des Front National in verschiedenen extrem rechten Gruppierungen aktiv gewesen war. Der Aufstieg der Partei, der im Folgenden näher dargelegt werden soll, ist umso bemerkenswerter, wenn man die für rechtsextreme Bewegungen ungünstigen Umstände in Frankreich zur Zeit der Gründung betrachtet. Zum Einen war das rechtsextreme Spektrum in viele Kleinparteien zersplittert, was die geplante Vereinigung durch den Front National erschwerte. Zum Anderen war das rechtsextremistische Umfeld seit den Erfahrungen mit dem autoritären Vichy-Regime stigmatisiert und sehr kritisch betrachtet.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Vorstellung der Relevanz des Front National und der zentralen Forschungsfrage basierend auf dem Modell von Scheuch und Klingemann.

2 Begrifflichkeiten: Definition zentraler Termini wie „Rechtsextremismus“ und „Rechtsradikalismus“ im Kontext der französischen Politik.

3 Der Front National – Entstehung, Aufbau und Ideologie: Detaillierte Betrachtung der historischen Entwicklung, der Parteistruktur und der soziographischen Wählerzusammensetzung.

4 Theorie: Allgemeine Ansätze zur Erklärung von WählerInnenverhalten: Übersicht soziologischer, sozialpsychologischer und ökonomischer (Rational-Choice) Erklärungsmodelle.

5 Die „Theorie des Rechtsradikalismus in westlichen Industriegesellschaften“: Vorstellung des theoretischen Kernmodells von Scheuch und Klingemann als Erklärungsbasis der Arbeit.

6 Empirische Überprüfung der Theorie anhand der Präsidentschaftswahlen: Anwendung der Theorie auf empirische Daten der Präsidentschaftswahlen 2002, 2007 und 2012.

7 Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Anwendbarkeit des gewählten Theoriekonzepts auf den Erfolg des Front National.

Schlüsselwörter

Front National, Rechtsradikalismus, Wählerverhalten, Frankreich, Scheuch-Klingemann-Konzept, Unsicherheit, Präsidentschaftswahlen, politische Mobilisierung, Ideologie, Protestwähler, Lösungskompetenz, Rechtspopulismus, Jean-Marie Le Pen, Marine Le Pen, Wählerpotential.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Bachelorarbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Ursachen für den Wahlerfolg der rechtsextremen Partei Front National in Frankreich über mehrere Jahrzehnte hinweg.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Die Schwerpunkte liegen auf der Parteigeschichte, den soziopsychologischen Erklärungsmodellen für Wahlverhalten und der empirischen Überprüfung der „Theorie des Rechtsradikalismus“.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Ziel ist es zu untersuchen, ob das Modell von Scheuch und Klingemann geeignet ist, um das Wählerverhalten zugunsten des Front National bei französischen Präsidentschaftswahlen zu erklären.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Die Arbeit nutzt eine theoretisch geleitete empirische Analyse, indem sie existierende Wahlstatistiken und Umfragedaten mit dem gewählten Theoriekonzept abgleicht.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine historische Einordnung der Partei, einen theoretischen Vergleich zur Wahlforschung und die konkrete Anwendung der Theorie auf die Wahlen 2002, 2007 und 2012.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung am besten?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Rechtsextremismus, Front National, Wählerpotential, Unsicherheit und politisches Vertrauen definieren.

Warum wurde ausgerechnet das Konzept von Scheuch und Klingemann für die Analyse gewählt?

Es dient als Mehrebenen-Modell, das sowohl soziologische Strukturveränderungen als auch das subjektive Empfinden der Wähler integriert.

Welche Rolle spielt das „Gefühl der Unsicherheit“ bei den Wählern des Front National?

Laut der untersuchten Theorie ist dieses Gefühl eine zentrale strukturelle Bedingung, die von Wählern als Motiv für die Abkehr von traditionellen Parteien genannt wird.

Wie bewerten die Anhänger des Front National die Problemlösungskompetenz der politischen Akteure?

Die empirische Analyse zeigt eine ausgeprägte Pessimismus-Tendenz hinsichtlich der Kompetenz etablierter Akteure, was die Attraktivität des Front National stärkt.

Final del extracto de 29 páginas  - subir

Detalles

Título
Die Wähler des Front National. Eine empirische Analyse des Scheuch-Klingemann-Konzepts
Universidad
University of Erfurt  (Institut für Sozialwissenschaften)
Curso
Rechtsextremismus - Ideologien, Strukturen, Strategien
Calificación
2,3
Autor
Maike Kalischer (Autor)
Año de publicación
2012
Páginas
29
No. de catálogo
V271511
ISBN (Ebook)
9783656683384
ISBN (Libro)
9783656683476
Idioma
Alemán
Etiqueta
wähler front national eine analyse scheuch-klingemann-konzepts
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Maike Kalischer (Autor), 2012, Die Wähler des Front National. Eine empirische Analyse des Scheuch-Klingemann-Konzepts, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/271511
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